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DAAD - Deutscher Akademischer Austauschdienst / German Academic Exchange Service
wandel durch austausch. change by exchange.

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Geschichte

2011 

 

2010

Am 21. Juni wählt die Mitgliederversammlung die bisherige Präsidentin der HRK, Professorin Dr. rer. nat. Margret Wintermantel, zur neuen Präsidentin des DAAD. Die Psychologin amtiert noch als Präsidentin der HRK und wird ihr Amt zum 1. Januar 2012 antreten. Zum Vizepräsidenten wählt die Mitgliederversammlung den Anglisten Professor Dr. Joybrato Mukherjee, der seit 2009 Präsident der Universität Gießen ist.

Aufgrund ihrer Ernennung zur Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg legt Prof. Dr. - Ing. Dr. Sabine Kunst mit Wirkung zum 23. Februar ihr Amt als DAAD-Präsidentin nieder.

2010 ist für den DAAD ein bewegendes Jahr, das mit einem schweren Verlust beginnt: Am 21. Februar verstirbt nach langer Krankheit DAAD-Präsident Professor Dr. Stefan Hormuth im Alter von 60 Jahren. Professor Hormuth war seit Januar 2008 Präsident des DAAD. Nach seinem Tod übernimmt der langjährige Vizepräsident des DAAD, Professor Dr. Max G. Huber die Amtsgeschäfte des Präsidenten.

Am 29. Juni wählt die Mitgliederversammlung Frau Professor Dr.- Ing. Dr. Sabine Kunst zur neuen Präsidentin des DAAD. Damit steht ab dem 1. Juli 2010 erstmals eine Frau an  der Spitze des Austauschdienstes. Sabine Kunst studierte von 1972 bis 1979 Biologie und Politologie sowie von 1979 bis 1982 Wasserbauingenieurwesen an der Universität Hannover. 1982 promovierte sie zunächst zum Dr.-Ing. in der Umweltbiotechnologie im Bereich des Bauingenieur- und Vermessungswesen. Vor ihrer Wahl zur Präsidentin der Universität Potsdam im Januar 2007 war sie zwei Jahre lang als Vizepräsidentin für Lehre, Studium, Weiterbildung und Internationales an der Universität Hannover tätig.

Am 30. September endet nach zwanzig Jahren die Amtszeit von Generalsekretär Dr. Christian Bode. Die Bilanz seiner Amtszeit ist beeindruckend. 1990 wurden bei einem Haushaltsvolumen von 263,2 Mio DM 38.883 Personen gefördert. 2009 förderte der DAAD 66.953 Menschen, davon 25.264 Deutsche und 41.689 Ausländer, und verwaltete einen Haushalt von 347,9 Mio EUR. Die Gesamtzahl aller Stellen erhöhte sich von 344 auf 783.


Die Nachfolge von Dr. Christian Bode tritt am 1. Oktober Frau Dr. Dorothea Rüland an. Bevor Frau Dr. Rüland 2008 zum Internationalen Zentrum der Freien Universität Berlin wechselte, war sie stellvertretende Generalsekretärin des DAAD. Zuvor hatte sie nach einem Studium der Fächer Germanistik, Geschichte und Musikwissenschaft an der Albert-Ludwigs-Universität in Freiburg verschiedene Arbeitseinheiten im DAAD und zeitweilig die DAAD-Außenstelle Jakarta geleitet.

2009

Im April eröffnet der DAAD zwei Fachzentren in Südafrika und Namibia und setzt damit die 2008 vom Auswärtigen Amt eingeleitete „Aktion Afrika“ fort.
In Südafrika wird an der University of the Western Cape in Kapstadt das Südafrikanisch-Deutsche Fachzentrum für Entwicklungsforschung und Strafjustiz eröffnet. Die Feier findet im Beisein von Erzbischof Desmond Tutu, dem Friedensnobelpreisträger von 1984, und DAAD-Generalsekretär Dr. Christian Bode statt.

Auch im Irak setzt der DAAD sein Engagement fort. Anlässlich der Irakreise von Bundesaußenminister Frank Walter Steinmeier unterzeichnen DAAD-Generalsekretär Dr. Christian Bode und der irakische Bildungsminister Dr. Abid Thyab Al-Ajeeli im Februar ein Abkommen zur Einrichtung einer „Strategischen Akademischen Partnerschaft“. Die Ausschreibung richtet sich an deutsche Hochschulen, die bereits akademische Kontakte zu irakischen Partnern unterhalten  und an einer Ausweitung der wissenschaftlichen Kooperation interessiert sind.

Im Oktober gratuliert der DAAD der Schriftstellerin Herta Müller zur Verleihung des diesjährigen Literaturnobelpreises. Die in Rumänien geborene deutsche Autorin wurde mehrfach als Gastdozentin vom DAAD gefördert. 1993 verbrachte sie als „Writer-in-Residence“ einen Aufenthalt an der britischen Universität Warwick, 1995 unterrichtete sie als Poetik-Gastprofessorin an der Universität in Lissabon. Herta Müller nimmt den Preis im Dezember in Stockholm entgegen.

2008

Noch unbeeinflusst von der globalen Finanzkrise, die den Ausklang des Jahres beherrschen wird, entwickeln sich Förderbilanz und Haushalt des DAAD positiv: Zusammen mit den vom DAAD indirekt geförderten ERASMUS-Studierenden erhöht sich die Gesamtzahl der Geförderten auf etwa 87.500. Bei Einbeziehung der ausländischen ERASMUS-Studenten steigt die Zahl auf über 100.000 Personen. Der Haushalt erreicht ein Rekordniveau von 303,9 Mio. EUR.

Zu Beginn des Jahres formuliert der neue Präsident des DAAD, Professor Dr. Stefan Hormuth, eine Reihe ehrgeiziger Vorgaben, um die Internationalisierung des Bildungsstandortes Deutschland weiter voranzubringen. Bis 2012 soll jeder zweite Studierende während seines Studiums eine „substanzielle Auslandserfahrung“ machen. Die Zahl der deutschen Studierenden im Ausland soll um 25.000 auf dann über 100.000 gesteigert werden, die der ausländischen Studierenden in Deutschland soll im gleichen Zeitraum auf 300.000 erhöht werden, damit Deutschland seinen Status als drittgrößtes Gastland für ausländische Akademiker nach den USA und Großbritannien behaupten kann.

Am 24. Juni verabschiedet die Mitgliederversammlung die aktualisierte Fassung des DAAD-Aktionsprogramms von 1996, die sich unter dem Motto „Qualität durch Internationalität“ an diesen Zielen orientiert. Ein neuer regionaler Schwerpunkt wird mit dem Programm „A New Passage to India“ gesetzt. Das Programm soll dazu beitragen, die Austauschbeziehungen zwischen Deutschland und Indien zu intensivieren und das starke Ungleichgewicht zu verringern, das den akademischen Austausch zwischen beiden Ländern kennzeichnet

2007

Mit 280,6 Mio. EUR weist der Haushalt eine beträchtliche Steigerung auf und erhöht sich um 44,3 Mio. EUR. Davon entfallen allein 9 Mio. EUR auf Zuwendungen der EU-Kommission, die ein Volumen von 43,6 Mio. EUR erreichen und vor allem dem neuen Programm „Lebenslanges Lernen“ zugute kommen, in dem die bisherigen Programme COMENIUS, ERASMUS, LEONARDO und Grundtvig zusammenfasst werden.

Am 26. Juni findet auf der Mitgliederversammlung die Neuwahl des Präsidenten und des Vizepräsidenten sowie des Vorstandes statt. Professor Dr. Stefan Hormuth, seit 1997 Präsident der Justus-Liebig-Universität Gießen, wird zum Nachfolger von Professor Dr. Theodor Berchem im Amt des DAAD-Präsidenten gewählt. Professor Dr. Max G. Huber wird als Vizepräsident bestätigt. Professor Dr. Theodor Berchem wird am 11. Dezember nach zwanzigjähriger Amtszeit feierlich verabschiedet.

DAAD-Generalsekretär Dr. Christian Bode nimmt am 29. Mai in Minneapolis den Cassandra Pyle Award der Association of International Educators entgegenen und wird damit für seine Verdienste um den internationalen akademischen Austausch geehrt. In seiner Dankesrede erinnert Generalsekretär Dr. Bode an die Schlüsselrolle der USA bei der Gründung des DAAD und betont, dass die globalen Herausforderungen der Zukunft nur von Führungskräften bewältigt werden können, die bereits während ihrer akademischen Ausbildung eine internationale und interkulturelle Perspektive gewonnen haben.

