Das Praktikum

Letzte Aktualisierung: September 2017

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Viele Studierende nutzen Praktika, um schon während ihres Studiums Berufserfahrung zu sammeln. Sie hilft ihnen dabei, neue Schwerpunkte im Studium zu setzen und erleichtert später den Zugang zur Arbeitswelt.

Warum lohnt sich ein Praktikum?

Auch für internationale Studierende gilt ein Praktikum als große Chance: Sie lernen den Berufsalltag in Deutschland kennen, sammeln Kenntnisse und knüpfen Kontakte zu möglichen Arbeitgebern. In vielen Studiengängen sind Praktika Pflicht. In solchen Fällen werden sie von Hochschullehrern betreut. In Studiengängen wie der Medizin ist ein Praktikum sogar Voraussetzung dafür, zugelassen zu werden.

Welche Arten von Praktika gibt es?

In fast allen Bereichen werden Praktika angeboten: bei Unternehmen und Organisationen, in Forschungszentren und staatlichen Institutionen. Sie dauern manchmal nur ein paar Wochen, manchmal mehrere Monate. Über Freiwillige Praktika kann jeder frei entscheiden. In vielen Studienfächern sind jedoch Pflichtpraktika vorgesehen. Auch ohne Studium besteht die Möglichkeit, ein Praktikum zu machen.

Was macht ein gutes Praktikum aus?

Nicht immer bringen Praktika die Erkenntnisse, die man sich erhofft. Deshalb ist es wichtig, schon im Vorstellungsgespräch zu klären, ob einige wichtige Voraussetzungen erfüllt sind.

  1. Anspruch: Die Aufgaben sollten komplex und herausfordernd sein. Sie sollten etwas dazu lernen können, am besten in einem eigenen Projekt. Das heißt: nicht die ganze Zeit Dateien pflegen oder Kaffee kochen.
  2. Eigenständigkeit: Nach einer Phase der Einweisung sollten Sie Ihr Projekt (mit gelegentlicher Hilfe) eigenverantwortlich bearbeiten können. Wer es schafft, seine Aufgaben souverän zu erfüllen, kann das Unternehmen von sich überzeugen.
  3. Dauer: Ein Praktikum sollte lang genug sein, um komplexe Aufgaben zu übernehmen. Dafür reichen in der Regel zwei bis drei Monate.
  4. Ansprechpartner: Für die Praktikumszeit brauchen Sie einen festen Ansprechpartner, mit dem Sie sich regelmäßig austauschen können.
  5. Bezahlung: In manchen Unternehmen bekommen Praktikanten 800 Euro pro Monat, in anderen nichts. Wenn die Vorteile der praktischen Erfahrung überwiegen, sollten Sie sich auch bei geringem Verdienst für das Praktikum entscheiden.

Welche rechtlichen Voraussetzungen gibt es?

Für freiwillige Praktika gelten die gleichen rechtlichen Bestimmungen wie für studentische Nebenjobs. Das Praktikum zählt als reguläre Arbeit, auch wenn es unbezahlt ist. Wer nicht aus der Europäischen Union oder dem Europäischen Wirtschaftsraum stammt, darf insgesamt 120 Tage im Jahr arbeiten. Wenn diese überschritten werden, ist eine Erlaubnis der Ausländerbehörde und der Agentur für Arbeit nötig. Mehr Informationen dazu gibt es hier. Ausgenommen von dieser Regel sind Praktika, die in der Studienordnung vorgeschrieben sind (Pflichtpraktika).

Wie findet man ein Praktikum?

Wer einen Praktikumsplatz sucht, sollte zunächst überlegen, in welche berufliche Richtung er gehen möchte. Mit einem Praktikum lassen sich die Interessen, Kenntnisse und Fähigkeiten aus dem Studium praktisch ausprobieren. Wenn die Ziele feststehen, sind meist auch die Berufsfelder klar. Dann können Sie die passenden Onlinebörsen durchsuchen oder in der Praktikumsbörse Ihrer Hochschule nach Angeboten schauen.

Wie läuft die Bewerbung ab?

Wichtig ist ein direkter Kontakt zum Unternehmen, bevor Sie sich bewerben. Mit einem kurzen Anruf in der Fach- oder Personalabteilung lassen sich wichtige Fragen klären: In welchen Bereichen werden Praktikanten eingesetzt? Wie sieht der Bewerbungsprozess aus? Was erwartet die Praktikanten? Dann können Sie sich gezielter bewerben und haben schon einen Ansprechpartner kennengelernt.

In die Bewerbungsmappe gehören:

… ein individuelles Anschreiben an einen persönlichen Ansprechpartner
… ein übersichtlicher Lebenslauf
… Schul- und Studiennachweise
… Arbeitszeugnisse
… eventuell Arbeitsproben
… eventuell ein Empfehlungsschreiben

Was gibt es für das Bewerbungsgespräch zu wissen?

Wenn Ihre Bewerbung gut war, werden Sie vielleicht zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Dabei soll herausgefunden werden, ob die Anforderungen des Unternehmens mit Ihren Erwartungen zusammenpassen. Sie können sich vorab ein paar Gedanken machen: Warum wollen Sie dort arbeiten? Was spricht für Sie? Was erwarten Sie? Wenn man es bis ins Vorstellungsgespräch geschafft hat, stehen die Chancen gut, den Praktikumsplatz zu bekommen.

Wie sieht die Bezahlung aus?

In Deutschland gibt es einen Mindestlohn von aktuell 8,84 Euro pro Stunde. Weniger dürfen auch Studierende laut Gesetz nicht verdienen. Für Praktika gilt der Mindestlohn nicht immer. Bei einem Pflichtpraktikum muss der Mindestlohn nicht gezahlt werden und für freiwillige Tätigkeiten nur dann, wenn das Praktikum länger als drei Monate dauert. Ansonsten werden Praktika meistens gar nicht oder nur gering bezahlt. In manchen Fällen kommt ein Stipendium in Frage.

Mehr Informationen

Wer in Deutschland ein Praktikum absolvieren möchte, kann sich bei diesen Stellen Informieren:

  • Praktikantenamt der Hochschule
  • Akademisches Auslandsamt
  • Internationale Organisationen wie IAESTE oder die Studierendenorganisation AIESEC