Das eigene Zimmer

auf Wohnungssuche

Wer an einer deutschen Hochschule studieren möchte, muss sich selbst um eine Unterkunft kümmern. In manchen Städten ist das gar nicht so einfach. Es lohnt sich deshalb, rechtzeitig mit der Wohnungssuche zu beginnen.

Studierende in Deutschland haben häufig Schwierigkeiten, bezahlbare Wohnungen zu finden und die Miete macht meist den größten Teil ihres monatlichen Budgets aus. Im Schnitt zahlen sie rund 489 Euro für ihre Unterkunft, wobei die Preise je nach Stadt stark variieren. In Metropolen wie München, Frankfurt am Main und Berlin sowie in klassischen Hochschulstädten wie Freiburg und Tübingen sind preiswerte Zimmer selten. So kostet ein WG-Zimmer in München etwa 790 Euro, während in Jena durchschnittlich 328 Euro fällig werden. Die Art der Unterkunft spielt ebenfalls eine Rolle: Wohnheime sind oft die günstigste Option, während eigene Wohnungen die höchsten Kosten verursachen.

Der richtige Zeitpunkt

Spätestens sobald der Studienplatz feststeht, sollten Sie mit der Wohnungssuche beginnen. Gerade bei Wohnheimen kann man sich oft schon vorher – und zwar bei der Studienplatzbewerbung – registrieren. Das Akademische Auslandsamt Ihrer Hochschule in Deutschland kann Ihnen dabei weiterhelfen. Auch lassen sich zum Beispiel in den sozialen Netzwerken immer wieder Angebote finden. Wer im Sommersemester ins Studium einsteigt, hat es womöglich ein wenig leichter bei der Wohnungssuche. Lediglich 16 Prozent der Studierenden beginnen ihr Studium in Deutschland zu diesem Zeitpunkt, weil viele Fächer nur ab dem Wintersemester angeboten werden.

 

Wohnmöglichkeiten

Option 1: Studierendenwohnheim

Wohnheime bieten oft die günstigsten Wohnmöglichkeiten für Studierende. In vielen Hochschulstädten gibt es mehrere von ihnen. Dort leben Sie gemeinsam mit anderen Studierenden in einem Haus und teilen sich oft bestimmte Räume, zum Beispiel Bad und Küche. Die Miete ist abhängig von der Lage, der Größe und Ausstattung. In den Wohnheimen der Studierendenwerke kostet ein Zimmer im Durchschnitt 280 Euro im Monat. Weil die Zimmer sehr beliebt sind, ist es wichtig, sich rechtzeitig um einen Platz zu kümmern. Über 40 % der internationalen Studierenden, die nach Deutschland kommen, ziehen in Wohnheime.

++ geringe Kosten, viel Kontakt zu anderen Studierenden
-- wenig Privatsphäre, sehr gefragte Wohnungen

Und so geht es: Wenn Sie sich für einen Platz in einem Wohnheim anmelden möchten, wenden Sie sich an Ihr lokales Studierendenwerk. Anmeldefristen und -bedingungen finden Sie im Internetangebot der Studierendenwerke. Auch das kann weiterhelfen.

TIPP: Eine große Auswahl an deutschen Studierendenwohnheimen gibt es im Wohnheimfinder des DAAD.

Option 2: Wohngemeinschaft (WG)

Wer nicht ins Wohnheim ziehen möchte oder dort kein Zimmer findet, kann sich eine Wohngemeinschaft (WG) suchen. Dort leben mehrere Studierende zusammen in einer privaten Wohnung. Gemeinsam genutzt werden Küche, Bad und manchmal ein Wohnzimmer, aber jeder hat sein eigenes Zimmer. Kosten für Miete, Strom und Internet werden geteilt. Diese Form des Zusammenlebens gehört zu den beliebtesten unter jungen Menschen in Deutschland. Fast 30 Prozent der Studierenden in Deutschland wohnen in einer WG. Im Durchschnitt zahlen Studierende zwischen 266 und 790 Euro pro Monat für ein WG-Zimmer - je nach Wohnort.

++ günstige Miete, direkte Verbindung zu deutschen und internationalen Studierenden
-- Kompromisse bei der Nutzung der gemeinsamen Wohnung

Und so geht es: Auf verschiedenen Online-Plattformen können Sie nach Zimmern suchen oder selbst eine Suchanzeige aufgeben. In Hochschulen hängen WG-Anzeigen zum Beispiel an . Man darf auch selbst einen Zettel dazu hängen.

TIPP: Auch die Studierendenwerke bieten Portale mit privaten Wohnungsanzeigen. Ihr Studierendenwerk finden Sie hier.

Option 3: Eigene Wohnung

Wer lieber alleine wohnt, kann sich eine eigene Wohnung nehmen. Sie ist die komfortabelste, aber auch teuerste Wohnform. Auch hier ist die Miete stark davon abhängig, in welcher Stadt man studiert: München ist der mit Abstand teuerste Standort, Chemnitz der günstigste.

++ viel Freiheit und Privatsphäre
-- hohe Kosten, , Alltagskontakt zu anderen Studierendenmuss aktiv gesucht werden

Und so geht es: Um eine eigene Wohnung zu finden, können Sie spezielle Internetseiten nutzen und die Lokalzeitung in Ihrem Studienort nach Anzeigen durchsuchen. Oder Sie geben ein eigenes Gesuch in der Zeitung oder im Internet auf.