2006

Der Haushalt wird auf 236,3 Mio. EUR erhöht. 10,5 Mio. Euro stammen aus Mitteln, die die Bundesregierung im Rahmen ihrer “High-Tech-Offensive” bereitstellt. Sie sollen eingesetzt werden, um die internationale Rekrutierung hochqualifizierter Nachwuchswissenschaftler zu verbessern.

Das Jahr steht ganz im Zeichen der Fußball-WM, die in Deutschland stattfindet. Der DAAD nimmt das große Geschehen vorweg und organisiert den „Akademischen Fußball-Cup“, der parallel zu einem Stipendiatentreffen vom 27. bis zum 30. April in Köln stattfindet. 16 Mannschaften, die aus internationalen Studierenden gebildet werden, kämpfen um den Titel des „studentischen Weltmeisters“.

Eine neue Dimension gewinnt die Werbung für das Auslandsstudium mit der Kampagne „go out! studieren weltweit“, die am 19. September in Anwesenheit von Bundesbildungsministerin Dr. Annette Schavan, DAAD-Präsident Professor Dr. Theodor Berchem und DAAD-Generalsekretär Dr. Christian Bode an der Humboldt-Universität in Berlin eröffnet wird. Das Kampagnenteam besucht mit dem go-out-Infomobil Hochschulen im gesamten Bundesgebiet, um Interesse für das Auslandsstudium zu wecken.

Die zahlreichen Fortbildungsveranstaltungen des DAAD werden zum 1. August in der Internationalen DAAD-Akademie (IDA) organisatorisch zusammengefasst.

2005

Der DAAD verstärkt seine Präsenz in Nordamerika und China.

Im April eröffnet Generalsekretär Dr. Christian Bode gemeinsam mit DAAD-Vorstandsmitglied Professor Barbara Ischinger in der Außenstelle New York die Verbindungsbüros von sieben Hochschulkonsortien, in denen sich 35 deutsche Universitäten und Fachhochschulen zusammengeschlossen haben.

Mit der Einrichtung eines Zentrums für Deutschlandstudien an der Universität Peking soll das deutschlandkundliche Wissen in China gefördert werden. Das neue Zentrum besteht aus 20 chinesischen Hochschullehrern, die größtenteils in Deutschland promoviert oder geforscht haben.

Nach dem Tsunami im Dezember 2004 berührt eine weitere Naturkatastrophe die Arbeit des DAAD: Im August zieht Hurrikan KATRINA über die südöstlichen Küstenregionen der USA und richtet dramatische Schäden an. Besonders schwer betroffen ist New Orleans. Der DAAD vergibt zehn Sonderstipendien für Forschungsaufenthalte in Deutschland an Hochschulangehörige, deren Institutionen besonders in Mitleidenschaft gezogen wurden. Außerdem stellt er 100.000 Euro für deutsche Hochschulen zur Verfügung, die Partnerschaften zu betroffenen US-Hochschulen unterhalten

2004

Am 19. Januar erhält Generalsekretär Dr. Christian Bode in der Villa Spiritus in Bonn aus der Hand des britischen Botschafters Sir Peter Torry den Orden „Order of the British Empire“ in Anerkennung für seine Verdienste um die deutsch-britischen Wissenschaftsbeziehungen.

Eine eindrucksvolle Bestätigung erfährt die Arbeit des DAAD mit der diesjährigen Verleihung des Friedensnobelpreises: Am 10. Dezember wird die stellvertretende kenianische Umweltministerin und DAAD-Alumna Wangari Maathai als erste Afrikanerin mit dem Preis ausgezeichnet.

Am zweiten Weihnachtstag verwüstet ein Tsunami weite Teile der Küstenregionen in Süd - und Südostasien. Der DAAD stellt aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und des Stifterverbandes für die deutsche Wissenschaft 400.000 Euro zusätzlich zur Verfügung. Damit wird ca. 400 mittellos gewordenen Flutopfern die Fortsetzung ihres Studiums ermöglicht.

2003

Die Außenstelle Tokio feiert am 1. Juni ihr 25-jähriges Bestehen in einer Festveranstaltung mit über 300 Teilnehmern im Saal des Deutschen Kulturzentrums. DAAD-Präsident Professor Dr. Theodor Berchem verleiht dem japanischen Goetheforscher Professor Dr. Naoji Kimura den Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes.

In Hanoi eröffnet DAAD-Generalsekretär Dr. Christian Bode am 15. Oktober eine neue Außenstelle. Leiterin ist Frau Dr. Christa Klaus.

Zwei Jahre nach der Grundsteinlegung nimmt im Oktober die „German University Cairo“ (GUC) ihren Lehrbetrieb auf.

Das Hauptgebäude des DAAD präsentiert sich in neuem Gewand: Am 25. September feiern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Fertigstellung der neuen DAAD-Fassade.

2002

Der DAAD reagiert auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 mit zahlreichen Maßnahmen, die den Dialog mit der islamischen Welt intensivieren sollen. Im Mittelpunkt steht das vom Auswärtigen Amt verabschiedete Sonderprogramm „Stabilitätspakt Afghanistan“. Der DAAD erhält im Rahmen dieses Programms den Auftrag, den akademischen Wiederaufbau in Afghanistan zu koordinieren.

Im Juni eröffnen DAAD-Präsident Professor Dr. Theodor Berchem und Bundesministerin Edelgard Bulmahn in Berlin die Initiative „Go East Studium, Forschung, Praktikum in Osteuropa und in den Ländern der GUS“. Verbesserte Informationsangebote und eine neue Programmausschreibung sollen das Interesse deutscher Studierender und Graduierter an Osteuropa erhöhen.

2001

DAAD und HRK gründen zum 1. Januar unter der Bezeichnung „GATE-GERMANY“ ein Konsortium für internationales Hochschulmarketing. Das Konsortium unterstützt und koordiniert die internationalen Marketingaktivitäten seiner Mitgliedshochschulen. Seine Geschäftsstelle wird mit dem Sekretariat der Konzertierten Aktion „Hi!Potentials“ in der neuen Arbeitsstelle „Internationales Marketing für Bildung und Forschung“ im DAAD eingerichtet. Leiter der Arbeitsstelle ist Dr. Rolf Hoffmann. DAAD-Vizepräsident Professor Dr. Max G. Huber, seit 1998 Beauftragter der Bundesregierung für das Internationale Hochschulmarketing, ist Sprecher des Konsortiums.

Ende August wird im Beisein von Generalsekretär Dr. Christian Bode und des deutschen Botschafters die neue DAAD-Außenstelle in Mexiko City eröffnet. Erste Leiterin der Außenstelle ist Frau Dr. Anette Pieper.

Am 21. Oktober wird in Kairo in Anwesenheit von Generalsekretär Dr. Christian Bode der Grundstein der „German University Cairo“ gelegt.

2000

Der DAAD feiert sein 75. Jubiläum.

Am 02. Juni präsentiert Generalsekretär Dr. Christian Bode auf der DAAD-Jahrespressekonferenz in Berlin die dreibändige Festschrift „Spuren in die Zukunft“. Es folgt ein offizieller Festakt im Haus der Kulturen der Welt, an dem neben Bundespräsident Johannes Rau und Bundesaußenminister Fischer auch Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn, Berlins Bürgermeister Eberhard Diepgen und Christoph Zöpel, Staatsminister im Auswärtigen Amt, teilnehmen.

Die Ausweitung des Hochschulmarketings bleibt ein Schwerpunkt der DAAD-Arbeit. Im Juni verabschiedet die Mitgliederversammlung das „Zweite Aktionsprogramm“ zur Förderung der Attraktivität und der Internationalisierung des Hochschulstandortes Deutschland. Am 30. Oktober beschließt die Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung die Konzertierte Aktion „Internationales Marketing für den Bildungsstandort Deutschland“. Mit Unterstützung aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft soll eine weltweite Dachkampagne mit dem Titel „Qualified in Germany“ organisiert werden.

Die akademische Kooperation zwischen Deutschland und Frankreich wird durch eine neue Veranstaltungskomponente ergänzt: Vom 9. bis zum 10. November finden in der Berliner Humboldt-Universität die ersten Deutsch-Französischen Hochschultage statt. Das erfolgreiche Veranstaltungsformat wird in den kommenden Jahren auf eine Reihe weiterer Partnerländer übertragen: Binationale Hochschultage finden mit Italien, Polen, Ungarn, Bulgarien und den Niederlanden statt.

