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Alumni-Arbeit Tunesien

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Alumni sind dank ihres Studien- oder Forschungsaufenthaltes an deutschen Hochschulen eine hervorragend qualifizierte und Deutschland besonders gewogene Personengruppe, die sich häufig in Schlüsselpositionen in Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur befindet. Vernetzung und lebenslanges Lernen sind Grundvoraussetzungen, damit die Alumni als Experten, Entscheidungsträger und Partner im Ausland in Kontakt mit Deutschland und auf dem neuesten Stand der Entwicklungen bleiben.

Der DAAD möchte mit den Stipendiaten, die in Deutschland studiert und geforscht haben, in Kontakt bleiben. Er unterstützt Netzwerke, Vereine und veranstaltet regelmäßig Treffen mit den Alumni.

Regionales Alumnitreffen Algerien-Tunesien in Tunis

Maghrebinische Hochschulen vernetzen sich

Veranstaltungen mit Alumni haben beim DAAD Tradition. Jährlich organisiert der DAAD in Deutschland Alumnitreffen für Stipendiaten an Hochschulen, im Ausland sind Alumni in Vereinen oder Freundeskreisen vernetzt. Bereits zum zweiten Mal fand ein regionales Treffen maghrebinischer Alumni statt: 2014 in Rabat und nun 2016 in Tunis.

Zusammen kam eine vielfältige Mischung aus verschiedenen Landesteilen des Maghrebs: 19 algerische Alumni aus Oran, Algier, Chlef, Setif, Constantine und Sidi Bel Abbès trafen auf Partner libyscher Hochschulen in Benghazi, Zawia, Misurata, Tripoli, Sirte, Sabrata und Sabha sowie knapp 50 tunesische Alumni. Man verstand sich schnell und gut, tauschte sich intensiv aus und lernte zusammen in Workshops zu „Proposal Writing“, „Conflict Management“ und „Teams erfolgreich führen“.

Es war ein intensives Wochenende mit Möglichkeiten zum Projekt-Netzwerken, Speed-Dating, zur Fortbildung und zum Informationsaustausch. Im Mittelpunkt standen aber die Alumni und ihre Geschichten: fast 1.200 ehemalige Stipendiaten zählt das deutsch-tunesische Regierungsstipendienprogramm, ebenso viele auch in Algerien. Ein großer Teil der  Deutschlandalumni ging als Selbstzahler nach Deutschland. Im Deutschland-Portal sind eine beachtliche Zahl von fast 6.000 Deutschlandalumni aus dem Maghreb registriert.

Gelungene Re-Integration war das Thema eines Panels mit „success-stories“ rückgekehrter Deutschlandalumni, die an Hochschulen, in der Industrie oder als Unternehmer ihr Wissen und ihre Expertise zurück ins Heimatland gebracht haben. Beispiele, die Mut machen und Vorbild für andere sein können. Die Idee eines Coachings für Remigranten und für Stipendiaten, die ausreisen, gehört zu den Alumniprojekten, die Partner umsetzen wollen.

Besonders viel Anklang fand das Speed-Dating, das in kurzer Zeit viele Leute zusammenbrachte: 60 Teilnehmer konnten in 60 Minuten sich kennenlernen, Kontakte knüpfen und austauschen.

Gutes feedback bekamen auch die Fortbildungsangebote, die in Kooperation mit der DAAD Kairo Akademie auf Deutsch und Englisch angeboten wurden. Teilnehmer konnten zwischen Proposal Writing“, „Conflict Management“ und „Teambuilding“ wählen.

Das DAAD Büro Tunis verfügt über eine Alumni-Database von ca. 400 aktiven Kontakten in Tunesien. Teilnehmer aus Algerien hatten sich auf eine mail des DAAD Tunis im Sommer zurückgemeldet.

Der DAAD möchte mit den Stipendiaten, die in Deutschland studiert und geforscht haben, in Kontakt bleiben. Wenn Sie Deutschland-Alumnus/Alumna sind und gerne auf der Datenbank für künftige Veranstaltungen registriert sein möchten, nehmen Sie bitte mit uns Kontakt auf:

Registrierung für Tunesier

Registrierung für Algerier

Bericht: Beate Schindler-Kovats

Bildnachweis: Beate Schindler-Kovats, Anis Bouattour

             

Porträt: Amel Karboul -Tunesische Tourismusministerin (2013-2014)

DAAD- Stipendium 1991 bis 1996 an der Universität Karlsruhe                        

" Ich bin ein freiheitsliebender Mensch. Die Unabhängigkeit und Selbstständigkeit des Studiums in Deutschland haben mich sehr geprägt. "

Nach 24 Jahren in Europa ist sie in ihr Heimatland zurückgekehrt. Amel Karboul, Jahrgang 1971, gestaltet seit Januar 2014 als Tourismusministerin den Wandel Tunesiens mit. 

