Academic Freedom Index

Wissenschaftsfreiheit und akademischen Austausch fördern

Weltweit leben 80 Prozent aller Menschen in Ländern, die Wissenschaftsfreiheit einschränken, so der aktuelle „Academic Freedom Index” (AFi). Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fordert anlässlich der Veröffentlichung Politik, Wissenschaft und Gesellschaft dazu auf, sich für Wissenschaftsfreiheit in Deutschland und weltweit einzusetzen.

AFi-Weltkarte

„Der ‚Academic Freedom Index‘ zeigt erneut eindringlich: Die Länder dieser Welt haben beim Thema Wissenschaftsfreiheit sehr unterschiedliche Rahmenbedingungen – dies sollte uns bei unserem Bemühen um internationalen Austausch und in der Gestaltung der deutschen Außenwissenschaftspolitik stets bewusst sein“, sagte DAAD-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee anlässlich der Veröffentlichung.

„In Deutschland gehören wir zum Fünftel der Weltbevölkerung, bei dem Freiheit in Forschung, Lehre und an Hochschulen nicht nur im Grundgesetz verankert, sondern auch in der Praxis umfänglich geschützt ist. Gleichzeitig muss uns klar sein, dass Wissenschaftsfreiheit in vielen Ländern unter anderen Vorzeichen arbeitet und dass auch wir in Deutschland und in der EU nicht vor Tendenzen zur Einschränkung der Wissenschaftsfreiheit gefeit sind“, so der DAAD-Präsident weiter.

„Für uns im DAAD ist daher der freie akademische Austausch zentral. Im Zusammenspiel mit wissenschaftlicher Freiheit unterstützt er grenzüberschreitende Kooperation in der Forschung, die Weiterentwicklung der Hochschulbildung und den wissenschaftlichen Fortschritt im Allgemeinen. Zudem schafft er für unabhängiges Denken Freiräume, die viele Menschen in repressiven Situationen oder in autoritär regierten Ländern dringend benötigen. Für diesen Austausch setzen wir uns auch in den aktuell herausfordernden Zeiten der Corona-Pandemie nachdrücklich ein.“

Blick auf Wissenschaftsfreiheit in aller Welt

Der Academic Freedom Index bewertet den Stand der Wissenschaftsfreiheit in 175 Ländern und Territorien. Anhand von fünf Indikatoren liefert er Daten zur Entwicklung der weltweiten Wissenschaftsfreiheit von 1900 bis 2020. Die umfangreiche Erhebung ist ein Gemeinschaftsprojekt von Forschenden an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, dem V-Dem Institut der Universität Göteborg und dem Global Public Policy Institute in Berlin in enger Zusammenarbeit mit dem Scholars at Risk Network (SAR).