Risiko- und Sicherheitsmanagement in Hochschulkooperationen

Wegweiser

Das Themenfeld "Risiko- und Sicherheitsmanagement" in wissenschaftlichen Kooperationen gewinnt im deutschen Wissenschaftssystem zunehmend an Bedeutung wegen: besonderer Bestimmungen bei Reisen, fragiler Sicherheitslagen, Alltagskriminalität, unzureichender Gesundheitsversorgung oder unklarer Grenzlinien für Wissenschaftsfreiheit in Partnerländern.

Zur eigenständigen Risiko- und Chancenabwägung in der Kooperation mit internationalen Partnern möchte der DAAD Hochschulen informieren und anhand verschiedener Kriterien Orientierung und Entscheidungshilfe bieten.

 

Mehr Sicherheit und Orientierung in schwierigen Kontexten gewinnen

"Der DAAD steht für eine differenzierte Herangehensweise. Deshalb halten wir es nicht für den richtigen Weg, Kooperationen per se in Frage zu stellen, wenn sich Schwierigkeiten, Risiken oder mögliche Unvereinbarkeiten mit dem System auf Partnerseite abzeichnen. Wir müssen ‚rote Linien‘ von Kooperationen ständig neu ausloten",
erklärt DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee im

So genannte „rote Linien“ müssten in Kooperationen ständig neu ausgelotet werden – und zwar von den Hochschulen selbst.

Mit seiner Arbeit informiert das Kompetenzzentrum Internationale Wissenschaftskooperationen (KIWi) über die Multidimensionalität sicherheitsrelevanter Aspekte. Es schafft eine Diskussions- und Arbeitsbasis für präventive und reaktive Maßnahmen. Dies soll Ihnen, den Internationalisierungsakteuren der Hochschulen, eine sensible Bewertung und informiertes Entscheiden und Handeln ermöglichen, vor allem in Bezug auf Länder, bei denen die Zusammenarbeit unter komplexen Rahmenbedingungen stattfindet.

Die drei Säulen des Themenstrangs Risiko und Sicherheit

Säule 1: Entscheidungsfindung

In dieser Säule unterstützt KIWi bei der Anbahnung und Durchführung von Wissenschaftskooperationen unter Berücksichtigung von Risiko- und Sicherheitsaspekten. Der interaktive stellt dabei als Orientierungsrahmen für deutsche Hochschulen eine wichtige Grundlage zur Entscheidungsfindung dar.

Buch mit Globus

Vorrangiges Ziel dieses Papiers ist es, Wissenschaftsmanagement und Praktikerinnen und Praktiker an Hochschulen Kriterien und frei zugänglich aktuelle Links zu passgenauen Informationen an die Hand zu geben, mit denen Sie Chancen und Risiken in der Zusammenarbeit mit Partnern im Ausland identifizieren können.  So soll es für Sie einfacher werden, in zunehmend volatilen Umfeldern professionell und erfolgreich zu agieren.
 

Kompass „Keine roten Linien“

 

Säule 2: Mechanismen und Prozesse an Hochschulen analysieren

Die zweite Säule trägt zu einer Sensibilisierung für unterschiedliche Perspektiven auf Risiko- und Sicherheitssysteme innerhalb von Hochschulen bei. In diesem Prozess ist KIWi Ihr Wegbegleiter für institutionelle Veränderungen und kann in individuellen Beratungsgesprächen Expertise zur Verfügung stellen, z.B. um Hochschulen beim Aufbau von Strukturen für ein integriertes Risiko- und Sicherheitsmanagement zu unterstützen.

 

Säule 3: Anwendung auf Länder, Regionen und Disziplinen

Die dritte Säule fokussiert die konkrete Anwendung der in den Säulen 1 und 2 erarbeiteten Themenfelder auf Länder, Regionen und Disziplinen. Dazu gehören:

  • Know-how zur Risiko- und Sicherheitsabschätzung im Wissenschaftssystem eines Landes
  • Interkulturelles Know-how zum Erkennen von Risiken und Strategien zum Umgang mit Unsicherheit
  • Disziplinspezifische Anwendung (z. B.: „Dual Use“ bei Ingenieurwissenschaften, Wissenschaftsfreiheit bei Sozialwissenschaften, Sicherheit in abgelegenen Gebieten bei Agrar- und Gesundheitswissenschaften und Geografie)

 

Beratungsangebote von KIWi

Durch seine Regionalexpertise verfügt der DAAD über ein breites, erfahrungsbasiertes Wissen, das für Hochschulkooperationen nutzbar gemacht werden kann. Aber vor allem in den  Hochschulen selbst ist erfahrungsbasiertes Know-how vorhanden und es stehen wertvolle Erfahrungen und bewährte Lösungsstrategien zur Vefügung.

