Gemeinsam für Grünen Wasserstoff

Gruppenfoto von rund 25 internationalen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der DAAD GH2 Research Tour 2024 auf einer Treppe vor einem Institutsgebäude.

Mit dem Programm ERF Zukunftsstipendien – Grüner Wasserstoff fördert der DAAD nicht nur Forschung und Vernetzung in einem strategischen Zukunftsfeld – im Zentrum stehen auch die interdisziplinären Arbeitsgruppen, in denen internationale Geförderte ihre Erfahrungen teilen, Wissen bündeln und neue Kooperationen anstoßen. Zahlreiche Stimmen aus dem Programm zeigen, wie gewinnbringend der Austausch ist.

Den wissenschaftlichen Nachwuchs im wichtigen Themenfeld Grüner Wasserstoff fördern und den Aufbau internationaler fachlicher Netzwerke unterstützen: Das ist das Ziel des Stipendienprogramms ERF Zukunftsstipendien – Grüner Wasserstoff (GH2), das der DAAD seit nunmehr gut zwei Jahren anbietet. Das Programm richtet sich an Masterstudierende, Doktoranden und Doktorandinnen sowie Postdocs. Finanziert wird es durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt.

Ein zentrales Element des Programms ist die Bildung von Arbeitsgruppen, die sich mit allen Segmenten der Wasserstoff-Wertschöpfungskette beschäftigen – von der Produktion über den Transport und die Infrastrukturen bis hin zur Marktstimulierung und den für das Wasserstoff-Ökosystem relevanten Querschnittsthemen. „Die Teilnehmenden sind automatisch Teil der Arbeitsgruppen und sie entscheiden selbst, bei welcher Gruppe sie mitmachen wollen“, erläutert Laura Méndez Prencke vom DAAD. Auch nach dem Ende des Stipendiums können die Geförderten sich weiter aktiv einbringen. Viele nutzen diese Gelegenheit, um neue Kontakte zu knüpfen und sich mit anderen Alumnae und Alumni sowie Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft, Industrie und öffentlichen Verwaltung auszutauschen.

„Die Arbeitsgruppen bieten allen Teilnehmenden verschiedene Vorteile“, sagt Prencke. „Die Geförderten können von einem Netzwerk profitieren, um ihr Wissen zu erweitern, Informationen auszutauschen, Kooperationsmöglichkeiten zu schaffen und die Sichtbarkeit und Reichweite ihrer Forschung zu erhöhen.“ Die teilnehmenden Forschenden und Institutionen treten in einen Dialog mit anderen Fachleuten sowie dem wissenschaftlichen Nachwuchs und lernen so die Forschung anderer Institutionen im In- und Ausland kennen. So entsteht eine inter- und transdisziplinäre „Green Hydrogen Community“.

Teilnehmende loben die Arbeitsgruppen als „wertvolle Initiative“, die die Entwicklung der internationalen Zusammenarbeit in diesem strategischen Bereich unterstützt. Dazu gehören auch die Networking-Workshops, die Laura Méndez Prencke einmal pro Monat organisiert, mit Vortragenden aus unterschiedlichen Ländern. Bei jedem dieser Online-Treffen schalten sich über 100 Personen zu. „Es gibt immer sehr aktive Diskussionen. Wir bieten ein Forum für Vernetzung und Kooperationen, und es funktioniert.“

„Das Format fördert offene Diskussionen und den Austausch von Ideen“

Yasmin Lucero Cobos-Becerra (Mexiko)

Frau mit langen, glatten, rötlich-blonden Haaren, blauer Bluse und Brille steht vor einer hellen Wand.

 „Seit der DAAD Green Hydrogen Research Tour im September 2024 habe ich an mehreren der vom DAAD organisierten Online-Workshops als Expertin teilgenommen. Diese Workshops waren durchweg gut strukturiert und sehr relevant für unsere Forschungsaktivitäten am Helmholtz-Zentrum Berlin, insbesondere in den Bereichen Grüne Wasserstofftechnologien und nachhaltige Energiesysteme. Was ich besonders schätze, ist die Tatsache, dass diese Workshops die Möglichkeiten für sinnvolles Networking erweitern und eine Plattform bieten, um potenzielle Kooperationen auszuloten. Das Format fördert offene Diskussionen und den Austausch von Ideen, sodass die Entwicklung der internationalen Zusammenarbeit in diesem strategischen Bereich unterstützt wird. Ich habe neue Kontakte geknüpft, die zu künftigen gemeinsamen Projekten führen können.“

Dr. Yasmin Lucero Cobos-Becerra ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und stellvertretende Leiterin der Abteilung Energie und Information am Helmholtz-Zentrum für Materialien und Energie Berlin (HZB) sowie Projektkoordinatorin des interdisziplinären Projekts CARE-O-SENE – Catalyst Research for Sustainable Kerosene. Die promovierte Umwelttechnikerin ist Expertin für internationale Forschungsprojekte zu erneuerbaren Kraftstoffen, H₂-Katalyse und Power-to-X. 

