Immer aktuell – immer relevant: 20 Jahre Internationale DAAD-Akademie (iDA)

Angebote zu allen Themen der Internationalisierung von Hochschulpersonal bietet die iDA.

Rund 100 Schulungen und mehr als 300 Referierende im Jahr: Ein Blick ins Fortbildungsprogramm der Internationalen DAAD-Akademie (iDA) zeigt, wie nah am Puls der Zeit die Seminare, Workshops und interkulturellen Trainings ausgerichtet sind. Ob KI im internationalen Hochschulmarketing, interkulturelle Kompetenz zur arabischen Welt oder Willkommenskultur in der Praxis – seit 20 Jahren bündelt das iDA-Programm praktische Erfahrung und Expertise aus dem weltweiten DAAD-Netzwerk für die aktuellen Bedarfe der Hochschulen.  

Die iDA unterstützt deutsche Hochschulen dabei, Prozesse der Internationalisierung anzustoßen und umzusetzen. „Das macht die iDA als Weiterbildungsakademie einzigartig“, sagt DAAD-Generalsekretär Dr. Kai Sicks. „Sie agiert partnerschaftlich, innovativ und stets mit größtmöglichem Anspruch an Aktualität und Relevanz.“  

Im Interview berichten Alema Ljumanovic-Hück, Leiterin der iDA, sowie die Teilnehmerin und Referentin Katharina Schmitt, was die Arbeit der Akademie aus ihrer Sicht unverwechselbar macht.  

„Eine Bereicherung für uns alle“ 

Vier Fragen an Alema Ljumanovic-Hück, Leiterin der Internationalen DAAD-Akademie (iDA) 

Alema Ljumanovic-Hück leitet die iDA seit 2018.

Frau Ljumanovic-Hück, was hat die iDA in 20 Jahren geschafft?     

Seit dem Beginn unserer Arbeit vermitteln wir interkulturelle und sprachliche Kenntnisse zu verschiedenen Weltregionen und richten uns dabei in erster Linie an Hochschulverwaltungen. Damit können wir Kolleginnen und Kollegen dabei unterstützen, mit internationalen Kooperationspartnern und Studierenden erfolgreich zu kommunizieren. Das war ein Meilenstein für die Internationalisierung deutscher Hochschulen! Heute wissen wir aus vielen Rückmeldungen, dass in den zwei Jahrzehnten ein riesiges Netzwerk zwischen den Teilnehmenden unserer Fortbildungsangebote entstanden ist, das weiter wächst und wertvolles Wissen – rund um alle Aspekte der Hochschulinternationalisierung – verteilt. 

Wie hat sich die Arbeit der iDA über die Jahre verändert? 

Die wichtigste Veränderung war sicherlich die Einrichtung von Onlinekursen. Bereits 2019, noch vor der Coronapandemie, hatten wir vorausschauend einige Webinare als Pilotformat angeboten. So waren wir nicht nur gut auf die Pandemiebedingungen vorbereitet, wir haben uns auch didaktisch und methodisch weiterentwickelt und uns neue Zielgruppen erschlossen. Das war sehr wichtig, denn so hatten alle Mitarbeitenden, die sich an Hochschulen mit Internationalisierungsprojekten befassen, eine Chance, teilzunehmen – auch wenn sie beispielsweise in Teilzeit arbeiten, aus gesundheitlichen Gründen nicht reisen können, oder das Budget der Hochschulen für so eine Reise zu niedrig ist. 

Das Team der iDA

Was sind die größten Erfolge der iDA? 

Wir erweitern unser Portfolio stetig und können so auf aktuelle Bedarfe reagieren. Im Zuge der zunehmenden Migration nach Deutschland 2015 haben wir zum Beispiel zahlreiche Kurse zur Betreuung und Begleitung von geflüchteten Studierenden angeboten, weil die Hochschulen das dringend brauchten. Später haben wir die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) in den Blick genommen und ein speziell auf ihre Bedarfe zugeschnittenes Programm entwickelt. Seit zwei Jahren stehen für die Hochschulen die Fachkräftegewinnung und -qualifizierung im Fokus. Wir unterstützen die Mitarbeitenden dabei, Welcome Center weiter auszubauen oder Studierende und Promovierende beim Übergang in den Arbeitsmarkt zu begleiten. Auch sind die Mitglieder der Hochschulleitung eine immer wichtigere Zielgruppe geworden, für die wir Angebote im Bereich der strategischen Internationalisierung kontinuierlich ausbauen. 

Wie schafft es die iDA, ihr Programm aktuell zu halten? 

Der kontinuierliche Austausch mit den Hochschulmitarbeitenden ist der Schlüssel. Wir erhalten nicht nur während der Fortbildungen wichtige Impulse dazu, was die Hochschulen in den jeweiligen Themenfeldern bewegt und welche Bedarfe es gibt, sondern fragen nach jedem Seminar: Was fehlt euch in unserem Portfolio? Welche Themen und Formate könnten wir noch anbieten? Aus den Rückmeldungen konzipieren wir das Fortbildungsprogramm für das kommende Jahr und behalten uns auch kurzfristige Anpassungen vor. Ad hoc konnten wir zum Beispiel zu Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine Angebote zum Thema Interkulturelle Kompetenz oder auch Fürsorge schaffen – für das Personal, das mit Geflüchteten zu tun hat. Wir reagieren auf aktuelle Fragen, die die Hochschulen beschäftigen, wie den Einsatz von Künstlicher Intelligenz oder wie Kooperationen unter geopolitisch herausfordernden Umständen sicher gestaltet werden können – ohne die Innovationskraft zu schwächen.  

„Die Angebote sind unersetzlich!“ 

Katharina Schmitt arbeitet seit mehr als 20 Jahren in International Offices weltweit und leitet aktuell das International Office der Universität Potsdam. Sie war Teilnehmerin vieler iDA-Angebote und ist seit 2023 selbst als Dozentin bei der iDA aktiv.  

Katharina Schmitt ist Leiterin des International Office der Universität Potsdam.

„Die Fortbildungsangebote der Internationalen DAAD-Akademie sind für uns Mitarbeitende in den International Offices von Hochschulen unersetzlich. Viele haben zum Beispiel Kultur- oder Sozialwissenschaften studiert und sind als Quereinsteiger zu ihrer Tätigkeit gekommen. Bei ihrer täglichen Arbeit sind sie auf fachlichen Austausch angewiesen, da bisher kein zugeschnittenes Studium auf den Beruf hinführt. Diese Lücke schließt seit 20 Jahren die iDA! Das Fortbildungsprogramm ist immer up-to-date; ein eigenes Modulzertifikat Internationalisierung ermöglicht besonders vertiefte Professionalisierung. Ob zu aktuellen hochschulpolitischen Entwicklungen im Kontext von Internationalisierung, in Bezug auf Rechtsfragen oder zu speziellen Förderprogrammen: Im iDA-Angebot gibt es für alle unsere Themen ein speziell zugeschnittenes Trainingsprogramm. Die Online- und Präsenzformate der Fortbildungen sind abwechslungsreich und ermöglichen den Teilnehmenden über den thematischen Input hinaus wichtigen Austausch in kleinen Arbeitsgruppen. Seit 2023 gebe ich in Seminaren selbst mein Wissen weiter, und auch das ist wertvoll und inspirierend. Man kommt wieder ins Gespräch, reflektiert erneut die eigene Vorgehensweise und lernt nie aus.“ 

Bettina Mittelstraß (09. April 2026)