Hinweise zur Bewerbung

Die Stipendiendatenbank  umfasst das Programmangebot des DAAD und anderer Förderorganisationen für ausländische Interessentinnen und Interessenten, die nach Finanzierungsmöglichkeiten für einen Studien- oder Forschungsaufenthalt in Deutschland suchen.

Neben den hier aufgeführten Programmen gibt es in einzelnen Ländern bzw. Regionen noch eine Reihe speziellerer Förderprogramme, die in der Datenbank nicht erwähnt werden. Informationen hierzu sind bei den DAAD-Außenstellen, den diplomatischen Vertretungen der Bundesrepublik Deutschland bzw. bei den einschlägigen Stellen in den Hochschulen im Ausland erhältlich.

Die Stipendien des DAAD werden an jüngere Hochschulabsolventen (in Ausnahmefällen auch an fortgeschrittene Studierende) aller wissenschaftlichen Fachrichtungen sowie der Fächer Musik und Bildende Kunst vergeben. Gefördert werden können auch junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer sowie Studienreisegruppen in Begleitung eines Hochschullehrers. Die Förderung wird überwiegend vom Auswärtigen Amt aus öffentlichen Mitteln finanziert.

Grundsätzlich gilt: Mit seinen Stipendien will der DAAD ausländische Studierende, Graduierte, Doktoranden und Nachwuchswissenschaftler fördern, die mit ihren bisherigen wissenschaftlichen und akademischen Leistungen mindestens zum oberen Drittel ihres Jahrganges zählen und darüber hinaus erwarten lassen, dass sie künftig in ihrem beruflichen Tätigkeitsfeld zu den Leistungsträgern gehören werden und sich ihrer damit verbundenen gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind.

Gefördert werden Aufenthalte an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen sowie an außeruniversitären Forschungseinrichtungen in der Bundesrepublik Deutschland.

Das Mindestalter für eine Bewerbung ist in der Regel 18 Jahre. Zum Zeitpunkt der Bewerbung sollte in der Regel bei Graduierten der letzte Abschluss nicht länger als sechs Jahre, bei Doktoranden der Beginn der Promotion nicht länger als drei Jahre und bei Promovierten die Promotion nicht länger als zwei Jahre zurückliegen. Bei Promovierten, die sich für einen Kurzaufenthalt (bis zu sechs Monaten) bewerben, sollte die Promotion nicht länger als vier Jahre zurückliegen. Je nach Herkunftsland der Bewerber sind – aufgrund von Besonderheiten im Bildungssystem o.ä. – Ausnahmeregelungen möglich. Nähere Informationen entnehmen Sie bitte den Länderinformationen auf der DAAD−Homepage.

Bewerbungsunterlagen und -termine

Informationen über die einzureichenden Bewerbungsunterlagen sind im Bewerbungsformular ("Antrag auf ein Forschungs−/Studienstipendium") zu finden, das im Internet (www.daad.de/de/form) zur Verfügung steht oder bei den diplomatischen und konsularischen Vertretungen der Bundesrepublik Deutschland , den DAAD−Lektoren, den Außenstellen und Informations−und Beratungszentren des DAAD sowie Partnerorganisationen erhältlich ist. Für bestimmte Länder und Programme ist es erforderlich, das Bewerbungsformular online auszufüllen. Die entsprechenden Informationen sind in den Länderinformationen auf der DAAD-Homepage zu finden bzw. auf den Internetseiten der Außenstellen und Informations- und beratungszentren des DAAD, wo auch die Formulare bereitstehen. Voraussetzung für die Bearbeitung ist die Vollständigkeit der Bewerbungsunterlagen, die in den meisten Programmen in mehrfacher Ausführung eingereicht werden müssen. Unvollständige Unterlagen können vom DAAD nicht bearbeitet werden. Sie führen zum Ausschluss der Bewerbung.

Die genauen Termine für die Abgabe der Bewerbungsunterlagen und über die Stelle, bei der die Bewerbungen einzureichen sind, sowie weitere länderspezifische Informationen finden Sie unter der Adresse http://www.daad.de/stipendien/de/index.html oder erfahren Sie von den Außenstellen des DAAD bzw. den deutschen diplomatischen Vertretungen in Ihrem Heimatland.

