Die Krankenversicherung

Hüttermann / DAAD

Letzte Aktualisierung: September 2017

Wer in Deutschland studieren möchte, braucht eine Krankenversicherung. Ohne sie dürfen sich internationale Studierende nicht an einer deutschen Hochschule einschreiben. Es lohnt sich deshalb, die Frage nach der Versicherung frühzeitig zu klären.

Eine Krankenversicherung dient als Absicherung, dass die Kosten für medizinische Behandlung und Arzneimittel bei einem Unfall oder einer Erkrankung nicht privat gezahlt werden müssen. Sie ist in Deutschland vorgeschrieben. Internationale Studierende müssen den Nachweis über ihre Versicherung schon bei der Einschreibung dabei haben. Diese Optionen gibt es:

Krankenversicherung mitbringen

Weil Deutschland mit den Mitgliedsländern der Europäischen Union, des Europäischen Wirtschaftsraumes und weiteren Staaten Sozialversicherungsabkommen abgeschlossen hat, gilt die gesetzliche Krankenversicherung vieler internationaler Studierender auch während ihres Aufenthalts in der Bundesrepublik. Sie können ihre Versicherung von einer gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland anerkennen lassen. Die Versicherung im Herkunftsland informiert über die Vorgehensweise. Meistens ist eine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) nötig.

Private Krankenversicherungen aus anderen Ländern werden manchmal auch anerkannt. Für die Dauer des Studiums in Deutschland kann dann aber nicht mehr in eine gesetzliche Krankenkasse gewechselt werden. Ihre Versicherung im Heimatland gibt Auskunft.

Für die Einschreibung an der Hochschule brauchen sowohl gesetzlich als auch privat Versicherte eine Bestätigung. Den Nachweis, dass Sie von der Versicherungspflicht in der deutschen gesetzlichen Krankenversicherung befreit sind, stellen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland aus. Erkundigen Sie sich am besten im Akademischen Auslandsamt Ihrer Wunschhochschule danach.

Deutsche Krankenversicherung abschließen

Wer kein Mitglied einer Krankenkasse ist, die in Deutschland anerkannt wird, muss sich vor Ort versichern. Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland sind verpflichtet, Studierenden bis zum 30. Lebensjahr oder bis zum Ende des 14. Fachsemesters einen günstigen Tarif anzubieten. Dieser liegt im Durchschnitt bei etwa 80 Euro und ist bis zum Ende des 30. Lebensjahrs oder des 14. Fachsemesters verfügbar. Die Tarife variieren, weil jede Krankenkasse individuelle Zusatzbeiträge erheben kann.

Der normale Tarif einer gesetzlichen Krankenkasse liegt deutlich höher als der Studierendentarif. Für Studierende, die bereits 30 Jahre alt sind, wenn Sie ihr Studium in Deutschland beginnen, kann eine private Krankenversicherung deshalb die günstigere Option sein. Das Deutsche Studentenwerk hat für solche Fälle eine Vereinbarung mit einer Versicherung getroffen. Mehr Informationen erhalten Sie dazu beim Studentenwerk Ihrer Hochschule.

Krankenversicherung für Sprachkurs oder Studienkolleg

Auch wer an einem studienvorbereitenden Sprachkurs oder Studienkolleg teilnimmt, braucht eine Krankenversicherung. Wenn Sie eine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) haben, sollten Sie sich zusätzlich über eine Auslandsreisekrankenversicherung informieren. Alle anderen müssen sich privat versichern. Die Akademischen Auslandsämter helfen weiter.

Wo versichern?

Die Auswahl an gesetzlichen Krankenkassen, bei denen Sie eine Versicherung abschließen können, ist groß. Die Grundversorgung ist immer gleich: Die Kasse übernimmt Kosten für Kontrolluntersuchungen, die Therapie von Krankheiten, die Behandlung nach Unfällen und bestimmte Medikamente. Auch allgemeine Leistungen bei einem Krankenhausaufenthalt sind abgedeckt. Mehr Informationen zu den verschiedenen Krankenkassen gibt es hier.

TIPP: Der DAAD bietet Praktikanten, Studierenden und Wissenschaftlern, die nach Deutschland kommen, eine günstige kombinierte Kranken-, Unfall- und Privathaftpflichtversicherung an. Für DAAD-Stipendiaten ist diese Versicherung ohnehin vorgesehen.

Servicepakete für internationale Studierende

Viele Studentenwerke stellen Servicepakete für internationale Studierende zur Verfügung. In ihnen sind nicht nur Wohnraum und Verpflegung, sondern oft auch die Krankenversicherung geregelt.