1999

Am 31. Januar verstirbt Dr. Karl Roeloffs, der den DAAD von 1979 bis 1990 als Generalsekretär leitete, im Alter von 72 Jahren.

Die Zahl der Geförderten steigt erstmals auf über 60.000 Personen, davon 25.817 Ausländer und 34.237 Deutsche, und erreicht damit einen neuen Höchststand.

Am 19. Juni unterzeichnen die 30 Staats-und Regierungschefs der Europäischen Union die sogenannte Bologna-Erklärung zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraumes, der bis 2010 verwirklicht werden soll. Die Förderung der studentischen Mobilität und die Einrichtung kompatibler Studiengänge – und Abschlüsse sind die wichtigsten Komponenten des „Bologna-Prozesses“.

Im September veranstaltet der DAAD in Bonn eine Tagung zum Internationalen Hochschulmarketing mit über 200 Teilnehmern aus Hochschulen, Ministerien, Wissenschaft und Wirtschaft. DAAD-Vizepräsident Professor Dr. Max G. Huber formuliert in seinem Memorandum „Qualified in Germany – eine Initiative für das 21. Jahrhundert“ Leitlinien für die Ausrichtung der internationalen Marketingaktivitäten der deutschen Hochschulen.

Der DAAD beteiligt sich mit dem vom Auswärtigen Amt finanzierten Programm „Akademischer Neuaufbau Südosteuropa“ am Stabilitätspakt Balkan, den die internationale Staatengemeinschaft im gleichen Jahr beschlossen hat.

1998

Mit der Novellierung des Hochschulrahmengesetzes wird die Einführung von Bachelor-und Master-Studiengängen an Universitäten und Fachhochschulen ermöglicht. Gemeinsam mit der HRK und dem Stifterverband organisiert der DAAD in Bonn vier internationale Konferenzen zu diesem Thema. Im Mittelpunkt steht die Schaffung von internationalen Qualitätsstandards, um die Anerkennung der neuen Abschlüsse im Ausland zu gewährleisten. Die neuen Studiengänge sind wesentlicher Bestandteil eines einheitlichen europäischen Hochschulraumes, dessen Schaffung im kommenden Jahr mit der Bologna-Erklärung der EU-Staats-und Regierungschefs eingeleitet wird.

Am 9. Juni wird mit einer Feier in der Großen Aula der Warschauer Handelshochschule die Außenstelle Warschau offiziell eröffnet.

DAAD-Vizepräsident Professor Dr. Max G. Huber wird zum Beauftragten der Bundesregierung für das internationale Hochschulmarketing ernannt.

1997

Der DAAD richtet zwei neue Programme ein, um das internationale Studienangebot an deutschen Hochschulen zu verbessern.

Im Programm Auslandsorientierte Studiengänge werden Studiengänge gefördert, die englischsprachige Lehrveranstaltungen enthalten und Auslandsaufenthalte in den regulären Studienverlauf integrieren. Das Angebot richtet sich an ausländische und deutsche Studierende.

Das Master-Plus-Programm soll Ausländern, die in ihrer Heimat bereits einen ersten Hochschulabschluss erworben haben, die Möglichkeit bieten, in Deutschland einen Magister –oder Masterstudiengang anzuschließen.

Außerdem intensiviert der DAAD sein entwicklungspolitisches Engagement. Aus Zuwendungen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit wird das neue Programm für Partnerschaften mit Hochschulen in Entwicklungsländern („Südpartnerschaften“) ausgeschrieben. Die Ausschreibung stößt auf große Resonanz: Von über einhundertsiebzig Anträgen können nur 39 bewilligt werden.

Die Zahl der geförderten Deutschen, die einen Auslandsaufenthalt mit entwicklungspolitischem Bezug absolvieren, steigt auf 3.460 Personen.

1996

Der DAAD beteiligt sich intensiv an der Diskussion um den Bildungsstandort Deutschland und verabschiedet das „Aktionsprogramm zur Förderung des Studiums von Ausländern an deutschen Hochschulen“. Dessen Empfehlungen konzentrieren sich darauf, die deutschen Hochschulen für internationale Nachwuchskräfte attraktiver zu machen.

Mit einer Festveranstaltung an der Humboldt Universität endet am 16. Dezember ein ‚DAAD-spezifisches’ Kapitel der Wiedervereinigung: Die Arbeitsstelle Berlin-Mitte wird aufgelöst. 477 von 488 Stipendiaten der früheren DDR beenden 1996 ihr Studium mit einem Hochschulabschluss, 27 davon mit einem Doktorgrad. Die Erfolgsquote der DDR-Stipendiaten nach der Wiedervereinigung liegt insgesamt bei über 90%.

Ein regionaler Schwerpunkt des Jahres liegt in Bosnien-Herzegowina. Nach dem Friedensabkommen von Dayton unterstützt der DAAD den Normalisierungsprozess durch eine erhebliche Ausweitung seiner Austauschprogramme.

1995

Am 20. Juni bestätigt die Mitgliederversammlung Professor Dr. Theodor Berchem im Amt des DAAD-Präsidenten und wählt Professor Dr. Max G. Huber, Rektor der Universität Bonn, zum Nachfolger für Professor Dr. Jürgen Salzwedel, der nach fünfzehnjähriger Amtszeit nicht wieder als Vizepräsident kandidiert.

23.109 Ausländer und 30.885 Deutsche werden gefördert; der Haushalt steigt wieder leicht auf 366,3 Mio DM. Die Austauschbilanz weist erstmals stagnierende Zahlen bei den EU-Mobilitätsprogrammen aus. Trotzdem nehmen die ERASMUS/LINGUA-Programme in der Förderstatistik mit 12.852 Deutschen und 10.100 Ausländern nach wie vor einen herausragenden Platz ein.

Am 7. Dezember wird der neue DAAD-Erweiterungsbau, die „Spange“, eingeweiht. Sie verbindet das Wissenschaftszentrum mit dem Hauptgebäude. Damit sind alle Mitarbeiter des DAAD wieder unter einem Dach zusammengefasst.

1994

Unter Einschluss der früheren DDR-Programme fördert der DAAD über 12.600 Stipendiaten in Mittel-und Osteuropa, davon 8.641 Ausländer und 3.371 Deutsche. Der politische Wandel hat damit zu einer Vervierfachung des Austauschs mit dieser Region im Vergleich zum Stand von 1984 geführt.

Am 24. Oktober nimmt die DAAD-Außenstelle in Peking ihre Arbeit auf. Erster Leiter der neuen DAAD-Vertretung ist Dr. Hansgünther Schmidt. Mit der neuen Außenstelle „expandiert“ der DAAD nach Asien und setzt ein Zeichen für dessen wachsende ökonomische und politische Bedeutung.

Im März verstirbt Dr. Hubertus Scheibe, 1955 bis 1979 Generalsekretär des DAAD, im Alter von fast 80 Jahren.

1993

Im Januar nimmt die Außenstelle Moskau ihre Arbeit auf. Sie wird von Dr. Gregor Berghorn geleitet. Ihre Zuständigkeit erstreckt sich auf die Nachfolgestaaten der Sowjetunion und damit auf ein Gebiet mit über 900 Hochschuleinrichtungen und 11 Zeitzonen.

Am 29. Juni schließen sich in Brüssel die wichtigsten europäischen Austauschorganisationen zur Academic Cooperation Association (ACA) zusammen. Gründungsmitglied auf deutscher Seite ist der DAAD. Generalsekretär Dr. Christian Bode wird zu einem der Vizepräsidenten der ACA gewählt und übt dieses Amt bis Ende 2001 und erneut ab 2006 aus.

Die ‚Abwicklung’ der DDR-Programme verläuft sehr erfolgreich. Von ca. 11.000 Geförderten, die 1990/91 übernommen wurden, werden noch etwa 3.200 Personen betreut. 759 von 863 ausscheidenden Stipendiaten erreichen im Berichtsjahr den angestrebten Abschluss.

Aus Sondermitteln des Auswärtigen Amtes in Höhe von 13 Mio. DM wird das MOE-Sonderprogramm „Deutsche Sprache in Mittel-und Osteuropäischen Staaten“ aufgelegt. Im Rahmen des Sonderprogramms werden an 23 Fachbereichen deutschsprachige Fachstudiengänge eingerichtet.