Auswahlverfahren und Auswahlkriterien

Im Heimatland wird in der Regel eine Vorauswahl bzw. Beurteilung der eingegangenen Bewerbungen durch eine Vorauswahlkommission vorgenommen. Die Vorauswahlkommission kann bestehen aus einheimischen Hochschullehrern (unter besonderer Berücksichtigung ehemaliger DAAD-Stipendiaten und ehemaliger Stipendiaten der Alexander von Humboldt-Stiftung), vom DAAD vermittelten deutschen Hochschullehrern und Lektoren, Dozenten des Goethe-Instituts, Vertretern der zuständigen Ministerien oder der Partnerorganisationen des DAAD oder der zust ä ndigen Außenstelle des DAAD. Die endgültige Auswahl nimmt in der Regel eine Kommission deutscher Hochschullehrer und Hochschullehrerinnen unter Beteiligung von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle des DAAD in Bonn vor. Die letzteren haben dabei kein Stimmrecht.

Die vom Vorstand des DAAD berufenen und nach fachlichen und regionalen Gesichtspunkten zusammengesetzten Endauswahlkommissionen begutachten die vorgelegten Anträge und beurteilen die Begründung des Antrags aus ihrer Kenntnis der allgemeinen und fachlichen Gegebenheiten im Herkunftsland und in Deutschland, die Plausibilität und Durchführbarkeit des Vorhabens, den Stand der Vorbereitung des Deutschlandaufenthaltes, seine Einbettung in den Studienverlauf oder in die akademische Karriere, die bisherige akademische Qualifikation sowie die Sprachkenntnisse. Im Bedarfsfall werden zusätzlich schriftliche Stellungnahmen von Fachvertretern eingeholt. 

Für die Vergabe der Stipendien sind die fachliche Qualifikation und die persönliche Eignung des Antragstellers bzw. der Antragstellerin maßgeblich. Dabei werden von den DAAD-Auswahlkommissionen vor allem die akademischen Leistungsnachweise, die Gutachten der Hochschullehrer sowie die Beschreibung des Studien- bzw. Forschungsvorhabens berücksichtigt.

Im Einzelnen werden folgende Auswahlkriterien zugrunde gelegt:  

  1. bisherige Studien- und Prüfungsleistungen sowie besondere fachwissenschaftliche Kenntnisse
  2. bestehende Zusage eines deutschen Hochschullehrers für die wissenschaftliche Betreuung eines Bewerbers, Kontakte zwischen Heimat- und Gastinstitut
  3. ggf. deutsche Sprachkenntnisse
  4. allgemeine Persönlichkeitsmerkmale, die für einen Auslandsaufenthalt von Bedeutung sind
  5. ggf. entwicklungspolitische Bedeutung des Vorhabens für das Heimatland
  6. Anwendbarkeit der in der Bundesrepublik erworbenen Erfahrungen im Heimatland (Chancen der beruflichen Reintegration, besonders relevant bei der Stipendienvergabe für Kandidaten aus Entwicklungsländern)

Im Anschluss an die Begutachtung des Antrags wird nach einem Punktesystem eine Einstufung vorgenommen, die zur Aufstellung einer Rangliste und schließlich zur Stipendienvergabe entsprechend der verfügbaren Plätze führt. Die Entscheidungen werden in der Geschäftsstelle des DAAD schriftlich fixiert und den Bewerberinnen und Bewerbern mitgeteilt. Die Vielfalt der Beurteilungselemente, ihre Gewichtung untereinander und die Gewährleistung der absoluten Vertraulichkeit der Entscheidungsfindung im Auswahlgremium führen dazu, dass die Entscheidungen Bewerbern gegenüber nicht begründet werden.

Deutsche Sprachkenntnisse

Das Niveau der erforderlichen Deutschkenntnisse hängt in erster Linie vom vorgesehenen Studien- bzw. Forschungsvorhaben ab. Ausländische Studierende, die sich an einer deutschen Hochschule immatrikulieren wollen, müssen in der Regel ausreichende Deutschkenntnisse nachweisen.

Diese Deutschkenntnisse können entweder durch die "Deutsche Sprachprüfung für den Hochschulzugang" (DSH) oder durch den "Test Deutsch als Fremdsprache" (TestDaF) nachgewiesen werden. Von diesem Sprachnachweis wird jedoch freigestellt, wer das Abitur an einer deutschen Schule im Ausland abgelegt hat oder das Sprachdiplom der KMK (Stufe 2), das Kleine deutsche Sprachdiplom oder das Große deutsche Sprachdiplom der Ludwig Maximilians Universität München erworben hat. Inhaber der Zentralen Oberstufenprüfung des Goethe-Instituts sind ebenfalls von der Sprachprüfung befreit.

