Neue Wege im Kampf gegen Infektionskrankheiten

Im Labor lassen sich Antworten auf zahlreiche Krankheiten finden.

Der Mikrobiologe Flavian Fukah Jam aus Kamerun stand kurz davor, die Wissenschaft aufzugeben. Dann eröffnete ihm das Globale Zentrum CAIDERA eine neue Chance. Heute promoviert er in Deutschland zur innovativen Bekämpfung von Infektionskrankheiten. CAIDERA ist eines von insgesamt acht Globalen Zentren in den Feldern Klimaschutz und Gesundheit, die der DAAD mit Mitteln des Auswärtigen Amts fördert.

Flavian Fukah Jam forscht in einem wissenschaftlichen Feld, das Leben rettet. Doch bevor er Mitglied der Arbeitsgruppe Infektionsimmunologie an der Universität Tübingen wurde, musste der 27-jährige Kameruner auch Widerstände überwinden. Im Interview erzählt er von seinem Weg.

Herr Fukah, 2023 haben Sie das Masterstudium Infektionsbiologie und -kontrolle des DAAD-geförderten Globalen Zentrums CAIDERA (Central African Infectious Disease and Epidemics Research Alliance) aufgenommen. Welche Bedeutung hatte dieser Schritt für Ihren wissenschaftlichen Weg?

Flavian Fukah Jam

Das war eine unverhoffte Chance. Zuvor hatte ich an der Universität Buea in Kamerun mein Masterstudium in Mikrobiologie begonnen, konnte dort aber meine Arbeit zum COVID-19-Erreger SARS-CoV-2 nicht fortsetzen. Es gab Probleme mit beschädigtem Forschungsequipment, Fördergelder blieben aus – es ging nicht mehr weiter. Ich war kurz davor, der Wissenschaft den Rücken zu kehren und meinen Lebensunterhalt als Taxifahrer zu verdienen. Doch dann machte mich meine Bekannte Vanessa Amana Bokagne auf das neue CAIDERA-Zentrum aufmerksam. Ich bewarb mich, wurde angenommen und zog nach Gabun. Dort arbeitet das Centre de Recherches Médicales de Lambaréné mit der Eberhard Karls Universität Tübingen, dem französischen Institut Pasteur und weiteren Partnern unter dem Dach von CAIDERA zusammen.

Was ist das Besondere an CAIDERA?

CAIDERA legt den Fokus auf Infektionskrankheiten. Das ist wissenschaftlich hochrelevant, besonders für den afrikanischen Kontinent, den solche Krankheiten immer wieder außergewöhnlich hart treffen. CAIDERA bietet afrikanischen Studierenden vielfältige Möglichkeiten, mit den Mitteln der Wissenschaft etwas gegen diese Krankheiten zu unternehmen. Allein in meinem Jahrgang kamen Studierende aus sechs afrikanischen Ländern zusammen, aus verschiedenen Regionen des Kontinents mit jeweils eigenen Herausforderungen. Das hat uns allen geholfen, voneinander zu lernen und unser Wissen auf einzigartige Weise zu vertiefen. Und natürlich haben wir von der großen Fachkompetenz der Lehrenden aus Afrika und anderen Teilen der Welt profitiert.

Sie haben mit CAIDERA Ihren Masterabschluss erworben und konnten direkt im Anschluss als Doktorand in derselben Arbeitsgruppe der Universität Tübingen weiterforschen. Was treibt Sie an?

Gerade in der Medizin gibt uns die Wissenschaft die kostbare Möglichkeit, das Leben von Menschen zu verbessern, ja sogar zu retten. Dazu beitragen zu können, motiviert mich sehr. Immunologie fasziniert mich seit Beginn meines Studiums, und ich bin glücklich, dass ich meine Kenntnisse immer weiter vertiefen konnte und in meiner Promotion mit der Systemserologie einen vielversprechenden Ansatz zur Infektionsbekämpfung verfolgen kann.

Was schätzen Sie an der Universität Tübingen?

Besonders gut gefällt mir die starke interdisziplinäre und interkulturelle Prägung der Universität. Das Institut für Tropenmedizin, an dem ich arbeite, bietet ein sehr weltoffenes, internationales Umfeld. Ich habe mich von Anfang an willkommen gefühlt. Diese Atmosphäre hilft mir auch sehr bei meiner wissenschaftlichen Arbeit. Mein Doktorvater Professor Rolf Fendel hat an mich geglaubt und mich darin bestärkt, die Promotion anzugehen.

Was sind Ihre Ziele für die Zukunft?

Mein Fokus liegt aktuell voll und ganz auf der Promotion. Ich habe in meinem Leben gelernt, dass sich nicht alles von vornherein planen lässt. Ich bin dankbar, dass mir die DAAD-Förderung von CAIDERA neue Möglichkeiten in der Wissenschaft eröffnet hat. Nun möchte ich meine Forschung weiter vorantreiben.

Interview: Johannes Göbel (14. April 2026)

 

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