DAAD Porträt des Monats

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DAAD Porträt des Monats

Oktober 2017

Wir stellen vor: Das DAAD Lektorat in Algier seit September 2017 wieder besetzt

Der DAAD verfügt weltweit über ein Netzwerk von 70 Außenbüros und er vermittelt rund 500 Lektorinnen und Lektoren vorrangig im Fach Germanistik / Deutsch als Fremdsprache an Hochschulen in über 110 Ländern. DAAD Lektoren sind vertraglich an ausländischen Hochschulen angestellt und nehmen folgende Aufgaben wahr:

  • Vermittlung des Deutschen als Fremdsprache und der Inhalte des jeweiligen Studienfachs
  • Allgemeine Beratung über Studienmöglichkeiten in Deutschland, spezielle Beratung für Stipendienbewerber
  • Zusätzlich zu ihrer Lehrtätigkeit übernehmen Lektoren kulturpolitische Aufgaben

Seit September 2017 ist das DAAD Lektorat an der Universität Algier 2 wiederbesetzt. Der Lektor, Herr Holger Radke, bietet zweimal wöchentlich im Rahmen von Sprechstunden Information und Beratung zu „Studieren und Forschen in Deutschland und zu den DAAD-Stipendienprogrammen'' an.   

 

1)      Bitte stellen Sie sich kurz vor!

Mein Name ist Holger Radke, ich komme aus Dresden in Deutschland und habe deutsche Literaturwissenschaft, Geschichte und Philosophie studiert. Nach ein paar Jahren als freier Journalist bin ich auf verworrenen Wegen im Theater gelandet, wo ich dann ein paar Jahre als Regieassistent und Dramaturg gearbeitet habe, bevor es mich auf weiteren – nicht minder verworrenen Wegen – nach Algerien verschlagen hat. Hier bin ich seit September DAAD-Lektor an der Universität Algier 2.

2)      Sie haben sich auf das DAAD Lektorat in Algier erfolgreich beworben? Was hat Sie dazu gebracht - welche Motivation bzw. was für ein Interesse?

Ich bin nicht besonders begabt, was Fremdsprachen angeht und die einzige Möglichkeit, mich mit Menschen außerhalb Deutschlands zu unterhalten, ist, ihnen Deutsch beizubringen.

Ich habe bereits vor dem Lektorat Deutschkurse in verschiedenen Ländern gegeben und habe – weil ich meine Theatererfahrungen gern einbringen wollte – in Theaterworkshops spielerisch versucht, Spracherwerb und Spaß zu verbinden.

Das einzige, was mir neben der deutschen Sprache und der kulturellen Arbeit noch gefehlt hat, war das geordnete Chaos einer Universität und die vor Disputen flirrende Luft des akademischen Austauschs. Also habe ich gesucht und bin beim DAAD fündig geworden, der diese drei Aspekte sehr schön vereint.

3)      Wie war der „Einstieg" an der Universität Algier 2 als Lektor?

Ich wurde von Anfang an sehr herzlich und freundlich aufgenommen. Noch in den Sommersemesterferien wurde ich von der Vizerektorin und dem Dekan der Sprachenfakultät empfangen, die mir gegenüber zum Ausdruck gebracht haben, wie wichtig für sie die Kooperation mit dem DAAD ist. Auch die Kolleginnen und Kollegen in der Deutschabteilung waren sehr offen, zuvorkommend und neugierig. Da hat das Ankommen schon Spaß gemacht.

Einzig die Studierenden haben am Anfang auf sich warten lassen. Die ersten zwei, drei Wochen kam gar niemand zu den Seminaren. Ich dachte, die kennen mich noch gar nicht und bleiben schon fern. Aber dann hat man mir gesagt, das sei normal. Mittlerweile kommen welche, zwar noch immer nicht alle, aber die, die da sind, kommen auch wieder.

4)      Was sind Ihre Pläne und Erwartungen?

Zunächst einmal möchte ich mich zurecht finden im Universitätsalltag, die Vorgänge und Abläufe verstehen lernen, die Räume finden. Das klingt banal, scheint aber eine größere Aufgabe zu werden. Ein bisschen fühlt es sich so an, als wäre man wieder im ersten Semester. Nur dass man diesmal keine Fragen stellen, sondern beantworten soll.

Ich glaube, viele Studierende in Algerien haben einen klaren Plan davon, was sie von der Zukunft erwarten. Und wenn ich dabei helfen kann, indem ich sie berate, wie sie ein Semester in Deutschland studieren oder einen Sprachkurs machen können, dann wäre das eine feine Sache.

Ansonsten hoffe ich, ein paar begeisterungsfähige Köpfe zu finden, die Lust haben, den Komfortbereich zwischen Das-haben-wir-immer-so-gemacht und Da-wird-sich-schon-irgendwer-drum-kümmern zu verlassen.

5)      Ein paar Eindrücke aus Algier/Algerien?

Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen hier Ausländer mit einer wunderbaren Mischung aus Distanz und Neugier betrachten: Einerseits begegnen mir die meisten mit Interesse, was mein Leben und meine Meinung zu den Fixsternen globaler Alltagskommunikation (Politik, Wetter, Fußball) angeht. Andererseits ist das Interesse nicht so überbordend und geht nicht so weit, dass ich mich wie ein Tourist fühle, und mich unsicher umschaue und den Haken an der Sache suche. Es kommt sogar vor, dass ich augenzwinkernd-mitleidig gefragt werde, was um alles in der Welt mich denn bitteschön ausgerechnet nach Algerien verschlagen hat. Als würden sie fragen: Und warum bist du im Gefängnis?

In einem meiner ersten Kurse an der Universität haben die Studierenden mich gefragt, warum ich in Algerien bin und wie lange ich hier bleiben möchte. Ich habe gesagt, ich verlasse das Land erst wieder, wenn alle Menschen hier Deutsch mindestens auf A2-Niveau sprechen. Der ganze Kurs hat gelacht. Aber sie werden schon noch sehen... 

Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg bei der Arbeit!

Der DAAD in Algerien

Das DAAD Büro Tunis hat regionale Aufgaben für den Maghreb – für Algerien, Tunesien, Marokko und Libyen.

Das DAAD Informationszentrum Tunesien informiert und berät algerische Studierende, Wissenschaftler und Projektpartner zu „Studieren und Forschen in Deutschland“, führt die DAAD Stipendienauswahlen in der Region durch und ist regelmäßig auf Messen, Informationstagen und Hochschulbesuchen in den Maghreb-Ländern.

Die Webseite des DAAD Büros Tunis: www.daad.tn enthält viele Hinweise, Programmausschreibungen und aktuelle Berichte, die auch für Algerien gelten.

Mit dem wiederbesetztem Lektorat gibt es seit September 2017 nun auch wieder einen direkten Ansprechpartner vor Ort.

September 2017

DAAD Tunis feiert seinen fünfjährigen Geburtstag

DAAD Tunis hat Partner, Alumni und Freunde zu einem "Maghrebinischen Abend" anlässlich des fünfjährigen Bestehens ins Fondouk El Atterine eingeladen. Knapp 100 Gäste kamen zu einem bunten Abend mit Musik, Tanz und feierten bis spät in die Nacht.

                                                                                                                     

DAAD Büro Tunis feiert Geburtstag und blickt mit Partnern, Stipendiaten und Alumni aus Algerien, Marokko und Tunesien auf fünf erfolgreiche Jahre zurück. Im September 2012 hat der DAAD beschlossen ein Büro für den Maghreb zu eröffnen. Auf die bewegten Ereignisse der sogenannten „Jasmin-Revolution“ in Tunesien im Dezember 2011 hat der DAAD schnell reagiert und in Tunis eine Anlaufstelle für die intensivierten Beziehungen und das große Interesse des Maghreb an Deutschland geschaffen.

Das Büro Tunis ist seitdem expandiert: es ist räumlich und personell gewachsen, es hat mehr und mehr Aufgaben übernommen und seine regionale Zuständigkeit erweitert. DAAD Tunis leistet intensive Informations- und Beratungsarbeit, ist auf Info-Tagen und Messen in Tunesien und Algerien unterwegs, bringt Hochschulpartner zusammen und berät zu Kooperationsprogrammen, veranstaltet regelmäßig Seminare, Alumni-Treffen, Fortbildungen und Maghreb-Akademie in Marokko, Tunesien und Algerien und knüpft somit ein großes Netzwerk im Maghreb mit Partnern und Alumni aus Algerien, Libyen, Marokko und Tunesien.

Wir freuen uns über das positive Feedback unser Gäste und auf die weitere Zusammenarbeit: 


„Der DAAD erfüllt in Tunesien und im Maghreb eine wichtige Aufgabe“, so S.E. Dr. Andreas Reinicke, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Tunesien und warb für eine aktivere Rolle und mehr Verantwortung der Akademiker in der Zivilgesellschaft und im öffentlichen Leben.

                                                                                          


„Wir sehen einen besonderen Mehrwert in der Kooperation mit der maghrebinischen Hochschullandschaft und im Austausch mit Ihnen, den ehemaligen DAAD Geförderten“, so Direktor Christian Müller, der für das Auslandsnetzwerk des DAAD und für Strategiefragen in der Zentrale in Bonn zuständig ist und eigens für den Tag anreiste.

 


 „Seit 2012 erfüllen wir unsere regionale "Mission" für den Maghreb - Information und Beratung zu Studieren und Forschen in Deutschland, Kooperationsanbahnnung und Begleitung deutsch-maghrebinischer Partnerschaften und Pflege der Netzwerke und regionalen Zusammenarbeit“, resümiert Beate Schindler-Kovats, Leiterin des DAAD Büro Tunis, die das Informationszentrum vor 5 Jahren aufbaute. „Für mich ist das eine spannende Zeit und ich freue mich auf die weiteren Herausforderungen in den nächsten beiden Jahren“. 

„Je vous souhaite un bon anniversaire et surtout une bonne continuation“,  Prof. Mohamed Darghouth, Ecole Nationale de Médecine Vétérinaire.

„Un très joyeux anniversaire et bonne continuation pour notre collaboration future“, Dr. Naouel Abdelmoulah, INSAT.

„Joyeux anniversaire DAAD Tunis! Je suis heureuse de notre collaboration“, Imen Fehri, ESTUDIANT.

„Herzlichen Glückwunsch zu fünf erfolgreichen Jahren Arbeit im DAAD Büro  Tunis und die besten Wünsche für die Zukunft“, Simon Kremer, dpa  Deutsche Presse-Agentur, Tunis Office.

„Auf weitere erfolgreiche Jahre, gefüllt mit Kompetenz, Seriosität und persönlichem Engagement. Alles Gute!“,  Marion Kasten, Kulturabteilung, Österreichische Botschaft Tunis.

„Es ist wunderschön, dass der DAAD nach 47 Jahren immer noch an uns denkt“, Samir Hachicha, Alumnus und ehemaliger Regierungsstipendiat.

„Ein toller, exotischer, spannender, vielfältiger Abend. Vielen Dank!“, Aziz Ben Amor, Student, ISLT, Universität Carthage.

„Je souhaite à l’occasion du 5ème anniversaire du DAAD Tunis à toute l’équipe un bon travail et une bonne continuation de leur tâche“, Dr. Ali Ltifi, Alumnus, INRAT.

„Dieser Abend hat mir sehr viel Freude bereitet. Toll war die Mischung der verschiedenen Kulturen“, Student aus dem Maghreb.

„Herzlichen Dank für diese Einladung. Ich gratuliere euch für euer ausgezeichnetes Engagement in Nordafrika und wünsche alles Gute und sehr viel Erfolg für die kommenden Jahre in Tunesien“, Dr. Anis Ben Amor, Alumnus, Université Tunis El Manar.


„Je vous remercie pour cette bonne et agréable soirée“, Dr. Inès Ksentini, Alumna, Institut de l’Olivier Sfax.

Danke für diesen schönen Abend und danke für alles, was der DAAD für die Studenten und Akademiker in Tunesien tut. Dem ganzen Team wünsche ich alles Gute und viel Erfolg“, Dr. Lamia Mrad, Alumna, Universität Jendouba.

„Ich möchte mich für den Abend ganz herzlich bedanken. Es ist immer sehr schön unter Freunden zu sein und gleichzeitig neue Menschen kennenzulernen. Ich bin mir sicher, dass es für alle ein unvergesslicher Abend war“, Khaled Jerbi, Alumnus, Präsident der Universität Tek-up.

„Je suis arrivé en simple partenaire de projet – ça aboutit à une ambiance amicale et familiale. Très heureux de vous connaître ! Joyeux Anniversaire, Dr. Borhane Mahjoub, Institute Chott-Mariem, Université de Sousse.

August 2017

Kurzmaßnahmen im Rahmen der „Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaften“ mit Partnerhochschulen in Tunesien, Marokko, Libyen, Jordanien, Jemen, Libanon und Irak

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert aus Mitteln des Auswärtigen Amtes (AA) das Programm Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaft. Im Rahmen dieses Programms begleitet Deutschland seit 2011 die politischen Umbrüche in der arabischen Region.

Mit dem Porträt des Monats August, möchten wir Ihnen gerne tunesische und deutsche Partner vorstellen, die mit der Programmlinie 2 verschiedene Kurzmaßnahmen in Deutschland und/oder Tunesien durchgeführt haben. Die Kurzmaßnahmen für 2018 können ab sofort neu beantragt werden:

Link zur Ausschreibung 2018

 Der DAAD Tunis lädt interessierte tunesische Hochschulen ein, sich über das Programm Kurzmaßnahmen zu informieren und mit Projektpartnern auszutauschen. Das Informationsseminar findet am 18.09.2017 in Tunis statt: Melden Sie sich hier  an. Mehr Informationen...

Die Sup’Com Tunis verbindet langjährige, intensive Partnerschaften mit deutschen Hochschulen. Seit 2015 werden im Rahmen des DAAD Programms „Kurzmaßnahmen Transformation“ Studierende für PFE-Aufenthalte (Projet de Fin d’Etudes) nach Passau geschickt.


 Mounir Frikha, Direktor der Sup’Com, DAAD Alumnus und selbst an der TU Braunschweig ausgebildet, koordiniert den PFE-Aufenthalt. Ein Drittel der Studierenden an der Sup’Com Tunis absolvieren das PFE mit einem Studien- und Praktikumsaufenthalt in Deutschland. Partner sind die Universität Passau, die HWTK Leipzig, Telefonica Deutschland und weitere Firmen in Deutschland.

     

  • Wie sind die Erfahrungen und Erfolge für den PFE-Austausch

Wir haben dank der DAAD Finanzierung viele Studierende für ihr PFE an die Universitäten Leipzig und Passau schicken können. Durch den Jahresaustausch von Studierenden, Doppeldiplomen und der Betreuung von Abschlussarbeiten konnten wir unsere Zusammenarbeit mit beiden Universitäten stärken. Unseren Studierenden wurden nach dem PFE besondere Möglichkeiten angeboten, wie interessante Arbeitsstellen, Masterprogramme oder die Gelegenheit ein Doktorat in Deutschland zu machen.

  • Wie viele Studierende konnten an dem Austausch teilnehmen und von wem wurden sie betreut?

Wir haben 5 bis 6 Studierende pro Universität geschickt, sie wurden von einem Professor in Deutschland und einem Professor der SUP’COM betreut. Dies ermöglichte darüber hinaus eine Zusammenarbeit zwischen der SUP’COM und den genannten Universitäten. Wir sind sehr froh, dass wir diese Möglichkeit auch den Studierenden im Jahr 2018 anbieten können.

  • Was planen Sie an weiteren Kooperationsmaßnahmen?

Die Kooperation nach Deutschland entwickelt sich sehr gut. Mit Passau arbeiten wir an einem Doppelstudienabschluss, sodass der Austausch künftig noch intensiver werden kann.“

Hinweise zu DAAD Förderung PFE

Die ENSI der Universität La Manouba kooperiert mit deutschen Hochschulen und veranstaltet Workshops und „Winterschools“ für Studierende und Nachwuchswissenschaftler. Dank der Förderung des DAAD Programms „Kurzmaßnahmen Deutsch-Arabische Transformationsprogramme“ konnten die Beziehungen intensiviert werden, mit der Hochschule Offenburg werden auch PFE Aufenthalte organisiert.

 


  • Stellen Sie sich kurz vor

Ich bin Chadlia Jerad, promovierte Ingenieurin für Elektrotechnik und Absolvntin der ENIT, Universität Tunis El Manar. Seit September 2009, bin ich als Oberassistentin an der ENSI, Universität de La Manouba, tätig. In den Studienjahren 2014/2015 und 2015/2016 koordinierte ich den Fachbereich "Systèmes et Logiciels Embarqués" an der ENSI.

  • Wie wurde Ihre Kooperation mit Deutschland initiiert?
Mich hat schon immer die Forschung im Bereich „eingebettete Systeme“ begeistert, deshalb habe ich mich mit Prof. Anupam Chattopadhyay, der an der RWTH tätig war, über dieses Thema per E-Mail ausgetauscht. Im Folgenden lernte ich den DAAD und die Transformationsprogramme kennen. (Obwohl alle Dokumente zu dem Zeitpunkt noch auf Deutsch waren, habe ich nicht gezögert um die Informationen zu suchen.) Um dieses Thema direkt zu besprechen, schlug ich dem Professor die Organisation einer Winterschule in Tunis als Projekt für die Konzipierung der MPSoC vor. Nachdem die Vereinbarung feststand haben wir mit Prof. Jeronimo Castrillion (TU Dresden), dem deutschen Koordinator des Projekts, kooperiert, um den wissenschaftlichen Inhalt zu spezifizieren und zu verfeinern, Professoren zu kontaktieren, das Projekt zu redigieren und letztendlich einzureichen.
  • Was haben sie genau organisiert und waren Sie zufrieden mit der Umsetzung und Durchführung?

Die Veranstaltung war eine Winterschule mit dem Titel „Design, Programming and Applications of Multi-Processor Systems on Chip". Die Veranstaltung sprach verschiedenen Themen an, von der Konzeption der Programmierungunterlagen bis hin zu den Tools. Unsere Agenda erlaubte es, Professoren mit internationalem Ruf zusammen zu bringen, wie beispielsweise Prof. Nagel (TU Dresden), Prof. Chattopadhyay (NTU Singapore) und Prof. Bertozzi (Universität Ferrara). Zu den tunesischen Teilnehmenden zählten Master Studenten und Doktoranden sowie auch Professoren. Letztere sind ausgebildet in den Bereichen Elektrotechnik, Informatik und Telekommunikation.

In Anbetracht dessen, dass dies meine erste Erfahrung mit der Organisation einer solchen Veranstaltung war und das Verfahren mir nicht ganz klar war, gab es auch Schwierigkeiten bei der Organisation. Doch glücklicherweise ließen sich diese Schwierigkeiten überwinden und die Veranstaltung wurde gekrönt von den Wertschätzungen der Teilnehmenden, der Menschen Vorort und der Besucher.

  • Haben Sie im Anschluss an diese Aktion auch andere Maßnahmen initiiert (Frage nach der Nachhaltigkeit)?

Nach dieser Aktion wurde der Kontakt mit vielen der Gastprofessoren aufrechterhalten. Ich wurde zum Beispiel dazu eingeladen an einem Gespräch an der ZIH TU Dresden teilzunehmen. Ich habe ebenfalls zwei Professoren eingeladen, die dem Abschlussjahrgang Kurse im Bereich Spitzentechnologie an der ENSI geben haben. Während dieser Besuche konnte ich stärkere Partnerschaften für gemeinsame Forschung aufbauen. (Ohne den technisch-kulturellen Austausch zwischen den Professoren und den zukünftigen Ingenieuren außer Acht zu lassen).

Diese erste Erfahrung erleichterte auch die Einreichung eines anderen Projekts mit Prof. Sikora (HS-Offenburg). Dieses Projekt beinhaltet die Praktika der PFE-Aufenthalte, gemeinsame Exkursionen und die Organisation einer Schule und eines Workshops in Tunis zu dem Thema „Internet of Things“. Es bestehen weiterhin Gespräche bezüglich anderer Formen der Zusammenarbeit.

Der Verein der Studentengruppe „liqa“ engagiert sich in Zusammenarbeit mit arabischen Universitäten seit 2013 für Studentenpartizipation, Mitbestimmung und neue Unterrichtsmethoden. In Tunesien werden jährlich mehrerer Workshops mit DAAD Förderung im Rahmen des DAAD Programms „Kurzmaßnahmen Transformation“ für Deutschstudierende durchgeführt.


Jannik Veenhuis, Islamwissenschaftler, Vorsitzender des *LIQA e.V. Projets: www.liqa-project.org

 www.facebook.com/liqaproject

   

  • Wieso engagieren Sie sich in Tunesien und in anderen arabischen Ländern?

