Portugal: Bildung und Wissenschaft
Die wichtigsten regionalen Informationen zum Bildungssystem und umfassende Daten zu Hochschulen, Studium, Forschung, Lehre, Internationalisierung und Bildungskooperationen haben wir in der folgenden Übersicht für Sie zusammengefasst.
Inhalt
- Rahmenbedingungen
- Hochschul- und Wissenschaftssystem
- Internationalisierung und Bildungskooperationen
- DAAD-Kompetenzzentrum Internationale Wissenschaftskooperationen (KIWi)
- Highlights der DAAD-Förderung
- Publikationen
- Weitere Informationen
Rahmenbedingungen
Portugal ist eine semipräsidentielle Republik, die aus Kontinentalportugal und zwei autonomen Regionen, den Inselarchipelen Azoren und Madeira, besteht.
Im April 2024 wurde das Ministerium für Wissenschaft, Technologie und Hochschulbildung mit dem Bildungsministerium fusioniert, was zur Gründung des "Superministeriums" für Bildung, Wissenschaft und Innovation führte. Dieses Ministerium ist für den gesamten Bildungsbereich verantwortlich und wird aktuell von Fernando Alexandre geleitet.
In Portugal gibt es mehrere angesehene Hochschulen. Fünf Universitäten stehen in den Top 500 des Shanghai Rankings, vier befinden sich unter den Top 500 des QS World University Rankings. Diese Rankings unterstreichen die Qualität und den internationalen Ruf der portugiesischen Hochschulen. Es besteht eine starke Konzentration von Hochschulen in den Ballungsräumen, insbesondere in Lissabon und Porto, die beide zahlreiche renommierte Universitäten beherbergen. Seit 2016 ist die Zahl der Studierenden kontinuierlich gestiegen, mit 446.028 Einschreibungen im Studienjahr 2023.
Aktuell steht Portugal vor wichtigen politischen Entscheidungen, die die Wissenschaft prägen werden. Zentrale Themen sind die unterdurchschnittliche Bildungsfinanzierung, prekäre Arbeitsbedingungen für Forschende und der bevorstehende Ruhestand vieler Lehrkräfte. Die geplante Schaffung von 1.400 Forscherstellen und die Erhöhung des Bildungsbudgets gelten als langfristig unzureichend.
Forschung und Entwicklung
Portugal investierte 2022 rund 1,70 % seines BIP in Forschung und Entwicklung und liegt damit unter dem EU-Durchschnitt von 2,3 %. Seit 1990 besteht ein bilaterales Forschungsabkommen zwischen Deutschland und Portugal, das ursprünglich vom Instituto Nacional de Investigação Científica (INIC) und dem DAAD geschlossen wurde. Das Programm, zunächst unter dem Vertragsnamen "Deutsch-Portugiesischer Wissenschaftleraustausch INIDA (INIC/DAAD)" bekannt, wird heute vom DAAD in Deutschland als "Programm des Projektbezogenen Personenaustauschs (PPP)" geführt. Es fördert die Mobilität und den Austausch von Forschenden, insbesondere des wissenschaftlichen Nachwuchses. In den Jahren 2022 und 2023 wurden im Rahmen des Abkommens elf Forschungsprojekte unterstützt.
Hochschul- und Wissenschaftssystem
Die portugiesische Hochschullandschaft ist geprägt von regionaler Vielfalt und unterschiedlichen Hochschultypen. Neben den universidades (Universitäten) gibt es die politécnicos (polytechnische Institute), die einen anwendungsorientierten Fokus haben.
In Portugal gibt es insgesamt 107 Hochschulen, davon sind 33 staatlich, 71 privat und 3 gehören zu sonstigen Kategorien. Die autonomen Regionen Azoren und Madeira beherbergen jeweils eine staatliche Universität. Auf Madeira gibt es zudem 2 private Hochschulen, die zum politécnico-Zweig gehören.
Studienstruktur
Als Mitglied des Europäischen Hochschulraums folgt Portugal den Prinzipien des Bologna-Prozesses mit drei Abstufungen von Hochschulabschlüssen: Bachelor (3 - 4 Jahre), Master (1 - 2 Jahre) und PhD (3 - 5 Jahre). Einige Studiengänge sind als Integriertes Bachelor- und Masterstudium (mestrado integrado) gestaltet. Darüber hinaus bietet Portugal auch professionelle technische Hochschulkurse an.
- Universidades verleihen Bachelor-, Master- und PhD-Abschlüsse.
- Politécnicos setzen auf Anwendungsorientierung und verleihen grundsätzlich Bachelor- und Mastergrade. 2024 wurde erstmals ein Promotionsstudiengang im Bereich Intelligente Systemtechnik am Instituto Politécnico de Bragança zugelassen.
- Curso técnico superior profissional (CTeSP) sind 4-semestrige professionelle technische Hochschulkurse, die keinen akademischen Grad verleihen und an Politécnicos gelehrt werden.
Internationalisierung und Bildungskooperationen
Portugal fördert die Internationalisierung seiner Hochschulbildung und Forschung durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit. Ziel ist es auch, durch internationale Messepräsenz den Bekanntheitsgrad der portugiesischen Hochschulen und Forschungseinrichtungen zu erhöhen. Portugal konzentriert dabei seine außenpolitischen Bemühungen auf drei Hauptbereiche: Europa, den Atlantik und die portugiesischsprachige Welt. Um die Attraktivität für internationale Studierende zu steigern, wird das Angebot englischsprachiger Studiengänge erweitert.
- Im Studienjahr 2022/2023 lag der Anteil der internationalen Studierenden (ohne Erasmus) in Portugal bei 11,2 % (49.916 internationale Studierenende von insgesamt 446.028 Studierenden). Die wichtigsten Herkunftsländer sind Brasilien, Guinea-Bissau, Kap Verde, Angola und Frankreich.
- Im Jahre 2022/2023 studierten 17.869 der Portugiesinnen und Portugiesen im Ausland. Die beliebtesten Zielländer sind dabei Großbritannien, Spanien, Frankreich, Deutschland und die USA.
Im Wintersemester 2022/2023 studierten 1.460 Portugiesinnen und Portugiesen in Deutschland, während 1.385 Deutsche in Portugal immatrikuliert waren. Erfasst ist hierbei ausschließlich die abschlussbezogene Mobilität, das heißt ohne Berücksichtigung von Erasmus-Aufenthalten. Portugal unterhält zahlreiche Partnerschaften mit internationalen Hochschulen, insbesondere durch das Erasmus-Programm. Laut HRK bestanden im Juli 2024 587 Hochschulkooperationen zwischen portugiesischen und deutschen Hochschulen. An diesen Kooperationen sind auf deutscher Seite 73 Universitäten, 90 Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAWs) sowie 20 Kunst- und Musikhochschulen beteiligt. Von portugiesischer Seite beteiligen sich 53 Hochschulen und drei weitere Einrichtungen an den Kooperationen. Zudem sind 20 portugiesische Hochschulen Teil der Europäischen Hochschulnetzwerke (EUN), was die internationale Vernetzung und Zusammenarbeit weiter stärkt.
Das DAAD-Kompetenzzentrum Internationale Wissenschaftskooperationen (KIWi) unterstützt deutsche Hochschulen bei der Anbahnung, Durchführung und Intensivierung ihrer internationalen Aktivitäten:
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