30 Jahre „Arbeitsstelle Berlin-Mitte“

"Aushängeschild der Wiedervereinigung in der Wissenschaft"

Anlässlich des 30. Jahrestages der deutschen Wiedervereinigung erinnert der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) an die Zusammenlegung der Stipendiensysteme von DDR und BRD. DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee würdigte dazu Engagement und Einsatz der Beschäftigen der sogenannten „Arbeitsstelle Berlin-Mitte“. Sie stellte ab Oktober 1990 die Betreuung und Finanzierung von rund 6.000 internationalen Stipendiatinnen und Stipendiaten der ehemaligen DDR sicher.

Das ehemalige DDR-Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten in Berlin

Deutschland lag noch im Freudentaumel der Wiedervereinigung, als am 4. Oktober 1990 in den Räumen des ehemaligen DDR-Bildungsministeriums eine wichtige Instanz für das Zusammenwachsen des akademischen Austausches von DDR und Bundesrepublik ihre Arbeit aufnahm: Die Arbeitsstelle Berlin-Mitte des DAAD. „Die Arbeitsstelle Berlin-Mitte war ein wegweisendes Modell. Sie hat dafür gesorgt, dass tausende internationaler Stipendiatinnen und Stipendiaten der ehemaligen DDR nicht als Studienabbrecher in ihre Heimatländer zurückkehrten, sondern ihr Studium erfolgreich im vereinigten Deutschland fortführen und abschließend konnten“, sagte DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee in Bonn. „Sie sorgte für eine erfolgreiche Zusammenlegung der Stipendiensysteme und nahm mit der innovativen Finanzierung durch Zuwendungsverträge an die Hochschulen, insbesondere in den damals neuen Bundesländern, auch die Weiterentwicklung der Arbeit des DAAD vorweg.“ 

Dr. Wegener

Bereits in der Übergangsphase zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung hatte der DAAD unter seinem damaligen Präsidenten Prof. Dr. Theodor Berchem entschieden, die Austauschprogramme der DDR fortzuführen und seine Auswahlkommissionen für ostdeutsche Professorinnen und Professoren zu öffnen. 

„Die Arbeitsstelle war ein Aushängeschild für den akademischen Austausch im wiedervereinigten Deutschland und die Zusammenlegung der Stipendiensysteme“, so Mukherjee weiter. Zudem habe sie rund 30 Beschäftigten, die im aufgelösten DDR-Bildungsministerium für akademischen Austausch zuständig waren, eine Arbeit geboten, einige seien später in den DAAD gewechselt. 

Die Herausforderungen im Herbst 1990 waren groß: Mit der Wiedervereinigung übernahm der DAAD die Zuständigkeit für rund 8.000 in- und ausländische Studierende, Graduierte, Wissenschaftlerinnen und Lektoren der ehemaligen DDR. Gerade für die internationalen Studierenden musste schnell gehandelt werden: Es galt, Lebenshaltungs- und Studienkosten von rund 6.000 Studierenden und Graduierten aus 78 zumeist kommunistisch geprägten Ländern an 45 Hochschulen in Ostdeutschland zu sichern. 

Der Erfolg der Arbeit wurde schnell sichtbar: Rund neunzig Prozent aller vom DAAD übernommenen DDR-Stipendiatinnen und Stipendiaten beendeten das Studium in Deutschland zwischen 1990 bis 1996 erfolgreich. Viele der Alumni blieben dem wiedervereinigten Deutschland auch nach Rückkehr in ihre Heimatländer verbunden und gründeten Alumni-Vereine, beispielsweise in Vietnam oder Äthiopien. Andere dagegen machten Karriere in Deutschland, darunter auch Dr. Karamba Diaby, der 2013 als erster in Afrika geborener schwarzer Mensch in den Deutschen Bundestag gewählt wurde.

Ende 1996 schlossen die letzten rund 800 internationalen Stipendiatinnen und Stipendiaten ihr Studium ab und die Arbeitsstelle Berlin-Mitte hatte ihre Aufgabe bei der Überführung des akademischen Austauschdienstes der DDR ins vereinigte Deutschland erfüllt. 
Die Hochschulen der östlichen Bundesländer sind heute selbstverständliche Partner des DAAD und belegen regelmäßig Spitzenplätze im DAAD Gesamtförderranking. Über 40 von ihnen gestalten zudem als Mitglieder die aktuelle und zukünftige Entwicklung des DAAD.
 

Statement des DAAD-Präsidenten Prof. Dr. Joybrato Mukherjee zur Deutschen Einheit.

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