Zukunft global zu denken kann im 21. Jahrhundert der einzige Weg sein. Wenn wir durch unsere Begegnungen und das Zurücktragen unserer Erlebnisse etwas dazu beitragen, dass sowohl im arabischen Raum als auch in Europa eine andere, eine gemeinsame Perspektive auf die gesellschaftsübergreifenden Herausforderungen möglich ist, wenn wir Vorurteile abbauen und Erfahrungen austauschen können, dann haben wir viel erreicht.     

  • Was sind Ihre Erwartungen und Erfolge?

Wenn Menschen sich begegnen, und das auf ehrliche Art, dann ist das immer ein Erfolg. Diese Möglichkeit immer wieder, und immer besser herzustellen, das sind unsere Erwartungen an uns selbst.      

  • Was bleibt von den Workshops/Aktivitäten (Stichpunkt Nachhaltigkeit)?

Es bleibt natürlich immer ein persönlicher Eindruck, ein Gedanke, eine Erfahrung, und auch die Möglichkeit einer anderen Perspektive. Allerdings dürfen auch unsere Erfolge im Kleinen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Probleme, gesellschaftlich und politisch, global verankert sind und auch nur im Rahmen internationaler Politik gelöst werden können. Und auch nur dann, wenn die europäische Seite wirklich gewillt ist, ihre Position inklusive aller Privilegien zu reflektieren und ggf.in Frage zu stellen.

Juli 2017

HERZLICHEN Glückwunsch an Kayes Garbaya: 10.000 Facebook-User von „DAAD Tunisie“

Seit April 2015 ist der „DAAD Tunisie“ auf Facebook vertreten. Im sozialen Netzwerk veröffentlicht der DAAD Tunis regelmäßig Informationen, Ausschreibungen und Tipps  zu Studieren und  Forschen  in Deutschland, berichtet über aktuelle Themen und kündigt  Veranstaltungen in Deutschland und im Maghreb an.

Zu den Fans der Facebookseite „DAAD Tunisie“ gehören gleichermaßen Frauen wie Männer, am aktivsten sind User im Alter von 18 bis 34 Jahren. Die meisten Facebooknutzer sind tunesischer, algerischer, marokkanischer und libyscher Herkunft, es sind aber auch Facebook-Fans aus 40 weiteren Ländern dabei.

„DAAD Tunisie“ freut sich über eine durchschnittliche Bewertung mit 4,7 Sternen und eine Reaktionsquote bei Nachrichten und Kommentaren mit 90% sowie einer durchschnittlichen Reaktionszeit von sieben Minuten.

Im Juli 2017 feiert „DAAD Tunisie“ den 10.000 Facebook Fan – der Abiturient Kayes Garbaya, 18 Jahre aus Monastir. Er hat uns im DAAD Büro Tunis besucht, dort eine spezielle Beratung und ein DAAD-Geschenk erhalten!

 

@ Kayes Garbaya, 10.000 Facebook Fan von „DAAD Tunisie“ freut sich über das DAAD Geschenk und eine Beratung

 

 1.     Herzlichen Glückwunsch! Sie sind  Fan Nummer 10.000 von DAAD Tunisie. Bitte stellen Sie sich bitte  kurz vor:

Ich bin Kayes Garbaya, 18 Jahre alt und Abiturient des Jahrgangs 2017 mit Schwerpunkt Informatik. Ich wohne in Beni Hassen, in Monastir.

 2. Welche Informationen haben Sie auf der Seite vom DAAD Tunis gesucht, und was fanden Sie nützlich oder interessant?

Für mich ist es selbstverständlich, dass ich als Abiturient, der am Auslandsstudium interessiert ist, mich in meinem Freundeskreis umhöre oder im Internet recherchiere, insbesondere auf der Seite vom DAAD. Dort habe ich nach Stipendien gesucht, die es mir erlauben, mein Ziel zu verfolgen und in Deutschland zu studieren. Ich habe konkrete Beispiele von anderen Studenten gelesen, die ihr Studium oder ihre Arbeit dank DAAD in Deutschland weitergeführt haben. Doch ich brauche noch weitere Informationen bezüglich der erforderlichen Voraussetzungen, um ein Stipendium zu erhalten.  Darum habe ich einen persönlichen Beratungstermin beim DAAD Tunis vereinbart.

3.     Sie interessieren sich für ein Studium in Deutschland, welches Fach streben Sie an?

Deutschland als Studienland interessiert mich in der Tat. Ich habe schon meinen Reisepass vorbereitet, eine Durchschnittsnote von 15,92 im Abitur, und ich suche nach Stipendien in Deutschland. Ich habe zum Beispiel das deutsch-tunesische Regierungsstipendium gefunden, doch leider gibt es das nicht für den Fachbereich Informatik. Was meine Interessen und mein zukünftiges Studium betrifft, habe ich noch keine Entscheidung getroffen, denn der Fachbereich Informatik ist sehr umfangreich und vielseitig. Ich tendiere dazu, ein Studium im Bereich Softwareentwicklung oder Webentwicklung zu machen.

4.     Haben Sie sich schon immer für Informatik interessiert?

Genau, Programmieren gehört zu meinen Leidenschaften und ich möchte diesen Bereich gerne in der Universität weiter verfolgen. Ich habe zuvor beim TOP 2016 (Tunisian Olympiad in Programming) teilgenommen, aber leider habe ich nicht gewonnen. Dies war mein erster Wettbewerb des IOI (International Olympiade in Informatics). Der Wettbewerb wird vom ITA (Informatics Tunisian Association)  in Kooperation mit Microsoft und dem Bildungsministerium organisiert. Es ist eine große jährliche Veranstaltung ausschließlich für Gymnasiasten. Deshalb kann ich zwar nicht mehr bei dem Wettbewerb nächstes Jahr mitmachen, aber ich habe die Absicht an anderen internationalen Wettbewerben teilzunehmen.

5.     Was wissen Sie denn schon über das Studium in Deutschland und was erwarten Sie?

Nach meinem Wissen sind die deutschen Universitäten und ihre Hochschulabschlüsse weltweit anerkannt und bieten gute Berufs- und Jobperspektiven, da Studierende eine fundierte Ausbildung sowie weitere Kenntnisse (z.B. soft skills) erlangen. Darum sehe ich Deutschland als den besten Zielort an, um meine Pläne in der Zukunft verwirklichen zu können.

6.     Da Sie vom Fach sind: bitte geben Sie mal eine Einschätzung zur DAAD Tunisie Facebook-Seite: Was gefällt Ihnen? Wie haben Sie vom DAAD erfahren und unsere Facebook-Seite entdeckt?

Meine Deutschlehrerin hat mir vom DAAD erzählt, als ich sie gefragt habe, wie ich ein Studium in Deutschland beginnen kann. Sie schickte mir den Link der DAAD Website (www.daad.tn) sowie der DAAD Facebook-Seite. Das, was die DAAD Seite von anderen unterscheidet ist, dass sie immer aktuell ist. Meiner Meinung nach sollte eine  Web- oder Facebookseite immer aktiv sein und ihre Fans mit Aktualitäten versorgen!

Wir bedanken uns ganz herzlich für das Interview. Es hat wirklich Spaß gemacht! Wir wünschen Ihnen viel Erfolg für das Studium und für die Zukunft!

 

Sie möchten DAAD-Fan und Teil der DAAD Fangemeinde sein! Melden Sie sich heute noch an : DAAD Tunisie

 

DAAD Tunis veranstaltet regelmäßig Info-Tage über „Studieren und Forschen in Deutschland und Stipendienmöglichkeiten“ in Tunesien und Algerien.

Ihnen stehen individuelle Beratungsgespräche mit einer kompetenten DAAD Mitarbeiterin zu Verfügung. Für jedes Beratungsgespräch ist vorab ein Termin unter folgendem Link zu vereinbaren: http://rendezvous.daad.tn/   

 

Verpassen Sie nicht ein Treffen mit dem Team vom DAAD Tunis am DAAD-Stand und bei der DAAD-Konferenz: ESTUDIANT – Les Nuits d'orientation & des études à l'étranger“ am 17./18. Juli 2017, in der UTICA Tunis. Stand: 17. und 18.07.2017 16 – 20.00h Konferenz: 17.07.2017 um 18.00h.

Bildnachweis: DAAD Tunis

Juni 2017 

DAAD Austauschprogramme:  Mit einem DAAD Forschungsstipendium auf dem Weg zum Doktorat

Der DAAD fördert jährlich weit über 100.000 deutsche und internationale Studierende und Wissenschaftler rund um den Globus – und ist damit die weltweit größte Förderorganisation. Seit 1950 haben mehr als 1,2 Mio. Deutsche mit  einem DAAD Stipendium im Ausland studiert oder geforscht und umgekehrt konnten fast 900.000 ausländische Studierende und Wissenschaftler mit  einer DAAD Förderung in Deutschland studieren oder forschen.

Sehr gut qualifizierte Doktoranden und Nachwuchswissenschaftler, die ihr Studium spätestens zum Zeitpunkt des Stipendienantritts mit dem Master oder Diplom abgeschlossen haben, können sich mit einem Forschungsstipendium für einen Auslandsaufenthalt oder für eine volle Promotion bewerben.

Für ausländische Nachwuchswissenschaftler bietet der DAAD vier verschiedene Programmtypen an:  Promotion in Deutschland, bi-national betreute Promotion, Jahresstipendien für Doktoranden, Kurzstipendien für Doktoranden.  

Informationen für ausländische Nachwuchswissenschaftler, die in Deutschland promovieren wollen oder Teile ihrer Promotion dort machen wollen: www.funding-guide.de

Bewerbungsfrist für Aufenthalte in 2018: 1.09.2017

Deutsche Nachwuchswissenschaftler können im Rahmen einer bi-national betreuten Promotion, für ein Jahresstipendium oder für ein Kurzstipendium ins Ausland gehen:    Informationen für Deutsche, die an einen Forschungsaufenthalt im Rahmen ihrer Promotion interessiert sind: https://www.daad.de/ausland/studieren/stipendium/de/70-stipendien-finden-und-bewerben/?status=&target=&subjectGrps=&daad=&q=&page=1&back=1

Wir stellen zwei Testimonials vor: Dr. DonIa Cherfaoui (EPAU Alger) und Petra Wiesbrock  (Hafen City Universität Hamburg), die mit DAAD Stipendien geforscht haben: 

 



Dr. Donia Cherfaoui (EPAU, Algier), algerische Alumna, die mit einem DAAD Forschungsstipendium einen Teil ihrer Promotion im Fachbereich Architektur an der Universität Stuttgart absolviert hat.  


1. Bitte stell dich kurz vor.

Ich bin Dounia Cherfaoui, Dozentin an der polytechnischen Hochschule für Architektur und Stadtplanung und Forscherin im Labor „Stadt, Stadtplanung und nachhaltige Entwicklung“ in Algier.

2.  Wie hast du das DAAD Programm für Doktoranden entdeckt?

Ich entdeckte das DAAD-Stipendium Programm für Doktoranden durch meinen Vater, der ein ehemaliger DAAD-Stipendiat ist. Er hat mich immer ermutigt, meine Forschung oder ein Praktikum in Deutschland zu machen, weil er schöne Erfahrungen in Deutschland gesammelt hat und weil er dank des DAAD-Stipendiums mit Erfolg promoviert hat.

3.   Wie hast du dein Bewerbungsdossier vorbereitet?

Ich habe mich zuerst durch die Webseite der deutschen Botschaft in Algier informiert. Es gab damals auch ein DAAD-Lektorat in Algier, wo ich Beratungen für die Bewerbung bekommen habe. Ich habe danach einen Sprachtest in Oran gemacht, um das TestDaF-Zertifikat zu erhalten und habe nachher die deutschen Universitäten kontaktiert. Ein Professor vom Städtebau Institut in Stuttgart hat mir eine Einladung geschickt, meine Forschung bei ihm zu machen.

4.   Wie findest du Forschen und Leben in Deutschland (insbesondere im Vergleich zu Algerien)?

Deutschland bietet viele Möglichkeiten. In Stuttgart habe ich mit anderen Studenten und Doktoranden Ideen ausgetauscht und habe dort auch viele Bücher gelesen, die wichtig für meine Forschung sind und leider nicht in Algerien verfügbar sind. Außerdem, gibt es in Deutschland interessante Architektur-und urbane Projekte. Ich habe einige davon in meiner Dissertation zitiert. In Deutschland habe ich nicht nur die deutsche Sprache und Kultur kennengelernt, sondern auch andere Kulturen. In Stuttgart hatte ich viele türkische und chinesische Freunde.

5.  Welche Kooperationsmöglichkeiten gibt es für Architektur im deutsch-algerischen Austausch?

Auf der akademischen Ebene gibt es viele Möglichkeiten, Kontakte mit deutschen Universitäten zu knüpfen. Es gibt bereits Abkommen mit der Technischen Universität Berlin und mit dem Städtebau Institut in Stuttgart. Durch diese Abkommen können wir einen Austausch durchführen, der wichtig für beide Länder ist. Architektur und Stadtplanung können nicht nur durch Bücher und Zeitschriften vermittelt werden. Architekten müssen die Orte zu besichtigen, um die Architektur zu entdecken und zu verstehen.

 


Petra Wiesbrock (Hafen City Universität Hamburg), ist als  Doktorandin in der Architektur mit einem DAAD- Stipendium momentan in Tunesien an der Université de Carthage im Rahmen des Programms „Kurzstipendien für Doktoranden“ :



1.    Bitte stell dich kurz vor.

Ich bin Petra Wiesbrock, 30 Jahre alt, und schreibe zurzeit meine Doktorarbeit über die Rolle von internationalen Organisationen in Stadtentwicklungsprozessen in Tunis. Nach meinem Bachelor im Fachbereich Stadtplanung und Master im Bereich Urban Design, habe ich in der Strategieberatung und Zukunftsforschung gearbeitet. In meiner Doktorarbeit möchte ich nun meine praktischen Erfahrung nutzen und mit einer wissenschaftlichen Arbeit verknüpfen.

2. Wie hast du das DAAD Programm für Doktoranden entdeckt?

Einige meiner Freunde sind Alumni des DAAD Programms für Doktoranden und von Ihnen habe ich das erste Mal von dem Programm gehört. Als ich dann auf der Suche nach einem passenden Stipendium für mein Forschungsvorhaben war, habe ich direkt in der DAAD-Stipendiendatenbank nach einem passenden Stipendien-Programm gesucht und mich erfolgreich beworben.

3. Wie hast du dein Bewerbungsdossier vorbereitet?

Auf der Informationsseite zum DAAD Programm für Doktoranden gibt es ein PDF zum Downloaden, in der alle Unterlagen, die vorzubereiten sind, aufgelistet sind. Diese habe ich Stück für Stück zusammengetragen.

4.  Wieso hast du Tunesien als Land für deinen Auslandsaufenthalt gewählt? Was sind deine Erfahrungen in Tunesien? Wie findest du Forschen und Leben in Tunesien (insbesondere im Vergleich zu Deutschland)?

Ich konnte Tunesien im Rahmen eines Sprachkurs-Aufenthaltes besser kennenlernen. Es hat sich für mich angeboten, den Sprachkurs in Tunesien zu machen, da ich hier schon einige Bekannte und auch berufliche Kontakte hatte. Bei dem Aufenthalt hat sich dann ein Thema und Forschungsfeld für meine Doktorarbeit herauskristallisiert. 

Meine Erfahrungen in Tunesien sind sehr vielfältig, da auch das Land, und allein die Stadt Tunis sehr vielfältig sind. Insgesamt kann ich aber sagen, dass die Menschen ganz besonders gastfreundlich sind und offen auf mich zugehen. 

Die Forschung verläuft nicht geradlinig, da es nicht immer einfach ist, Zugang zu den passenden Interviewpartnern oder Forschungsmaterial zu bekommen. Aber ich sehe dies als eine positive und wichtige Lernerfahrung, damit umgehen zu müssen, mit einem begrenzten Material zu arbeiten. Hilfreich ist, dass ich bei Fragen oder Schwierigkeiten, auf meinen Betreuer an der Universität hier in Tunis zugehen kann und dieser mir wichtige Hinweise gibt.

5. Hast du Tipps oder Anregungen für diejenigen, die sich gerne in diesem Programm bewerben möchten?

Grundsätzlich kann ich sagen, dass es Zeit braucht, die Bewerbung vorzubereiten und alle Unterlagen zusammenzutragen. Für mich war es hilfreich, von Anfang an genügend Zeit einzuplanen. 

Außerdem habe ich im Vorfeld in Tunesien einen Sprachkurs gemacht und dies kann ich denjenigen, die im Ausland forschen wollen, sehr empfehlen. Durch den Sprachkurs und Aufenthalt vor Ort, konnte ich nicht nur meine Sprachkenntnisse verbessern, sondern auch die Forschungslandschaft, die Kultur und das Leben in Tunesien kennenlernen. Dies hat mir geholfen, einschätzen zu können, ob das Umfeld für meine Forschung passend ist.

Text: Beate Schindler-Kovats

Mai 2017

Dr.  Hakim Al-Nagah, Berater im libyschen Hochschulministerium: „Ich bin in Marburg verliebt!“

Zum dritten Mal veranstaltete DAAD Tunis Anfang Mai 2017 ein Netzwerktreffen und Informationsseminar für Leiter von Internationale Offices und Funktionsträger libyscher Hochschulen. Das libysche Bildungsministerium war mit dem Senior Advisor Dr. Hakim Al-Nagah vertreten. Dr. Al-Nagah ist ein Deutschland Alumnus: er hat in Deutschland studiert, geforscht und gearbeitet, spricht sehr gut Deutsch und setzt sich für die deutsch-libyschen Beziehungen ein.

  


Herr Dr. Al-Nagah, wir freuen uns, Sie heute hier in Hammamet beim 3. DAAD Seminar für libysche Hochschulen begrüßen zu dürfen.

Sie sind ein internationaler Experte mit Erfahrungen im Bildungs- und Wirtschaftsbereich: bitte stellen Sie sich und Schwerpunkte Ihrer Tätigkeit kurz vor.

Ich habe an der Universität Marburg und an der Universität Kassel studiert, und war als Leiter des Wirtschaftsbüros an der Deutschen Botschaft Tripolis. Bis heute verstehe ich mich als Vermittler zwischen Deutschland und Libyen, bin als Übersetzer bei hochrangige deutsche Delegationen eingesetzt und bemühe mich zurzeit in meiner Funktion als Berater des libyschen Bildungsministers um die Kooperation im Bildungs- und Berufsbildungsbereich mit Deutschland.

Zurzeit sind Sie Berater des libyschen Bildungsministers: seit wann sind Sie in dieser Position, wo sehen sie derzeit für libysche Hochschulen die größten Probleme und Herausforderungen, gibt es eine Hochschulstrategie für Libyen?

Ich bin seit einem Jahr Berater im libyschen Bildungsministerium. Die größten Desiderate sehe ich für libysche Hochschulen im Managementbereich: es fehlt an funktionierenden Verwaltungsstrukturen, die Administration ist schlecht ausgebildet und unzureichend ausgestattet, es fehlt an Know How im modernen Management und in Good Governance. Schon unter Gaddafi hat Libyen verpasst, internationale Kooperationen aufzubauen und hat Kontakte zur internationalen Wissenschaftsgesellschaft, zu Netzwerken und Partnern vernachlässigt. Dies wollen wir nun nachholen: mit Konferenzen, Teilnahme an internationalen Foren und Verbänden und MENA-Aktivitäten wollen wir den Anschluss an globale Themen wie Wasser, Energie, Nahrung zusammen mit unseren Partnern in der Region und mit Europa schaffen. Wir waren z.B. auf dem German-Arab Education Forum in Berlin/ Oktober 2016, beim World Education Forum in London/ März 2017, und auf der Euro-Mediterranean Ministerial Conference in Malta/ Mai 2017 vertreten.

Wie kann Deutschland/DAAD die Hochschulen und Ihre Arbeit in Libyen unterstützen?

Deutschland und der DAAD können helfen, Verwaltungs- und Managementstrukturen in Ministerien und Hochschulen aufzubauen – Deutschland kann ein gutes Vorbild sein. Es gibt Programme beim DAAD, bei der GIZ und Universitäten, Kompetenzen und Strukturen zu entwickeln und eine neue Generation von Administratoren auszubilden. Deutsche Förderorganisationen können zum Capacity Building beitragen, die Internationalisierung libyscher Hochschulen unterstützen, bei der Modernisierung der Curricula helfen und mehr Praxisbezug in die Hochschulen bringen. Libysche Studenten sollten die Möglichkeit haben, in Deutschland zu studieren und zu forschen und ihr Wissen nach Libyen zurückzubringen. Austausch mit Deutschland und Europa ist sehr wichtig für eine weltoffene Gesellschaft.

