Die Bewerbung

Letzte Aktualisierung: September 2017

Wer sich um einen Studienplatz an einer deutschen Hochschule bemüht, muss einige Regeln beachten. Wie und wo man sich bewirbt, hängt vor allem vom Studienfach ab. Bei der Bewerbung für ein Studium in Deutschland sollten Sie diese Checkliste im Kopf haben:

1. Hat das Fach eine Zugangsbeschränkung?

Auch wenn die allgemeinen Voraussetzungen erfüllt sind und das Studienfach feststeht, ist eine Einschreibung häufig nicht direkt möglich. Für viele Studiengänge gibt es in Deutschland mehr Interessenten als Studienplätze. Die Bewerber müssen also zunächst am Zulassungsverfahren teilnehmen. Es gibt zwei Arten von Zulassungsbeschränkung: Sie kann entweder lokal geregelt sein. Das heißt, dass sie nur an einzelnen Hochschulen gilt. Oder aber sie wird bundesweit festgelegt. In Studiengängen ohne Zulassungsbeschränkung können Sie sich direkt einschreiben.

2. Ist die Zulassungsbeschränkung örtlich oder bundesweit geregelt?

Bundesweite Zulassungsbeschränkung: Die Studiengänge der Medizin, Pharmazie, Tiermedizin und Zahnmedizin sind so beliebt, dass sie an allen Hochschulen in Deutschland zulassungsbeschränkt sind. Sie haben einen Numerus clausus (NC). Über die Vergabe der Studienplätze entscheidet die Stiftung für Hochschulzulassung.

Örtliche Zulassungsbeschränkung: Manche Studiengänge sind nur an bestimmten Hochschulen zulassungsbeschränkt. Sie werden häufig auch als NC-Studiengänge bezeichnet. Abgesehen von der Durchschnittsnote können die Hochschulen weitere Kriterien festlegen, die bei der Auswahl eine Rolle spielen, zum Beispiel Motivationsschreiben, Tests oder Auswahlgespräche. Die Kriterien sind je nach Hochschule und Studiengang unterschiedlich.

TIPP: Vor der Bewerbung sollten Sie sich direkt beim Akademischen Auslandsamt Ihrer Hochschule informieren. Auf der Seite des Hochschulkompass finden Sie die Studienberatungsstellen.

3. Wo bewirbt man sich?

Ausländische Bewerber müssen sich entweder bei der Stiftung für Hochschulzulassung, direkt an der Hochschule oder bei der Arbeits- und Servicestelle für Internationale Studienbewerbungen (uni-assist) bewerben – je nachdem, aus welchem Land sie kommen, welchen Abschluss sie haben und welches Fach sie wählen. Die folgende Grafik zeigt, wie in den unterschiedlichen Fällen vorgegangen werden sollte:

4. Welche Unterlagen werden benötigt?

Bei der Beantwortung dieser Frage helfen die Akademischen Auslandsämter der Hochschulen. Dort erfahren Sie, wie der Bewerbungsprozess abläuft und welche Unterlagen eingereicht werden müssen. Das Formular für die Bewerbung erhalten Sie bei Ihrer Wunschhochschule, bei uni-assist, auf der Internetseite des DAAD oder bei der Stiftung für Hochschulzulassung.

Folgende Unterlagen sind nötig:

  • eine amtlich beglaubigte Kopie Ihres Zeugnisses der Hochschulreife
  • eine Fächer- und Notenübersicht (offiziell übersetzt)
  • wenn vorhanden: eine amtlich beglaubigte Kopie aller bisherigen Hochschulzeugnisse
  • ein Passfoto
  • eine Kopie des Reisepasses (Namensangabe und Foto)
  • beglaubigte Kopien von Sprachnachweisen

Beachten Sie: Bei der Bewerbung werden nur amtlich beglaubigte Kopien und Übersetzungen akzeptiert. Amtliche Beglaubigungen können Sie sich zum Beispiel bei den deutschen Auslandsvertretungen in Ihrem Land ausstellen lassen. An manchen Hochschulen werden auch englische und französische Dokumente akzeptiert.

Für die Beglaubigungen fallen Gebühren an. Auch die Bewerbung selbst kostet oft etwas. Die Höhe der Bearbeitungsgebühren hängt davon ab, wo Sie sich bewerben. Bei einer Bewerbung über uni-assist kosten die Zeugnisbewertung und die Vorprüfung der Unterlagen für die erste Hochschule 75 Euro. Für die Bewerbung an jeder weiteren Hochschule im selben Semester fallen 15 Euro an.

5. Wann muss die Bewerbung fertig sein?

An vielen Hochschulen startet Anfang Mai die Bewerbungsphase für das Wintersemester, das meist im September/Oktober beginnt. Sie endet am 15. Juli. Für das im März/April beginnende Sommersemester liegt der Bewerbungszeitraum zwischen Anfang Dezember und dem 15. Januar. Zulassungsbescheide werden im August/September beziehungsweise Februar/März verschickt. Ablehnungen kommen häufig etwas später. Bei privaten Hochschulen gibt es oft andere Fristen.

Fünf Tipps zum Umgang mit dem Numerus clausus (NC)

Viele Bewerbungen schreiben: Wer mehr Bewerbungen an verschiedene Hochschulen und für mehrere Studiengänge verschickt, hat größere Chancen auf Erfolg.

Weniger beliebte Orte wählen: Die meisten Studierenden wollen in die Großstädte oder in die klassischen Universitätsstädte. Es empfiehlt sich, Hochschulorte auszusuchen, die nicht so gefragt sind.

Zusatzpunkte sammeln: Der Abiturschnitt ist nicht immer das einzige Kriterium für die Vergabe eines Studienplatzes. Manchmal zählen bestimmte Noten mehr oder es gibt Eignungsprüfungen.

Auf Glück vertrauen: Die Hochschulen verlosen einige Studienplätze, weil die ausgewählten Bewerber wieder absagen. Es ist wichtig, die Termine und Bedingungen dieses Losverfahrens zu kennen.

Im Sommersemester starten: Knapp ein Viertel aller Bachelorstudiengänge bieten auch einen Start zum Sommersemester an.