"Ich konnte in Deutschland studieren, weil Tunesien das zusammen mit dem DAAD ermöglicht hat. Jetzt habe ich das Gefühl, ich kann etwas zurückgeben. Und ich kann Teil eines historischen Moments sein", sagt Karboul. Sie ist stolz auf ihr Land, zu dem sie immer den Kontakt gehalten hat: "Wir haben so viele Schätze in diesem Land: Karthago, das Kolosseum von El Djem und viele römische Ausgrabungen, die Wüste im Süden, im Norden die Berge."

Karboul selbst fällt es nicht schwer, ausländischen Gästen von den Vorzügen ihres Landes zu erzählen: Die Ministerin spricht sieben Sprachen und ist im Umgang mit fremden Kulturen mehr als vertraut. Vor ihrer Amtszeit als Ministerin gründete sie nach mehreren Jahren als Mitarbeiterin und Partnerin großer Beratungsunternehmen im Jahr 2007 ihre eigene Firma "Change, Leadership & Partners" mit Büros in Köln, Tunis, London und Virginia. Karboul beriet Topmanager, reiste um den ganzen Globus. Gleichzeitig sorgt sie gemeinsam mit ihrem deutschen Mann Marcus Gottschalk, der auch Geschäftsführer ihrer Firma ist, für ihre beiden Töchter.

Karriere und Kinder erfordern viel Organisationstalent, das Karboul bereits während ihres Studiums in Deutschland an den Tag legte. Die damalige DAAD-Stipendiatin studierte Maschinenbau an der Universität Karlsruhe und schloss nach nur acht Semestern ihr Ingenieursstudium

als Jahrgangsbeste ab. Die Gestaltungsfreiheit an deutschen Universitäten reizte sie dabei besonders. Und die deutsche Mentalität schätzt die Tuneserin bis heute: "Ich mag einfach diese direkte und offene Art. Die Leute arbeiten selbstständig, gleichzeitig stellen sie sich selbst in Frage, sind kritisch, wollen die Welt aus einem anderen Blickwinkel sehen. Deshalb gibt es in Deutschland so viele innovative Kräfte."

Als Mitglied des Expertenkabinetts wird die Ministerin zunächst bis Ende 2014 ihr Amt innehaben. Trotzdem verfolgt Amel Karboul ehrgeizige Ziele: "Ich will nicht eine Saison retten, sondern zwanzig. Ich finde es wichtig, eine langfristige Vision zu haben. Vielleicht ist das meine deutsche Seite. Und wenn ich nur die ersten beiden Schritte mache, dann macht der nächste nach mir die nächsten Schritte."

Von Annette Steinich : Freie Korrespondentin in Tunis für verschiedene deutsche Tageszeitungen und Magazine.

VITA

Amel Karboul wurde im April 1973 als Tochter eines politischen Beamten auf Djerba geboren. 1991 kam sie mit einem vom DAAD umgesetzten Regierungsstipendium nach Heidelberg, um Deutsch zu lernen. An der Universität Karlsruhe, heute KIT, studierte sie Maschinenbau und schloss 1996 als erste Frau als Jahrgangsbeste ab. Sie arbeitete für die Boston Consulting Group und als Partnerin der Beratung Neuwaldegg, Wien, gründete dann ihr eigenes Beratungsunternehmen und coachte weltweit Führungskräfte. Das Wirtschaftsmagazin "Brand eins" nannte sie "Die Herausragende". Seit Februar 2014 ist Karboul Ministerin der tunesischen Übergangsregierung.

Fotowettbewerb „Mein Lieblingsort in Deutschland“

Haben Sie einen Lieblingsort in Deutschland? Schicken Sie uns ein Foto!

Mit welchen deutschen Orten verbinden Sie besondere Erinnerungen? Welche Stadt liegt Ihnen am meisten am Herzen? Dies wollten wir im vergangenen Jahr von den Alumniportal-Mitgliedern wissen. Wir bekamen damals viele Rückmeldungen aus der ganzen Welt.

„Einer meiner liebsten Orte in Deutschland ist Freiburg, wo ich meinen Sprachkurs hatte. Diese kleine, wunderschöne Stadt in der Nähe des Schwarzwaldes ist ein erstaunlicher Ort. Wir besuchten einen kleinen See namens Titisee, das war unvergesslich für mich.“ 
(Dr. Meena Bakshi aus Indien)

„Meine besten Erinnerungen sind mit Oberhausen verknüpft, das ist ein sehr schönes und gemütliches Industriestädtchen in Nordrhein-Westfalen. Die Sehenswürdigkeiten dort sind faszinierend und atemberaubend. Man fühlt da eine echte Ewigkeit und deshalb bin ich in diese Stadt wirklich verliebt.“ 
(Yewa Glushchenko aus der Ukraine)

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