Sie haben an deutschen Hochschulen studiert und geforscht, Sie kennen das deutsche und das libysche Hochschulsystem:  wo sehen Sie Kooperationspotential und Bereiche der Zusammenarbeit?

Ich war in Deutschland beeindruckt von der Multidisziplinarität der Studienprogramme. Wichtig für mich war auch der kritische Ansatz. Man lernt zu hinterfragen, diskursiv zu denken und Dinge aus verschiedenen Blickwinkel zu betrachten. Das hat mich geprägt. Potential sehe ich in der Entwicklungszusammenarbeit und in der Kooperation zu globalen Themen wie Energie- oder Bildungsmanagement. Das Programm IMENA oder PPGG z.B. kann uns helfen, qualifizierte Leute für NGOs und Aufbau von Strukturen auszubilden. Studiengänge mit Regionalbezug sind auch interessante Neuerungen, die für Libyen passen könnten. Es gibt in Libyen 14 Technologiecenter – von Solar bis zur Biotechnologie -, dies könnten interessante Partner für deutsche Forschung sein. Deutsch-libysche Kooperationsabkommen wären ein wichtiges Signal. 

Sie haben heute mit Kollegen libyscher Hochschulen am 3. DAAD Seminar teilgenommen: was nehmen Sie mit?

Für uns libysche Kollegen ist die Möglichkeit der Information aus erster Hand, des Austauschs und eines persönlichen Treffens sehr gut. Wir nehmen viele Anregungen mit.

Auch der Workshop International Networking war nicht nur sehr interessant, sondern auch wichtig, um libysche Bildungsinstitutionen und -Akteure  mehr lokal, regional und international zu vernetzen. 

Wollen Sie ein paar Worte zur aktuellen Situation in Libyen sagen? Was bedeutet die politische Instabilität für die Hochschulen und die junge Generation, die an Hochschulen ausgebildet wird?

Die politische Krise seit 2011 in Libyen mit schwachen Staatsstrukturen, Instabilität und Sicherheitsproblemen hat negativen Einfluss auf die Hochschularbeit und internationale Kooperationen. Der Staat ist wegen militärischer Auseinandersetzungen und Korruption pleite, es gibt so gut wie keine finanzielle Unterstützung für den Bildungsbereich. Sachmittel fehlen, Gehälter werden nicht bezahlt, und dennoch arbeiten Dozenten und Administration daran, Generation von morgen auszubilden und zu qualifizieren. Wir bemühen uns, junge Leute aus den Milizverbänden zu lösen und sie an die Hochschulen zurückzuholen, um ihnen eine friedliche, konstruktive Zukunft zu weisen. Soziale Integration ist sehr wichtig, Milizsoldaten wieder an ein „normales“ Leben zu gewöhnen, auch mit soziopsychologischer therapeutischer Hilfe, um Traumata zu überwinden. Den Sozialwissenschaften kommt dabei eine Schlüsselrolle zu. Wir haben einen großen Bedarf an gut ausbildeten Sozialwissenschaftlern, die diese Arbeit leisten können.

Und ein Schlusswort….? Was geben Sie uns auf den Weg?

„Ich bin verliebt in Marburg“ – die kleine, aber weltoffene Stadt mit ihrer Vielfalt an intellektuellen und interkulturellen Strömungen hat mich geprägt. Libyen und Deutschland sollen nicht nur politisch-wirtschaftlich, sondern auch im kulturellen und akademischen Bereich zusammenarbeiten und sich bereichern. Mein Wunsch ist, dass die deutsche Sprache in Libyen mehr durch das Goethe Institut gelernt werden kann, und wir künftig eine lebendige deutsch-libysche Beziehung haben können.

Dr. Al-Nagah, vielen Dank für das Gespräch!

Text und Bildnachweis: Beate Schindler-Kovats

April 2017

DAAD-Stipendien für entwicklungsbezogene Postgraduiertenstudiengänge (EPOS)

Der DAAD fördert mit dem „EPOS“ Programm (Entwicklungsbezogene Postgraduiertenstudiengänge) Personen aus Entwicklungsländern durch Stipendien.

In den Postgraduiertenstudiengängen werden Fach- und Führungskräfte aus Entwicklungs- und Schwellenländern als künftige Entscheidungsträger und Kooperationspartner Deutschlands weiterqualifiziert. Dies geschieht in Studiengängen aller Wissensbereiche, die für die Entwicklung der Länder, in der Entwicklungszusammenarbeit und bei der Lösung globaler Probleme von Bedeutung sind. Die Absolventen der Studiengänge sollen in internationalen Netzwerken an der Lösung landes-/regionalspezifischer und globaler Herausforderungen mitwirken. Dadurch sollen sie mittel- und langfristige Entwicklungsprozesse initiieren und begleiten. Mit dem Programm werden durch gezieltes Capacity Development nachhaltige Entwicklungseffekte durch die Unterstützung von Personal- und Organisationsentwicklung in den Partnerländern erzielt.

Die aktuell geförderten Master- und PhD-Studiengänge finden Sie in der EPOS-Broschüre: https://www.daad.de/medien/deutschland/stipendien/formulare/epos_programmbroschuere_2017-18.pdf         


Karim Sghaier

DAAD Tunis gratuliert Herrn Karim Sghaier, der sich erfolgreich um ein „EPOS-Stipendium“ im Studiengang „Integrated Water Resources Management“ an der Technischen Hochschule Köln im Fachbereich Wassermanagement beworben hat.

1.     Stellen Sie sich kurz vor

Ich heiße Karim Sghaier, ich bin 27 Jahre alt und habe Anlagen- und Wasserbauingenieurswesen an der l'Ecole Supérieur des Ingénieurs en Equipement Rural (ESIER) studiert.

2.     Sie wurden von einer DAAD Auswahlkommission für das Stipendienprogramm EPOS ausgewählt. Herzlichen Glückwunsch! Warum haben Sie  Interesse, Ihr Studium in Deutschland fortzuführen?

Vielen Dank.
Was Deutschland so besonders macht, sind das gute Bildungssystem, die Universitäten, die weltweit anerkannten Abschlüsse, sowie der Praxis-Bezug im Studium und die praktische Anwendung von rigider Technik.

Abgesehen von diesem klassischen Argument, interessieren mich die aktuellen und historischen Entwicklungen, die Deutschland zu einem wichtigen Partner und Akteur im internationalen Handel im Zusammenhang mit politischen und wirtschaftlichen Fragen machen.

3.     Wie haben Sie das Stipendienprogramm EPOS entdeckt?

Ich habe das DAAD-Stipendienprogramm EPOS bei meiner ausführlichen Internetrecherche für meinen weiteren Studienverlauf entdeckt.

4.     Was gefällt Ihnen besonders bei diesem Programm?

Das Programm ist besonders für den nachhaltigen Aufbau von Kapazitäten in Schwellenländern konzipiert. Diese Möglichkeit ist optimal, um soziale Verantwortung zu übernehmen und Veränderungsprozesse und Verbesserungen der aktuellen Situation in Tunesien zu initiieren und zu unterstützen.

5.     Wie haben Sie ihre Bewerbung vorbereitet?

Ich habe meine Vorbereitung für die Bewerbung mit dem Englischtest (IELTS) begonnen, es folgten akademische und fachliche Empfehlungsschreiben, deren Beschaffung kein Problem darstellte. Danach habe ich mein Dossier übersetzt und versendet. Letztendlich war der Ablauf nicht sehr bürokratisch.

6.     Haben Sie Tipps, Vorschläge oder Kommentare für Studierende?

- Gebt euch nicht allein mit der Theorie, die in Universitäten vermittelt wird, zufrieden. Es ist ebenso wichtig, den Bezug zur Praxis herzustellen.
- Entwickelt softskills und trainiert euer Verhandlung- und Diskussionsgeschick
- Nutzt die Praktikumsmöglichkeiten, die zur Verfügung gestellt werden
- Konzentriert euch nicht ausschließlich auf technisches Wissen, sondern legt euch auch ein breites Allgemeinwissen an, indem ihr auch andere Interessen verfolgt.
- lernt Sprachen und benutzt sie als Türöffner im Beruf und zur Welt

Lieber Karim Sghaier, haben Sie vielen Dank für das Interview. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrem Vorhaben in Deutschland, Bleiben Sie gerne mit uns in Kontakt.

 

März 2017

Der DAAD arbeitet weltweit als Partner für Hochschulmarketing und seit 2013 ist auch das DAAD Büro Tunis auf verschiedenen Bildungsmessen vertreten. Im März 2017 besuchte der DAAD zum ersten Mal eine Bildungsmesse in Algerien. Im Folgenden präsentieren wir ein paar Einblicke von Besuchern der Bildungsmesse  „The Graduate Fair - Salon de l’Etudiant Algérien“:

Nesrine, 24 Jahre, aus Algier, studiert Medizin an der Universität Algier:
„Ich möchte mehr über die Facharztausbildung der Mediziner in Deutschland erfahren. Wir, die algerischen Mediziner, träumen alle davon diesen Teil unserer Ausbildung in Deutschland zu machen, da Deutschland einen exzellenten Ruf genießt. Im Allgemeinen finde ich die Messe sehr interessant und gut organisiert.“

Sarra, 27 Jahre, aus Oran, studiert Management an der Universität Oran:
„Ich suche nach der besten Möglichkeit um ein Doktorat in Deutschland zu machen. Ich bin sehr froh, dass ich den DAAD auf dieser Messe kennen lernen konnte und kann es kaum erwarten am Webinar am 03. April 2017 teilzunehmen, um noch mehr Informationen über den Studienverlauf und die Finanzierungsmöglichkeiten zu erhalten, sowie von den Erfahrungen der deutschen Doktorandin zu erfahren.“

Atliouane, 21 Jahre, aus Boumerdès, studiert Elektrotechnik an der Universität Boumerdès:
„Ich bin sehr froh zu wissen, dass es in Deutschland auch die Möglichkeit gibt im Rahmen der internationalen Programme auf Englisch zu studieren (danke für die sehr hilfreiche Broschüre!). Ich muss also nicht erst Deutsch lernen, sondern kann direkt mit meinem Studium beginnen. Des Weiteren finde ich interessant, dass das Studium in Deutschland kostenfrei und die Qualität des Studiums gleichzeitig sehr hoch ist.“

Mohamed, 62 Jahre, aus Babezouar:
„Ich bin Vater einer jungen Dame, die gerne im Ausland studieren möchte. Sie hat sich noch nicht für ein bestimmtes Land entschieden, aber Deutschland wäre sehr interessant. Wir haben hier die Möglichkeit uns persönlich an Ständen zu informieren, die verschiedene Länder vorstellen. Die Beratung am deutschen Stand (DAAD) war sehr hilfreich und viele unserer Fragen wurden von den Beraterinnen des DAAD beantwortet. Ein großes Dankeschön!“

Tahar Ali, 24 Jahre, aus Constantine, studiert Deutsch als Fremdsprache an der Universität Sidi Belabes:
„Ich möchte mein Studium in Deutschland fortführen, um meine sprachlichen Fähigkeiten zu verbessern. Für mich ist die Messe eine gute Möglichkeit, um die Beraterinnen des DAAD kennenzulernen.“

Abdelwahab, 40 Jahre, aus Constantine, studiert Soziologie an der Universität Constantine:
„Deutschland hat einen ausgezeichneten Ruf für das Fach Soziologie. Als ich hörte, dass der DAAD an dieser Messe teilnimmt, bin ich direkt aus Constantine gekommen! Es war toll mit den Beraterinnen des DAAD zu sprechen, sie haben mir viele Informationen gegeben. Die Veranstaltung hat all meine Erwartungen erfüllt!“

Nabil, 34 Jahre, aus Tizi Ouzou, studiert arabische Literatur:
„Auf der Facebook-Seite des DAAD „DAAD Tunisie“ habe ich gesehen, dass der DAAD nach Algerien kommt. Darum habe ich die Messe besucht. Ich möchte mein Studium der arabischen Literatur gerne an einer deutschen Universität fortführen. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass ich Arabisch für Deutsche unterrichten kann. Ich beherrsche die deutsche Sprache schon gut und bin dabei meine Sprachkenntnisse zu verbessern, indem ich regelmäßig deutsche Fernsehkanäle schaue.“

Samia, 19 Jahre, aus Bouzareah, studiert Englisch an der Universität Algier:
„Ich kenne den DAAD noch nicht und treffe die Organisation nun zum ersten Mal. Ich möchte gerne einen Master in Deutschland machen und die Stipendienprogramme des DAAD haben mich sehr beeindruckt. Sobald ich zu Hause bin, werde ich die Website des DAAD (www.daad.tn) besuchen.“

Februar 2017

Studieren in Tunesien – Internationale Studierende berichten

In einer globalen Welt sind auch Studierende international mobil. Der DAAD als weltweit größte Austauschorganisation unterstützt das grenzenlose Studieren, Forschen und Lehren. Dabei versteht der DAAD den Austausch als wechselseitigen Prozess:  der DAAD ist nicht nur Ansprechpartner für tunesische Studierende und Wissenschaftler, die an Studieren und Forschen in Deutschland interessiert sind, sondern unterstützt auch europäische Studierende für einen Auslandsaufenthalt.

2015 studierten 1.774 internationale Studierende an staatlichen Hochschulen in Tunesien, die meisten aus Marokko, Mauretanien und Palästina. 4.688 ausländische Studierende  waren an privaten tunesischen Hochschulen eingeschrieben, die meisten aus Subsahara.

Wir haben Jens aus Deutschland, Adib aus Frankreich und Federica aus Italien, die sich zurzeit zum Studium in Tunesien aufhalten, nach ihren Erfahrungen gefragt.                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                 

Jens Fischer (24), Deutscher,

Arabistik an der Universität Münster,

Arabische Literatur an der Universität El Manar, Tunis,

Eigenfinanzierung

Ich bin seit einem Jahr in Tunesien und studiere im Master Arabische Literatur an der Universität Tunis el Manar.
Es hat mich nach Tunesien gezogen, um mein Arabisch zu verbessern, sowohl Hocharabisch als auch der tunesische Dialekt. Tunesien reizt mich auch aus politischen Gründen, wegen der Jasmin-Revolution und dem darauf aufbauenden Demokratisierungsprozess. Es ist sehr interessant zu beobachten, wie die Gesellschaft sich verändert. Ich erwäge, mich in meinem Studium auf den Maghreb zu konzentrieren.
Eine Unterkunft in Tunis zu finden, war vielleicht die größte Herausforderung. An der Universität war es am Anfang  schwierig, an Informationen zu gelangen, weil Emails, Anfragen usw. nicht beantwortet werden.
Die Lehrmethoden hier unterscheiden sich stark von dem, was ich aus Deutschland gewöhnt bin. Der Frontalunterricht konzentriert sich auf den Dozenten: der Dozent erklärt und diktiert, und man selbst schreibt mit, um es dann in der Prüfung zu reproduzieren. Es gibt keinen organisierten Informationsfluss, das macht die Kommunikation mit Administration und Kollegen schwierig.
Nichtsdestotrotz finde ich Leben in Tunesien einfach und angenehm. Die Menschen sind immer sehr hilfsbereit, besonders Ausländern gegenüber, die nach dem Weg fragen oder eine Erklärung brauchen. Ich denke auch, dass es ziemlich wichtig ist, in Tunesien zu reisen, um auch andere Teile des Landes kennenzulernen. Besonders die Hauptstadt Tunis hat ein pulsierendes soziales und kulturelles Leben anzubieten. Es gibt Kinos, Theater, viele interessante Cafés und regelmäßig kulturelle Veranstaltungen, wie Konzerte, Lesungen etc.
Da das Angebot so umfangreich und vielseitig ist, kommt es häufig vor, dass ich nicht so intensiv studiere, wie ich eigentlich sollte.
Mein Tipp: Es ist wichtig, Geduld zu üben und sich selbst Zeit zur Eingewöhnung zu geben, da Tunesien gerade in den ersten Wochen übermannend, chaotisch, auch ein wenig dreckig wirken kann. Dennoch ist Leben hier unkompliziert, sobald man die wesentliche Struktur verstanden hat.

 

Federica La Mantia (25), Italienerin,

Corporation and Development an der Universität Palermo,

Migration Studies an der Universität Tunis El Manar,

Stipendiatin im Erasmus+ Programm

 

Ich studiere Internationale Beziehungen an der Universität el Manar in Tunis und habe im Rahmen meines Studiums gerade ein Praktikum bei Amnesty International begonnen. Ich habe mich für das Studium in Tunesien entschieden, weil es mir eine gute Möglichkeit bietet, dank des Erasmus+ Programms in einem arabischen Land zu studieren. Für mich ist es eine neue Erfahrung außerhalb Europas.
Auch die Gelegenheit in Englisch studieren zu können, ist attraktiv.
Eine große Herausforderung ist die Sprache im Studienprogramm und im Alltag. Eigeninitiative ist gefragt, da Dozenten hier keine Lehrmaterialien zur Verfügung stellen.
Der wichtigste Unterschied zum italienischen Hochschulsystem liegt in der Beziehung zu den Dozenten. In Italien ist der Kontakt zu den Lehrern ziemlich distanziert, und es findet nur wenig Interaktion statt.  Die Kurse in Tunesien sind hingegen viel interaktiver, und es herrscht oft eine rege Diskussion in den Seminaren.
Schwierig ist Informationsbeschaffung, auch hier ist man auf sich alleine gestellt. Für mich wichtig ist der Perspektivwechsel und die Erfahrung  der Eigenständigkeit.
Was die Menschen angeht, habe ich wirklich gute Erfahrungen gemacht. Ich schätze meine Kommilitonen in der Universität sehr. Ich wurde von allen sehr freundlich aufgenommen.
Leider habe ich bis jetzt nicht die Gelegenheit gehabt,  das Land außerhalb von Tunis zu entdecken.
Mein Tipp: man sollte sich nicht vom ersten Eindruck beirren lassen. Als europäische Studierende lernt man eine neue Umgebung, eine neue Kultur, vielleicht sogar ein neues System kennen. Dafür sollte man aufgeschlossen sein und Hürden überwinden, um eine reiche, vielseitige und wundervolle Kultur zu erleben.

Adib Fanton (21), Franzose,

Arabistik an der Universität Lyon,

Arabische Literatur an der Universität La Manouba,

Stipendiat von Campus France

Ich studiere in Tunis,  an der Universität la Manouba, mit dem Ziel, mein Arabisch zu verbessern und über Tunesien zu forschen, da ich meine Masterarbeit über die Literatur nach der Unabhängigkeit Tunesiens schreiben möchte.
Ich erhalte einen monatlichen Zuschuss von 600€ von Campus France, um meinen Studienaufenthalt finanzieren zu können.
Leben in Tunesien ist ziemlich günstig und stellt für mich kein Problem dar. Ich habe schnell eine Unterkunft finden können und gleichzeitig auch viele neue Freunde in der Universität kennen gelernt, unter anderem auch Studenten, die mit dem gleichen Programm in Tunis sind.
Etwas komplizierter finde ich die Administration in der Universität. Man muss fast alles selbst erledigen und es bedarf an Geduld, weil man nicht direkt alle Informationen  bekommt oder man gebeten wird, am nächsten Tag wieder zu kommen.
Ich erkenne als Student, ob ein Dozent seine ganze akademische Karriere nur in Tunesien verbracht hat und ob seine Lehrmethoden „tunesisch“ sind oder nicht.
Tunis ist sehr aufgeschlossen und auch das kulturelle Leben hat viel zu bieten. Ich erinnere mich gerne an das Carthage Filmfestival. Es gibt viele Theater und auch Theatercafés, die diverse kulturelle Events veranstalten. Ich hatte zwar noch nicht die Möglichkeit durch das Land zu reisen, jedoch besuche ich oft umliegende Städte wie La Marsa, Carthage oder Sidi Bou Said. Auch das Bardo-Museum ist sehr sehenswert. Was das kulturelle Leben angeht, hat Tunis wirklich sehr viel zu bieten.
Mein Tipp: Studieren in Tunesien erfordert Geduld. Geduld mit der Verwaltung, Geduld mit der Universität. Man sollte allen Lebensbereichen mit Geduld begegnen.
Herausforderungen im Alltag sollte man annehmen und als Möglichkeit sehen, sich weiter zu entwickeln. 

 

Das Interview führte Fatima Amjahad (kulturweit Freiwillige)

Bildrechte: DAAD Tunis

Bildnachweis: Beate Schindler-Kovats

Dezember 2016

Alumni bauen ein Netzwerk maghrebinischer Hochschulen

 

Der DAAD möchte mit den Stipendiaten, die in Deutschland studiert und geforscht haben, in Kontakt bleiben. Alumnae und Alumni – ehemalige Stipendiaten des DAAD und anderer Organisationen – trafen sich vom 02. – 04. Dezember 2016 in Tunis. Unter dem Motto: Projekte aufbauen – Partner begegnen – Kooperationen stärken soll ein Netzwerk maghrebinischer Hochschulen entstehen.

