Digitalisierung im akademischen Austausch

Glas-Weltkugel auf Tafel mit Stichwörtern Strategie und Teamwork

Die Digitalisierung des akademischen Austauschs ist in vollem Gange: Internationale Mobilität und Netzwerkstrukturen verändern sich dadurch ebenso wie das internationale Hochschulbildungssystem. Studierende, Lehrende und Forschende können über große Distanzen gemeinsam an Themen und Projekten arbeiten. Als Internationalisierungsakteur nutzt der DAAD die Chancen, die der digitale Wandel bietet, um seine programmatischen Ziele zu erreichen - sowohl in der Programm- und Stipendienarbeit als auch innerhalb der eigenen Organisation.

Die Digitalisierung verändert nicht nur Organisationen und gesamte Wirtschaftsbereiche, sondern sie durchdringt auch zunehmend die Alltagswelt: Mobile Endgeräte, smarte Technologien und vielfältigste Applikationen sind nahezu allgegenwärtig und befördern weltweit grenz- und kulturübergreifende Kommunikation. Lernräume und -gruppen lassen sich dadurch schneller und unkomplizierter erreichen und vernetzen. Dies wirkt sich auch auf internationale Kooperationen sowie den globalen Wissens- und Kompetenzerwerb aus. Die institutionenübergreifende Zusammenarbeit von Lehrenden, etwa bei der Umsetzung gemeinsamer Lehrveranstaltungen, oder Forschenden, die ihre Arbeiten und Daten in Echtzeit über das Internet teilen sind nur zwei Beispiele für die Vorteile von Orts- und Zeitungebundenheit, die durch die Digitalisierung ermöglicht werden Damit bieten sich Chancen für mehr Partizipation, Effizienz und Nachhaltigkeit. Entsprechend bildet Digitalisierung ein Schlüsselthema in der .

“Die systematische Einbindung digitaler Elemente in die Programme des DAAD bieten Chancen für mehr Partizipation, Effizienz und Nachhaltigkeit.”

Kollaboration als Währung des akademischen Austauschs

Die Grundwährung von Internationalisierung hat sich geändert. Hatte bislang Mobilität als die zentrale Einheit gegolten, an der sich internationale Aktivitäten messen ließen, heißt die neue Währung des akademischen Austauschs Kollaboration. Es geht bei internationalem Austausch nicht in erster Linie darum, von Ort A nach Ort B zu reisen, sondern darum, gemeinsam etwas zu erarbeiten. Ob diese über die Zusammenarbeit im Netz, über die gemeinsame Erstellung von Dokumenten, bei Meetings, per Videokonferenz oder mit Hilfe der VR-Brille erfolgt, ist sekundär. Physische Mobilität ist ein Weg zur Kollaboration, aber es gibt auch viele andere. Diese sind in Bezug auf die Qualität vielleicht nicht immer gleichwertig, aber dafür vielleicht kostengünstiger, zeitsparender und aus diesem Grund kontinuierlicher.

 

Digitalen Wandel gestalten

Internationalisierung eng verzahnt mit Digitalisierung zu betrachten, schafft vielseitige Gestaltungsräume. An der Schnittstelle der beiden Entwicklungen konzentriert sich der DAAD in seiner Arbeit insbesondere auf folgende Aspekte:

  • den akademischen Austausch in all seinen Ausprägungen durch digitale Technologien und damit unterstützte Informations-, Lehr-Lern- und Kooperationsformate erweitern und verstärken
  • Informations-, Beratungs-, und Lernangebote zunehmend individualisieren und personalisieren
  • Daten aufbereiten, daraus Wissen generieren und zur Verfügung stellen, welche die Internationalisierung der hochschulischen Organisationsbereiche, insbesondere von Studium und Lehre, vorantreiben und zu entsprechenden, systemischen Veränderungsprozessen in den Hochschulen beitragen
  • die Anschluss- und Austauschfähigkeit von Bildungssystemen herstellen, indem Studierendendaten konsequent digital übermittelbar und die dafür notwendigen IT-Infrastrukturen international anschlussfähig gestaltet werden. - (interne Digitalisierung von Kern- und Unterstützungsprozessen vorantreiben)

Der digitale Wandel bietet Chancen, um strukturelle Internationalisierungseffekte zu erzielen und damit verbundene Prozesse technologiegestützt zu verbessern. Digitale Lehr- und Lernformate ermöglichen global mobilen Studierenden, Lehrenden und Forschenden, mehr Flexibilität, Chancengerechtigkeit und Diversität bei der Gestaltung ihrer Vorhaben. Deutsche Hochschulen und ihre internationalen Partner können ihre Kooperations- und Digitalisierungsziele miteinander verbinden und synergetisch weiterentwickeln. Die Bildung und der Ausbau von multilateralen digitalen Hochschulnetzwerken, sowohl im Europäischen Hochschulraum als auch weltweit, ist dafür von großer Bedeutung.