1992

Am 11.06. beschließt der Bundestag, den Sitz der Regierung nach Berlin zu verlegen. Der DAAD-Vorstand entscheidet sich für den Verbleib der Geschäftsstelle in Bonn.

Der Integrationsprozess der ehemaligen DDR-Hochschulen ist formal abgeschlossen. Alle ostdeutschen Hochschulen sind Mitglieder des DAAD und alle DAAD-Programme für ostdeutschen Hochschulen geöffnet.

Zahlreiche ausländerfeindliche Vorfälle belasten das politische Klima in der Bundesrepublik. In einer Anzeigenkampagne und in einem gemeinsamen Aufruf der deutschen Wissenschaftsorganisationen appelliert der DAAD für Weltoffenheit und Toleranz.

1991

Die Integration der ostdeutschen Hochschulen in die Strukturen des DAAD beginnt.

28 Hochschulen und 14 Studentenschaften aus den neuen Bundesländern werden bis Jahresende in den DAAD aufgenommen, darunter die Humboldt Universität Berlin, die Technische Universität Dresden und die Ernst-Moritz-Arndt Universität Greifswald.

Für die Hochschulen der früheren DDR werden zahlreiche Sonderprogramme aufgelegt. Spezielle Sprachkursangebote tragen dazu bei, das Qualifikationsniveau ostdeutscher Studierender im fremdsprachlichen Bereich westlichen Standards anzugleichen. Das Programm „Westpartnerschaften“ ermöglicht den ostdeutschen Hochschulen die Fortführung ihrer Kontakte zu Hochschulen in westlichen Ländern.

Die deutsche Einheit führt zu einem erheblichen Budgetzuwachs.

Das Auswärtige Amt erhöht seine Zuwendungen von 164,4 auf 226,0 Mio. DM, das Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft von 48,0 auf 61,6 Mio. DM.

Mit der Auflösung der Sowjetunion Ende 1991 erreicht der politische Wandel in Osteuropa einen Höhepunkt, der auch die Austauschbeziehungen mit der betroffenen Region erheblich beeinflusst.

1990

Der DAAD erlebt einen Wechsel im Amt des Generalsekretärs und wird Mitgestalter der deutschen Wiedervereinigung.

Am 1. August tritt Dr. Christian Bode, bisheriger Generalsekretär der Westdeutschen Rektorenkonferenz, die Nachfolge von Dr. Karl Roeloffs an, der am 31. Juli in den Ruhestand getreten war.

Der DAAD bietet die Öffnung seiner Programme für die Hochschulen der DDR und die Erweiterung der Auswahlkommissionen durch ostdeutsche Professoren an. Im Oktober besuchen zwanzig Mitarbeiter der Geschäftsstelle die wichtigsten ostdeutschen Hochschulen, um die Erweiterung der Auswahlkommissionen vorzubereiten.

Die Austauschprogramme der DDR werden fortgeführt.

Damit übernimmt der DAAD ca. 8.000 ausländische Stipendiaten in Ostdeutschland und ca. 1.600 deutsche Stipendiaten der früheren DDR, die hauptsächlich in osteuropäischen Ländern studieren. Die Betreuung dieser Programme ist Aufgabe der „Arbeitsstelle Berlin-Mitte“, die am 4. Oktober von Präsident Professor Dr. Berchem und Generalsekretär Dr. Bode eröffnet wird.

1989

Das Jahr wird von dramatischen politischen Entwicklungen beherrscht:

Der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung in China folgen die weitgehend friedlichen Umbrüche in Polen, Ungarn und der DDR, die im folgenden Jahr zur Wiederherstellung der deutschen Einheit führen.

Schon vor dem Mauerfall werden die „Arbeitspläne“ des innerdeutschen Kulturabkommens obsolet. 556 westdeutsche Hochschulangehörige nehmen außerhalb der vereinbarten Quoten an Kontakten mit der DDR teil; dies entspricht etwa einer Verfünffachung des ursprünglich geplanten Volumens. 491 von ihnen besuchen die DDR im Rahmen von studentischen Gruppenreisen. Die DDR entsendet 269 Hochschulangehörige zu Kurzaufenthalten und 64 Personen zu Studienaufenthalten von bis zu sechs Monaten.

Nach dem Fall der Mauer betont DAAD-Präsident Berchem die politische Bedeutung der Hochschulkooperation mit der DDR. Sie müsse der Stärkung der Reformbewegung dienen.

Auf die Vorgänge in der Volksrepublik China reagiert die Mitgliederversammlung im Juni mit einem Appell an die chinesische Führung, auf weitere Repressalien zu verzichten.

1988

Im Januar tritt Professor Dr. Theodor Berchem, bisheriger Präsident der Westdeutschen Rektorenkonferenz, sein Amt als neuer DAAD-Präsident an.

Damit der DAAD die Austauschbeziehungen mit der DDR übernehmen kann, muss seine Satzung geändert und das Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen ins Kuratorium aufgenommen werden. Am 28. Juni stimmt die Mitgliederversammlung der Satzungsänderung zu. Der DAAD ist nun für die „Pflege der akademischen Beziehungen zum Ausland und zur Deutschen Demokratischen Republik“ verantwortlich.

Mit Wirkung zum 1. Januar werden die DAAD-Vertretungen in Rio de Janeiro, Nairobi, Tokio und San José, die bisher den Staus von „Programm-Beauftragten-Büros“ besaßen, in reguläre Außenstellen umgewandelt.

1987

Der DAAD wird Nationale Agentur für das ERASMUS-Programm der EU. Er verwaltet die Gelder, die für den Aktionsbereich 2 – „Förderung der studentischen Mobilität“- vorgesehen sind. Im ersten Jahr schätzt der DAAD die Teilnehmerzahl auf 1000 Personen und schließt 102 Zuwendungsverträge mit den ERASMUS-Beauftragten der Hochschulen ab.

Auf der Grundlage des Kulturabkommens von 1986 vereinbaren die Bundesrepublik und die DDR im November Austauschquoten für 1988 und 1989.

Der DAAD erweitert sein Programmangebot durch die „Aufbaustudiengänge mit entwicklungsländerbezogener Thematik“.

1986

Am 6. Mai schließen die Regierungen der Bundesrepublik und der DDR ein Abkommen über die kulturelle Zusammenarbeit und vereinbaren den Austausch von Wissenschaftlern und Studierenden. Damit wird erstmals eine vertragliche Vereinbarung zum akademischen Austausch zwischen den beiden deutschen Staaten geschlossen.

Die UdSSR erklärt sich bereit, (west)deutsche Lektoren an sowjetischen Hochschulen zuzulassen. Der erste DAAD-Lektor, der im Studienjahr 1986/87 in die UdSSR entsandt wird, ist Dr. Peter Hiller, der spätere Leiter der Außenstelle Moskau.

1985

Am 8. Januar wird das DAAD-Büro in San Josè, Costa Rica, eröffnet. Es hat die Aufgabe, das Sonderprogramm zur Förderung von Hochschulen in Zentralamerika zu koordinieren. Das Programm soll den wissenschaftlichen Austausch zentralamerikanischer Universitäten untereinander fördern und das Fachkräftepotential dieser Hochschulen durch eine verbesserte Fortbildung jüngerer Forscher stärken.

Die Außenstellen in New Delhi und Kairo feiern ihr 25-jähriges Bestehen.

1984

Die angespannte Situation auf dem deutschen Arbeitsmarkt erschwert die Vermittlung neuer Lektoren. Immer mehr Lektoren kehren nicht nach Deutschland zurück, sondern setzen ihre Tätigkeit an der örtlichen Hochschulen auch nach dem Auslaufen der DAAD-Förderung fort, um der Arbeitslosigkeit zu entgehen.

Das neue Förderprogramm mit der Bezeichnung „Sprache und Praxis in Japan“ soll das Land für deutsche Studierende attraktiver zu machen. Die Stipendien kombinieren eine intensive Sprachausbildung mit einem einjährigen Praktikum in einem japanischen Unternehmen.

1983

Der DAAD setzt sich erfolgreich für eine Lockerung ausländerrechtlicher Bestimmungen ein, die den akademischen Austausch behindern.

In Verhandlungen mit dem Auswärtigen Amt, der Landsinnenministerkonferenz und der KMK erreicht der DAAD, dass für ausländische Studienbewerber eine befristete Ausnahmeregelung eingeführt wird, die den Bewerbern die Einreise auch ohne vorherigen Zulassungsbescheid der Hochschule gestattet.