Das DAAD Büro Tunis mit regionalen Aufgaben für Algerien und Libyen hat dieses Treffen organisiert und algerische, tunesische und libysche Partner eingeladen. Die Veranstaltung bestand aus drei Teilen: ein algerisch-tunesisches Projektnetzwerktreffen sowie ein Alumnitreffen verbunden mit dem Angebot, an verschiedenen Fortbildungsmodulen in Kooperation mit Trainern der Kairo Akademie teilzunehmen.

Hören Sie Originalstimmen und lesen Sie mehr zum Feedback auf das Treffen:

                                                            

 

Je vous félicite pour la réussite de la rencontre que vous avez organisé avec nos collègues Tunisiens et Libyens. Bravo!!

Le groupe des Algériens ont gardé de bons moments.

Dounia Cherfaoui, DAAD Alumna, Enseignante à l´École Polytechnique d´Architecture et d´Urbanisme, EPAU Alger, Algerien

                                                                                                                                                                                                                                                                                                    

 

 Ich danke Ihnen für die Gelegenheit, die Sie mir angeboten haben und gratuliere Ihnen zum Erfolg der Organisation und Mobilisierung all dieser Leute. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich in diesem multinationalen Umfeld bin, mit einer gemeinsamen Sache: unsere starke Verbindung zu Deutschland.

Saloua TRIKI, DAAD Alumna, Le Bureau Tunisien des Etudes (B.T.E), Tunesien

 

                                                                                                                                                                                                                                                                            

 

I am writing to thank all of you for the effort that you have done during the last event which was held on 3-4 December 2106 in Tunis.

Personally it was my great pleasure to meet you there.

We hope to chart on a new path of international cooperation and development.

I look forward to meeting you in other events.

Jibriel Abusaleem, Director of International Office, Sirte University, Libya                                                               

                                                             

                                                            

 C'était un réel plaisir pour moi d'avoir participé au séminaire organisé par vos soins. Je ne peux pas passer sous silence les nombreux points positifs et remarquables à savoir:

- qualité de l'organisation,

- qualité des thématiques choisies

- bonne gestion du temps et répartition des activités

- la richesse du contenu et le professionnalisme des intervenants

Je serai toujours ravie de participer aux manifestations du DAAD

Dr. Aziza Gasmi-Boubaker, DAAD Alumna, Professeur à l’Institut National Agronomique de Tunisie (INAT), Tunisie

                                                                                                                                                                                                               

 

Many greetings from Algeria again. I would like to thank you very much for providing me the opportunity to participate in this meeting and also for the nice and friendly atmosphere and for the continuous support during the work and your faithful friendship. My hope is that our mutual work and collaboration go on expressing a good cooperation and the exchange of ideas and visits

Prof. Salah Akkal, DAAD Alumnus, Professor at University of Constantine 1, Algeria

                                                                                                                                                                               

                  

                                                                                                

                                                            

I want to thank you for the organization of the DAAD Workshops. The DAAD meeting enabled me to establish potential collaborations with a couple of Algerian and Libyan universities as well as German academic staff.

Dr. Yosr Z. Haffani, DAAD Alumna, Assistant Professor at Higher Institute of Biotechnology Sidi Thabet, University of Manouba, Tunisia

                                                                                                                                                                                                                                           

 

Je vous remercie infiniment pour l´organisation excellente de la dernière rencontre et c´est un grand plaisir de rencontrer les Alumni du DAAD avec qui on a partagé nos idées.

De mon coté je serai toujours fidèle pour notre DAAD tout en espérant aussi de bien représenter notre organisme dans mon Université et mon pays l´Algérie.

Je vous souhaite tous tout le bonheur du monde.

Dr. Ahmed Bouhekka, DAAD Alumnus, Maître Assistant à l’Université Hassiba Ben Bouali de Chlef, Algérie                                                                                                                                                                              

 

                                                                                                                                                                              

Je voudrais féliciter l'équipe du DAAD Tunis pour l'organisation de la rencontre des Alumni du Maghreb et pour la réussite de cet événement.

Dr. Ali Ltifi, DAAD Alumnus, Maître Assistant à l’Institut National de la Recherche Agronomique de Tunisie (INRAT), Tunisie

                                                                                                                                                                              

 

                                                                                                                                                                                                         

Speed-dating has achieved a great deal of networking among Libyan, Tunisian and Algerian partners.

Fathi Bareebash, Head of mobility department, University of Zawias, Libya                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            

                                                                                                                                        

                                                                                                                                                                                                                                          

Je tiens à vous féliciter pour les journées et surtout la formation. Très bonne initiative !

Prof. Adnane Abdelghani, Alumnus de la Fondation Alexander von Humboldt, Professeur à l’Institut National des Sciences appliquées et de  Technologie, Tunisie

                                                                                                                                                                               

 

                                                                                                                                                                              

Merci beaucoup pour l'accueil, le séjour et surtout pour la qualité et le haut niveaux de toutes les rencontres et cours.

Prof. Zineddine Berrouche, DAAD Alumnus, Professeur à l’Université de Sétif 1, Algérie

                                                                                                                                                                               

 

Es war wirklich interessant, informativ und  gleichzeitig hat es auch Spaß gemacht.

Sowohl die Schulungen als auch die Begegnungen mit den Kollegen aus Algerien und Libyen fand ich sehr bereichernd.

 Ich hoffe, dass wir noch weitere Gelegenheiten haben, uns wieder zu treffen und solche interessanten Momente zusammen zu erleben.

Dr. Lamia Mrad, Maitre-Assistante, DAAD Alumna, ISLAI Beja, Université de Jendouba, Tunesien                                                                                                                                                                            

 

It was good pleasure meeting you and it would be great if we could start together cooperation programs in near future. ICO (international Cooperation Office) at University of Tripoli welcomes you to share any ideas and initiatives leading to fruitful projects.

Abdurahman Hassen, Coordinator at International cooperation office (ICO), University of Tripoli, Libya                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                            

                                                                      

                                                                                                                                                                              

It was a big pleasure for me meeting you in Tunis and rave discussions with all the participants from Tunisia, Libya and also from Algeria. 

We learned a lot from all the different sessions and especially from the workshop on last day.

I welcome you and your team at our university during your next visit to Algeria.

I hope also that we will be able to participate at least at one DAAD program in the near future.

Hacene Mahmoudi, Maitre-Assistant, Université Hassiba Benbouali de Chlef, Algérie                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                          

 

 Herzlichen Dank an den DAAD Tunis für das wunderbare Treffen am letzten Wochenende in Tunis.

Ich war zum ersten Mal bei einem Alumni-Treffen und war total begeistert. Für mich war das Treffen ein voller Erfolg! Eine gelungene Veranstaltung, bestens organisiert und vorbereitet, mit einem hohen Nutzen. Ich konnte in einer entspannten Atmosphäre sehr interessante Alumni aus Tunesien, Algerien und Libyen kennenlernen. Wir haben viele nette und sehr interessante Gespräche geführt.

Ahmed Zardi,  DAAD und Regierungsstipendiat, Executive  Manager,  Tunesien                                                                                                                                                                              

                                                             

Für mich war es eine besondere Erfahrung, einen Workshop mit Alumni auf Deutsch durchzuführen und ich war begeistert, was den Kenntnisstand und das Engagement der Gruppe anging. Der Austausch und die konstruktiven Beiträge der Teilnehmer haben maßgeblich zum Erfolg des Seminars beigetragen. Außerdem hat es geszeigt, welch großes Potenzial es in der Region gibt.

Sonja Drewes, Trainerin DAAD Kairo Akademie, Egypten                                                                                                                                                                              

 

 C’était  à la fois un honneur et un plaisir pour moi d'être présente avec vous lors de la rencontre avec les Alumni de la Tunisie. Et je vous présente mes sincères remerciements et félicitations  à vous et votre équipe pour vos efforts et pour la qualité de votre travail .En espérant renforcer encore plus notre coopération pour le bien de nos deux pays.

Dorra Louzili Skander, Directrice des Bourses au Ministère de l'Enseignement Supérieur  et de la Recherche Scientifique, Tunisie

                                                                                                                                                                               

Sind Sie Alumnus/Alumna des DAAD oder Deutschlandalumna/alumnus und möchten Sie mit dem DAAD Tunis in Kontakt treten?

Bitte registrieren Sie sich und schicken Sie das Formular an: contact@daad.tn

Formular für Tunesier

Formular für Algerier

Texte : DAAD Bureau Tunis

Bildrechte : DAAD Tunis

Bildnachweis :  Anis Battaour, Beate Schindler-Kovats

November 2016    


4. Maghreb-Akademie vom 27. - 31. Oktober 2016 in Tunis

"Maghrebinische Geschichten - Erfolgreiche Projekte"

Seit 2013 veranstaltet der DAAD Tunis eine regionale Maghreb-Akademie, die Deutschstudierende und junge Deutschlehrende aus Algerien, Marokko und Tunesien sowie Fachkollegen und Experten aus Deutschland, Algerien, Marokko  und Tunesien versammelt. Der besondere Reiz der Maghreb-Akademie liegt im regionalen Bezug und in der interkulturellen Erfahrung. Studierende und Dozenten aus den Maghrebländern lernen sich kennen, arbeiten gemeinsam und können sich außerhalb des regulären Universitätsalltags austauschen und begegnen. Mit der Maghreb-Akademie trägt der DAAD zur Völkerverständigung bei und hilft beim Aufbau eines regionalen Fachnetzwerks. 

Im Zentrum der DAAD-Akademie Maghreb 2016 stand Projektkompetenz. Aus 80 Bewerbungen wurden 26 Teilnehmer/innen eingeladen: 13 Teilnehmer/innen aus Algerien, 8 Teilnehmer/innen aus Marokko und 5 Teilnehmer/innen aus Tunesien.

Hier einige Pressestimmen und Impressionen von Teilnehmer/innen der Maghreb-Akademie 2016:

„Ich bin sehr dankbar für die großartigen 3 Tage, die wir zusammen verbracht haben. Es waren wirklich tolle Tage. Sie haben uns mehr Motivation gegeben, um unsere Projekte zu verwirklichen und unsere Karriere  mit mehr Ideen und Erfolg zu starten.“ Yassine El Bakdouri, Marokko

 Dank des DAAD Teams in Tunis konnte ich eine Familie aus unterschiedlichen Staaten in kurzer Zeit gründen und vereinen und dies in Bezug mit meiner Traumsprache "Deutsch" setzen.“ Farouk Messaoudi, Algerien

Ich bin heute äußerst glücklich und begeistert. Der prämierte Student ist in meinem Seminar und viele Maghreb-Akademie-Teilnehmer aus Algerien waren meine Studenten in Sidi Belabbes!“, Dr. Abdelkader Rachid Drioua, Deutschdozent  und Journalist Sidi Bel Abbès, Algerien

„Die Teilnahme an der Maghreb-Akademie war für mich eine der wichtigsten Gelegenheiten, auf die ich sehr lange gewartet habe. Es ist eine große Bereicherung für meine Kariere und für meine zukünftigen Pläne.In diesem Programm konnte ich meine Deutschkenntnisse einsetzen, verbessern und viele Erfahrungen mitnehmen. Auch durch die Workshops habe ich verschiedene neue Sachen lernen können. Dank des Stipendiums durfte ich meine Nachbarn aus dem Maghreb besser kennenlernen. In der Maghreb-Akademie habe ich ein anderes Zuhause gefunden.“ Mohamed Chergui, Algerien

„Ich habe viele Dinge gelernt und auch neue Menschen kennengelernt. Darin liegt auch der wahre Schatz für mich. Die Maghreb-Akademie hat mir die Möglichkeit gegeben, eine Stimme für viele vergessene Stimmen zu sein. Ich hoffe, dass die Algerier, Marokkaner und Tunesier eines Tages ein Teil meines Projektes sein werden und für mein Projekt im maghrebinischen Raum werben. Ich wünsche mir, dass es eine Zukunft für Germanistikstudierende gibt, und die Maghreb-Akademie hat uns die Möglichkeit geboten unseren Stimmen Gehör zu verschaffen. Vielen Dank dafür!“ Amar Snani, Algerien

„Ich kann sagen, dass ich 25 Geschwister aus Marokko, Tunesien und Algerien habe. Das Wichtigste ist, dass wir Freunde bis heute sind!“ Soumeya Ibtissem Lazreg

Durch die Maghreb Akademie entstand ein kultureller Austausch. Alle Inspirationen, Ideen und Projekte erscheinen wie eine Brücke zwischen dem Maghreb und Deutschland.“ Anis Chaabouni, Tunesien

 „Ich habe angenehme, wundervolle Menschen, die jetzt wie eine Familie sind, kennengelernt. Ich habe von meinen Träumen, Wünschen und Hoffnungen erzählt. Zurück in meiner Heimat, bin ich voller Motivation und neuer Ideen. Ich werde mich noch lange an die wunderbare Zeit erinnern, die ich mit Ihnen verbringen durfte.“ Amel Fellah, Algerien

Oktober 2016                                                           



Interview mit Dr. Mona El Tobgui, Emeritus Professor am National Research Centre Kairo und Senior Advisor der Fraunhofer Gesellschaft für Nordafrika 

Dr. Mona El Tubgui hat vielfältige und langjährige Projekterfahrung: Sie hat Projekte des DAAD, der EU und nationaler Förderorganisationen gemanagt und ist seit einigen Jahren Trainerin der DAAD Kairo Academy und Deputy Director des German Science Center in Ägypten.

Der DAAD Tunis in Kooperation mit der DAAD Kairo Akademie bietet seit 2016 Fortbildungsseminare und Trainingsmodule für Partner, Alumni und Hochschulinteressenten an. Im September hat Dr. Mona El Tobgui im Rahmen der Kooperation auf Einladung des DAAD einen Vortrag zu „Das Fraunhofer Model“ – Bridging the gap beween science and industry und ein Fortbildungsseminar zum „Project-Management“ in Tunis gehalten.

Wir freuen uns, liebe Mona, dass Sie hier in Tunis sind, herzlich willkommen! Sie haben verschiedene Funktionen:  Sie sind Professor am National Research Centre Kairo, Senior Advisor der Fraunhofer Gesellschaft,  Trainerin der DAAD Kairo Academy und Deputy Director des German Science Center in Ägypten. Können Sie uns mehr zu den Aufgaben erzählen ?

Meine Aktivitäten im National Research Centre (NRC) sind zur Zeit sehr beschränkt, weshalb ich mehr Zeit für die Fraunhofer Institute habe. Auch wenn ich als Senior Advisor weniger als Halbzeit vergütet werde, arbeite ich mehr, da es mir wirklich  viel Spaß macht, all die neuen Entwicklungen bei Fraunhofer mitzuerleben. Ich wünsche mir, dass  Ägypten und hoffentlich auch Tunesien in der Zukunft davon profitieren werden.

Für die DAAD Kairo Akademie sind es höchstens 2 Tage im Monat, an denen ich Module anbiete. Dies ist auch eine gute Gelegenheit an jüngere Akademiker heranzukommen und ich freue mich, wenn ich einen Beitrag zu deren professionellen Entwicklung leisten kann.

Als Deputy Director des Deutschen Wissenschaftszentrum (DWZ) in Ägypten unterstütze ich den Koordinator besonders bei der Gestaltung der Jahreskonferenzen und anderer Anlässe, die das DWZ plant. Meine großen Netzwerke in der ägyptischen akademischen und wirtschaftlichen Landschaft biete ich dem DWZ an, da ich davon überzeugt bin, dass Informationen geteilt werden müssen. Ich freue mich,  wenn jemand diese Informationen gebraucht und wenn ich verschiedene Kontakte in meinem Netzwerk zusammenbringe.

Das „Fraunhofer-Model“ – angewandte Forschung mit Industriefinanzierung – ist eine Stärke Deutschlands. Viele Länder beneiden uns wegen der erfolgreichen außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Ist das  „Fraunhofer Modell“ auf die Länder Nordafrikas übertragbar? Welche Chancen und welche Probleme sehen Sie?

Das Fraunhofer Modell ist unter der erfolgreichen außeruniversitären Forschungseinrichtung unique. Es behält das Gleichgewicht zwischen angewandter und neuer Grundlagenforschung und Innovation. Wenn ich  Fraunhofer und mein Zentrum NRC, die fast genauso alt sind, vergleiche, sind die Stärken der Fraunhofer Gesellschaft:

  • Die Fraunhofer Institute sind unabhängig in deren Forschungsansätzen und Entscheidungen und wie sie an ihre Kunden antreten, solange sie die zentralen finanziellen und legalen Vorschriften der Zentrale akzeptieren.
  • Die Institutsleiter, die  zum größten Teil zur gleichen Zeit Professoren an den regionalen Universitäten sind, helfen, dass neue Ideen dauernd in die Institute einfließen und somit immer innovativ bleiben.
  • Fraunhofer Mitarbeiter finden Arbeitsplätze in der Industrie, wodurch die Institute einen hohen Turn Over der Mitarbeiter haben, was bedeutet, dass die Fraunhofer Gesellschaft immer „jung“ bleibt.

Diese Rahmenbedingungen  von Fraunhofer haben wir leider zurzeit  in Nordafrika nicht. Deswegen ist es auch ziemlich schwierig, das Fraunhofer Modell zu implementieren. Trotzdem bleibe ich  optimistisch. Ein Anfang wäre, eine neue Forschungseinrichtung nach dem Fraunhofer Modell zu gründen, um  mit einem Fraunhofer-Institut zu kooperieren. Dauerndes Nachhaken beim Wirtschaftssektor kann  erfolgreich sein, dass FuE in diesem Sektor anerkannt wird.

Sie sind zum ersten Mal in Tunesien und hatten Kontakt zu Kollegen im Hochschulministerium, zu Forschern und zur Industrie. Was sind Ihre Eindrücke – auch im Vergleich zu Ägypten?

Es war mir eine sehr große Freude, dass ich nach Tunesien kommen konnte. Tunesien ist ein schönes Land mit viel Potential. Auch wenn Tunesien dieselben Herausforderungen und Hindernisse hat, bin ich zuversichtlich,  dass Tunesien sich schneller entwickeln wird, allein weil es ein kleineres Land ist. In Ägypten existieren viele Initiativen, jedoch sind diese sehr gering im Verhältnis zur Größe des Landes und zur Bevölkerung. Deswegen hat Tunesien eine bessere Chance, wenn man einige Initiativen adaptiert und implementiert. Ich bin mir sicher, dass wir Interesse für Tunesien in Fraunhofer Instituten finden werden.

Sie sind Expertin im Projektmanagement und haben in Tunis Partner geschult. Wo sehen Sie die größten Herausforderungen für das Management von Projekten? Haben Sie Tipps für  den Erfolg von Projekten?

Im Allgemeinen ist das Management von Projekten  nicht einfach, insbesondere weil wir in den arabischen Ländern wenig in Teams arbeiten können und wollen. Management ist auf keinem Fall eine ‚one-man-show’.  Team Building Module für alle Projektbeteiligten ist ein MUSS bei Projektbeginn. Wenn der Manager es nicht selbst machen kann, soll er einen Experten beauftragen. So kann der Manager sein Team kennenlernen und die Homogenität der Projektteilnehmer garantieren. Das ist mein erster wichtigster Tipp.

Ein zweiter Tipp ist die gemeinsame Planung mit aufwändigen und detaillierten Strukturen der Arbeitspakete und der Verantwortung für jede Aktivität. Dies  erleichtert die Implementierung und lässt der Leitung Raum, andere Potentiale des Projekts wahrzunehmen, anstatt viel Zeit in follow-up und micro-management zu verlieren.

Mein dritter wichtiger Tipp ist, dass wir unsere Projekte als vorübergehende Vorhaben betrachten  und diese entsprechend managen.

Am Ende würde ich allen Projektleiter/innen empfehlen, immer wach, fair  und ein Einfühlungsvermögen (empathy)  für das Projektteam zu haben.

Liebe Mona, haben Sie vielen Dank für das Interview. Ich hoffe, es hat Ihnen bei uns und in Tunesien gefallen – inshallah sehen wir Sie bald wieder bei uns.  

Liebe Beate, ich bedanke mich sehr für diese Gelegenheit, für die tolle Organisation der beiden Events und die Großzügigkeit des DAAD Büros Tunis. Am Ende wünsche ich Ihnen und Ihrem tollen Team viel Erfolg und hoffe auf ein baldiges Treffen in Kairo inshaa Allah.

