Brüssel, 23. April 2018

Ideen für die Zukunft: EU-Kommissar Hahn im Dialog mit Jugendlichen aus Syrien, Jordanien und dem Libanon

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Johannes Hahn, EU-Kommissar für Europäische Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen, diskutiert in Brüssel mit jungen syrischen Flüchtlingen und Angehörigen der Gastgesellschaften aus den Nachbarländern Syriens deren Bildungs- und Zukunftsaussichten. Die Gesprächsrunde ist eine Begleitveranstaltung zur internationalen EU-Syrienkonferenz „Supporting the future of Syria and the region“ am 24. und 25. April in Brüssel. Zwei der jungen Gesprächspartner sind Geförderte aus dem Projekt HOPES, ein vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) in Partnerschaft mit British Council, Campus France und NUFFIC realisiertes Vorhaben, das syrischen Flüchtlingen und benachteiligten Angehörigen der Gastgesellschaften einen verbesserten Zugang zur Hochschulbildung in den Nachbarländern Syriens ermöglicht. Finanziert wird HOPES vom „Madad Fund“, dem EU-Treuhandfonds als Reaktion auf die Krise in Syrien.

„Der Krieg in Syrien nimmt den Menschen die Chance auf Bildung. Mit dem EU-geförderten Projekt HOPES ermöglicht der Deutsche Akademische Austauschdienst ihnen und jungen Menschen in Jordanien, im Libanon und auch in anderen Ländern der Region ein Studium vor Ort“, sagt DAAD-Präsidentin Prof. Dr. Margret Wintermantel. „Damit gibt er ihnen und benachteiligten jungen Menschen aus den Gastgesellschaften die Chance auf Hochschulbildung und damit die Aussicht auf ein besseres Leben.“

HOPES bietet was die Region derzeit besonders nötig braucht: Hoffnung auf eine bessere Zukunft und Perspektiven für die junge Generation“, sagte DAAD-Generalsekretärin Dr. Dorothea Rüland in ihrem Grußwort bei der Veranstaltung, die sie gemeinsam mit EU-Kommissar Johannes Hahn eröffnete.

Kenanah Alchaieb strebt als HOPES-Stipendiatin einen Masterabschluss in Betriebswirtschaft an und nahm an dem Gespräch mit EU-Kommissar Johannes Hahn teil. Sie konnte aus eigener Erfahrung von den Wünschen und Sorgen syrischer Studierender in Jordanien berichten. Die zentrale Frage, die sich alle stellen, ist die nach der beruflichen Zukunft. Werde ich eine Arbeit finden? Wie werde ich das an der Universität erworbene Wissen anwenden und vertiefen und für mich und andere nutzbar machen können?

Während Geförderte wie Kenanah bald ihren Hochschulabschluss machen, zielt ein von der American University of Beirut mit Hilfe von HOPES realisiertes Projekt darauf ab, Schülerinnen im voruniversitären Alter in den naturwissenschaftlichen Kerndisziplinen auf ein Studium vorzubereiten. Brooke Atherton El-Amine, die verantwortliche Projektkoordinatorin, schilderte, wie Flüchtlingsmädchen in einer informellen Zeltunterkunft in der libanesischen Bekaa-Ebene das nötige wissenschaftliche Rüstzeug erwerben, um erfolgreich das libanesische Abitur ablegen zu können.

HOPES hat in den letzten zwei Jahren 470 Voll-Stipendien an syrische Flüchtlinge in der Region sowie an Studierende der gastgebenden Gemeinschaft verliehen; 2325 Studierende haben Sprachkursangebote erhalten und 31 Bildungsprojekte lokaler Anbieter werden über das Projekt HOPES finanziert. Es bleibt jedoch auch in der Zukunft noch viel zu tun. Kommissar Hahn versprach, die Anregungen und Wünsche seiner jungen Gesprächspartner in die Syrienkonferenz einzubringen und sich dafür einzusetzen, dass Bildung auch zukünftig einen zentralen Platz in der EU-Unterstützung für die Region einnehmen wird.

HOPES – Higher and Further Education Opportunities and Perspectives for Syrians
HOPES bietet Flüchtlingen aus Syrien und jungen, benachteiligten Menschen aus den Aufnahmeländern Libanon, Jordanien, Ägypten, Irak und der Türkei die Möglichkeit, ein Hochschulstudium zu beginnen oder wieder aufzunehmen.
Das Projekt wird vom „Madad Fund“ der Europäischen Union gefördert, der ins Leben gerufen wurde, um die Folgen der anhaltenden Krise in Syrien zu mildern und einen späteren Wiederaufbau zu unterstützen.
HOPES – das erste vom Madad Fund im Bereich der höheren Bildung geförderte Vorhaben – hat im April 2016 seine Arbeit aufgenommen und wird neben dem DAAD als Konsortialführer von drei weiteren europäischen Institutionen getragen: dem British Council, Campus France und NUFFIC (Niederlande).


Über den EU-Treuhandfonds für die Syrienkrise – Madad:
Mit ausgezahlten und geplanten Beiträgen von 22 EU-Mitgliedsstaaten und der Türkei in Höhe von mittlerweile 150 Mio. € sowie Mitteln aus verschiedenen EU-Instrumenten hat der „Madad Fund“ bisher ein Gesamtvolumen von 1,5 Mrd. € erreicht. Maßnahmen i.H.v. 1,2 Mrd. € wurden von dem Madad-Verwaltungsrat verabschiedet und 920 Mio. € für 47 Projekte vor Ort bereitgestellt, die mehr als 2 Mio. Menschen erreichen.
Die Kernprioritäten des Madad Fund sind: 

  • Verstärkte und kohärente Hilfsmaßnahmen der EU-Mitgliedstaaten, anderer Geber und der EU-Instrumente für eine frühzeitige Erholung und Stärkung der Resilienz, um die Stabilität der Nachbarländer zu erhalten und längerfristige internationale Wiederaufbaubemühungen zu führen, sobald dauerhaft Frieden erreicht wurde.
  • Beiträge zu den Zielen der ‘No Lost Generation’ zu leisten, indem alle geflüchteten sowie schutzbedürftigen Kinder der Region mit einem gleichberechtigten Zugang zu Bildung versorgt werden.
  • Den Druck auf die Länder verringern, die Flüchtlinge aufnehmen, durch Investitionen in die Grundversorgung, den gesellschaftlichen Zusammenhalt, das Gesundheitswesen, Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sowie durch die Unterstützung beim Zugang zu Bildung und Arbeitsmarkt für Flüchtlinge und Menschen in den Aufnahmegesellschaften.

Kontakt:

Dr. Carsten Walbiner
HOPES-Projektleiter
Carsten.walbiner@hopes-madad.org

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Bjoern Wilck
Leiter Pressestelle
Tel: +49 228 882-644, Fax: +49 228 882-659
E-Mail: presse@daad.de, www.daad.de
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