International Virtual Academic Collaboration (IVAC)

Kollaboratives Lernen

Die aktuelle Krise stellt Hochschulen und Wissenschaftsorganisationen vor die Herausforderung, unter dem Druck der Ereignisse digitales Lernen und Arbeiten dynamisch voranzubringen. Gleichermaßen bietet sie vor diesem Hintergrund aber auch große Chancen. Um die internationale Hochschulzusammenarbeit systematisch zu vertiefen und mit neuen Mobilitätsmustern zu gestalten (Blended Mobility), stellt virtueller Austausch eine interaktive und auf Kooperation angelegte Brücke zur Welt dar.

Hintergrund

Der digitale Wandel des Wissenschafts- und Bildungssystems schlägt sich in der Lehre u.a. in der Entwicklung von E-Learning Szenarien und dem Einsatz digitaler Medien nieder. Präsenzlehre wird punktuell digital angereichert, nicht aber systematisch oder gar flächendeckend in die Curricula integriert. Ganz ähnlich verhält es sich mit Internationalisierungsansätzen. Internationalization@home und die Internationalisierung der Curricula stellen Konzepte dar, um eine internationale Dimension in Lehr-Lernangeboten zu entwickeln, damit (allen) Studierenden – unabhängig von der Auslandsmobilität – eine interkulturelle Erfahrung ermöglicht werden kann.

Der abrupte Wechsel von Offline- zu Online-Lehre als Reaktion auf die COVID-19 Krise hat das digitale Arbeiten und das digitale Lehren und Lernen zur notwendigen Voraussetzung des akademischen Wissens- und Kompetenzerwerbs gemacht. Gleichzeitig sind Internationalisierungsbestrebungen - zumindest was die Mobilitätszahlen anbelangt - nahezu zum Erliegen gekommen. Unter den Bedingungen der Krise eröffnet die Digitalisierung jedoch gänzlich neue Wege, die Internationalisierung als digital vermittelte internationale Mobilität und interkulturellen Austausch zu denken. Blended Learning, d.h. unterschiedliche Verschnittgrade von Online- und Offline-Angeboten, wird zu Blended Mobility, wenn die digital gestützte Lehre um kollaborative Komponenten im internationalen Kontext erweitert wird. Dadurch entstehen ganz neue Lehr-Lernarrangements, in denen Studierendenzentrierung und das gemeinsame, räumliche wie auch zeitliche Grenzen überschreitende Arbeiten in den Mittelpunkt rückt. Forschungsorientierung und Projektarbeit sind beispielsweise zwei didaktische Ansätze, mit denen sogenannte Virtual Exchange-Szenarien strukturiert und die Vernetzung von Lehrenden und Studierenden forciert werden können.

Mit der Ausschreibung International Virtual Academic Collaboration (IVAC) möchte der DAAD Lehrende praktisch und Hochschulen strategisch unterstützen, internationale Hochschulkooperationen und weltweite Mobilität unter digitalen Vorzeichen zu gestalten und auszubauen.

Programmziele

Ziel 1: Deutsche Lehrende und ihre internationalen Partner und Partnerinnen haben digitale Kollaborationsformate in ihre Lehrangebote integriert und planen diese curricular zu verankern.

Ziel 2: Studierende und Lehrende wenden die durch virtuelle Kooperation erworbenen, digitalen Kompetenzen an.

Ziel 3: Prozesse im Bereich Studium, Lehre und Blended Mobility sind hochschulübergreifend digitalisiert und tragen zum Aufbau interoperabler Studierendendatenökosysteme (i.S. der Groningen Declaration) bei.

Ziel 4: Internationale digitale Kooperationsformate sind für weitere Zielgruppen zugänglich, wodurch interkulturelle Erfahrungen bspw. auch für Studierende, deren finanzielle oder familiäre Situation keine physische Mobilität zulässt, möglich werden.

Ziel 5: Eine Community of Practice hat sich gebildet.