September 2016

Althaus
Althaus
Interview mit Dr. Hans-Joachim Althaus, Geschäftsführer von g.a.s.t. und Leiter des TestDaf-Instituts

Im September war eine Delegation unter Leitung von Dr. Hans Joachim Althaus in Tunesien, um Gespräche mit Partnern, Mittlern und Hochschulvertretern zur Förderung des studienbegleitenden Deutschunterrichts an (technischen) Universitäten in Tunesien zu führen.

Herr Dr. Althaus, herzlich willkommen, was genau führt Sie hierher?

Es geht um ein Projekt, das das G.a.s.t. Institut in Kooperation mit der LMU München vom DAAD bewilligt bekommen haben. Wir sondieren in dieser Fact-Finding-Mission Reise, wie Deutschunterricht für Studierende unterschiedlicher Fächer vor allem in den Natur-, Technik- und Ingenieurwissenschaften unterstützt und gefördert werden kann und wie man Fachlehrkräfte dafür ausbilden und an tunesischen Hochschulen beschäftigen kann. Die Delegation wird einen Bericht verfassen und dem DAAD empfehlen, wie man den studienbegleitenden Deutschunterricht in Tunesien und in der Region fördern kann. Dabei geht es nicht nur um finanzielle Unterstützung, vielmehr möchten wir zusammen mit tunesischen Partnern Projektideen, Bedarf und Umsetzung diskutieren und Netzwerke anregen.

Deutsch boomt in Tunesien, insbesondere Ingenieure, Mediziner und Naturwissenschaftler wollen studienbegleitend Deutsch lernen. Wie kann Deutschland und das g.a.s.t. Institut unterstützen?

Wir haben den Eindruck, die Partner für Deutsch in Tunesien und in der Region sprechen nicht viel miteinander. Wir wollen mit unserem Projekt Fragen und Themen, z.B. wie kann Deutsch vermittelt werden, wie kann man auf moderne Lehrweise und mit Handlungsorientierung Deutsch unterrichten, wie die Berufsperspektiven für Deutschabsolventen verbessern etc., gemeinsam mit lokalen Experten dem Interesse an Deutsch begegnen. DAAD als auch G.A.S.T. haben Möglichkeit, mit der Deutsch-Uni Online, also einem Lernprogramm für Deutsch als Fremdsprache speziell im Hochschulkontext, Angebote machen können;

Was ist das g.a.s. t. Institut, was bieten Sie an?

Das G.A.S.T Institut (Gesellschaft für Akademische Studienvorbereitung und Testentwicklung) ist ein Dach, unter dem wir vier große „Produkte“ und mehrere kleine Projekte anbieten.

1. TestDaF =.Test für Deutsch als Fremdsprache mit ca, 40.000 Prüfungsteilnehmern jedes Jahr auf B1- C1 Niveau. Damit ist TestDaF der drittgrößte bedeutendste Sprachtest für den Hochschulzugang überhaupt.

2. Deutsch-Uni Online: ein Lernprogramm für Studieninteressierte, die von A1 bis C1 Unterrichtsmaterial bekommen und im Selbststudium oder von Tutoren betreut lernen können bzw. innerhalb ihrer Hochschule in sogenannten Blended-learning Kursen mit Online Materialien begleitend zum Präsenzunterricht lernen können.

3. TestAS für ausländische Studierende: ein Test zur Feststellung der Studieneignung, ob Studienbewerber die Begabung und Eignung mitbringen, um ein Studium in Deutschland absolvieren zu können. Der TestAS wird von vielen Hochschulen mittlerweile zur Studienzulassung oder aktuell zurzeit für die Eignung von Flüchtlingen  in Deutschland für ein Hochschulstudium eingesetzt.

4. ON SET = Online Einstufungstests, die wir derzeit auf Deutsch und English anbieten. Andere Sprachen sind in der Entwicklung. Es ist ein einfacher Lückentest, der den Sprachstand erfasst (von A2 und C1).

Darüber hinaus erstellen das G.A.S.T. Institut Test-Software und führen Beratungen an Hochschulen durch.

Seit diesem Jahr gibt es nun endlich auch ein TestDaF Zentrum in Tunis. Wie läuft die Zusammenarbeit mit Tunesien und was sind Ihre Erwartungen?

Wir freuen uns, dass wir in diesem Jahr den TestDaf hier in Tunesien anbieten können. DAAD und Goethe-Institut arbeiten zusammen und haben einen ersten erfolgreichen Testdurchlauf  im Juni gemacht.

Wir können nicht erwarten, dass es sehr viele Testteilnehmer gibt, denn die Bedingungen und Möglichkeiten, Deutsch auf so hohem Niveau zu lernen sind in Tunesien nicht optimal gegeben. Wichtig ist, dass Studierenden, die nach Deutschland kommen, klar ist, wie viel Deutsch sie überhaupt beherrschen müssen, um studieren zu können. Viele Studenten machen sich Illusionen, dass einfache Deutschkenntnisse für ein Studium reichen. Bei TestDaF merken sie, dass es nicht reicht und dass sie mehr in die Sprache investieren müssen. Zudem ist der TestDAF so aufgebaut, dass er stärker auf die Kommunikation, auf Zusammenhänge und aktiven Sprachengebrauch setzt. Auswendiglernen und Wiedergabe grammatischer Formeln hilft da nichts. Das ist ein wichtiger Effekt für den Unterricht, hier reicht die traditionelle Methodik nicht, es muss klar sein, dass Ausbildung und Sprachunterricht Kommunikation ist.

Vielen Dank für das Interview.


Gesellschaft für Akademische Studienvorbereitung und Testentwicklung e. V. und TestDaF-Institut sind gemeinnützige Einrichtungen, die Serviceleistungen sowohl für Hochschulen im In- und Ausland als auch für ausländische Studierende erbringen. g.a.s.t. bietet Hochschulen und Mittlerorganisationen Expertise in der Entwicklung, Erstellung und Auswertung von Tests, insbesondere Sprachtests, in der Qualitätssicherung sowie in der testbezogenen Informatik an und berät Hochschulen, Bildungseinrichtungen und Mittlerorganisationen in Fragen des Prüfens und Testens. Das TestDaF-Institut kooperiert eng mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), vielen Hochschulen im In- und Ausland und den Goethe-Instituten.

www.testdaf.de

August 2016

Interview mit Johanna Fuchs, DAAD Sprachassistentin an der Université la Manouba

Stelle dich bitte kurz vor!

Ich heiße Johanna Fuchs, bin 25 Jahre alt und komme aus einer kleinen Stadt in Nordrhein-Westfalen. Ich habe zuerst einen Bachelor in Arabistik gemacht und dabei im Wahlbereich auch Germanistik und Deutsch als Fremdsprache studiert. Ein wenig Lehrerfahrung habe ich durch ehrenamtlichen Deutschunterricht gesammelt. Jetzt bin ich noch im Masterstudium „Arabische Literatur“. Durch die Sprachassistenz mache ich sozusagen ein Jahr Pause, aber der Aufenthalt in Tunesien hilft mir natürlich auch für mein eigenes Fach.

Was machst du in Tunesien?

Meine Hauptaufgabe ist es, Deutsch an der Université de la Manouba zu unterrichten. Die Studierenden haben Germanistik als Hauptfach gewählt und ich gebe zwei Seminare im ersten Studienjahr: „Morphologie“ und „Expression orale“ (mündlicher Ausdruck)“. Zusätzlich biete ich noch ein Wahlfach für das dritte Jahr an, in dem es um Medien und Journalismus geht.

Das Unterrichten und das „Ankommen“ im Land haben am Anfang meine volle Aufmerksamkeit beansprucht. Mittlerweile finde ich mich gut zurecht, kann mich auch im Dialekt verständlich machen und verfolge auch meine eigenen Projekte. Das bedeutet im Moment vor allem, dass ich mit meiner Masterarbeit anfange.

Was genau ist das DAAD-Programm Sprachassistenz?

Der DAAD fördert im Sprachassistentenprogramm zurzeit 150 Hochschulabsolventen in 80 Ländern. Die Stipendiaten werden an Hochschulen vermittelt, an denen die Betreuung durch DAAD-Lektoren möglich ist. SprachassistentInnen bekommen ein zehnmonatiges Stipendium für ihren Aufenthalt. Dabei geht es einerseits darum, die Lehre von Deutsch im Ausland zu unterstützen. Andererseits profitieren natürlich auch die Teilnehmenden: Es ist ein guter Start ins Berufsleben und sicherlich immer eine gute Referenz. Weil man nicht in Vollzeit unterrichtet, kann man außerdem während des Aufenthaltes noch eigene Projekte verfolgen, also zum Beispiel die Landessprache lernen, Kooperationen anstoßen, die Studierenden weiter fördern… alles, was einem einfällt.

Wer sich bewerben möchte, sollte mindestens einen Bachelorabschluss haben – entweder in Germanistik oder DaF oder in einer zum jeweiligen Land passenden Regionalwissenschaft. Für das Bewerbungsgespräch sollte man entweder Erfahrung im Deutschunterrichten mitbringen oder zumindest zeigen können, dass man sich gut auf diese Aufgabe vorbereitet hat.

Welche Erfahrungen hast du in Tunesien in Bezug auf die Arbeit, aber auch Land & Leute gemacht?

Für mich war die Arbeit an sich erst einmal etwas Neues, denn ich hatte natürlich noch nie an einer Universität einen richtigen Kurs gegeben – und Deutsch nur auf niedrigerem Niveau in meiner Freizeit unterrichtet. Deshalb habe ich am Anfang viel Zeit für die Vorbereitung gebraucht. Die Studierenden sind aber sehr offen und neugierig, weshalb die Nervosität schnell der Freude am Unterrichten gewichen ist. Kleine Schwierigkeiten gibt es nur manchmal, weil sie aus der Schule andere Dinge gewohnt sind, als man das in Deutschland kennt. Einige Studierende haben erst in meinem Unterricht ihre ersten Referate gehalten.

Tunis gefällt mir sehr gut, weil es nicht allzu riesig, aber recht international ist und kulturell Einiges zu bieten hat. Auch der Rest des Landes eignet sich gut zum Reisen und Entdecken.

Die Menschen hier sehen mir meist an, dass ich keine Tunesierin bin. Einerseits wäre ich lieber unauffällig und freue mich immer, wenn mich jemand auf Arabisch anspricht, am besten noch mit dem tunesischen „ukhty“ („Schwester“, eine normale Anrede auch für Fremde) und mich dann auch noch nach dem Weg fragt. Andererseits kommt es dadurch auch manchmal zu interessanten Gesprächen über Deutschland und Tunesien, durch die ich sehr viel lerne.

Alle Wörter, die ich neu gelernt habe, und kleine Anekdoten aus Gesprächen mit Fremden wie Freunden sind für mich sehr wertvolle Erinnerungen, die ich hoffentlich auch über diese Zeit hinaus bewahren kann.

Vielen Dank für das Interview!

Juli 2016

Interview mit Bilel Moslah, Gewinner des Falling Walls Lab Tunisia, 2016

1) Stellen Sie sich bitte kurz vor!

Ich bin Bilel Moslah, Ingenieur (Forschung und Entwicklung) im Bereich Analytische Chemie, Absolvent der pharmazeutischen Fakultät an der Universität Paris Süd 11 in Châtenay-Malabry. Derzeit bin ich Doktorand im Rahmen des PASRI-Programms der europäischen Union (verwaltet durch die ANPR) an der pharmazeutischen Fakultät in Monastir. In meiner Doktorarbeit beschäftige ich mich mit der Entwicklung einer quantitativen Analysemethode, um Rückstände von Medikamenten und illegalen Drogen im Abwasser zu analysieren. Das soll dazu beitragen, den Drogenkonsum in Tunesien zu schätzen.

Ich interessiere mich ebenfalls für Analytische Toxikologie in Bezug auf Umwelt, Epidemiologie und Metabolomik sowie für die Erforschung von Biomarkern anhand innovativer statistischer Instrumente (chemometrische Instrumente).

Außerdem bin ich Mitglied in verschiedenen Organisationen:

  • The International Community Alumniportal Deutschland 
  • The French Metabolomics and Fluxomics network (RFMF)
  • The European Research Area Network on Illicit Drugs ERANID Social Community
  • The Society of Environmental Toxicology and Chemistry Europe (SETAC)

2) Warum haben Sie am Falling Walls Lab Tunisia teilgenommen? Wie war diese Erfahrung?

Meine Teilnahme an der Veranstaltung hatte verschiedene Ziele:

  • Anderen Personen und Wissenschaftlern aus unterschiedlichen Disziplinen einen Einblick in meine Forschungsarbeit zu geben
  • Mit Personen aus Wissenschaft und Praxis ins Gespräch zu kommen
  • Und mir den ersten Platz im Falling Walls Lab Tunisia zu sichern und mich somit für das Finale in Berlin zu qualifizieren und an der internationalen Falling Walls Conference am 9. November 2016 teilzunehmen.

Die Teilnahme war für mich eine sehr wertvolle Erfahrung, da ich dabei die Möglichkeit hatte, mich mit anderen Wissenschaftlichen über innovative Ideen auszutauschen. Ich habe gelernt, mein Forschungsprojekt in einer kurzen Präsentation von 3 Minuten vor einer hochkarätigen Jury vorzustellen. Dass ich den ersten Platz gewonnen und mich somit für die Teilnahme am Falling Walls Lab Finale in Berlin qualifiziert habe, setzte dem Abend die Krone auf. Ich möchte mich beim DAAD für diese wunderbare Initiative und die Organisation des Events herzlich bedanken!

3) Können Sie uns Ihre Forschungsidee kurz erklären? Was ist der „Impact Factor“ dieses Projekts für Tunesien?

Der traditionelle Ansatz des letzten Jahrzehnts, der sich auf die Analyse von Drogen im menschlichen Blut anhand von Zufallsstichproben stützt, hat keine signifikanten Konzentrationslevel in Tunesien nachweisen können. Daher stammt die Idee, mit Abwasser zu arbeiten, um eine repräsentative Kartographie des geschätzten Drogenkonsums in jedem Stadtteil des Großraums Tunis  zu erstellen. Mittels umfassender chemischer Analysen können Proben aus Kläranlagen der jeweiligen Stadtteile untersucht werden. Der Drogenkonsum in Tunesien ist bis jetzt ein sehr wenig erforschtes Feld. Diese Art der Nachverfolgung illegaler Drogen im Abwasser kann helfen, den Drogenmissbrauch besser zu verstehen und somit besser zu bekämpfen. Mit dieser Methode könnte der Drogenkonsum der Bevölkerung in Echtzeit beobachtet uns ausgewertet werden (kriminologische Epidemiologie) und somit Wissenschaftlern und Behörden beim Kampf gegen Drogenmissbrauch helfen.

4) Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Mein Beitrag zur Schätzung des Drogenkonsums im Abwasser ist derzeit auf den Großraum Tunis fokussiert. Meine Vision ist es, eine nationale Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht zu gründen, um dieses Monitoring weiterzuführen und auf nationaler Ebene zu etablieren. 

Vielen Dank für das Interview!

Juni 2016


Interview mit Beate Schindler-Kovats, Leiterin des DAAD-Büros in Tunis

"Die Chance arbeitslos zu sein steigt mit der Höhe des Abschlusses" 

1) Etwa 30 Prozent der tunesischen AkademikerInnen sind arbeitslos. Woran liegt das?

 

Dafür gibt es mehrere Ursachen: Zum einen hat Tunesien ein Überangebot von Akademikern – und im Umkehrschluss einen Bedarf/Mangel an qualifizierten Fachkräften mit Berufsausbildung. Der tunesische Staat bietet eine Studienplatzgarantie, das führt dazu, dass fast alle Abiturienten studieren und eine Berufsausbildung wenig attraktiv und nicht als Alternative gesehen wird. In Tunesien gibt es aber insbesondere verarbeitende Industrie, die Fachkräfte und Arbeiter braucht. Der Bedarf an Akademikern und Promovierten ist hingegen begrenzt. Die Chance arbeitslos zu sein steigt mit der Höhe des Abschlusses. Viele junge Leute sind an den Hochschulen „geparkt“ und zu viele sind als Doktoranden „pro-forma“ eingeschrieben, um nicht arbeitslos zu sein.

Zum anderen gibt es einen miss-link zwischen Hochschulausbildung und Arbeitsmarkt. Tunesische Hochschulen bilden theorielastig, wenig praxisorientiert und an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes vorbei aus. Daher gibt es viele „Generalisten“ und wenig Spezialisten. Zudem ist die Lernkultur (auswendig lernen, reproduzieren) nicht hilfreich. Unternehmen beklagen, dass es an innovativ denkenden und handelnden Arbeitskräften, an Soft Skills mangelt. Tunesische Studenten und Absolventen sind unselbstständig, haben nicht gelernt, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen und sind wenig initiativ.

 2) Wie schätzen Sie die Qualität der tunesischen Hochschulbildung ein?

Die Qualität der Hochschulbildung ist in den letzten Jahren unter dem Druck der Arbeitsmarktsituation gesunken. Es werden viele neue Hochschulprogramme geschaffen, um die jungen Leute in Master und PhD-Programmen „zu parken“, damit sie erstmal von der  Straße sind. Quantität statt Qualität. Es gibt kein Akkreditierungssystem oder Qualitätsmanagement. Hinzu kommen massive Streiks im Bildungssektor – sowohl bei den Lehrenden als auch Studierenden. Die Streiks blockieren den normalen Semesterbetrieb, das hat negative Auswirkungen auf das Bildungsniveau.

"Hochschulbildung sollte praxisorientierter sein"

3) Welche Verbesserungsvorschläge hätten Sie?

Ich bin für eine praxisorientiertere Ausbildung an den tunesischen Hochschulen wie beispielsweise an Fachhochschulen in Deutschland. Außerdem wäre eine Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und der Industrie sinnvoll. Hier fördert der DAAD bereits erfolgreiche Pilotprojekte in Kooperation mit deutschen Industriepartnern und Hochschulen. Die Lernkultur sowie die Arbeitshaltung und Arbeitsweisen müssten sich ändern. Es müsste mehr für die Integration von mehr Praktika in die Hochschulbildung geworben werden.

4) Wie kann ein Auslandsaufenthalt die Chancen auf dem tunesischen Arbeitsmarkt verändern?

Rückkehrende Alumni sind ein Mehrwert für die tunesischen Hochschulen und den tunesischen Arbeitsmarkt. Es gibt bereits einige positive Beispiele gelungener Re-Integration. Rückkehrer sind aktiv im Bereich Existenzgründung. Aber nach wie vor existieren in Tunesien Hürden und bürokratische Hindernisse bei der Anerkennung ausländischer Abschlüsse und Leistungen.

5) Wie beeinflusst die Abwanderung gut ausgebildeter junger Leute Tunesien?

Brain-Drain ist ein akutes Problem. Ca. 3000 Hochschullehrer sollen in den letzten Jahren in die Golfregion und in die Emirate abgewandert sein, weil sie dort bessere Bedingungen vorfinden und eine sehr viel bessere Bezahlung bekommen.

Junge Leute wandern aus, suchen Studien- und Arbeitsmöglichkeiten vor allem in Europa und Kanada. Mediziner, Pflegekräfte und Ingenieure werden als Fachkräfte abgeworben. Wer es nicht legal schafft, nimmt die Flüchtlingsrouten über das Mittelmeer. In Deutschland aus- oder weitergebildete Akademiker kommen leider nur zu einem sehr geringen Prozentsatz nach Tunesien zurück. Hier müsste die tunesische Regierung Anreize schaffen zurückzukehren.

Interview: Verena Striebinger Alumniportal-Deutschland 

Foto: Beate Schindler-Kovats, Leiterin des DAAD Büro Tunis 

Mai 2016@Mouldi Chrigui
@Mouldi Chrigui

Interview mit Prof. Dr.-Ing. habil. Mouldi Chrigui, Projektkoordinator des Programms "Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaft"

1) Bitte stellen Sie sich kurz vor.

Ich bin Mouldi Chrigui, Associate Professor an der Ecole Nationale d’Ingénierus de Gabès (ENIG) der Universität von Gabes. Ich habe Maschinenbau an der Universität Karlsruhe (KIT) und an der Technischen Universität Darmstadt (TUD) studiert und auch in Maschinenbau mit der Vertiefung Energie, promoviert. Davor war ich ein Jahr im „Studienkolleg“ an der Universität Heidelberg, wo ich mit einer Gruppe von ca. 15 Studenten/Innen die deutsche Sprache lernte und mich auf das Fachstudium an der Universität vorbereitete. Das Studienkolleg wurde für die gesamte Gruppe vom DAAD finanziert. Danach erhielt ich 6 Jahre lang ein Stipendium von der tunesischen Regierung. Ich hatte die Gelegenheit, in der Industrie zu arbeiten und in mehreren Projekten aktiv zu sein sowie viele Diplom- und Masterarbeiten zu betreuen. Mein Hauptforschungsthema sind numerische Simulationen, welche in fast allen Gebieten der Industrie wie auch im akademischen Bereich zum Einsatz kommen. Ich hatte die Chance, mit vielen internationalen Kollegen zu forschen, zu kooperieren und mit neuen Konzepten zu experimentieren.

