Spanien: Bildung und Wissenschaft

Studierende am Rednerpult ihrer Dozentin.

Die wichtigsten regionalen Informationen zum Bildungssystem und umfassende Daten zu Hochschulen, Studium, Forschung, Lehre, Internationalisierung und Bildungskooperationen haben wir in der folgenden Übersicht für Sie zusammengefasst.

Inhalt

Rahmenbedingungen

Spanien ist eine parlamentarische Monarchie mit einem dezentralisierten System, bestehend aus autonomen Gemeinschaften und Städten, Provinzen und Gemeinden. Die Bildungspolitik wird von drei Ministerien gestaltet: dem Ministerio de Educación y Formación Profesional (Primär- und Sekundärbereich, Berufsbildung), dem Ministerio de Ciencia e Innovación (Wissenschaft und Innovation) und dem Ministerio de Universidades (Universitäten).

Spanien setzt auf europäische Mittel, um Investitionen in Bildung, Forschung und Entwicklung zu stärken und die Internationalisierung zu fördern. Initiativen wie Europäische Hochschulallianzen, Horizon, Next Generation Fund und ERC spielen hierbei eine zentrale Rolle.

Das 2023 eingeführte Universitätsgesetz hebt die Bedeutung der Anziehung von Talenten und Internationalisierung der spanischen Hochschulen hervor. Erstmals wird Internationalisierung gesetzlich als integraler Bestandteil anerkannt, was sich in verbesserten Positionierungen in internationalen Rankings widerspiegelt. Das Gesetz fördert die Mobilität der Hochschulgemeinschaft, insbesondere des Lehr- und Forschungspersonals, indem internationale Aufenthalte zur Voraussetzung für unbefristete Anstellungen gemacht werden.

Im Studienjahr 2024/2025 waren laut dem spanischen Ministerium für Universitäten 1.827.272 Studierende eingeschrieben. Die Gesamtzahl der akademischen Abschlüsse ist in den letzten zehn Jahren stark gestiegen (mit Ausnahmen der Promotionen).

Hochschul- und Wissenschaftssystem

Die spanische Hochschullandschaft ist vielfältig und regional unterschiedlich geprägt. Im Gegensatz zu praxisorientierten Systemen erleben Studierende eine stark lehrerzentrierte Ausbildung, arbeiten weniger selbstständig und haben begrenzte Flexibilität.

  • Spanien verfügt über 92 Universitäten, darunter 50 öffentliche und 42 private. Diese umfassen Universidades Politécnicas mit technischem Fokus sowie fachhochschulähnliche Escuelas Superiores.
  • Es gibt keine Hochschulen für angewandte Wissenschaften oder Duale Hochschulen. Dennoch bieten die in Madrid und Barcelona ansässigen deutschen Business Schools EWA und EDU in Kooperation mit Universitäten beider Länder duale Studiengänge an.

Internationalisierung und Bildungskooperationen

Spanien engagiert sich durch verschiedene Maßnahmen und Kooperationen, die Internationalisierung und Qualität seines Hochschulsystems zu stärken. Die Hochschulrektorenkonferenz CRUE spielt eine zentrale Rolle bei der Internationalisierung des spanischen Hochschulsystems dank ihrer Abteilung für Internationalisierung und Kooperation sowie den jährlich durchgeführten Kongressen. Zusätzlich unterstützt die Stiftung für Forschung und Technologie FECYT die Internationalisierung der spanischen Forschung. Deutschland und Spanien kooperieren insbesondere in den Bereichen Solarforschung, Biotechnologie, Gesundheitsforschung und -technologie sowie in der Informations- und Kommunikationstechnologie.

Auch in der Lehre sind beide Länder erfolgreiche Partner:

  • Spanien hat durch das Erasmus-Programm wertvolle internationale Erfahrungen gesammelt (Erasmus+ 2024: 171.419 ausländische Studierende in Spanien, darunter 8.509 Deutsche; 43.284 internationale Lehrkräfte in Spanien) mit der Mehrheit aus der EU und Lateinamerika, nämlich aus Frankreich, Kolumbien, Italien, Ecuador und Peru und gehört zu den beliebtesten Zielen für internationale Studierende.
  • Spanische Studierende sehen sich wirtschaftlichen Herausforderungen und hoher Arbeitslosigkeit gegenüber, was ihr Interesse an internationalen Karrieremöglichkeiten erhöht. So studierten 2023/2024 insgesamt 44.295 Spanierinnen und Spanier im Ausland, vorwiegend in Großbritannien, Deutschland, den USA, Frankreich und Ecuador.

Spanien ist mit 62 Hochschulen Teil der Europäischen Hochschulallianzen. Das Ministerium erkennt die strategische Bedeutung dieser Allianzen und plant, die Beteiligung spanischer Universitäten weiter zu unterstützen, um die Qualität und Internationalisierung des Hochschulsystems zu verbessern. Spanien war in den Erasmus-Kooperationsprojekten deutscher Hochschulen von 2014 bis 2024 der wichtigste Partner.

Laut HRK liegt Spanien bei den Hochschulkooperationen mit Deutschland aktuell (März 2025) an zweiter Stelle (2.624) – hinter Frankreich (2.825) und vor den USA (2.302).

In Spanien ist der DAAD durch das Informationszentrum Madrid vertreten.

Zusätzlich unterstützt das DAAD-Kompetenzzentrum Internationale Wissenschaftskooperationen (KIWi) deutsche Hochschulen bei der Anbahnung, Durchführung und Intensivierung ihrer internationalen Aktivitäten:

DAAD KIWi
Das Kompetenzzentrum Internationale Wissenschaftskooperationen (KIWi) unterstützt deutsche Hochschulen bei der Anbahnung und Durchführung ihrer internationalen Aktivitäten. Mit individueller Beratung, vernetzter Expertise und Impulsen für den außenwissenschaftspolitischen Diskurs.

Finden Sie im Folgenden eine Auswahl unserer Förderprogramme:

Erasmus+
Erasmus+ ist das größte Bildungsförderprogramm der Europäischen Union. In Deutschland nimmt der DAAD im Auftrag des BMBF die Aufgaben einer Nationalen Agentur (NA) für Erasmus+ wahr. Die NA DAAD informiert und berät zu allen Förderlinien im Hochschulbereich und ist für die Umsetzung der Mobilität sowie der Strategischen Partnerschaften bzw. Cooperation Partnerships zuständig.
Europäische Hochschulnetzwerke (EUN) - nationale Initiative
2018 hat die EU erstmals "Europäische Hochschulen" ausgeschrieben. Sie sollen zur Qualität, Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen beitragen.
Lehramt.International
Das DAAD-Förderprogramm unterstützt Lehramtsstudierende bei Auslandsaufenthalten und Hochschulen bei der Internationalisierung der Lehramts­studiengänge.
PROMOS
Das DAAD-Förderprogramm PROMOS fördert die internationale Mobilität von Studierenden und Promovierenden deutscher Hochschulen.
Internationalisierung der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW.International)
Der DAAD unterstützt Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von HAW bei ihren Auslandsaufenthalten.

Publikationen zum Thema Bildung und Wissenschaft finden Sie hier:

DAAD Globus Länderbericht
Länderberichte geben Auskunft zu den allgemeinen Merkmalen ausländischer Bildungs- und Wissenschaftssysteme, erläutern den Stand der Internationalisierung und die Schwerpunkte der Bildungskooperation und geben darüber hinaus Einblick in die DAAD-Aktivitäten vor Ort.

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen zu Bildung und Wissenschaft in Spanien: