Afrikas junge Klimafachleute vernetzen

Damit aus wissenschaftlicher Erkenntnis konkrete Handlungen werden: Das Programm climapAfrica bringt Nachwuchsforscherinnen und -forscher im Bereich Klimawandel und Klimaforschung aus Afrika zusammen und unterstützt sie dabei, ihre Forschungsergebnisse auf Politikebene sichtbar zu machen.

Wissenschaftlicher Austausch zu den Folgen des Klimawandels

„Viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind zu weit weg von der Praxis“, meint Precious Mwikanda. Die DAAD-Alumna und Leitende Politische Beraterin im namibischen Ministerium für städtische und ländliche Entwicklung erlebt häufig, dass Theorie und Anwendung zwei verschiedene Dinge sind: „In Namibia sind die schriftlichen Richtlinien gut – aber sobald es an die Umsetzung geht, beginnen die Probleme.“ Hier kommt das Programm ins Spiel, an dem Mwikanda sich beteiligt. Durch wissenschaftlichen Austausch trägt es dazu bei, den Folgen des Klimawandels in Afrika zu begegnen.

DAAD-Alumna Precious Mwikanda

Der Kontinent ist von den klimatischen Veränderungen besonders betroffen. Um die Folgen so weit wie möglich abzumildern, müssen schnell die richtigen Entscheidungen getroffen und in die Praxis umgesetzt werden. Internationale Forschungskooperationen und die Stärkung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern können dazu beitragen. ClimapAfrica initiiert deshalb neue Forschungsprojekte und -partnerschaften. Der DAAD setzt das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) finanzierte Programm in Kooperation mit den Wissenschaftszentren für Klimawandel und alternative Landnutzung im südlichen Afrika beziehungsweise in Westafrika um (SASSCAL und WASCAL).

Im Zentrum von climapAfrica stehen sieben Arbeitsgruppen aus Postdoktorandinnen und -doktoranden sowie Alumni deutscher Förderinitiativen. Junge Fachleute aus mehr als 20 afrikanischen Ländern tauschen über climapAfrica bereits Wissen aus, um die Forschung zu stärken und die Ergebnisse auf aktuelle Herausforderungen anzuwenden. Precious Mwikanda, die mit einem DAAD-Stipendium an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin ein Master-Studium absolviert hat, gehört zur 25-köpfigen Arbeitsgruppe „Climate Change Agriculture and Rural Development“.

Veterinärmedizinerin Michelle North

Mitglied darin ist auch Dr. Michelle North, eine Veterinärmedizinerin aus Südafrika. Als Postdoktorandin erhält sie – wie derzeit 38 weitere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – über climapAfrica ein Stipendium für ihr Forschungsprojekt. An der University of KwaZulu-Natal beschäftigt sich North damit, wie Viehbäuerinnen und -bauern in Afrika ihre Methoden angesichts des Klimawandels optimieren können. Dabei setzt sie auf gegenseitigen Austausch: „Ich möchte den Farmerinnen und Farmern meine Forschungsergebnisse nahebringen – aber auch von ihnen erfahren, was machbar ist.“

„Das Programm schafft Verbindungen“

North sieht das Programm als große Chance, wissenschaftliche Kontakte in ganz Afrika zu knüpfen: „Viele Afrikanerinnen und Afrikaner verlassen den Kontinent, um anderswo zu studieren. Nach der Rückkehr haben sie hier kein wissenschaftliches Netzwerk. Mir ging es auch so: Als ich nach meiner Promotion aus Kanada zurückkam, fand ich es schwierig, mit anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Kontakt zu kommen. Das Programm schafft Verbindungen.“

Zu den Aktivitäten von climapAfrica gehören neben dem Netzwerkaufbau und Fachgesprächen gemeinsame Veröffentlichungen und die Zusammenarbeit bei Forschungsanträgen. Außerdem gibt es verschiedene Fortbildungsangebote. So haben Michelle North und Precious Mwikanda bereits an virtuellen Seminaren zu verschiedenen Statistikprogrammen teilgenommen. In Capacity Trainings erfahren die Postdocs von climapAfrica außerdem, wie sie ihre Forschungsergebnisse politischen Entscheiderinnen und Entscheidern vermitteln können. Darüber hinaus steht 2020 noch eine große virtuelle Konferenz an – mit dem Ziel, den Austausch zwischen afrikanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und deutschen und afrikanischen Hochschulen und Institutionen zu stärken und neue Kooperationsmöglichkeiten für die Zukunft zu schaffen.

Steckbrief:

Gefördert vom:

BMBF

 

 

 

 

 

 

 

 

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