Die Zwischenlösung

Sie haben noch keine Unterkunft, wenn das in Deutschland beginnt? Dann können Sie es mit einer Zwischenmiete versuchen: Viele Studierende vermieten ihre Zimmer für einen begrenzten Zeitraum unter, wenn sie selbst ins Ausland gehen oder ein an einem anderen Ort machen. In einigen Städten bieten Studierendenwerke und Hochschulgemeinden auch Übernachtungsmöglichkeiten für die ersten Tage an. Sie können auch ein Zimmer in einem Hostel, einer Jugendherberge oder einer privaten Pension mieten, bis Sie eine Wohnung gefunden haben.

Alternative Wohnformen und Suchstrategien

Sie sind noch nicht fündig geworden? Neben WGs, Wohnheimen oder der eigenen Wohnung gibt es noch weitere Optionen:

Gerade in den großen Städten gibt es immer mehr „Co-Living-Spaces“. Geboten werden neben voll möblierten Appartements auch Gemeinschaftsflächen – etwa ein Fitnessraum oder eine Dachterrasse. Hier sind alle Nebenkosten wie auch das Internet inklusive. Allerdings ist diese Wohnform auch sehr teuer.

Eine ganz andere Idee ist „Wohnen für Hilfe“. Solche Projekte finden sich in einigen Städten. Studierende wohnen kostengünstig oder mietfrei bei Senioreninnen und Senioren. Als Gegenleistung unterstützen sie die älteren Menschen, indem sie ihnen bei Dingen des täglichen Lebens helfen wie Einkaufen oder Gartenpflege. Partynächte oder ausschweifende WG-Partys gibt es hier nicht. Daher sollten Sie sich vorher gut überlegen, ob das zu Ihnen passt.

Aktivieren Sie Ihr persönliches Netzwerk, indem Sie bei Freundinnen und Freunden oder auf den Social-Media-Seiten Ihrer Heimat-Hochschule nachfragen, ob eventuell jemand aktuell in der Stadt ist oder dort bereits Kontakte geknüpft hat. Selbst eine kurzfristige Unterkunft, beispielsweise für zwei Wochen, kann Ihnen in dieser Übergangszeit eine wertvolle Unterstützung bieten.

Tipps: So vermeiden Sie Betrug bei der Wohnungssuche.

Betrug bei der Wohnungssuche in Deutschland ist nicht üblich, kann aber vorkommen. Wenn Sie einige Dinge beachten, werden Sie Betrugsversuche rasch erkennen und richtige und falsche Angebote voneinander unterscheiden können.

Achten Sie auf diese Warnsignale:

  • Unrealistischer Preis: Das Zimmer oder die Wohnung ist auffällig günstig und wirkt „zu schön, um wahr zu sein“.
  • Perfekte Fotos: Die Bilder sehen ungewöhnlich professionell aus oder erscheinen KI-generiert. Auch eine Bildersuche im Internet kann hilfreich sein. So können Sie herausfinden, ob identische Bilder auch für andere Wohnungen verwendet werden.
  • Abwesender Vermieter oder abwesende Vermieterin: Der Anbietende gibt an, im Ausland zu sein und nicht persönlich erscheinen zu können.
  • Ausländische Bankverbindung: Die Bankdaten sind nicht in Deutschland und die IBAN beginnt nicht mit „DE“.
  • Unsichere Schlüsselübergabe: Der Schlüssel soll gegen Barzahlung oder Nachnahme versendet werden.
  • Schlechtes Deutsch: Die Anzeige enthält Rechtschreib- oder Grammatikfehler und passt nicht zu den Bildern.
  • Druck: Sie werden unter Zeitdruck gesetzt, eine Zahlung oder eine Unterschrift zu leisten. 

Wie Sie sich schützen können:

  • Persönliche Besichtigung: Besichtigen Sie die Immobilie am besten persönlich. Wenn Sie noch nicht in Deutschland sind, können Sie auch virtuelle Besichtigungen vereinbaren. Besonders WGs bieten für eine Nachmiete oder Zwischenmiete auch Rundgänge mit gängigen Video-Chat-Apps an. Bleiben Sie in solch einem Fall ein bisschen misstrauischer: Sieht die Wohnung „studentisch“ aus? Wirken die Leute echt?
  • Selbst recherchieren: Überprüfen Sie die Kontaktdaten der Agentur oder Verwaltung. Finden sich online Warnungen vor den Anbietenden?
  • Keine Vorauszahlungen: Geben Sie kein Geld im Voraus. Die Kaution wird erst nach Unterzeichnung des Mietvertrags fällig. Reservierungsgebühren oder Kosten für eine Besichtigung sind nicht üblich.
  • Schützen Sie Ihre Daten: Seien Sie im Internet allgemein vorsichtig und geben Sie Ihre persönlichen Informationen nicht leichtfertig weiter. Wenn jemand eine Ausweiskopie möchte oder ein Video-Identifikationsverfahren, sollten Sie sich ganz sicher sein, dass die Person vertrauenswürdig ist.
  • Verdächtige Anzeigen melden: Informieren Sie die Polizei und die Immobilienplattform über mögliche Betrugsanzeigen.