Ukraine digital: Studienerfolg in Krisenzeiten sichern

Frau an Laptop

Der Krieg in der Ukraine hat im großen Maße zerstörerische Auswirkungen auf die Infrastruktur des ukrainischen Bildungs- und Hochschulsystems. Im Zentrum der Programmlinie stehen daher der schnelle Aufbau und die Durchführung von virtuellen Angeboten. Deutsche Hochschulen sollen ihre ukrainischen Hochschulpartner dabei unterstützen, ihr digitales Lehrangebot aufrechtzuerhalten, damit Studierende sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in und aus der Ukraine trotz der Einschränkungen durch den Krieg eine Perspektive für eine Fortführung ihrer akademischen Laufbahn erhalten.

Hintergrund

Der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine hat auch das Hochschul- und Wissenschaftssystem der Ukraine hart getroffen. Viele Lehrende, Forschende und Studierende sind auf der Flucht. Gebäude und Infrastruktur in den besonders schwer umkämpften Städten und Gebieten sind beschädigt oder zerstört. Trotz Flucht und Zerstörung bemühen sich die ukrainischen Hochschulen, ein digitales Angebot aufrechtzuerhalten. Das ukrainische Parlament hat entsprechende
Gesetzesregelungen für die virtuelle Aufrechterhaltung der Lehre beschlossen. Viele Dozenten stehen aber vor Ort nicht mehr zur Verfügung, weil sie auf der Flucht oder beim Militärdienst sind. Viele Studiengänge können daher nicht vollständig angeboten werden, wodurch für viele Studierende kein Studienabschluss möglich ist. Jenseits der aktuellen Kriegssituation trägt die Digitalisierung auch zur Internationalisierung der ukrainischen Hochschulen und zu ihrer Integration in den europäischen Hochschul- und Forschungsraum bei und war einer der wesentlichen Bausteine der Hochschulreformen in der Ukraine vor Ausbruch des Krieges.

Mit der Programmlinie Ukraine digital: Studienerfolg in Krisenzeiten sichern (Ukraine digital) möchte der DAAD ukrainische Hochschulen dabei unterstützen, ihr digitales Lehrangebot aufrecht zu erhalten, umzusetzen und anzubieten, damit Studierende in der Ukraine trotz der Einschränkungen durch den Krieg eine Perspektive für einen Studienabschluss bekommen. Gleichzeitig wird geflüchteten ukrainischen Studierenden an der deutschen Hochschule eine virtuelle Plattform geboten, um ihr laufendes Studium in der Ukraine fortsetzen und beenden zu können.

Durch die Einbindung ukrainischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Hochschuldozentinnen und -dozenten, die sich in Deutschland oder anderen europäischen Ländern befinden, wird diesen eine Perspektive gegeben, den Unterricht an ihrer Heimathochschule digital fortzusetzen. Dadurch kann auch vom Ausland aus Unterricht in der Landessprache erfolgen. Durch dieses Programm werden u.a. dauerhafte Verbindungen erhalten und geschaffen, die für den Wiederaufbau und künftige deutsch-ukrainische Hochschulkooperationen von grundlegender Bedeutung sind.

Programmziele

Ziel 1: Der Bedarf an digitaler Lehre für laufende Studiengänge in der Ukraine ist ermittelt.

Ziel 2: Digitale Lehrangebote sind ausgebaut, werden angeboten und von Studierenden genutzt.

Ziel 3: Ukrainische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Hochschuldozentinnen und -dozenten, insbesondere geflüchtete Personen, sind in die Lehrangebote eingebunden.

Ziel 4: Die Kompetenzen und strukturellen Rahmenbedingungen zur weiteren Digitalisierung der beteiligten deutschen und ukrainischen Hochschulen sind vorhanden und können für die Entwicklung weiterer gemeinsamer digitaler sowie ukrainischer digitaler Studienangebote und für den Wiederaufbau der Hochschulen eingesetzt werden.