„Ich habe ein breites Spektrum an Forschenden aus vielen Ländern kennengerlernt“

Kevin Jeffrey Chau (Kanada)

Lächelnder junger Mann mit Brille und hellblauem Hemd steht im Freien mit Blick auf eine hügelige Wohngegend.

„Es ist beeindruckend, wie sehr sich der DAAD bemüht, die Forschenden bei ihren Projekten zu unterstützen. Ich arbeite gerade an meiner Masterarbeit über die kumulative Folgenabschätzung von Grünem Wasserstoff in Norwegen, wo ich Interviews führe. Dafür hat mir der DAAD mehrere Kontakte vermittelt, mit denen ich Gespräche führen konnte, was meiner Forschung direkt zugutekommt. Die Networking-Workshops und direkten Konsultationen, die im Rahmen der Arbeitsgruppen angeboten werden, finde ich sehr hilfreich und würde sie auf jeden Fall weiterempfehlen. Für mich ist es eine sehr positive Erfahrung, ein so breites Spektrum an Forschenden aus vielen Ländern und mit unterschiedlichem Hintergrund kennenzulernen.“

Kevin Jeffrey Chau ist ein kanadischer Biologe und Umweltwissenschaftler. Aktuell ist er Masterstudent an der Technischen Universität Berlin im Fachgebiet Umweltprüfungen und forscht zur kumulativen Folgenabschätzung von Grünem Wasserstoff.

„Die Vielfalt der Themen hat meinen Blickwinkel erweitert“

Jonathan Moses Ortmann (Namibia)

Mann im Anzug und Schirmmütze steht neben einem Konferenzplakat zur Namibia Green Hydrogen Safety and Power-to-X Tour 2025.

„Für mich sind die Arbeitsgruppen eine bereichernde Erfahrung. Die Vielfalt der behandelten Themen – von technischen Aspekten der Wasserstofferzeugung und -speicherung bis hin zu ökologischen und wirtschaftlichen Überlegungen – hat meinen Blickwinkel erheblich erweitert. Zudem schaffen die Arbeitsgruppen viele Möglichkeiten zur Vernetzung, und diese Kontakte haben sich für mich bereits als hilfreich erwiesen. Darüber hinaus war ich Mitorganisator der Namibia Green Hydrogen Safety and PtX Conference and Tour, einer vom DAAD unterstützten Veranstaltung, die nationale und internationale Akteure zusammenbrachte. Dieses Engagement bot eine einmalige Gelegenheit, sich mit anderen Mitgliedern der Arbeitsgruppe und wichtigen Vertretern der Branche auszutauschen und so den Wert dieser Initiative weiter zu stärken.“

Jonathan Moses Ortmann ist ein namibischer Wissenschaftler mit einem Master of Science sowohl in Chemie als auch in Sustainable Energy Systems. Sein Forschungsschwerpunkt liegt auf Grünem Wasserstoff, Power-to-X und Grünem Ammoniak.

„Die Arbeitsgruppen bieten mehr als technisches Wissen“

Justine Nelago Auene (Namibia)

Porträt einer jungen Frau mit glatter Frisur, weißer Bluse und ernstem Blick vor hellblauem Hintergrund.

„Bei einem der ersten Treffen mit dem DAAD-Team habe ich von den Arbeitsgruppen erfahren und nehme nun an der Gruppe ‚Produktion‘ teil. Der Austausch mit Vertretern unterschiedlicher Disziplinen ist für mich inspirierend. Ich habe an drei internationalen Konferenzen teilgenommen, die vom DAAD im Rahmen der Arbeitsgruppenmitgliedschaft voll finanziert wurden. Ich knüpfte wichtige Kontakte zu Forscherkollegen und Fachleuten, mit denen ich zum Teil noch immer über Forschungsideen und mögliche Kooperationen spreche. Insgesamt finde ich die Arbeitsgruppen und Netzwerkveranstaltungen äußerst nützlich und würde sie anderen in diesem Bereich sehr empfehlen. Sie bieten nicht nur technisches Wissen, sondern auch eine Plattform, um als Teil einer globalen Gemeinschaft zu wachsen, die sich für eine nachhaltige Wasserstoffzukunft einsetzt.“

Justine Nelago Auene ist eine namibische Chemikerin an der Namibia University of Science and Technology, die sich auf Wasserstoffforschung spezialisiert hat. Ihre Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung nachhaltiger und kostengünstiger Materialien für Umwelt- und Energieanwendungen.

Text und Protokolle: Verena Kern (19. Juni 2025)


 

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