1982

Der Aufwärtstrend bei den Integrierten Auslandsaufenthalten hält an; die Gefördertenzahl steigt von 490 auf 553. Regionale Schwerpunkte des Programms bleiben die USA mit 177 und Frankreich mit 128 Teilnehmern.

Eine wesentliche Verbesserung erzielt der DAAD beim Praktikantenaustausch mit den USA. Aufenthalts-und Arbeitsgenehmigungen für deutsche Praktikanten werden künftig vom International Education Exchange (CIEE) beschafft. Damit entfällt eine der größten bürokratischen Hürden für die Praktikantenvermittlung in die USA .

1981

Die Tradition einer organisierten Alumnikultur wird wiederbelebt.

Am 24. November schließen sich Freunde und ehemalige Stipendiaten zur „Vereinigung Ehemaliger und Freunde des Deutschen Akademischen Austauschdienstes e.V.“ zusammen. Damit gibt es erstmals seit 1927 wieder einen Alumniverein.

Die Außenstelle New York feiert ihr zehnjähriges Bestehen. An der Feier nimmt neben zahlreichen ehemaligen Stipendiaten und Vertretern amerikanischer Hochschulen auch die Staatsministerin im Auswärtigen Amt, Frau Hildegard Hamm-Brücher, teil.

Die Erweiterung des Dienstgebäudes in der Kennedyallee 50, das um ein Stockwerk erhöht wurde, wird abgeschlossen.

1980

Der Bundestag verabschiedet am 18. Juni einen Beschluss zum Auslandsstudium.

Der DAAD wird explizit genannt und soll „über seine Aufgaben bei der Vergabe von Stipendien hinaus zu einer umfassenden Beratungsstelle für alle interessierten Studenten und Wissenschaftler werden“. Besondere Unterstützung verdiene das Programm der Integrierten Studiengänge.

Der DAAD fördert 4.114 Ausländer und 7.699 Deutsche. Die Gesamtzahl der Geförderten liegt bei 21.813. 2.954 Ausländer und 942 Deutsche erhalten ein Jahresstipendium. Bei den ausländischen Jahresstipendiaten bedeutet dies eine Steigerung um 422 Fördermaßnahmen.

Der Vorstand beschließt, dass staatlich anerkannte private Fachhochschulen in die Förderprogramme des DAAD einbezogen werden können.

Die ersten vier Nummern der Nachkontaktzeitschrift „Letter“ erscheinen.

1979

Die Mitgliederversammlung wählt am 11. Juni Professor Dr. Hansgerd Schulte erneut zum Präsidenten. Vizepräsident wird Professor Dr. Jürgen Salzwedel von der Universität Bonn. Dr. Hubertus Scheibe, seit 1955 als Generalsekretär des DAAD, tritt in den Ruhestand und wird von Dr. Karl Roeloffs abgelöst, der vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft zum DAAD wechselt. Hubertus Scheibe wird bei seiner Verabschiedung von Staatsministerin Hildegard Hamm-Brücher mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

1978

Nach den Einschnitten des Vorjahres kann der DAAD seine Programmaktivitäten dank einer Erhöhung des Haushaltsansatzes auf 10,4 Mio. DM beträchtlich ausweiten. Die zusätzlichen Mittel kommen vor allem den Studienaufenthalten jüngerer ausländischer Wissenschaftler und der Vermittlung deutscher Wissenschaftler an ausländische Hochschulen zugute. Die Gesamtzahl der geförderten Ausländer steigt auf 5.586, davon erhalten 2.353 Personen ein Jahresstipendium.

Eine wichtige Programminitiative entwickelt der DAAD mit der Konzeption der „Integrierten Auslandsstudien“. Der Auslandsaufenthalt wird in den regulären Studienverlauf integriert, so dass die Regelstudienzeit kein Hindernis mehr für die akademische Mobilität bedeutet.

Am 1. Juni wird die Außenstelle Tokyo eröffnet.

Erstmals bereist eine DAAD-Delegation unter Leitung von Präsident Hansgerd Schulte die Volksrepublik China, nachdem deren Führung auf dem nationalen Wissenschaftskongress beschlossen hatte, das Land für den akademischen Austausch zu öffnen.

1977

Kürzungen im Kulturfond des Auswärtigen Amtes führen zur Streichung aller Ferien –und Sprachkursstipendien. Diese Maßnahme löst große Enttäuschung in den betroffenen Ländern aus.

Die Außenstelle London feiert ihr 25jähriges Jubiläum.

Am 4. März findet in der Queen Elisabeth Hall in London eine Festveranstaltung statt, an der neben DAAD-Präsident Hansgerd Schulte und Botschafter von Hase auch Sir Robert Birley teilnimmt, der bereits kurz nach dem Krieg wesentlich dazu beigetragen hatte, die akademischen Kontakte zwischen Deutschland und Großbritannien wiederzubeleben.

1976

Zum 1. April tritt die neue Organisationsstruktur des DAAD in Kraft.

Im Programmbereich I werden überregionale Aufgaben zusammengeführt (z.B. Betreuung, Information, IAESTE), während Programmbereich II nach Regionen gegliedert die ‚klassischen’ Felder Stipendien, Studienaufenthalte, Hochschullehreraustausch, Bildungshilfeprojekte und Sonderprogramme umfasst.

Mit der Einbeziehung der Fachhochschulen in das IAESTE-Programm beginnt deren Integration in die Fördermaßnahmen des DAAD.

Im Oktober wird die Ständige Arbeitsgruppe Deutsch als Fremdsprache (STADAF) gebildet. Ihr gehören neben dem DAAD Vertreter des Auswärtigen Amtes, des Goethe Instituts und der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen an. Die Arbeitsgruppe soll die Aktivitäten der Mittlerorganisationen im germanistischen Bereich koordinieren.

1975

Am 8. Oktober findet in der Aula der Universität Bonn die Feier zum 50. Jahrestag der DAAD-Gründung statt. Die Festreden werden von Bundespräsident Walter Scheel, DAAD-Präsident Professor Dr. Hansgerd Schulte und Professor Dr. Alfred Grosser gehalten.

Im Juni werden DAAD-Präsident Professor Dr. Hansgerd Schulte und Vizepräsident Wapnewski auf der ordentlichen Mitgliederversammlung in ihren Ämtern bestätigt

Der DAAD entsendet einen Lektor „zbV“ nach Tokio, der dort die Aufgaben eines Koordinators wahrnehmen soll, und trifft die ersten Vorbereitungen für die Gründung einer Außenstelle in Japan.

1974

Die 1968 begonnene Integration der Pädagogischen Hochschulen kommt zum Abschluss. Am 23. Oktober stimmt die Mitgliederversammlung einer Satzungsänderung zu, mit der die Pädagogischen und Erziehungswissenschaftlichen Hochschulen der Länder Berlin, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein als ordentliche Mitglieder in den DAAD aufgenommen werden. Die Pädagogischen Hochschulen Baden-Württembergs werden von den Hochschulen Freiburg, Heidelberg, Ludwigsburg und Weingarten vertreten.

1973

Aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit wird eine Koordinierungsstelle in Nairobi eingerichtet. Sie hat vor allem die Aufgabe, die Sur-Place-Stipendien des DAAD zu verwalten.

Im April beginnen die Arbeiten zum Bau des Wissenschaftszentrums an der Ahrstraße.

1972

Haushaltstechnisch wird das Jahr für den DAAD eine schwierige Zeit, da die Finanzverwaltung fast ganzjährig unter dem Vorbehalt der „Vorläufigen Haushaltsführung“ arbeiten muss. Daher können nur Ausgaben getätigt werden, die rechtsverbindlich oder „zur Aufrechterhaltung der Verwaltung“ unverzichtbar sind. Die angespannte Haushaltslage führt u.a. dazu, dass die Planungen für die Einrichtung von Außenstellen in Brasilien und Japan zurückgestellt werden.

1971

Professor Dr. Hansgerd Schulte, bisheriger Leiter der Außenstelle Paris, wird auf der Mitgliederversammlung am 5. Juli zum neuen Präsidenten gewählt. Sein Stellvertreter wird der renommierte Altgermanist Professor Peter Wapnewski.

Am 1. April 1971 eröffnet der DAAD die Außenstelle New York. Ihr erster Leiter wird Roland Mohrmann.