2) Sie haben Ihr gesamtes Studium und Ihre Promotion in Deutschland absolviert. Wie kam es dazu?

Nach dem tunesischen Abitur (baccalauréat) wurden 30 Absolventen nach Deutschland geschickt, um dort ihr Ingenieurstudium zu absolvieren. Das waren Abiturienten aus dem ganzen Land, die sehr gut im Abitur abgeschnitten hatten.

3) Warum haben Sie sich im Jahr 2011 dafür entschieden, nach Tunesien zurückzukehren?

Der Kontakt zu Tunesien blieb während meiner gesamten Zeit in Deutschland immer bestehen. Nach vielen Jahren und viel Zeit, die ich in Deutschland investiert hatte, entschloss ich mich, zurückzukehren. Vor mir sind auch viele andere Freunde und Kollegen wieder nach Tunesien zurückgekommen. Ich hoffe, dass ich einen Beitrag für die tunesischen Universitäten und Student/Innen leisten und einen Teil meines gesammelten Know-hows weitergeben kann. Ich muss allerdings hinzufügen, dass die Entscheidung, nach Tunesien zurückzugehen, nicht leicht für mich war.

4) Konnten Sie sich zurück in Tunesien wieder gut integrieren? Was empfehlen Sie Alumni, die gerne nach Tunesien zurückkehren möchten?

Mich in Tunesien wieder zu integrieren, war kein Problem, dauerte aber eine Weile. Viele Faktoren spielen dabei eine große Rolle, unter anderem die Arbeit. Wenn man sich gut ins Arbeitsumfeld integriert hat, ist es im zweiten Schritt wichtig, sich um seine sozialen Kontakte zu kümmern. Tunesien ist im Vergleich zu Deutschland ein sehr bürokratisches Land, das kann manchmal sehr anstrengend sein. Die ersten Monate sind zäh, aber man gewöhnt sich wieder daran und passt sich mit der Zeit an. Man wird aber auf jeden Fall einen deutlichen Wandel im Leben spüren. Ich rate Alumni, die gerne nach Tunesien zurückkehren möchten, sich ein gutes Arbeitsumfeld bzw. Stelle zu suchen, den Kontakt zu Deutschland zu pflegen und geduldig zu sein. Ich kenne keinen Alumni, der wieder nach Tunesien gekommen ist und nicht erfolgreich war. Man sollte zugleich auch viel Engagement mitbringen und fleißig sein (Ich hoffe, dass ich nicht übertreibe).

5) Was haben Sie aus Deutschland für Ihre weitere Forschung und Arbeit mitnehmen können?

In Deutschland hatte ich die Gelegenheit, an guten und weltweit renommierten Universitäten bzw. Instituten zu studieren, zu forschen und zu arbeiten. Dadurch konnte ich, neben dem Fachwissen, auch meine persönlichen Fähigkeiten im Planen, Management und der Administration entwickeln. Das vielfältige und reichhaltige Umfeld an deutschen Institutionen, sowie das Lernen von erfahrenen Professoren und die sehr dynamischen Arbeitsumgebungen schaffen hervorragende Voraussetzungen, um sich weiterzuentwickeln und die gewonnenen Fähigkeiten nach Tunesien mitzunehmen. Zudem hilft mir der fortdauernde Kontakt mit Kollegen in Deutschland dabei, Forschungs- bzw. Austauschprojekte zu initiieren.

6) Sie sind mitverantwortlich für das Kooperationsprojekt zwischen der ENIG in Tunesien und der TU Darmstadt in Deutschland. Welche Ziele verfolgt dieses Projekt?

Das Kooperationsprojekt zwischen der ENIG in Tunesien und der TU Darmstadt (TUD) in Deutschland besteht mit dem Institut für Energie und Kraftwerkstechnik (EKT) der TUD, wo ich promoviert habe. Ich kenne die Kollegen im EKT seit mehr als zehn Jahren. Wir haben früher in mehreren Bereichen der Energieforschung zusammengearbeitet. Das Projekt hat mehrere Ziele, unter anderem die Förderung der Energie- und Simulationswissenschaft im Ingenieurstudium an der ENIG. Es wurden mehrere Workshops organisiert und wichtige Vorlesungsreihen für unterschiedliche Niveaus gehalten. Außerdem wurden hochwertige Equipments zur Implementierung fortgeschrittener Laboratorien für numerische Simulationen gekauft und installiert. Mehr als zehn Studenten/Innen bzw. Doktoranden/Innen waren im Rahmen dieses vom DAAD geförderten Projekts für mehrere Monate an der TUD, um dort ihre Diplomarbeit bzw. Forschungsarbeit abzuschließen und Vorlesungen zu besuchen. Dieses Jahr soll es weitere Austausche und Workshops geben. Die Studenten/Innen und Doktoranden/Innen an der ENIG sind sehr motiviert. Sie machen neue Erfahrungen und erhalten neue Perspektiven. 

Vielen Dank für das Interview.

April 2016

DAAD kooperiert mit Partnern libyscher Hochschulen


Das DAAD Büro Tunis ist nicht nur Ansprechpartner für Hochschulen in Tunesien, als regionales Büro informiert und berät DAAD Tunis auch Studierende, Wissenschaftler und Hochschulen in Algerien und Libyen.

Im Rahmen des „DAAD Seminar for Leaders of Libyan Universities“, organisiert vom DAAD Tunis, kamen am 15.-16. April 2016 Vertreter libyscher Hochschulen in Tripolis, Benghasi, Misurata, Sabrata, Sabha und Zawia zusammen und konnten sich über internationale Kooperationsmöglichkeiten informieren und mit tunesischen Projektpartnern austauschen (Bericht). 

Unser Porträt des Monats April gibt Einblicke in die Situation von Hochschulen in Libyen:

1) Wie ist die derzeitige Situation der Hochschulen in Libyen?

  • In der Hochschullandschaft Libyens spiegelt sich die politische Situation wider: es gibt verschiedene Interessen, die sich z.B. in steigender Zahl von Neugründungen seit 2012 zeigt. Die Tendenz zur Regionalisierung und Fragmentierung macht die Zusammenarbeit untereinander nicht leichter. Deshalb wird die Seminaridee begrüßt, sur place in Tunesien Vertreter zusammenzuführen und gemeinsam über Situation, Probleme und Herausforderungen nachzudenken.
  • Hochschulen in Libyen erleben einen wahren Ansturm an Studierenden. Es ist für junge Männer eine Möglichkeit, sich vom Armeedienst freistellen zu lassen und junge Frauen nehmen sehr ehrgeizig die Bildungschance an.
  • Es gibt ein großes Brain-drain-Problem: wegen der Sicherheit und den fehlenden Perspektiven haben viele Akademiker und Fachkräfte das Land Richtung Europa, Asien und Amerika verlassen. Es fehlt jetzt schon an akademischem Nachwuchs. Das Capacity Problem wird sicher für den Aufbau nach dem Bürgerkrieg noch stärker spürbar werden.

2) Was sind die größten Probleme, mit denen libysche Universitäten im Moment konfrontiert sind?

  • Es gibt eine große Kluft zwischen Hochschulen und der Industrie. Hochschulen bilden nicht arbeitsmarktrelevant aus. Die Verbindung zwischen Forschung und Industrie ist kaum vorhanden. Außerdem erhalten Studierende kaum Erfahrung außerhalb der Universität.
  • Die Lehrpläne sind nicht up-to-date. Häufig sind sie über 20 Jahre alt, es besteht ein großer Reformstau.
  • Die Aus- und Fortbildungsmaßnahmen für Lehrpersonal sind unzureichend und die Lehrmethoden häufig nicht gut entwickelt.
  • Es fehlt an Kommunikation und Kooperationen zwischen den libyschen Universitäten.
  • Die Sicherheitslage in Libyen ist sehr instabil, ein regulärer Semesterbetrieb kann nicht garantiert werden.
  • Eine große Herausforderung ist die Finanzierung des Hochschulwesens. Hinzu kommen Probleme mit Korruption.

3) Was sind die Ziele für die Zukunft?

  • Es braucht eine Hochschulreform und Strategiepläne, in denen man die Bedürfnisse der Hochschulen mit dem Arbeitsmarkt koppelt. Dies kann nur Schritt für Schritt erfolgen, internationale Unterstützung ist hier mehr als willkommen.
  • Internationale Kooperationen -  Libysch-Tunesische Partnerschaften, andere Arabisch-Arabische Kooperationen oder Libysch-Deutscher Austausch – öffnen für libysche Hochschulen neue und wichtige Möglichkeiten.  

4) Welchen Eindruck hatten Sie vom „DAAD-Seminar for Leaders of Libyan Universities“?

  • Es war ein guter Anfang, um Kooperationsmöglichkeiten für libysche Universitäten zu sondieren.
  • Das Seminar hat einerseits dabei geholfen, Erfahrungen in Bezug auf internationale Kooperationen unter den libyschen Hochschulvertretern auszutauschen und gleichzeitig von den Erfahrungen tunesischer Partner zu lernen.
  • Viele  Informationen zu „Studieren und Forschen in Deutschland“, die Partner der Internationalen Büros an Interessenten weiterleiten.
  • Beeindruckt von der Vielfalt und vom best practice deutsch-tunesischer Projektaktivitäten im Rahmen der Deustch-Arabischen Transformationspartnerschaft.

Vielen Dank an alle Teilnehmer für ihre aktive Teilnahme!

März 2016

Interview mit Shirine Jeradi, DAAD-Partnerin und PhD-Absolventin in Deutschland

1.) Bitte stellen Sie sich kurz vor!@ Shirine Jeradi
@ Shirine Jeradi

Ich bin Shirine Jeradi, Doktorin der Biologie, leidenschaftliche Wissenschaftlerin und interessiere mich für Innovationen und innovative Konzepte. Ich habe 2008 meinen Abschluss in Biotechnologie an der Fakultät der Wissenschaften in Tunis erhalten. Danach habe ich mit einem Master in Zellular- und Molekularmedizin an der Universität von Ottawa in Kanada weitergemacht und begann mich für die molekularen Mechanismen der Regeneration von Knochengewebe zu interessieren. Nach meinem Master bin ich nach Deutschland gezogen, an die Universität Köln, wo ich mein Promotionsstudium verfolgt und hauptsächlich in der Entwicklung des cranio-fazialen Skeletts gearbeitet habe. Seit September 2015 habe ich eine Lehrstelle am Institut für Bioengineering an der Freien Universität Tunis (Université Libre de Tunis) inne.

2.) Sie haben Deutschland ausgewählt, um dort Ihren Doktor zu machen. Warum haben Sie sich für diesen Standort entschieden?

Die Wahl, nach Deutschland zu gehen, hat sich mir ein bisschen aufgezwungen.  Ich wollte nämlich unbedingt in Europa meine Forschung zur Entwicklung und Regeneration der Knochen, die ich an der Universität von Ottawa begonnen hatte, weiterführen. Diese Forschungsinhalte sind in Deutschland sehr gut entwickelt und als eines der führenden Länder auf diesem Gebiet bietet es sich aufgrund der Qualität der wissenschaftlichen Arbeiten, welche die wissenschaftliche Exzellenz zeigen, an. Außerdem hatte ich die Möglichkeit, meinen (zukünftigen) Betreuer sowie die Mitglieder seines Teams im Rahmen einer Konferenz in den Vereinigten Staaten kennenzulernen. Damals war ich bereits in meinem Masterstudium und hatte sie im Voraus kontaktiert, um ein Treffen zu vereinbaren. Die Chemie hat sofort gestimmt, die Forschungsinhalte waren genau das, was ich machen wollte und das war’s! So bin ich an die Universität Köln in Deutschland gekommen.

3.) Wie haben Sie Ihren PhD vorbereitet?

Ich habe zunächst meine „Hausaufgaben gemacht“. Zuerst habe ich alle Webseiten der europäischen Labore gelesen, die in meinem Forschungsbereich arbeiten und die mich gleichzeitig interessierten. Dann habe ich eine Liste erstellt, in der ich diese Labore nach Priorität sortierte und nahm Kontakt mit denen auf, die mich am meisten interessierten. Danach überschlugen sich die Ereignisse ein bisschen. Ich bekam sehr schnell positive Rückmeldungen. Also bin ich am Ende gar nicht weit auf meiner „Liste“ gekommen. Nach einigen Telefoninterviews hatte ich drei konkrete Angebote. Da ich im selben Sommer an einer internationalen Konferenz teilnehmen sollte, hatte ich die Möglichkeit, zwei dieser drei Forschungsgruppen kennenzulernen und ein bisschen die persönliche Ebene auszutesten. Schließlich entschied ich mich für die Gruppe in Köln und begann meine Promotion im darauffolgenden Januar.

4.) Wie hat der Aufenthalt in Deutschland Ihre Persönlichkeit und vielleicht auch Ihre Karriere beeinflusst?

Mein Aufenthalt in Deutschland hatte auf allen Ebenen bedeutende Auswirkungen. Ich habe sehr viel wissenschaftlich dazu gelernt, aber auch menschlich. Ich habe gelernt, unabhängig zu reflektieren, komplexe Probleme zu lösen, mehrere Forschungsprojekte zur selben Zeit in einer sich ständig ändernden Umgebung durchzuführen. Ich hatte außerdem die Möglichkeit, Projekte im Team durchzuführen, was mir geholfen hat, meine Kompetenzen im Bereich Teammanagement und Leadership, Planung und Konfliktmanagement sowie meine Fähigkeit zuzuhören, zu entwickeln. In Köln habe ich auch ein sehr gutes Netzwerk an internationalen Freunden aufgebaut, weshalb ich sehr viel über verschiedene Kulturen gelernt habe, die deutsche und andere. Ich habe gelernt, zu feiern und noch mehr die kulturelle Vielfalt zu schätzen und ich kann nun mit voller Überzeugung sagen, dass ich sicherlich eine tunesische Bürgerin bin, aber vor allem auch eine Weltbürgerin.

5.) Haben Sie Ratschläge, Empfehlungen und Kommentare für die, die einen PhD in Deutschland machen wollen?

Für die, die sich wünschen, ihre Promotion in Deutschland zu verfolgen, habe ich folgende Ratschläge:

- Sich gut zu informieren bevor man mit den Forschungsgruppen Kontakt aufnimmt, die einen interessieren und nicht zu vergessen, dass man nur eine einzige Chance hat, um einen guten ersten Eindruck zu machen

- Sich zu versichern, dass man die notwendigen Fähigkeiten hat, um in Deutschland zu glänzen, besonders Initiative zu zeigen, die Fähigkeit, etwas eigenständig zu erarbeiten und vor allem einen guten Sinn für Kommunikation, hervorragende Englischkenntnisse und auch technische Fähigkeiten

- Bereit zu sein, sehr hart zu arbeiten, um sich in einer stark konkurrenzorientierten Umgebung durchzusetzen

- Den Aufenthalt in Deutschland zu nutzen, weil es ein wunderbares und vielfältiges Land ist

- Und vor allem darauf bedacht sein, ein guter Botschafter für Tunesien und die jungen tunesischen Leute zu sein

Vielen Dank für das Interview.

Februar 2016

Interview mit Lisa Sophie, Kulturweit-Freiwillige (2015/16) im DAAD Büro Tunis

1.) Was ist das Programm „kulturweit“ ?

(© Anis Bouattour)
(© Anis Bouattour)

Kulturweit ist ein Projekt der deutschen UNESCO Kommission und wird gefördert durch das deutsche Auswärtige Amt. Seit 2009 bietet dieser internationale Freiwilligendienst jungen Menschen die Möglichkeit, sich für sechs oder zwölf Monate im Bereich der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik zu engagieren. Zu den Zielen von Kulturweit gehören u.a. die Entwicklung trans- sowie interkultureller Lern- und Verständigungskompetenzen und die Vermittlung eines aktuellen und differenzierten Deutschlandbildes. Partner sind u.a. der DAAD, die Deutsche Welle Akademie (DW) und das Goethe-Institut.

2.) Warum hast du dich für einen Einsatz in Tunesien beworben bzw. entschieden?

Ich studiere in Münster Arabistik, Politik- und Islamwissenschaft und wollte ein Semester nutzen, um praktische Erfahrungen in einem arabischen Land zu sammeln. Tunesien finde ich als Land des „arabischen Frühlings“ sehr spannend und gleichzeitig ist es verhältnismäßig sicher. Da ich zuvor noch in keinem maghrebinischen Land war, freute ich mich sehr, als ich vom DAAD diese Möglichkeit bekam. 

3.) Was waren deine Aufgaben beim DAAD Tunesien?

Ich habe von September 2015 bis Februar 2016 als Freiwillige im DAAD Büro gearbeitet. Dabei habe ich das Büro-Team bei Programm-, Veranstaltungs- und Projektaufgaben unterstützt. Neben allgemeinen Bürotätigkeiten, wie z.B. die Beantwortung von Anfragen per Telefon, habe ich mich hauptsächlich um die Website www.daad.tn und die Facebook-Seite „DAAD Tunisie“ gekümmert, wo ich zusammen mit meiner Kollegin z.B. dafür zuständig war, DAAD-Veranstaltungen, Stipendien und weitere Angebote zu bewerben. Außerdem habe ich an einer tunesischen Ingenieurshochschule einen Deutsch-Club geleitet.

4.) Wie hat dir das Leben in Tunis gefallen?

Durch die Arbeit beim DAAD Tunis erhielt ich viele Kontakte zu Studenten und anderen interessanten Menschen, habe an spannenden Konferenzen teilgenommen und Einblicke in das tunesische Hochschulleben bekommen. Untergebracht war ich bei einer Gastfamilie, die mir viele weitere Einblicke in das tunesische Leben, insbesondere die leckere tunesische Küche, ermöglicht hat. Außerdem half sie mir - wie auch mein wöchentlicher Sprachkurs-, mein Arabisch zu verbessern. Besonders schön war auch, durch die Arbeit jeden Tag direkt im Zentrum Tunis‘ zu sein, wo es viele schöne Cafés, Restaurants und weitere kulturelle Angebote wie Kino, Theater und Konzerte gibt. Insgesamt habe ich mich sehr wohl gefühlt in Tunesien und kann jedem interessierten Menschen, einen mehrmonatigen Aufenthalt hier - ob für Praktikum oder Sprachkurs - sehr empfehlen.

Vielen Dank für das Interview.

Januar 2016

Interview mit Admir Lleshi (DAAD) vom Alumniportal Deutschland

1.) Was ist das Alumniportal Deutschland? Admir Lleshi vom Alumniportal Deutschland. (© Anis Bouattour)
Admir Lleshi vom Alumniportal Deutschland. (© Anis Bouattour)

Das Alumniportal Deutschland ist ein soziales Netzwerk, das die Vernetzung und den Wissensaustausch von Deutschland-Alumni, Unternehmen, Hochschulen und Organisationen fördert. Deutschland-Alumni sind Menschen aus der ganzen Welt, die in Deutschland studiert, gearbeitet oder geforscht oder eine Ausbildung an einer deutschen Institution im Ausland absolviert haben.

Ziel ist es, die Bindung mit deutschen Institutionen zu festigen, Karrierewege zu begleiten, Fachkräfte zu vermitteln und den fachlichen Austausch mit und zwischen Deutschland-Alumni zu stärken.

Es haben sich mittlerweile mehr als 125.000 Alumni aus über 180 Ländern registriert. Sie nutzen spannende Online-Angebote wie Webinare, Expertenchats, Fachgruppen, Jobbörse, Deutschlernkurse sowie weitere Bildungs- und Karrieremöglichkeiten.

Das Alumniportal Deutschland bietet deutschen Unternehmen oder Institutionen im Ausland über Formate wie die Jobbörse und die Karrieremessen eine Schnittstelle zu gut ausgebildeten Fachkräften mit Deutschland-Bezug. Die Karriere- und Bildungsmessen „Trained in GermanY“, die auf allen Kontinenten real und virtuell veranstaltet werden, wurden bislang von mehreren Tausend Alumni und Unternehmen besucht.

2.) Was ist Ihre Aufgabe?

Als DAAD-Mitarbeiter im Team des Alumniportals bin ich für den Bereich Jobs & Karriere zuständig. Zu meinen Aufgaben gehören die Unternehmensansprache, die Vermarktung der Jobbörse, die Veranstaltung der realen und virtuellen Karrieremessen „Trained in GermanY“ und die Weiterentwicklung des Bereiches Jobs & Karriere allgemein.