Der DAAD achtet darauf, dass Digitalisierung nicht zu Ausgrenzungen und einer sich weiter verstärkenden Ungleichheit führt. Vielmehr bietet Digitalisierung die Möglichkeit, mehr Teilhabe und Inklusion zu fördern und einen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten.

 

Bezogen auf die drei Handlungsfelder der DAAD-Strategie 2025 bedeutet dies:

 

  • Digitale Instrumente spielen eine entscheidende Rolle bei der weltweiten Ansprache, Identifikation, Förderung und Vernetzung von Personen mit herausragenden Potenzialen. Die Digitalisierung soll dabei helfen, unsere Angebote und Programme zielgruppen- und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln.

    Mobilitätsmuster verändern sich. Wir begleiten Personen mit herausragenden Potenzialen über ihre gesamte ‚student bzw. researcher journey‘ hinweg. Dafür bieten wir passgenaue digitale Informationen, neue, flexible Fördermöglichkeiten sowie innovative digitale Lehr-Lern- und Kooperationsformen an. Unsere Stipendiatinnen und Stipendiaten unterstützen wir sowohl mit analoger als auch mit digital gestützter Vor- und Nachbereitung sowie Begleitungen ihrer Auslandsaufenthalte.

    Mit digitalen Angeboten möchten wir neue Zielgruppen erschließen und insbesondere denjenigen Studierenden internationale Erfahrungen ermöglichen, die aus persönlichen und/oder finanziellen Gründen keinen Auslandsaufenthalt durchführen können.

  • Die Digitalisierung bietet mannigfaltige Chancen, die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit der globalen Zusammenarbeit zu steigern.

    Voraussetzung hierfür ist die Vernetzung aller Organisationsbereiche innerhalb der einzelnen Hochschulen wie auch die hochschulübergreifende Kooperation. Der gemeinsame Aufbau international anschlussfähiger IT-Prozesse und -Architekturen dieser Akteure bietet die Grundlage zur strategischen Vertiefung von weltweiten digitalen Kooperationsnetzwerken. Diese umfassen sowohl den persönlichen und fachlichen Austausch und Zusammenarbeit wie auch die gemeinsame Entwicklung von anschlussfähigen Systemlösungen.

    Darin sehen wir in Zukunft einen integralen Bestandteil unserer Förderprogramme für internationale Wissenschaftskooperationen.

  • Der DAAD stellt auch in digitalisierter Form verschiedene Angebote zum Aufbau von Wissen und Kompetenzen (Fachpublikationen, Datenbanken, Fortbildung, Beratung) zur Verfügung, um den Diskurs zur Internationalisierung von Hochschulen aufzubereiten und diesen aktiv mitzugestalten.

    Dabei entwickeln wir unsere digitalen Instrumente kontinuierlich weiter, um die Bedürfnisse unserer Nutzerinnen und Nutzer optimal aufzugreifen. Ein Schwerpunkt liegt künftig darin, die aus unserem Förderhandeln gewonnenen Daten systematisch auszuwerten und für institutionelles Lernen zu nutzen, aber auch in die deutsche und internationale Hochschulforschung einzuspeisen. Unser Ziel ist es, das digitale Daten- und Wissensmanagement systematisch auszubauen und mit strategischen Partnern zu vernetzen.

    Wir verstehen die Arbeit in den drei Handlungsfeldern als kooperative Aufgabe, die wir gemeinsam mit unseren Zielgruppen und strategischen Partnern bearbeiten. Dazu zählen u.a. Mittlerorganisationen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik, föderale Initiativen und nationale Digitalisierungsakteure sowie internationale Partnerorganisationen im Feld der digitalen Internationalisierung.