Im Oktober wird in Rio de Janeiro eine DAAD-Koordinierungsstelle eingerichtet, die von dem damaligen DAAD-Lektor Dr. Friedhelm Schwamborn geleitet wird.

1970

Zum Beginn des neuen Jahrzehnts erhalten 2180 ausländische und 471 deutsche Bewerber Jahresstipendien. 477 Deutsche werden im Rahmen von Kurzstipendien gefördert. Der Haushalt erreicht ein Volumen von 48.339.600 DM.

Zulassungsbeschränkungen der Universitäten und die Folgen des Numerus Clausus für das Ausländerstudium sind 1970 die zentralen hochschulpolitischen Themen für den DAAD.

1969

Mit der Anschaffung der EDV-Anlage „N.C.R. 500“ beginnt beim DAAD das Zeitalter der elektronischen Datenverarbeitung.

Der DAAD analysiert erstmals den Studienerfolg ausländischer Stipendiaten und reagiert damit auf Medienberichte, die den Nutzen des Ausländerstudiums kritisch beurteilen. Die Erfolgsquote, so das Fazit des DAAD, sei bei weitem nicht "so schlecht, wie es in der Vergangenheit  (...) behauptet wurde". Vor allem könne der Erfolg nicht nur an formalen Kriterien gemessen werden, da viele Stipendiaten keinen Abschluß planen würden, sondern nur an einem Vertiefungsstudium in Deutschland interessiert seien. 

1968

Auf der Kuratoriumssitzung im Juni erklären sich die Kultusminister der Länder grundsätzlich damit einverstanden, die Pädagogischen Hochschulen und die Theologischen Hochschulen „in den Aufgabenbereich des DAAD“ aufzunehmen.

Bis zur Umsetzung dieses Grundsatzbeschlusses vergehen aber noch mehrere Jahre.

1967

Die ordentliche Mitgliederversammlung wählt am 7. Juli 1967 einen neuen Vorstand, der im März des kommenden Jahres sein Amt antritt. Zum neuen Präsidenten des DAAD wird Professor Dr. Gerhard Kielwein gewählt. Vizepräsident wird Professor Dr. Franz Patat.

Die Zahl der Sur-Place-Stipendien für Afrika steigt erheblich von 33 auf 133. Dagegen gehen die Gruppenreisen von 192 auf 165 zurück, die Teilnehmerzahl sinkt von 5.066 auf 4.372. Wichtigste Ursache dafür sind die politischen Unruhen in Griechenland und der "Sechstagekrieg" im Nahen Osten.

1966

Erstmals steigt die Zahl der deutschen Stipendiaten signifikant. 418 Jahresstipendien und 617 Kurzstipendien werden vergeben, so dass sich die Gesamtzahl der Fördermaßnahmen für Deutsche auf 1035 erhöht. Dieser ‚Durchbuch’ ist auf erhöhte Mittelzuweisungen aus dem Bundesministerium des Inneren und auf die Unterstützung des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft zurückzuführen.

1965

Das Bundesministerium des Inneren erhöht den Stipendienhaushalt für Deutsche von 800.000 auf 1,2 Mio. DM. Außerdem stiftet das Deutsch-Französische Jugendwerk 100 Stipendien für deutsche Bewerber, die in Frankreich studieren wollen.

Die Informations-und Öffentlichkeitsarbeit wird aufgewertet.

Im November entsteht das neue Referat „Studium im Ausland“, das deutsche Studierende über die Möglichkeiten und Voraussetzungen eines Auslandsaufenthaltes informieren soll.

Seit 1965 besitzt der DAAD einen Betriebsrat.

Die Mitarbeiter entscheiden sich auf einer Betriebsversammlung für die Einrichtung dieses Gremiums und wählen fünf Mitglieder in den sogenannten „Vertrauensrat“.

1964

Mit der Einrichtung des Berliner Büros am Kurfürstendamm 14/15 kehrt der DAAD neunzehn Jahre nach seiner Auflösung wieder nach Berlin zurück.

Wichtigste Aufgabe des Berliner Büros ist die Betreuung des „Artists in Residence“-Programm, das der DAAD von der Ford Foundation übernimmt und als Berliner Künstlerprogramm weiterführt.

Außerdem organisiert das Berliner Büro Informationsseminare für ausreisende deutsche Stipendiaten.

1963

Am 16. Dezember eröffnet DAAD-Präsident Lehnartz in der rue de Verneuil im 7. Arrondissement im Beisein des deutschen Botschafters Klaiber die Außenstelle Paris. Unter den zahlreichen Gästen befindet sich auch der Dichter Paul Celan, der zu dieser Zeit als Lektor für die deutsche Sprache an der Sorbonne arbeitet.

Das Kuratorium stimmt dem Plan zu, afrikanischen Studenten Sur-Place-Stipendien anzubieten, also Fördermaßnahmen, die an den Heimatschulen der Bewerber durchgeführt werden.

1962

Der DAAD bezieht den Neubau in der Kennedyallee 50, damals noch Am Frankengraben. Damit endet eine lange Phase des Platzmangels und der räumlichen Improvisation.

Mit 211 Stipendiaten bleibt die Zahl der ausreisenden Deutschen immer noch weit hinter den 1761 ausländischen Stipendiaten zurück. Die Informationen über Studienmöglichkeiten im Ausland sollen gezielt verbessert werden.

1961

Dr. Klaus Wyneken, der seit Anfang der fünfziger Jahre den Praktikantenaustausch im Rahmen von IAESTE beim DAAD betreut, wird auf der IAESTE-Jahresversammlung in Rom zum Generalsekretär gewählt und übernimmt sein neues Amt im Januar 1962 in Stockholm.

Im Dezember wird erstmals der “Rundbrief” an die DAAD-Stipendiaten “in aller Welt” verschickt. Er enthält Informationen zur Arbeit des DAAD, Stipendiatenberichte und Nachrichten zur hochschulpolitischen Situation in Deutschland.

1960

Der DAAD feiert sein zehnjähriges Bestehen nach der Wiedergründung 1950. Die Feier findet in der Aula der Universität Bonn im Beisein von Bundespräsident Lübke und dem italienischen Botschafter, Dr. Pietro Quaroni statt.

1305 ausländische und 189 deutsche Bewerber erhalten 1960 ein Stipendium.

Die hohe Zahl an Bewerbungen veranlasst den DAAD, das Auswahlverfahren zu ändern und den bisherigen Zentralen Auswahlausschuss durch vier Auswahlausschüsse zu ersetzen.

Zum Ende des Jahres eröffnet der DAAD zwei neue Außenstellen in Kairo und New Delhi. Die Außenstelle New Delhi wird von Dr. Heßberger, die Außenstelle Kairo von Dr. Geisler geleitet. Da die regionale Zuständigkeit der Außenstelle Kairo angrenzenden Staaten einschließt, trägt sie die offizielle Bezeichnung „DAAD-Near and Middle East Office“.

1959

Auf der Mitgliederversammlung vom 28. Februar werden Professor Dr. Emil Lehnartz zum Präsidenten und Professor Dr. Ernst Bizer zum Vizepräsidenten gewählt.

1078 ausländische und 153 deutsche Bewerber erhalten ein Stipendium.

Die seit langem beklagte Diskrepanz zwischen der Förderung ausländischer und deutscher Hochschulangehöriger bleibt bestehen.

Am 30. Mai treffen die Bundesrepublik und die Sowjetunion ein Abkommen über den kulturellen und technisch-wirtschaftlichen Austausch. Der DAAD übernimmt den Studentenaustausch. Die ersten Stipendiaten aus der UdSSR treffen im kommenden Jahr ein.

1958

Am 18. April wird auf der 2. (außerordentlichen) Mitgliederversammlung die neue Satzung des DAAD angenommen.

Die wichtigste Neuerung besteht in der Einführung institutioneller Vereinsmitgliedschaften, während bisher nur Einzelpersonen dem DAAD angehören konnten. Nun gehören dem DAAD alle in der Westdeutschen Rektorenkonferenz zusammengeschlossenen Hochschulen an.

1957

Die Ford Foundation beauftragt den DAAD mit der Durchführung des von ihr gestifteten Ungarn-Programms. Mit dem Programm werden ungarische Hochschulangehörige unterstützt, die ihr Heimatland 1956 nach der Niederschlagung des Aufstandes und dem Einmarsch sowjetischer Truppen verlassen mussten.

Zu Weihnachten erscheint die erste Ausgabe der Zeitschrift „Souvenir“, die an ausländische DAAD-Alumni in aller Welt verschickt wird.

