Kompetenzbeleg und Türöffner: Was der neue PACA-Status für den DAAD bedeutet

Lächelnder Mann mit Brille

Als erste deutsche Wissenschaftsorganisation erhält der DAAD die PACA-Akkreditierung (Pillar Assessed Contribution Agreement) der EU – ein wichtiger Schritt für die weitere internationale Projektarbeit. Michael Hörig, Leiter des Büro Brüssel, erklärt, welche neuen Möglichkeiten sich dadurch eröffnen.

Was bedeutet die PACA-Akkreditierung für den DAAD?

Den PACA-Status erhält man nach einem mehrstufigen externen Prüfverfahren. Der DAAD hat sich hierauf intensiv und erfolgreich vorbereitet. Die Akkreditierung ist daher ein Vertrauensbeweis in die Leistungsfähigkeit und Prozesse des DAAD. Wir sind die erste deutsche Wissenschaftsorganisation mit diesem Status. Dank PACA erhalten wir die Möglichkeit, gemeinsam mit der Europäischen Union strategische Projekte im Hochschul- und Wissenschaftsbereich weltweit proaktiv auf der Basis der bestehenden EU-Strategien zu initiieren und zu implementieren. Dies ist komplementär zu den Programmen, die der DAAD mit Bundesmitteln umsetzt, und hebt die Bedeutung des globalen DAAD-Netzwerks hervor. PACA-Vorhaben sollen primär im Außennetzwerk implementiert werden. 
Im Rahmen der PACA-Akkreditierung wird die Außenstelle Brüssel zum neuen Verbindungsbüro des DAAD.

Wie verändert sich die Zusammenarbeit mit europäischen Institutionen und Partnern durch den neuen Status?

Die Neuaufstellung als Büro Brüssel ermöglicht es, einen holistischen Ansatz zwischen Liaison-Arbeit mit den europäischen Institutionen, strategischer Projektentwicklung und -akquise sowie Unterstützung innerhalb des DAAD zu gewährleisten. Diese Themen sind eng miteinander verknüpft. Die Zusammenarbeit mit den europäischen Institutionen ist bereits intensiv. Mit der PACA-Akkreditierung erhalten wir zusätzliche Relevanz und Aufmerksamkeit, da wir als Implementierungspartner für unseren Sektor – Hochschule und Wissenschaft – herangezogen werden können. Momentan sind wir außerdem die einzige Organisation innerhalb unseres Dachverbandes ACA, die diesen Status hat.   

Gibt es schon konkrete Pläne, wie Sie die PACA-Akkreditierung in Zukunft nutzen werden, zum Beispiel mit neuen oder erweiterten Programmen?

Ja, es gibt bereits sehr konkrete Pläne. In Jordanien soll in Kürze ein erstes Projekt mit einem PACA-Vertrag beginnen. Hierzu liefen bereits seit Monaten intensive Gespräche mit der EU-Delegation in Amman und der belgischen Entwicklungsagentur Enabel. Der neue Status hat zu einem PACA-konformen Vertragsentwurf geführt. Für das „EU Mobility Programme for Myanmar (EMPM)“, das primär an der Außenstelle Jakarta implementiert wird, ist PACA die Voraussetzung für die Umsetzung einer zweiten Förderphase. In Brüssel laufen außerdem Gespräche für eine DAAD-Beteiligung an der EU-Initiative „Study and Research in Africa.“ Mit diesen drei Vorhaben hat der DAAD hervorragende Bedingungen, den PACA-Status zu testen, die etablierten Standards weiter zu professionalisieren und Synergien aus den Erfahrungen mit PACA-Projekten und dem bereits etablierten Fördermanagement zu schöpfen. 
 

14. August 2025