Ziel ist es, über das Alumniportal die Deutschland-Alumni und die deutschen Unternehmen und Organisationen im Ausland zusammenzubringen. Das ist eine herausfordernde aber gleichzeitig abwechslungsreiche und wichtige Aufgabe, die mir Spaß macht.

3.) Was lässt sich zur Präsenz der DAAD Alumni in Tunesien sagen?

Das Alumniportal Deutschland ist ein soziales Netzwerk für alle Deutschland Alumni, wobei die Alumni des DAAD, als die weltweit größte Förderorganisation für den internationalen Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern, einen sehr wichtigen Teil der registrierten Mitglieder ausmachen. Z.B. gehören die Gruppen der DAAD-Alumni auf dem Portal zu den Gruppen mit den meisten Mitgliedern.

Tunesien ist nicht nur eines der Länder mit den meisten Mitgliedern auf dem Alumniportal, sondern auch unter den TOP 10 der Länder mit den aktivsten Mitgliedern. Dies hat für uns den Ausschlag gegeben Tunesien für diese Karrieremesse als einen von 3 Standorten im Jahr 2016 auszuwählen. Die anderen zwei Messen sind für Kenia und Mexiko geplant. Deutschland-Alumni sind aber nicht nur auf dem Portal aktiv, sondern  auch vor Ort in Tunesien. So sind sie in fünf Vereinen organisiert: Absolventenverein der Technischen Universität Berlin, Freundschaftsverein ARTA, Freundschaftsverein ATA, Verein Tunesischer Absolventen Deutscher Universitäten (VTADU), Maghreb-Alumni-Vereinigung der Alexander von Humboldt-Stiftung. Die Alumni der letzten zwei Vereine waren auf der Karrieremesse am 27. Januar sogar jeweils mit eigenem Stand vertreten.

Vielen Dank für das Interview.

Dezember 2015

Interview mit Dr. Sofiene Mokhtar, DAAD-Partner im Rahmen der deutsch-arabischen Transformationspartnerschaft

1) Bitte stellen Sie sich kurz vor.© Dr. Sofiene Mokhtar
© Dr. Sofiene Mokhtar


Ich bin Sofiene Mokhtar, Doktor der Ingenieurswissenschaften und seit September 2004 Forscher und Lehrkraft für  Textiltechnik an der ENIM (Ecole nationale d’Ingénieurs de Monastir). Seit September 2012 habe ich eine Stelle als Dozent.
Nach meinem Abitur mit naturwissenschaftlichem Schwerpunkt im Juni 1998 absolvierte ich ein Vorbereitungsstudium in Physik und Chemie am IPEIN (l’Institut Préparatoire aux Etudes d’Ingénieurs de Nabeul).   
Anschließend kam ich an die ENIM, wo ich dann meine restliche Studienzeit verbrachte.
An der ENIM erhielt ich im Juni 2003 das Ingenieurdiplom für Textiltechnik, im Juni 2004 das Masterdiplom in Mechanik und Textilmaterialien und im März 2012 schließlich den Doktortitel für Textiltechnik.
Meine Forschungsarbeit konzentriert sich hauptsächlich auf die Entwicklung, Charakterisierung und Optimierung von Textilien zum medizinischen Gebrauch, insbesondere Prothesen und Stents.
All dies erreichte ich innerhalb des Textiltechnik-Teams des „Laboratoire de Génie Textile“ am ISET de Ksar Hellal « LGTex », aber auch in Kooperation mit anderen Forschungsgruppen in Tunesien und Frankreich. Derzeit sind wir dabei an der ENIM den neuen Fachbereich „Materialien und Textilverfahren“ zu schaffen.

2.) Sie haben vor kurzem erfolgreich eine neue Kooperation im DAAD Programm Praxispartnerschaften angebahnt. Wie haben Sie Ihren deutschen Partner gefunden? Wie verlief die Projektanbahnung?
Nach meiner Teilnahme am „Deutsch-Tunesischen Forum zu Hochschulkooperationen“, das im Dezember 2013 vom DAAD in Tunis organisiert wurde, wollte ich die Möglichkeiten, die im Rahmen verschiedener DAAD-Förderprogramme angeboten werden, nutzen und einen deutschen Hochschulpartner meines Fachgebiets finden.
In Abstimmung mit dem DAAD Büro Tunis kontaktierte ich Prof. Harsch von der „Fakultät für Textil- und Bekleidungstechnik“ der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach. Und so haben wir zunächst die  Möglichkeiten der Zusammenarbeit besprochen und dann die Unterzeichnung der Kooperation zwischen unseren beiden Hochschuleinrichtungen vorangebracht.
Das hat uns dann ermöglicht uns für das vom DAAD geförderte Programm „University Business Partnership“ zu bewerben. Unser Ziel ist eine Kooperation über vier Jahre (2016-2019) mit deutschen Unternehmen, die im Textil- und Bekleidungssektor tätig sind und eine Niederlassung in Tunesien haben. Unser erster Industriepartner wurde das Unternehmen „Atelier Gardeur“ mit seinen Produktionsstätten in Tunis.
Das Hauptziel dieses Projektes ist es, mithilfe einer Reihe akademischer,  wissenschaftlicher und soziokultureller Maßnahmen die Kompetenzen unserer Absolventen an die Anforderungen der Industrie anzupassen.


3.) Sie waren vor kurzem an der Partnerhochschule in Deutschland, die deutsche Delegation war zum Gegenbesuch an der ENIM. Was sind Ihre Erfahrungen?
Im November 2015 besuchte ich mit einer Delegation der ENIM die HS Niederrhein in Mönchengladbach. Im Dezember besuchte uns dann die deutsche Delegation in Monastir und Tunis.
Die beiden Besuche, die vom DAAD im Rahmen der Transformationspartnerschaft (Kurzmaßnahmen) finanziert wurden, haben es ermöglicht, die
Transformationsprogramme und die Kompetenzen, Ausstattungen und Forschungsstrukturen unserer beiden Institutionen kennenzulernen.
Bei dieser Gelegenheit haben wir auch die Firma „Atelier Gardeur“ in Mönchengladbach und ihre Niederlassung „Gartex“ in Tunis besucht.
Dies ermöglichte  uns, die Organisation, den Produktionsprozess und die Ressourcen unseres Industriepartners kennenzulernen und mit ihm die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu besprechen.
Darüber hinaus nutzten wir den Besuch der deutschen Delegation an der ENIM, um die sozio-kulturellen Aktivitäten unserer Studenten zu präsentieren, besuchten die Hochschule für Modeberufe in Monastir (Institut Supérieur des Métiers de la Mode) und die Industriegesellschaft DEMCO in Moknine. Außerdem organisierten wir ein interkulturelles Seminar, das von der AHK Tunis veranstaltet und vom DAAD finanziert wurde, und hatten zwei Arbeitstreffen in den Büros des DAAD und der AHK Tunis.

4.) Der Antrag wurde kürzlich vom DAAD bewilligt. Was sind Ihre nächsten Schritte?
Im Januar 2016 werden wir einen Aktionsplan für die Konkretisierung und Erfüllung der Ziele unseres Partnerschaftsprojekts für das Jahr 2016 erstellen.


5.) Haben Sie Tipps, Vorschläge, Anregungen?
Ich empfehle den tunesischen Hochschuleinrichtungen und meinen geschätzten Universitätskollegen Folgendes:

  • Die Angebote und Programme des DAAD zu nutzen, um gemeinsam mit deutschen Hochschulen universitäre und wissenschaftliche Projekte auf die Beine zu stellen. Dies kann nur von Vorteil für unsere Studenten und Einrichtungen sein.
  • Sich mehr dem sozio-ökonomischen Umfeld zu öffnen im Sinne einer Anpassung der Bildungsprogramme und Forschungsprojekte an die tatsächlichen Bedürfnisse unserer Wirtschaft.

Außerdem empfehle ich unseren Studenten, sich die Angebote und Stipendien des DAAD anzusehen und zu erwägen, ihr Studium an einer deutschen Hochschule fortzusetzen, mit dem Ziel die Erfahrungen Deutschlands für Tunesien zu nutzen, und sich aktiv an der Entwicklung der tunesischen Gesellschaft und Wirtschaft zu beteiligen.

Vielen Dank für das Interview.

November 2015

Interview mit dem DAAD-Alumnus und -Partner Dr. Moncef Bouaziz

1) Bitte stellen Sie sich kurz vor.© Dr. Moncef Bouaziz
© Dr. Moncef Bouaziz


Ich bin Dr. Moncef Bouaziz, seit 2005 Wasserbau- und Planungsingenieur, ausgebildet an der Ingenieurshochschule ESIER (Ecole Supérieure des Ingénieurs de l'Equipement Rural) in Béja.
Seit 2007 habe ich auch einen Master in Umwelt- und Planungsingenieurswesen von der Ecole Nationale d‘Ingénieurs de Sfax (ENIS).
Im Januar 2011 erhielt ich meinen Doktortitel in Umweltfernerkundung (Remote Sensing) der Technischen Universität Freiberg, nachdem ich – mit einem DAAD-Stipendium – drei Jahre lang innerhalb der "Remote Sensing Group" in Freiberg geforscht hatte.
2012 hatte ich die Ehre, als einer der wenigen Tunesier ein Stipendium der renommierten Alexander von Humboldt Stiftung zu erhalten, um meine Postdoc-Forschungsarbeit an der Technischen Universität in Dresden fortzusetzen.
In all meinen Jahren in der Forschung entwickelte ich eine doppelte Kompetenz in Umweltwissenschaften (Ökologie, Agronomie, Gewässer) und Geoinformationswissenschaft (GIS).
Seit September 2015 bin ich nun Dozent  an der naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Gafsa und leite das Forschungsteam „Environmental Remote Sensing Group“ (ERSG).

2) Sie sind Alumnus der Alexander von Humboldt-Stiftung und des DAAD.  Wie hat Sie der Aufenthalt in Deutschland geprägt?

Es ist eine Ehre und zugleich eine große Verantwortung, ehemaliger Stipendiat der Alexander von Humboldt-Stiftung und des DAAD zu sein.
Ich bin nun einen Rhythmus von Arbeit und Antrieb gewohnt und gebe mein Bestes, diesen zu bewahren. In diesem Sinne möchte ich ein hohes Niveau und beste Qualität der Forschung und des Know-How beibehalten.
Dieses Niveau und diese Qualität beziehen sich nicht nur auf mich, sondern auch auf alle Forscher und Studenten in meinem Forschungsteam.

3) Sie haben in Deutschland lange Zeit geforscht, gelehrt und natürlich dort gelebt. Wir würden Sie Forschen und Leben in Deutschland beschreiben?

Die acht Jahre, die ich in Deutschland verbracht habe, haben nicht nur meine akademische und berufliche Laufbahn beeinflusst, sondern auch mein soziales Leben, meine zwischenmenschlichen Beziehungen und auch meine Art zu kommunizieren.
Die deutsche Sprache zu beherrschen, hat das soziale Leben und die Kommunikation sowohl in meinem Umfeld in Deutschland, als auch woanders auf der Welt, enorm vereinfacht.
Kurz gesagt, mein achtjähriger Aufenthalt in Deutschland hat mein Leben in jeder Hinsicht positiv verändert.

4) Sie verfügen bereits über viele Projekterfahrungen mit Deutschland und sind jetzt nach Tunesien zurückgekehrt. Was sind Ihre Vorhaben an der Universität Gafsa?

Ich arbeite seit sechs Jahren an Forschungsprojekten zwischen Tunesien und Deutschland. Zwischendurch arbeitete ich für die deutsche Seite als Koordinator und Forscher. Nun, seit meiner Tätigkeit als Dozent in Gafsa, habe ich auf die tunesische Seite gewechselt.
Ich möchte mein Bestes dafür geben, dass Gafsa und alle Regionen des südlichen Tunesien von meiner Expertise als Ingenieur und meiner Erfahrung als Forscher und Wissenschaftler profitieren.


5) Haben Sie Tipps, Vorschläge, Anregungen?

Meine Vorschläge richten sich vor allem an das tunesische Hochschulministerium und an Organisationen, die das akademische Leben und die wissenschaftliche Forschung in Tunesien unterstützen. Unsere Bedürfnisse sind nicht unbedingt materieller Art, vielmehr brauchen wir ein besseres Management der Ressourcen, die wir bereits haben.

Aktuelle und mittelfristige Vorschläge:

• Unterstützung und Ermutigung der Studenten und jungen Forscher und Schaffung von Perspektiven. Ich denke, die Zukunft der Forschung und Entwicklung Tunesiens liegt vielmehr in den Händen der jungen Studenten und der neuen Wissenschaftlergeneration als in denen der älteren Professoren.

• Zusammenarbeit von Forschung und Industrie durch das Initiieren konkreter Projekte, die die Probleme, auf die die Investoren stoßen, in ihrem Kern angehen.

• Dezentralisierung der Forschungseinheiten und Chancenvergrößerung für Süd- und Zentraltunesien.

• Öffentliche Räume und die tunesische Gesellschaft (in erster Linie Kindergärten und Schulen) sollen das deutsche Modell kennenlernen und erfahren, um davon in Bezug auf Organisation und Achtung der Umwelt zu profitieren.

Vielen Dank für das Interview.

Oktober 2015

Interview mit HSK-Stipendiatin Imen Ben Abid

1.) Stelle dich bitte kurz vor... Imen vor dem Brandenburger Tor in Berlin
Imen vor dem Brandenburger Tor in Berlin

Ich heiße Imen und studiere den Bachelor „Deutsch als angewandte Fremdsprache im Bereich des internationalen Handels“. Ich habe an zwei Programmen des DAAD teilgenommen (Hochschulsommerkurs und Maghreb-Sommerakademie). Beide haben mir sehr gut gefallen und sicher werde ich auch noch an zukünftigen Programmen des DAAD teilnehmen.

2.) Wie bist du auf die Hochschulsommerkurse (HSK) des DAAD aufmerksam geworden?

Ich wollte schon immer im Ausland studieren, weswegen ich mich zu den Möglichkeiten dazu informiert habe. Die Vorstellung eines Sommerkurses hat mir sehr gut gefallen. Ich habe mir gesagt, dass dies eine sehr gute Gelegenheit ist, mich mit der deutschen Sprache zu beschäftigen und Deutschland vor Ort zu entdecken.

3.) Berichte uns über deinen Sommerkurs in Deutschland:

Mein Sommerkurs in Deutschland war ganz toll. Das Programm war sehr gut organisiert und die Atmosphäre war bereichernd, alle Leute waren freundlich und hilfsbereit. Ich habe viele interkulturelle Erfahrungen gemacht, weil es dort sehr viele internationale Studierende gab. Ich habe auch sehr viel gelernt und Deutschland vor Ort entdeckt, sowie meine Aussprache geübt und verbessert. Es war einfach ein Traum!

4.) Wie fandest du Deutschland?

Deutschland war sehr schön: sehr viele Sehenswürdigkeiten, nette Leute sowie ein organisiertes Leben. Was mir am meisten gefallen hat, war die Pünktlichkeit. Deutschland war für mich eine lebensverändernde Erfahrung.

5.) Hast du Tipps und Anregungen für zukünftige HSK-Interessenten?

Ich empfehle den HSK allen, die sich für Deutschland und die deutsche Sprache interessieren. Ihr werdet es nicht bereuen. Danke, DAAD, für eine solche Gelegenheit.

September 2015

Interview mit MSA-Stipendiatin Fairouz NehariFairouz Nehari mit Beate Schindler-Kovats (©Anis Bouattour)
Fairouz Nehari mit Beate Schindler-Kovats (©Anis Bouattour)

Seit 2013 organisiert der DAAD Tunis die Maghreb-Sommer-Akademie (MSA) für Deutschstudierende und junge DozentInnen aus Algerien, Marokko und Tunesien. Dabei halten Dozenten aus der Region und aus Deutschland zu aktuellen Themen Vorträge und bieten Workshops an. Das Thema der diesjährigen Akademie war „Maghreb als interkultureller Begegnungsraum“.

Fairouz Nehari aus Algerien, die die MSA sowohl 2014 als auch 2015 als Teilnehmerin miterlebt hat, erzählt im Interview von ihren Erfahrungen.

1.) Stelle dich bitte kurz vor...

Ich bin Fairouz Nehari und komme aus Algerien. Ich bin Deutschlehrerin am Gymnasium und Doktorandin im dritten Studienjahr im Fach Deutsche Sprache, Literatur und Landeskunde. Außerdem interessiere ich mich für Politikwissenschaft und Außenbeziehungen.

2.) Wie bist du auf die Maghreb-Sommer-Akademie (MSA) aufmerksam geworden?

Das Programm der MSA habe ich dank einem Freund entdeckt, der schon an der ersten MSA teilgenommen hat. Danach habe ich weitere Informationen von der ehemaligen DAAD-Lektorin in Oran Anna Maria Kloska bekommen.

3.) Berichte bitte kurz über deine Erlebnisse und die Atmosphäre auf der MSA...

Für mich ist die MSA immer eine wertvolle interkulturelle Gelegenheit. Dieses Programm ermöglicht es mir, neue kulturelle und sprachliche Aspekte zu entdecken. Auch für meine Forschung war die Akademie von großer Bedeutung,  denn ich habe mit vielen Lehrkräften aus Deutschland und den Maghrebländern über die Schwerpunkte meiner Forschung diskutiert. Eine weitere große Bereicherung waren neue Kontakte und die Verbesserung meines Sprachniveaus. Die Atmosphäre war ganz besonders, denn wir haben zusammen gelernt und an vielen Workshops teilgenommen ohne sprachliche oder kulturelle Barriere.

4.) Was ist dein „Traum zur Maghreb-Union“?

Obwohl die heutige Lage in den maghrebinischen Ländern schwierig ist, ist mein Traum zur Maghreb-Union hoffnungsvoll. Der Schlüssel zur Maghreb-Union ist eine Vereinigung unserer Länder, die die Erhaltung der kulturellen und geistigen Werte der islamischen, berberischen und arabischen Identität berücksichtigt. Die Maghreb-Länder können allgemeine gemeinsame Gesetzgebungen und eine gemeinsame Währung der Mitgliedstaaten festlegen (Dinar), die den Handelsaustausch erleichtern kann. So werden wir in der Lage sein, Produkte überall in die Welt auszuführen und für das Qualitätssiegel „Made in Maghreb“ zu stehen.

August 2015


Interview mit dem DAAD-Partner Professor Adnane Abdelghani

Prof. Adnane Abdelghani ist ein tunesischer Wissenschaftler mit einer exzellenten Karriere. Er hat in Tunesien und Frankreich studiert und erhielt für drei Jahre ein post-doc Stipendium von der renommierten Alexander von Humboldt (AvH) Stiftung (https://www.humboldt-foundation.de/web/home.html).
Er hat an der TU München geforscht und 2004 seine Habilitation im Bereich Physik in Tunesien und 2009 im Bereich Ingenieurwissenschaften an der Ecole Normale Supérieur de Cachan in Frankreich abgelegt. Prof. Abdelghani hat über 85 wissenschaftliche Publikationen in internationalen Zeitschriften veröffentlicht. Mit Unterstützung und Förderung der AvH hat er verschiedene internationale Kongresse im Bereich der Nanotechnologie in Tunesien organisiert (Humboldt Kolleg). Jetzt ist er Professor an das Institut National des Sciences Appliquées et de Technologies (INSAT) in Tunis und leitet eine Nanotechnologie Forschungsgruppe, die international gefördert wird.

Prof. Abdelghani wurde für sein Engagement und seine internationale Ausstrahlung am 22. Juli 2015 vom Staatspräsidenten der Republik Tunesien ausgezeichnet. Zu diesem Anlass gratuliert das DAAD Büro Tunis sehr herzlich und wünscht Prof. Abdelghani auch weiterhin viel Erfolg und Gelingen.

1.       Prof. Abdelghani, herzlichen Glückwunsch für die Auszeichnung. Dieser Preis ist auch eine Verantwortung. Was sind ihre zukünftigen wissenschaftlichen Projekte?

Danke für diese Einladung. Ja, es ist eine große Verantwortung. Ich muss weiterhin hart arbeiten, um Lehre und Forschung in unseren Universitäten und Institutionen in der Hochschulbildung und Forschung auf ein internationales Niveau zu bringen.

Dies ist machbar indem wir die europäischen Austauschprogramme (DAAD, Tempus, Erasmus, NSF, etc…), die Doppel-Diplom Möglichkeiten und einen Austausch von Kompetenzen fördern.

Zurzeit arbeite ich daran, Wirtschaft und Wissenschaft im Rahmen von Projekten mit auländischen Partner im Bereich Nanotechnologie, anzubahnen. Man muss die Forschung, die von nationalem Interesse ist - Medizintechnik, Umwelt, Sicherheit, Lebensmittel-Industrie, Wasserqualität, usw. - aufwerten und internationalisieren.