1956

Der DAAD fordert eine bessere Betreuung ausländischer Stipendiaten und legt zu diesem Thema eine Denkschrift vor, deren wichtigste Thesen von Innenminister Schröder bei einer Grundsatzdebatte zur auswärtigen Kulturpolitik im Bundestag aufgegriffen werden. Der DAAD empfiehlt die Einstellung von Beratern an den Akademischen Auslandsämtern, die sich um die sozialen Belange der Stipendiaten kümmern sollen. Wichtig sei außerdem eine verbesserte Nachbetreuung der zurückkehrenden Stipendiaten durch eine "regelmäßige Versorgung mit Schriften".

Anfang November bezieht der DAAD die neuen Räume im “erweiterten Studentenhaus”, Nassestraße 11.

1955

Am 31. März verlässt Frau Dr. Ruth Ziervogel-Tamm den DAAD und übernimmt die Geschäftsführung der Alexander von Humboldt Stiftung. Ihr Nachfolger im DAAD wird Dr. Pfeiffer, während Dr. Hubertus Scheibe den Posten des Hauptgeschäftsführers übernimmt. Ruth Ziervogel-Tamm, die erste Geschäftsführerin des DAAD, verstirbt am 23. April 2009 im Alter von 98 Jahren.

Im Beisein von Bundespräsident Theodor Heuss feiert der DAAD am 27. Oktober im Rahmen der ordentlichen Mitgliederversammlung im Theater der Stadt Bonn sein fünfjähriges Bestehen.

1954

Am 29. Mai beschließt eine außerordentliche Mitgliederversammlung, dass der Posten des Vereinsvorsitzenden nur von einer Persönlichkeit bekleidet werden soll, die mit dem akademischen Leben eng verbunden ist. Der Vorsitzende soll künftig den Titel “Präsident” führen.

Auf der Grundlage dieses Beschlusses wird der bisherige Rektor der Universität Bonn, Professor Dr. Werner Richter, zum ersten Präsidenten des DAAD gewählt.

1953

Erstmals übernimmt der DAAD die Aufgabe, Bewerber für freiwerdende Lektorate an ausländischen Hochschulen zu ermitteln und vorzuschlagen.

1952

Am 7. Mai wird die DAAD-Außenstelle in London wiedereröffnet – ein Jahr vor der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Großbritannien. Erster Leiter der Außenstelle wird Gerhard Müller.

Die Bundesrepublik wird in das Fulbright-Programm aufgenommen.

Am 18. Juli schließt die Bundesregierung mit der US-Regierung das nach Senator Fulbright benannte Abkommen zur Förderung des akademischen Austausches von Studenten und Dozenten ab. Aus diesem Anlass übergibt der DAAD dem amerikanischen Hochkommissar John Jay McCloy im Beisein von Bundeskanzler Adenauer ein “Adolf-Morsbach-Stipendium”, das zum Gedenken an den ersten Leiter des DAAD von ehemaligen Austauschstudenten finanziert wurde.

1951

Im Januar wird der Praktikantenaustausch organisatorisch fest im DAAD verankert. Der bisherige Arbeitsausschuss wird in einen Kuratoriumsausschuss und seine bisherige Geschäftsführung in ein DAAD-Referat umgewandelt. Im gleichen Monat erlangt Deutschland auf der Jahreskonferenz der IAESTE in Paris die Vollmitgliedschaft in dieser Organisation.

1950

Am 5. August findet im Rektorat der Universität Bonn unter dem Vorsitz von Kultusministerin Christine Teusch die Gründungsversammlung des DAAD statt. Professor Theodor Klauser, Rektor der Universität Bonn und bisheriger Leiter der Rektorenkommission zu Wiedergründung des DAAD, wird zum Ersten Vorsitzenden ernannt. Regierungsdirektor August Fehling vom Kultusministerium Kiel, der bei den Vorplanungen und bei der Konzeption der Vereinssatzung eine maßgebliche Rolle spielte, übernimmt den Posten des Zweiten Vorsitzenden. Erste Geschäftsführerin des DAAD ist Frau Dr. Ruth Ziervogel-Tamm.

Der DAAD ist gemeinsam mit der Alexander-von-Humboldt-Stiftung in der Lennèstraße 24 untergebracht.

1945

Im Mai wird der DAAD beim Amtsgericht Berlin Mitte offiziell aufgelöst.

1943

In der Nacht vom 22. auf den 23. November 1943 werden alle Akten des DAAD und des Deutschen Studienwerks für Ausländer bei einem Luftangriff vernichtet. Daraufhin stellen beide Organisationen ihre Arbeit weitgehend ein.

1942

Nach dem Rücktritt von Wilhelm Burmeister wird der DAAD von der Reichsstudentenführung übernommen. Im Oktober wird Reichsstudentenführer Scheel nach dem Tod von General von Massow dessen Nachfolger im Amt des DAAD-Präsidenten und setzt den bisherigen Außenamtsleiter der Studentenführung, Werner Braune, als Nachfolger von Wilhelm Burmeister ein.

1941

Mit der Gründung des „Deutschen Studienwerks für Ausländer“ (DSA) gelingt es der Reichsstudentenführung, die zentrale Kompetenz des DAAD für den akademischen Austausch aufzubrechen. Daraufhin tritt Wilhelm Burmeister zurück.

1940

1939 

Karl Epting, früherer Leiter der Zweigstelle Paris, kehrt nach dem deutschen Sieg über Frankreich in die französische Hauptstadt zurück und leitet ab September das neue "Deutsche Institut". Mit vierzehn Dependancen in der Provinz wird diese Einrichtung zur größten kulturpolitischen Institution des Deutschen Reiches in den besetzten Staaten und demonstriert die Entschlossenheit der Nationalsozialisten, den "kulturellen Führungsanspruch"  Deutschlands gegenüber Frankreich durchzusetzen.

Im Sommer werden die Zweigstelle Paris und das Goethe Haus geschlossen.

Nach dem Ausbruch des Krieges nimmt der DAAD noch Bewerbungen für Dänemark, Island, Italien, Japan, Portugal, Spanien, Schweden, Ungarn und Jugoslawien an. Da der Krieg einen Austausch auf wechselseitiger Basis jedoch kaum noch zulässt, werden vermehrt einseitige Stipendien an Bewerber aus befreundeten oder verbündeten Staaten vergeben.

1938

Gegen den Widerstand der amerikanischen Partnerorganisation, dem Institute of International Education (IEE), und gegen den Rat der deutschen Botschaft in Washington setzt ein nationalsozialistischer Kulturfunktionär die Gründung einer Außenstelle in New York durch. Bereits Ende 1938 wird die Außenstelle wegen Spionageverdacht geschlossen.

1937

Der DAAD gerät mit dem Auswärtigen Amt in Konflikt. Nach einer programmatischen Rede Hitlers zu kulturpolitischen Fragen zentralisiert das Auswärtige Amt die auswärtige Kulturpolitik. Sie soll jetzt einheitlich ausgerichtet und nicht länger von den DAAD-Zweigstellen beeinflußt werden. Im Rahmen dieser Strategie eröffnet das Auswärtige Amt in Paris ein Goethe Haus, das sich zu einem vom DAAD unabhängigen Forum für die deutsch-französischen Kulturbeziehungen entwickeln soll.

In Stockholm wird eine DAAD-Zweigstelle eingerichtet.

1936

Die Vorträge auf dem "Ausreiselager" deutscher Stipendiaten in Neustrelitz werfen ein Schlaglicht auf die Ideologisierung der auswärtigen Kulturpolitik. Sie behandeln Themen wie "Die körperliche Erziehung im nationalsozialistischen Staat" und "Die Grundzüge der deutschen Rassepolitik". DAAD-Leiter Wilhelm Burmeister spricht "Zur Lage des deutschen Geistes in der Welt" und beklagt dessen "vollständige und beinah hoffnungslose Isolierung".

Der DAAD übernimmt die Administration der sogenannten "Deutschland-Stipendien", die von der neuen "Deutschland-Stiftung des Mitteleuropäischen Wirtschaftstages“ an Studierende aus südosteuropäischen Ländern vergeben werden. Die verstärkte Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Industrie spiegelt sich auch in einer Umbildung des DAAD-Präsidiums: Der Leiter des Volksbundes für das Deutschtum im Ausland und der Vorsitzende des Verbandes der deutschen Hochschulen scheiden aus; ihre Posten werden von den Präsidenten des Werberates der deutschen Wirtschaft und des Mitteleuropäischen Wirtschaftstages besetzt.

