Malaysia: Bildung und Wissenschaft

Studierende am Rednerpult ihrer Dozentin.

Die wichtigsten regionalen Informationen zum Bildungssystem und umfassende Daten zu Hochschulen, Studium, Forschung, Lehre, Internationalisierung und Bildungskooperationen haben wir in der folgenden Übersicht für Sie zusammengefasst.

Inhalt

Rahmenbedingungen

Malaysia ist ein multiethnisches, multilinguales und multireligiöses Land. Malaiinnen und Malaien sowie indigene Bevölkerungsgruppen, die als Bumiputra („Söhne der Erde“) bezeichnet werden, bilden mit 60 Prozent die Bevölkerungsmehrheit. Rund 25 Prozent der Gesamtbevölkerung sind chinesischer Abstammung gefolgt von der indischstämmigen Bevölkerung mit rund 10 Prozent. Die rechtliche und politische Unterscheidung zwischen Bumiputra und Nicht-Bumiputra prägt Gesellschaft und Bildung. So werden Bumiputra durch „affirmative action“-Politiken gezielt gefördert.

Malaysia ist eine konstitutionelle Monarchie mit einem parlamentarischen Regierungssystem britischer Prägung. Auch der tertiäre Bildungssektor ist im britischen System verwurzelt. Seit den 1990er Jahren wächst Malaysias Wirtschaft kontinuierlich. Um dieses Wachstum zu sichern, investiert das Land seit geraumer Zeit verstärkt in den Bildungsbereich. Mit wachsendem Wohlstand nutzt die Mittelschicht verstärkt Bildungsangebote und finanziert Auslandsstudien für ihre Kinder. Gleichzeitig wird erwartet, dass immer größere Teile eines Jahrgangs ein Hochschulstudium aufnehmen.

Für Planung und Umsetzung der Hochschulpolitik ist das Ministry of Higher Education (MoHE) zuständig. Die Qualitätssicherung ist seit 2007 bei der Malaysian Qualifications Agency (MQA) zentralisiert. Die Entwicklung des Hochschulsystems wird durch Zehnjahrespläne gesteuert. Der Malaysia Education Blueprint (Higher Education) 2015–2025 sieht unter anderem vor, einzelnen Hochschulen künftig mehr Autonomie zu gewähren. Welche Zielsetzungen der Zehnjahresplan Future of Malaysian Education 2026–2036 vorsieht, ist noch offen.

2025 betrugen die staatlichen Zuwendungen für das MoHE 18 Milliarden Ringgit. Zusammen mit weiteren Bildungszuwendungen von 64 Milliarden Ringgit stellen Bildungsausgaben mit 19,5 Prozent den größten Posten des Staatshaushalts dar. Gegenüber dem Vorjahr wurde das Budget um 7,1 Milliarden Ringgit, das entspricht 9,5 Prozent, erhöht.

Hochschul- und Wissenschaftssystem

Nach einem intensiven Ausbau des Hochschulsystems in den letzten 20 Jahren verfügt Malaysia heute über 20 staatliche Universitäten. Hinzu kommen 36 Polytechnic Universities sowie 105 Community Colleges, die ebenfalls öffentlich finanziert sind und sich auf berufs- und anwendungsorientierte Lehre spezialisieren. Des Weiteren existieren 63 private Universitäten, die mit den staatlichen Universitäten vergleichbar sind, 32 University Colleges und 283 Colleges. Zehn Branch Campuses internationaler Universitäten aus Großbritannien, Australien und China bieten Abschlüsse ihrer Mutteruniversitäten an.

1.136.127 Millionen Studierende waren 2023 an malaysischen Hochschulen eingeschrieben. Der Frauenanteil liegt dabei seit Längerem stabil zwischen 50 bis 60 Prozent und ist damit ─ wie in vielen anderen muslimischen Ländern ─ höher als in Deutschland (50,9 Prozent in 2023).

Die Hochschulen werden vom MoHE gesteuert. Die Arbeit der staatlichen und privaten Hochschulen unterliegt strengen Qualitätskontrollen nach internationalem Vorbild, die von der Malaysian Qualifications Agency (MQA) gelenkt werden. 

Malaysia folgt dem dreigliedrigen angelsächsischen Studiensystem; die Bachelor-, Master- und Doktorgrade der staatlichen und führenden privaten Universitäten sind international (und auch in Deutschland) anerkannt. Englisch ist die Zweitsprache des Landes und Unterrichtssprache an Hochschulen, was Zusammenarbeit und Austauscherleichtert.