Im Themenfeld "Risiko- und Sicherheitsmanagement" wird diese Erfahrungswissen gemeinsam mit Praktikerinnen und Praktikern an Hochschulen erschlossen, gebündelt und nutzbar gemacht.  

KIWi stellt Ihnen dazu unterschiedliche Formate zur Information, Beratung und Vernetzung bereit:

  • (telefonisch sowie schriftlich)
  • Dialog- und Vernetzungsveranstaltungen
  • Peer-to-Peer Erfahrungsaustausch (KIWi Connect)
  • Publikationen und Handreichungen für deutsche Hochschulvertreterinnen und -vertreter

 

Der Kompass „Keine roten Linien“

Unser Leitfaden zu Wissenschaftskooperationen unter komplexen Rahmenbedingungen wurde entlang von Kriterien und Subkriterien konzipiert. Er lässt sich unabhängig von Land, Sektor, Disziplin oder Kooperationsphase auf unterschiedliche Kontexte anwenden.

Dennoch sind die in Links hinterlegten Informationen in vielen Fällen jeweils aktuell und länderspezifisch abrufbar, so dass sie einfach für konkrete Fragen anwendbar sind.
Neben der „wissenschaftsspezifischen“ Dimension nimmt der Kompass weitere Aspekte in den Blick, die bei Auslandsmobilität und im Sinne eines Risiko- und Sicherheitsmanagements an deutschen Hochschulen mitberücksichtigt werden sollten.

Insgesamt sechs Kriterien werden in dem Dokument unterschieden:

1.    Sicherheitslage
2.    Allgemeinpolitische Gebotenheit
3.    Rechtsstaatlicher und gesellschaftspolitischer Rahmen
4.    Chancen und Risiken des jeweiligen Wissenschaftssystems
5.    Leistungsfähigkeit und Passgenauigkeit der wissenschaftlichen Partnerinstitution(en)
6.    Einbettung in die eigene institutionelle Strategie

Die dazu entwickelten umfassenden Subkriterien dienen Ihnen als Unterstützung, sie sind nicht als umfassender Maßstab gedacht.

Der Kompass versteht sich als „Katalog“, der Ihnen die Auswahl der Aspekte erleichtern soll, die für Ihr Vorhaben besonders relevant sind. Zudem finden Hochschulen Referenzquellen zum Ausbau von Risiko- und Sicherheitssystemen.

Als „lebendes Dokument“ wird der Kompass kontinuierlich weiterentwickelt und aktualisiert. In diesem interaktiven Prozess sind Sie, die Internationalisierungsakteure an deutschen Hochschulen, ausdrücklich eingeladen, uns jederzeit Kritik, Anmerkungen oder ergänzende Quellen zukommen zu lassen.

 

Austausch und individuelle Beratung

Damit Ihre vielfältige Expertise zum Tragen kommt und Sie Ihre Erfahrungen austauschen können, veranstaltet KIWi

  • Dialogveranstaltungen (KIWi Policy Talks)
  • Werkstätten zur Programmentwicklung (KIWi Labs) und
  • Peer-2-Peer-Runden (KIWi Connect)

z.B. um die Kooperationspraxis in einer ausgewählten Region oder Fachdisziplin vertiefend in den Blick zu nehmen.

Zudem leistet KIWi zur Unterstützung Ihrer Zusammenarbeit mit internationalen Partnern auch individuelle Beratung. Hierfür stehen wir Ihnen sowohl zur Verfügung. Kommen Sie mit Ihren Bedarfen und Anliegen gerne auf uns zu.

 

Ihre Ansprechpartnerin im DAAD-Kompetenzzentrum

Dr. Julia Linder, Referentin

Als Referentin für Risiko- und Sicherheit in Hochschulkooperationen berate ich zu kriteriengeleiteter Zusammenarbeit in herausfordernden Kontexten. Mein Fokus liegt hierbei auf handhabbaren Sensibilisierungs- und Beratungsformaten für unterschiedliche Akteursgruppen in deutschen Hochschulen.

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