1935

Im April wird die Zweigstelle London von Professor Rudolf Sieverts übernommen. Sieverts setzt sich dafür ein, in der kulturpolitischen Arbeit der Zweigstelle auf politische Propaganda zu verzichten. Er kann sich jedoch auf seinem Posten nicht lange halten und wird 1936 durch das Parteimitglied Gerhard Krause ersetzt.

Während der DAAD in Den Haag eine Zweigstelle eröffnet, misslingen die langjährigen Bemühungen um die Einrichtung einer Dependance in New York: DAAD-Hochschulreferent Freiherr von Fritsch kommt nach einer Sondierungsreise zu dem Schluss, dass die deutschlandkritische Stimmung in den USA ein solches Projekt zum Scheitern verurteilt. 1938 wird sich diese Einschätzung bestätigen.

Auf Initiative seiner Pädagogischen Abteilung übernimmt der DAAD den Praktikantenaustausch. Der erste Austausch auf diesem Gebiet findet zwischen Deutschland und Schweden statt und wird vom Werberat der Deutschen Wirtschaft unterstützt. Außerdem werden Austauschvereinbarungen mit Finnland, Ungarn, Jugoslawien und - außenpolitisch bemerkenswert - mit Polen getroffen.

1934

Nach der Ermordung Ernst Röhms wird der Geschäftsführer des DAAD, Adolf Morsbach, von der Gestapo festgenommen und für zweieinhalb Monate inhaftiert.

Ihm werden aufgrund seiner Kontakte zu Röhm regimefeindliche Planungen unterstellt. Morsbach wird freigelassen, kehrt jedoch nicht zum DAAD zurück.

Sein Nachfolger wird Wilhelm Burmeister. Adolf Morsbach verstirbt im März 1937 im Alter von 47 Jahren an einer Lungenentzündung.

In Rom und Kopenhagen werden Zweigstellen eingerichtet.

1933

Der DAAD wird „gleichgeschaltet“: Ab Juni 1933 gehören mit Alfred Rosenberg, dem Leiter des Außenpolitischen Amtes der NSDAP, und SA-Chef Ernst Röhm prominente Nationalsozialisten dem Vorstand an. Zum neuen Präsidenten des DAAD wird in der Vorstandssitzung vom 15. Juni 1933 Generalmajor a.D. Ewald von Massow gewählt.

Allerdings gelingt dem DAAD eine Festigung seiner Position gegenüber der Deutschen Studentenschaft, die ebenfalls Kompetenzen auf dem Gebiet des akademischen Austauschs beansprucht: Am 13. Juni wird der DAAD auf der konstituierenden Sitzung des neuen Präsidiums mit Zustimmung aller beteiligten Ministerien zur „Reichsstelle für akademische Auslandsarbeit“ erklärt.

Die neuen Machthaber bemühen sich, den Anschein der Normalität zu wahren und die ausländischen Studierenden zu beruhigen. Der preußische Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung, der spätere Reichserziehungsminister Bernhard Rust, versichert den ausländischen Stipendiaten, sie seien in Deutschland nach wie vor „willkommen“ und würden „aufrichtige Gastfreundschaft“ finden.

1932

Die Wirtschaftskrise wirkt sich auf die Förderpraxis aus. Der DAAD geht immer häufiger dazu über, Stipendien nicht mehr in bar auszuzahlen, sondern Freistellen mit kostenloser Unterbringung und Verpflegung anzubieten.

1931

Zum 01. Januar 1931 wird der Akademische Austauschdienst mit der Deutschen Akademischen Auslandsstelle des Verbandes der deutschen Hochschulen und der Alexander von Humboldt Stiftung zusammengeschlossen und erhält die endgültige Bezeichnung „Deutscher Akademischer Austauschdienst e.V.“ Erster Vorsitzender des DAAD wird der frühere Staatssekretär Dr. Theodor Lewald. Adolf Morsbach bleibt Geschäftsführer.

1930

Im Mai wird die Außenstelle Paris, das „Office Universitaire Franco-Allemand“ eröffnet. Erster Leiter ist Dr. Hans Göttling.

Alle Stipendiaten werden zur Mitgliedschaft in der 1927 gegründeten "Vereinigung ehemaliger Austauschstudenten" verpflichtet.

Der Theologe und spätere Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer erhält ein Jahresstipendium am Union Theological Seminary in New York City. Bonhoeffer wird im April 1945 im KZ Flossenbrück hingerichtet.

1929

Im Januar wird Professor Dr. Victor Bruns als Erster Vorsitzender wiedergewählt.

Der Leiter des Akademischen Austauschdienstes, Dr. Adolf Morsbach, unternimmt von Januar bis Juni 1929 und von März bis Juni 1930 ausgedehnte Informationsreisen durch die Vereinigten Staaten und besucht etwa 70 Hochschulen.

Der AAD und das Office National des Universiteès et Ecoles Francaises (ONUEF) verständigen sich im November über den Austausch deutscher und französischer Studierender sowie von Lehramtsanwärtern, die „an den höheren Knaben –und Mädchenschulen beider Länder“ unterrichten sollen.

1928

Der AAD knüpft erste Kontakte zu Frankreich. Im Mai wird mit dem Direktor des Office National des Universités et Ecoles Francaise (ONUEF) eine Vereinbarung getroffen, nach der im Herbst 1928 jeweils sechs „Jungakademiker“ auf beiden Seiten ausgetauscht werden.

Der AAD richtet eine Zweigstelle in Budapest ein.

1927

Zum 1. Mai übernimmt Dr. Adolf Morsbach, bisheriger Leiter des Kaiser-Wilhelm-Instituts zur Förderung der Wissenschaften, die Leitung des AAD.

Am 1. Juni eröffnet der AAD in London seine erste Außenstelle. Sie trägt die Bezeichnung „Anglo-German Academic Bureau“ und wird von Professor Dr. Eduard Brenner geleitet.

Mit der „Vereinigung ehemaliger Austauschstudenten" entsteht die erste Alumni-Organisation des AAD. Ab 1930 ist die Mitgliedschaft für alle Stipendiaten verpflichtend.

1926

Der Leiter des Austauschdienstes, Dr. Werner Picht, reist im Frühjahr nach Großbritannien. Im Sommer wird mit dem „Anglo German Academic Board“ eine englische Partnerorganisation des AAD gegründet. Die ersten fünf englischen Stipendiaten treffen zum Wintersemester 1926/27 in Deutschland ein

1925

Der "Akademische Austauschdienst e.V." (AAD) wird am 1. Januar in Heidelberg gegründet.

Die Initiative dazu geht von dem Studenten Carl Joachim Friedrich aus, der in Heidelberg Sozial-und Staatswissenschaften studiert. Er besucht 1922 und 1923 die USA und organisiert in Zusammenarbeit mit dem New Yorker Institute of International Education (IIE) Stipendien für 13 deutsche Studenten der Sozial- und Staatswissenschaften. Daraufhin wird in Heidelberg eine Staatswissenschaftliche Austauschstelle gegründet, die an das dortige Institut für Sozial-und Staatswissenschaften angegliedert ist. Der AAD geht aus dieser Stelle hervor und beschränkt sich zunächst auf die Stipendienvergabe in den Sozial-und Staatswissenschaften.

Im Oktober siedelt die junge Organisation jedoch nach Berlin um, ändert ihre Satzung und übernimmt nun die Aufgabe, den Studenten- und Akademikeraustausch in allen Fächern zu organisieren.

Zum Ersten Vorsitzenden des AAD wird Professor Dr. Alfred Weber, Direktor des Sozialwissenschaftlichen Instituts in Heidelberg, gewählt. Erster Geschäftsführer wird Dr. Werner Picht, ein Schüler Alfred Webers und Referent im preußischen Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung. Nach dem Umzug im Oktober übernimmt Professor Dr. Victor Bruns, Direktor des Kaiser Wilhelm Instituts für internationales öffentliches Recht in Berlin, den Posten des Ersten Vorsitzenden; Alfred Weber wird sein Stellvertreter.

In Madrid richtet der AAD eine Zweigstelle ein.

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© 2014 Deutscher Akademischer Austausch Dienst e.V. (DAAD), Kennedyallee 50, D-53175 Bonn
Quelle: http://www.daad.de/portrait/wer-wir-sind/geschichte/08945.de.html
Stand: 2014-04-16