Forschung gehört zu den Kernaufgaben der staatlichen Universitäten. Zum Aufbau international konkurrenzfähiger Forschung stellt die Regierung erhebliche Mittel zur Verfügung. Davon profitieren die fünf führenden staatlichen Universitäten, die als Forschungsuniversitäten (research universities) besonders gefördert werden:

  • Universiti Malaya (UM), Kuala Lumpur 
  • Universiti Kebangsaan Malaysia (UKM), Kuala Lumpur 
  • Universiti Sains Malaysia (USM), Penang 
  • Universiti Putra Malaysia (UPM), Kuala Lumpur 
  • Universiti Teknologi Malaysia (UTM), Johor Bahru 

Internationalisierung und Bildungskooperationen

Malaysia bietet strukturell als auch kulturell ausgezeichnete Voraussetzungen für internationale Hochschulkooperationen. Die strategisch günstige Position in Südostasien, die im regionalen Vergleich überdurchschnittlich gute physische und digitale Infrastruktur sowie die im akademischen Bereich hervorragenden Englischkenntnisse machen den Zugang zum malaysischen Bildungsmarkt sehr einfach. Zudem gibt es nicht zuletzt durch die langjährige Erfahrung mit internationalen Programmen eine ausgeprägte Affinität zu Europa und ein stetig wachsendes Interesse an Deutschland als Partner in Bildung und Forschung. 

Deutschland genießt in Malaysia einen ausgezeichneten Ruf als Standort für Bildung und Forschung, der sich längst nicht mehr nur auf die Ingenieurwissenschaften beschränkt. Im Wintersemester 2024/25 studierten laut destatis 1.736 Malaysierinnen und Malaysier in Deutschland. Während die Ingenieurwissenschaften weiterhin das beliebteste Fachgebiet sind, hat sich das Interesse in den letzten Jahren deutlich diversifiziert. So gewinnen insbesondere die Wirtschafts- und Sozialwissenschaften zunehmend an Bedeutung. Für Ingenieurstudierende bleiben die praxisorientierten Hochschulen für Angewandte Wissenschaften besonders attraktiv: Etwa zwei Drittel von ihnen entscheiden sich für diesen Hochschultyp.

Trotz eines deutlichen Wachstums sind die deutsch-malaysischen Hochschulbeziehungen weiterhin ausbaufähig. Der Hochschulkompass der Hochschulrektorenkonferenz listete 2025 rund 150 Kooperationen zwischen deutschen und malaysischen Hochschulen auf. 

Die Regierung fördert das Auslandsstudium traditionell mit Stipendien. Das Interesse an einem Auslandsstudium ist hoch, angetrieben durch den Wunsch nach international anerkannten Abschlüssen und besseren Karrierechancen. 

Zusätzlich unterstützt das DAAD-Kompetenzzentrum Internationale Wissenschaftskooperationen (KIWi) deutsche Hochschulen bei der Anbahnung, Durchführung und Intensivierung ihrer internationalen Aktivitäten:

DAAD KIWi
Das Kompetenzzentrum Internationale Wissenschaftskooperationen (KIWi) unterstützt deutsche Hochschulen bei der Anbahnung und Durchführung ihrer internationalen Aktivitäten. Mit individueller Beratung, vernetzter Expertise und Impulsen für den außenwissenschaftspolitischen Diskurs.

Finden Sie im Folgenden eine Auswahl unserer Förderprogramme:

PROMOS – Programm zur Steigerung der Mobilität von Studierenden deutscher Hochschulen
Das DAAD-Förderprogramm PROMOS fördert die internationale Mobilität von Studierenden und Promovierenden deutscher Hochschulen.
Internationalisierung der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW.International)
Der DAAD unterstützt Studierende und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von HAW bei ihren Auslandsaufenthalten.
Hochschulpolitische Informationsreise HAW. International in Südostasien
Eine Hochschulpolitische Informationsreise der Internationalen DAAD-Akademie (iDA) führte nach Malaysia und Indonesien.
Hochschulmanagement (DIES)
Das DAAD-Programm DIES fördert durch Trainingskurse, Dialogveranstaltungen und Kooperationen Hochschulen in Entwicklungs- und Schwellenländern.
Internationale Studien- und Ausbildungspartnerschaften (ISAP)
Ziel des Förderprogramms ist der Aufbau dauerhafter Kooperationen zwischen ausländischen und deutschen Hochschulen durch Studierenden- und Lehrendenaustausch.

Publikationen zum Thema Bildung und Wissenschaft finden Sie hier:

Berichte der Außenstellen
Die Berichte der Außenstellen vermitteln ein komplexes Bild der Hochschullandschaft sowie der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lage in den jeweiligen Sitzländern und Regionen.

Im Folgenden finden Sie weitere Informationen zu Bildung und Wissenschaft in Malaysia: