HAW.International: Mit Kurzmaßnahmen die Internationalisierung vorantreiben

Summer Schools an der Fachhochschule Potsdam

Viele Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) wollen ihre Internationalisierung vorantreiben. Der DAAD unterstützt sie mit dem Programm HAW.International dabei, strategische Partnerschaften und Netzwerke aufzubauen, zu erweitern und zu vertiefen. Neben Projekten mit dreijähriger Laufzeit werden seit Anfang 2025 auch Kurzmaßnahmen gefördert, die in der Regel etwa sechs Monate dauern und beispielsweise gemeinsame Summer Schools, Konferenzen oder kooperative Fort- oder Weiterbildungen umfassen können.

Mit der ersten Summer School der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig (HTWK Leipzig) mit Partnern in Armenien und Georgien ist Professor Bodo Sturm hochzufrieden: „Lehrende und Studierende der drei Hochschulen haben einander kennengelernt und sehr gut zusammengearbeitet.“ Fast 30 Bachelorstudierende der HTWK Leipzig, der Armenischen Staatlichen Wirtschaftsuniversität (ASUE) in Jerewan und der Kaukasus-Universität (CU) in Tbilissi befassten sich Ende September in Leipzig gemeinsam mit Makroökonomie, Handel und interkultureller Kommunikation. 

Kooperation mit Leben füllen

Die Summer School ist Teil des Projekts „GSE-econ“ (Germany, the EU, and the South Caucasus – an economic perspective), das durch das Programm HAW.International Kurzmaßnahmen des DAAD gefördert wird. „Wir möchten die kürzlich geknüpften Beziehungen zur Armenischen Staatlichen Wirtschaftsuniversität und zur Kaukasus-Universität strategisch entwickeln, um unser Netzwerk mit Osteuropa zu erweitern. Armenien und Georgien könnten als Handelspartner Deutschlands und der EU künftig noch an Bedeutung gewinnen“, sagt Sturm. Der Wirtschaftswissenschaftler leitet den Bachelorstudiengang International Management der HTWK Leipzig, in dem interkulturelles Lernen eine besonders große Rolle spielt. Im November wird er mit Verwaltungsmitarbeitenden der HTWK Leipzig in den Südkaukasus reisen, um die Kontakte zu vertiefen und konkrete Vereinbarungen über den künftigen Austausch zu schließen. Auch diese Reise ist Teil des geförderten Projekts. „Die Programmlinie Kurzmaßnahmen ist für unser Vorhaben ideal, denn mit der Summer School konnte die Kooperation schon in der Anbahnungsphase mit Leben gefüllt werden“, meint Bodo Sturm.

Erste institutionelle Kooperation mit einem Partner im Globalen Süden

Die Fachhochschule Potsdam (FH Potsdam) hat ihr Kurzmaßnahmen-Projekt „Digital Twin“ von vornherein als zweiten Schritt beim strategischen Aufbau ihrer Partnerschaft mit der Technischen Universität Kenia (TU-K) in Nairobi konzipiert. Die TU-K legt ähnlich wie die HAW einen besonderen Schwerpunkt auf angewandte Forschung und praxisnahe Ausbildung. Das Projekt schließt an eine Fact Finding Mission an, während der Lehrende beider Seiten bereits an der jeweiligen Partnerhochschule unterrichtet haben. Mit der Unterzeichnung einer Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) geht die FH Potsdam in diesen Wochen ihre erste institutionelle Kooperation mit einem Partner im Globalen Süden ein. Die Zusammenarbeit biete vielfältige Chancen, insbesondere für die Disziplinen Informationswissenschaft, Archivwesen und Design, sagt Professorin Constanze Langer, Vizepräsidentin für Digitalisierung und Internationalisierung der FH Potsdam: „Die Partnerschaft hilft, praxisnahe Studieninhalte, projektbasierte Lehre und duale Elemente auf beiden Seiten zu stärken und durch den Austausch didaktischer Modelle voneinander zu profitieren.“

Internationalisierung vorantreiben

Kernstück von „Digital Twin“ ist eine gemeinsame Autumn School im November in Nairobi, bei der bereits zwei kenianische Praxispartner eingebunden sind: Studierende beider Hochschulen werden an der digitalen Aufbereitung von Karten des Kenya National Archives and Documentation Service arbeiten und dabei ein mobiles Digitalisierungslabor nutzen. „Das Kartenmaterial wurde bisher weder erfasst noch beschrieben“, sagt Langer. „Ziel ist, für die momentan ungeordnete Sammlung an Karten eine Systematik der Digitalisierung aufzubauen.“ Die Ergebnisse sollen mit einer Ausstellung in den Räumen des Kenya National Library Service der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. 

Die Kurzmaßnahme baut auf einem ersten, umfassenden HAW.International-Projekt auf: 2021 und 2022 hatten alle Fachbereiche und die Verwaltung partizipativ die Internationalisierungsstrategie der FH Potsdam entwickelt. Zudem wurden neue Sprachkurse, Weiterbildungsangebote und ein Buddy-Programm eingeführt, zahlreiche internationale Hochschulpartnerschaften geschlossen und Mobilitätsfenster in allen Studiengängen geschaffen. „Die Erfahrungen aus diesem Projekt haben dazu geführt, dass eine schrittweise Internationalisierung zielgerichteter und somit nachhaltiger betrieben wird“, meint Constanze Langer: Noch während der Kurzmaßnahme wollten sich die Hochschulpartner über gemeinsame Lehrformate und kooperative Betreuungen von Abschlussarbeiten verständigen sowie die Zusammenarbeit auf den Fachbereich Design ausweiten. Als nächster Schritt sei dann geplant, Praxispartner in beiden Ländern sowie nicht-wissenschaftliches Personal in Laboren und Werkstätten einzubinden.

Miriam Hoffmeyer (25. September 2025)

 

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