 2.       Sie sind ein Alumnus der deutschen Alexander von Humboldt Stiftung. Wie hat Sie diese Erfahrung geprägt?

In Deutschland habe ich die multidisziplinäre Forschung entdeckt und habe verstanden, dass es in der Wissenschaft keine Grenzen mehr gibt. Man muss selber Projekte initiieren (z.B. mit DFG, SFB, usw.) und Autonomie und Selbstverantwortung entwickeln. Disziplin, Strenge und permanente Beobachtung sind sehr wichtig. Ein Forscher muss dynamisch und souverän sein. Er muss an Workshops und Kongressen teilnehmen und Forschungszentren besuchen.

Der Staat kann alleine nicht die wissenschaftliche Forschung finanzieren. Man muss andere Finanzierungsquellen finden und Konsortien aufbauen, um qualifizierte Forschungsprojekte anzustoßen.

3.       Noch eine persönliche Frage: Sie engagieren sich seit Jahren in den deutsch-tunesischen Beziehungen. Wie wollen Sie dieses Engagement künftig weiterführen ?

Ich möchte gerne weiter mit den DAAD als Partner arbeiten um:

- die deutsche Sprache an Schulen, Gymnasien und Universitäten in die Bildung zu integrieren

- unsere Studenten mit deutschen Bildungswerten : Disziplin, Strenge, Genauigkeit und Innovation in Kontakt zu bringen

- den Hochschulaustausch zwischen Tunesien und Deutschland zu fördern

- « Tunisian-German summer schools » für Studierenden und Forscher zu organisieren

- von der deutschen Expertise im  Bereich der technologischen Innovation zu profitieren (Biotechnologie, Chemie, Mikroelektronik, Automobil, usw.) und unsere Ingenieure und Forscher dazu anzuregen, ihre eigenen Unternehmen zu gründen.

Herr Abdelghani wir danken Ihnen für das Gespräch!

Bildnachweis: Leaders, 24. Juli 2015

Juli 2015


Interview mit DAAD-Alumna Khaoula Masmoudi - DAAD gefördertes Forschungsstipendium (Kurz)

1. Stellen Sie sich kurz vor

Ich bin Khaoula Masmoudi, Ingenieurin in der Industriechemie, Doktorandin im 2. Studienjahr im Rahmen eines Doppeldoktorats zwischen dem „Institut National des Sciences Appliquées et de la Technologie INSAT“, Fachbereich angewandte Chemie und der Technischen Universität Berlin (TU Berlin), Fachbereich Energie und Verfahrenstechnik.

In Tunesien führe ich meine Forschungsarbeiten am Zentrum für Recherche und Wassertechnologien in Borj Cedria, Labor für Abwasserbehandlung, und in Deutschland in der Abteilung Umweltverfahrenstechnik TU Berlin, durch.

2.Wie haben Sie das Programm entdeckt: Forschungsstipendium des DAAD?

Persönlich habe ich das vom DAAD geförderte Stipendienprogramm dank meiner Thesis-Betreuerin Prof. Latifa Bousselmi entdeckt. Sie hat mich motiviert meine Bewerbung für ein Praktikum an der TU Berlin einzureichen.

Danach besuchte ich einen Informationstag, veranstaltet vom DAAD-Büro in Tunis-Cité des Sciences, wo ich die Gelegenheit hatte, die Modalitäten für die Beteiligung und die verschiedenen Programme des DAAD kennenzulernen.

3. Berichten Sie kurz über Ihre Erfahrung mit den Forschungsstipendium.

Dieses Stipendium ermöglichte mir, eine neue bereichernde Erfahrung zu sammeln ,die mir geholfen hat,  mein Wissen in meinem Forschungsgebiet "Abwasserbehandlung" zu entwickeln, sowie einige andere berufliche und soziale Vorteile z.B: Die Entwicklung einer neuen Sprache,  neue Kontaktaufnahme, die mir ermöglicht hat, mein internationales Netzwerk zu erweitern, sodass ich fortfahren kann und mein Forschungsprojekt voranbringe.
Ein weiterer und wichtiger Punkt ist, die Organisation und wie ich meine Zeit zwischen Arbeit und Freizeit teilen kann, um meine Energie zu erneuern und meine Motivation für die Arbeit zu erhöhen.

4. Wie finden Sie Forschen und Leben in Deutschland?

Deutschland ist für ausländische Studierende eines der attraktivsten Länder. Dieser Fakt, der in verschiedenen Berichten über Studieren in Deutschland steht, kann sich gut erklären.

Meine Erfahrung als Forscherin im Fachbereich Energie und Verfahrenstechnik an der Technischen Universität Berlin (TU Berlin) hat mir gezeigt dass Forschung in Deutschland flexibler ist und dass Forschern viel mehr Material zur Verfügung steht als in Tunesien. Dieses führt dazu dass sich Forscher in Deutschland nur auf Problemlösung im wissenschaftlichen Bereich konzentrieren brauchen. Außerdem hat die Forschung einen direkten Bezug auf der Praxis, was sehr motivierend und Innovation anregend ist.

Der technische Team, der sich um die analystische Ausrüstung und die Innovation kümmert, fördert die Schnelligkeit der Analysen, berät die Forscher und hilft bei der Interpretation der Ergebnisse.

Was das Leben in Deutschland angeht, habe ich keine Schwierigkeiten begegnet mich in der Gesellschaft und im Studentenleben zu integrieren. Die Gesellschaft in Deutschland hat die Eigenschaft verschiedene Lebensstile zu enthalten und diverse Kulturen.
Obwohl ich die deutsche Sprache nicht meistere, konnte ich leicht mit meinen deutschen Kollegen kommunizieren und interagieren. Sie sind ausländischen Studierenden gegenüber offen und sehr respektvoll.

5. Haben Sie Tipps, Vorschläge, Anregungen?

Ich empfehle allen jungen Studierenden, die Forschung in Deutschland anstreben nicht zu zögern und diese Erfahrung zu versuchen. Sie werden einen komplett neuen, disziplinierten und offenen Lebensstil entdecken.

Eine Bermerkung die ich dem DAAD Forschungsstipendium (kurz) machen möchte ist zukünftig dem Stipendiaten zu helfen eine Unterkunft zu finden indem der DAAD z.B. Konventionen mit Studentenwohnheimen schließt. Ein Sprachkurs würde auch den Stipendium bereichern.

Ich rate den Studierenden die sich für einen kurzfristigen Forschungsstipendium beworben haben

Juni 2015

Interview mit DAAD-Alumna
Yosr Z. Haffani - DAAD geförderter Forschungsaufenthalt

1. Stellen Sie sich kurz vor

Yosr Zakia HAFFANI, ich bin in Tunis geboren, und habe ein Magister in Naturwissenschaften (1992) und ein DEA in Genetik (1993) an der Faculté des Sciences Tunis El Manar gekriegt. Ich erwarb einen Doktortitel in Biologie (PhD) an der Universität Laval in Kanada (2000) mit Hilfe einer Förderung der Canadian International Development Agency (CIDA). Ich vertiefte meine Kenntnisse im Gebiet der funktionnellen Onkologie durch postdoktorale Forschung (2000-2013) in renommierten Labors der Universität von Toronto und des Instituts Taunenbaum-Lunenfeld (TOP10) in Toronto, Kanada. Seit 2013 bin ich Hochschullehrerin im Institut von Biotechnologie in Sidi Thabet an der Universität Manouba. Ich bildete eine neue Forschungsgruppe im Bereich Krebsgenetik im Biotechnologie Labor Bio/Geo Ressourcen LR11ES31 in Sidi Thabet.

2. Wie sind Sie auf das Programm "DAAD gefördertes Forschungsaufenthalt" aufmerksam geworden?

Nachdem ich an einem DAAD Info-Tag in Tunis teilgenommen habe, habe ich dieses Programm entdeckt. Ausserdem, hat mir der Laborleiter Pr. Harald Herrmann, der viel mit dem DAAD gearbeitet hat, stark empfohlen mich für ein Forschungsaufenthalt in Deutschland zu bewerben.

3. Berichten Sie kurz über Ihre Erfahrung mit den Forschungsaufenthalt in Deutschland?

Mit einer deutschen Forschungsgruppe mitzuarbeiten hat es mir ermöglicht auf den leistungsstärksten technologischen Plattformen zuzugreifen was mein Interesse immer mehr erweitert hat und der Wille vieler Forscher weltweit in Deutschland Forschen zu wollen erklärt. Die Beteiligung an diesem Programm hat es mir möglich gemacht neue Kontakte und Partner zu schaffen und gleichzeitig die tunesischen Universitäten als potentielle Partner zu bewerben.

4. Wie finden Sie Forschen und Leben in Deutschland?

Als internationale Forscherin mit grosser kanadischer Erfahrung (18 Jahre Erfahrung), finde ich dass die deutschen Universitäten den nord-amerkanischen gleichrangig sind. Die deutschen Universitäten betreiben eine hochrangige Forschung und die Forscher veröffentlichen ihre Artikel in renommierte Wissenschaftsmagazine. Ich habe bemerkt dass die Kosten für Unterkunft und Lebensunterhalt auf dem Umfang eines Studenten mit mittlerem Einkommen sind. Die Deutschen sind sehr gastfreundlich und das Leben in Deutschland ist sehr angenehm.

5. Haben Sie Tipps, Vorschläge, Anregungen?

Ich empfehle den tunesischen Kompetenzen die Gelegenheit zu nützen in Deutschland zu studieren und zu forschen. Ich empfehle auch die deutsche Sprache zu lernen weil es das Teilnehmen an das sozio-kulterelle Leben des Landes leichter macht.

Mai 2015


Was ist eigentlich PPGG?

Interview mit PPGG-Alumnus Hatem Gafsi

1. Stellen Sie sich kurz vor

Ich heiße hatem Gafsi und komme aus Menzel Bourguiba. Zunächst studierte ich Wirtschaftswissenschaften an der Universität Monastir in Tunesien. Danach absolvierte ich ein Masterstudium in Management und Organisation an der Universität Tunis El Manar in Tunesien. Außerdem habe ich Arbeitserfahrung  wie Sprachkenntnisse gesammlet.

2. Wie sind Sie auf das PPGG-Programm aufmerksam geworden?

Bei der Vorbereitungsphase des Themas meines Dissertationprojekts habe ich eine gezielte Suche über Non Profit Management im Internet durchgeführt. Zwischendurch tauchte das Master management in NPO des PPGG Programms  auf.

3. Berichten Sie bitte kurz über Ihre Erfahrung im PPGG-Programm

Das ist eine positive und wertvolle Erfahrung. Dank der Diversität, der Interaktion und des Austausches mit den Teilnehmern und Referenten des programms könnte ich die Horizanten erweitern, über den Tellerrand hinausblicken und verschidene Kontinenten, Länder  wie Regionen der Welt irgendwie entdecken ohne dorthin reisen zu müssen.

4. Wie finden Sie Studieren und Leben in Deutschland?

Das Studium ist eine Mischung von Selbständigkeit und Verantwortung . Das Leben ist sehr angenehm mit der Besonderheit eine permanente Schulung zu sein. Es ist kein Zufall, dass Deutschland eine von den  beliebsten und attraktiven Länder  für internationale Studierende ist

5. Haben Sie Tipps, Vorschläge, Anregungen?

Man muss einen klares  Ziel haben und vor der Anreise sich gut vorbereiten bzw. Informieren lassen. Es ist auch wichtig von vorne rein zu wissen, was man nach dem programm tun möchte.

DAAD Porträt des Monats

Porträt des Monats: März 2017

Der DAAD arbeitet weltweit als Partner für Hochschulmarketing und seit 2013 ist auch das DAAD Büro Tunis auf verschiedenen Bildungsmessen vertreten. Im März 2017 besuchte der DAAD zum ersten Mal eine Bildungsmesse in Algerien. Im Folgenden präsentieren wir ein paar Einblicke von Besuchern der Bildungsmesse  „The Graduate Fair - Salon de l’Etudiant Algérien“:

1.       Nesrine, 24 Jahre, aus Algier, studiert Medizin an der Universität Algier
„Ich möchte mehr über die Facharztausbildung der Mediziner in Deutschland erfahren. Wir, die algerischen Mediziner, träumen alle davon diesen Teil unserer Ausbildung in Deutschland zu machen, da Deutschland einen exzellenten Ruf genießt. Im Allgemeinen finde ich die Messe sehr interessant und gut organisiert.“

2.       Sarra, 27 Jahre, aus Oran, studiert Management an der Universität Oran:
„Ich suche nach der besten Möglichkeit um ein Doktorat in Deutschland zu machen. Ich bin sehr froh, dass ich den DAAD auf dieser Messe kennen lernen konnte und kann es kaum erwarten am Webinar am 03. April 2017 teilzunehmen, um noch mehr Informationen über den Studienverlauf und die Finanzierungsmöglichkeiten zu erhalten, sowie von den Erfahrungen der deutschen Doktorandin zu erfahren.“

3.       Atliouane, 21 Jahre, aus Boumerdès, studiert Elektrotechnik an der Universität Boumerdès:
„Ich bin sehr froh zu wissen, dass es in Deutschland auch die Möglichkeit gibt im Rahmen der internationalen Programme auf Englisch zu studieren (danke für die sehr hilfreiche Broschüre!). Ich muss also nicht erst Deutsch lernen, sondern kann direkt mit meinem Studium beginnen. Des Weiteren finde ich interessant, dass das Studium in Deutschland kostenfrei und die Qualität des Studiums gleichzeitig sehr hoch ist.“

4.       Mohamed, 62 Jahre, aus Babezouar:
„Ich bin Vater einer jungen Dame, die gerne im Ausland studieren möchte. Sie hat sich noch nicht für ein bestimmtes Land entschieden, aber Deutschland wäre sehr interessant. Wir haben hier die Möglichkeit uns persönlich an Ständen zu informieren, die verschiedene Länder vorstellen. Die Beratung am deutschen Stand (DAAD) war sehr hilfreich und viele unserer Fragen wurden von den Beraterinnen des DAAD beantwortet. Ein großes Dankeschön!“

5.       Tahar Ali, 24 Jahre, aus Constantine, studiert Deutsch als Fremdsprache an der Universität Sidi Belabes :
„Ich möchte mein Studium in Deutschland fortführen, um meine sprachlichen Fähigkeiten zu verbessern. Für mich ist die Messe eine gute Möglichkeit, um die Beraterinnen des DAAD kennenzulernen.“

6.       Abdelwahab, 40 Jahre, aus Constantine, studiert Soziologie an der Universität Constantine
„Deutschland hat einen ausgezeichneten Ruf für das Fach Soziologie. Als ich hörte, dass der DAAD an dieser Messe teilnimmt, bin ich direkt aus Constantine gekommen! Es war toll mit den Beraterinnen des DAAD zu sprechen, sie haben mir viele Informationen gegeben. Die Veranstaltung hat all meine Erwartungen erfüllt!“

7.       Nabil, 34 Jahre, aus Tizi Ouzou, studiert arabische Literatur:
„Auf der Facebook-Seite des DAAD „DAAD Tunisie“ habe ich gesehen, dass der DAAD nach Algerien kommt. Darum habe ich die Messe besucht. Ich möchte mein Studium der arabischen Literatur gerne an einer deutschen Universität fortführen. Gleichzeitig wünsche ich mir, dass ich Arabisch für Deutsche unterrichten kann. Ich beherrsche die deutsche Sprache schon gut und bin dabei meine Sprachkenntnisse zu verbessern, indem ich regelmäßig deutsche Fernsehkanäle schaue.“

 

8.       Samia, 19 Jahre, aus Bouzareah, studiert Englisch an der Universität Algier:
„Ich kenne den DAAD noch nicht und treffe die Organisation nun zum ersten Mal. Ich möchte gerne einen Master in Deutschland machen und die Stipendienprogramme des DAAD haben mich sehr beeindruckt. Sobald ich zu Hause bin, werde ich die Website des DAAD (www.daad.tn) besuchen.“




DAAD-Stipendien für entwicklungsbezogene Postgraduiertenstudiengänge (EPOS)

Der DAAD fördert mit dem „EPOS“ Programm (Entwicklungsbezogene Postgraduiertenstudiengänge) Personen aus Entwicklungsländern durch Stipendien.

In den Postgraduiertenstudiengängen werden Fach- und Führungskräfte aus Entwicklungs- und Schwellenländern als künftige Entscheidungsträger und Kooperationspartner Deutschlands weiterqualifiziert. Dies geschieht in Studiengängen aller Wissensbereiche, die für die Entwicklung der Länder, in der Entwicklungszusammenarbeit und bei der Lösung globaler Probleme von Bedeutung sind. Die Absolventen der Studiengänge sollen in internationalen Netzwerken an der Lösung landes-/regionalspezifischer und globaler Herausforderungen mitwirken. Dadurch sollen sie mittel- und langfristige Entwicklungsprozesse initiieren und begleiten. Mit dem Programm werden durch gezieltes Capacity Development nachhaltige Entwicklungseffekte durch die Unterstützung von Personal- und Organisationsentwicklung in den Partnerländern erzielt.

Die aktuell geförderten Master- und PhD-Studiengänge finden Sie in der EPOS-Broschüre: https://www.daad.de/medien/deutschland/stipendien/formulare/epos_programmbroschuere_2017-18.pdf

LINK[BS1] 

DAAD Tunis gratuliert Herrn Karim Sghaier, der sich erfolgreich um ein „EPOS-Stipendium“ im StudiengangIntegrated Water Resources Management xxxx an der Technischen Hochschule KölnUniversität xxxx im Fachbereich Wassermanagementxxx beworben hat[BS2] .

Karim Sghaier

1.     Stellen Sie sich kurz vor

Ich heiße Karim Sghaier, ich bin 27 Jahre alt und habe Anlagen- und Wasserbauingenieurswesen an der l'Ecole Supérieur des Ingénieurs en Equipement Rural (ESIER) studiert.

2.     Sie wurden von einer DAAD Auswahlkommission für das Stipendienprogramm EPOS ausgewählt. Herzlichen Glückwunsch! Warum haben Sie ein Interesse, daran Ihr Studium in Deutschland fortzuführen?

Vielen Dank.
Was Deutschland so besonders macht, sind das gute Bildungssystem, die Universitäten, die weltweit anerkannten Abschlüsse, sowie der Praxis-Bezug im Studium und die praktische Anwendung von rigider Technik.

Abgesehen von diesem klassischen Argument, interessieren mich die aktuellen und historischen Entwicklungen, die Deutschland zu einem wichtigen Partner und Akcteur im internationalen Handel im Zusammenhang mit politischen und wirtschaftlichen Fragen machen.

3.     Wie haben Sie das Stipendienprogramm EPOS entdeckt?

Ich habe das DAAD-Stipendienprogramm EPOS bei meiner ausführlichen Internetrecherche für meinen weiteren Studienverlauf entdeckt.

4.     Was gefällt Ihnen besonders bei diesem Programm?

Das Programm ist besonders für den nachhaltigen Aufbau von Kapazitäten in Schwellenländern konzipiert. Diese Möglichkeit ist optimal, um soziale Verantwortung zu übernehmen und Veränderungsprozesse und Verbesserungen der aktuellen Situation in Tunesien zu initiieren und zu unterstützen.

5.     Wie haben Sie ihre Bewerbung vorbereitet?

Ich habe meine Vorbereitung für die Bewerbung mit dem Englischtest (IELTS) begonnen, es folgten akademische und fachliche Empfehlungsschreiben, deren Beschaffung kein Problem darstellte. Danach habe ich mein Dossier übersetzt und versendet. Letztendlich war der Ablauf nicht sehr bürokratisch.

6.     Haben Sie Tipps, Vorschläge oder Kommentare für Studierende?

- Gebt euch nicht allein mit der Theorie, die in Universitäten vermittelt wird, zufrieden. Es ist ebenso wichtig, den Bezug zur Praxis herzustellen.
- Entwickelt softskills und trainiert euer Verhandlung- und Diskussionsgeschick
- Nutzt die Praktikumsmöglichkeiten, die zur Verfügung gestellt werden
- Konzentriert euch nicht ausschließlich auf technisches Wissen, sondern legt euch auch ein breites Allgemeinwissen an, indem ihr auch andere Interessen verfolgt.
- lernt Sprachen und benutzt sie als Türöffner im Beruf und zur Welt

Lieber Karim Sghaier, haben Sie vielen Dank für das Interview. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg bei Ihrem Vorhaben in Deutschland, Bleiben Sie gerne mit uns in Kontakt.


 [BS1]Hier LINK zur Broschüre ergänzen

 [BS2]Bitte hier die Daten ergänzen