DSH und TestDaF haben je drei Stufen: DSH-1, DSH-2, DSH-3 bzw. TDN 3, TDN 4, TDN 5. Ausreichende Sprachkenntnisse sind nachgewiesen, wenn der Bewerber die DSH mindestens mit einem Gesamtergebnis DSH-2 bestanden hat oder wenn in allen TestDaF -Teilprüfungen sprachliche Leistungen mindestens auf der Niveaustufe TDN 4 erbracht sind. Bei darunter liegenden Leistungen (also DSH-1 bzw. TDN 3) entscheidet die Hochschule über die Zulassung.

Sie können sich ü ber TestDaF im einzelnen informieren hier auf den DAAD-Seiten oder unter http://www.testdaf.de/. TestDaF können Sie an zahlreichen Testzentren in Deutschland und im Ausland ablegen. Die Testzentren finden Sie über die genannte Webadresse.

Die DSH wird an deutschen und einigen ausländischen Hochschulen abgenommen. Weitere Informationen zur DSH finden Sie hier auf den DAAD-Seiten oder auf der Website des  "Fachverbands Deutsch als Fremdsprache" unter http://www.fadaf.de/.

Viele Hochschulen bieten kostenlose Sprachkurse zur Vorbereitung auf die DSH oder auf TestDaF an, jedoch steigt die Zahl der Hochschulen, die Kursgebühren erheben. Die Zahl der kostenlosen Kursplätze ist daher sehr begrenzt. Kurse an Sprachschulen außerhalb der Hochschulen sind in jedem Fall kostenpflichtig. 

Wenn der DAAD auch der fachlichen Qualifikation des Bewerbers mehr Bedeutung beimisst als den deutschen Sprachkenntnissen, so wird doch erwartet, dass der Bewerber jede Möglichkeit zum Erwerb und zur Verbesserung der deutschen Sprachkenntnisse im Heimatland nutzt. Der DAAD kann die Verleihung des Stipendiums an die Bedingung knüpfen, dass ausreichende Deutschkenntnisse vor der Ausreise nachgewiesen werden. In jedem Fall sollen sich alle Kandidaten, die für ein Stipendium vorgeschlagen werden, unbedingt in der Zeit zwischen dem Einreichen der Bewerbung und der Abreise in die Bundesrepublik Deutschland intensiv um die Verbesserung Ihrer Deutschkenntnisse bemühen.

Stipendienleistungen

Grundsätzlich muss man zwischen Individualstipendien und Gruppenprogrammen unterscheiden. Bei Individualstipendien werden neben einer monatlichen Stipendienrate, die vom DAAD entsprechend Ihrem akademischen Status festgesetzt wird, im allgemeinen Reisekosten, Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung gezahlt. Einzelheiten sind den Programmbeschreibungen zu entnehmen.

Äquivalenzen

Die Integration in das deutsche Studiensystem kann auch für sehr gut ausgewiesene Kandidaten und Kandidatinnen aus dem Ausland aufgrund der unterschiedlichen Struktur der Hochschul- und Ausbildungssysteme mit Schwierigkeiten verbunden sein. Über die Einstufung und Bewertung Ihrer im Heimatland erbrachten Studienleistungen, insbesondere der dort abgelegten Abschlussexamina, kann nur die aufnehmende Fakultät der deutschen Hochschule entscheiden. Diese orientiert sich wiederum an den Empfehlungen der Zentralstelle für das ausländische Bildungswesen (ZAB) , einer Einrichtung der Ständigen Konferenz der Kultusminister in der Bundesrepublik Deutschland (KMK).

Zur besonderen Beachtung

Bewerber, die sich zum Zeitpunkt der Bewerbung länger als ein Jahr in Deutschland aufhalten, können nicht berücksichtigt werden.

Förderungen durch andere deutsche Stipendiengeber oder sonstige deutsche staatliche Stellen dürfen nicht gleichzeitig mit dem DAAD-Stipendium in Anspruch genommen werden. Andere ausländische Förderungen bzw. zusätzlicher Verdienst durch Erwerbstätigkeiten werden zum Teil auf das Stipendium angerechnet. Nebentätigkeiten dürfen nur mit Genehmigung des DAAD aufgenommen werden.