Studentische Auslandsmobilität erhöhen - DAAD-Tagung in Essen setzt sich mit den Hürden für Auslandsaufenthalte auseinander

Bonn, 16.6.2017. Ein Studienaufenthalt im Ausland gehört immer selbstverständlicher zur Bildungsbiografie von jungen Menschen in Deutschland. Die Vorteile liegen auf der Hand: gute Jobperspektiven, verbesserte Fremdsprachenkenntnisse, Fachwissen in internationalen Zusammenhängen, interkulturelle Kompetenz, Gewinn an Selbständigkeit, Freundschaften auf der ganzen Welt, neue Sichtweisen auf das Gast- und Heimatland und vor allem auf sich selbst. Das ist der Grund, warum der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Kampagne "Studieren weltweit – ERLEBE ES! ins Leben" gerufen hat.

Die Jahrestagung dieser Kampagne, die am 19. und 20. Juni in Essen stattfindet, nimmt gezielt die Hindernisse bei der Auslandsmobilität in den Blick und versucht, zusammen mit Betroffenen Lösungen zu erarbeiten.

„Die Welt wächst immer weiter zusammen und wir brauchen Menschen, die politisch und wirtschaftlich in globalen Dimensionen denken. Bei einem Studium im Ausland lernen junge Menschen internationale Zusammenhänge verstehen, interkulturelle Unterschiede kennen und letztlich, mehr Verantwortung zu übernehmen. Wer Auslandserfahrungen machen möchte und sich darum bemüht, sollte auch eine Chance bekommen, diesen Wunsch umzusetzen“, sagt DAAD-Präsidentin Prof. Margret Wintermantel.

Deutschland steht international sehr gut da. Bereits heute sammelt mehr als jeder dritte Studierende während des Studiums Erfahrungen im Ausland. Allerdings: Diese Quote stagniert seit einiger Zeit. Untersuchungen zeigen, dass dies nicht zuletzt an weniger mobilen Gruppen von Studierenden liegt. So verbringen Bildungspioniere, also jene, die als erste in der Familie einen Hochschulabschluss anstreben, Studierende mit Kindern oder mit gesundheitlichen Einschränkungen insgesamt deutlich seltener einen Studienaufenthalt im Ausland als ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen – dies gilt, aus ganz anderen Gründen, übrigens auch für Lehramtsstudierende.

Warum das so ist und wie Hürden für diese Gruppen abgebaut werden, damit beschäftigt sich die Tagung in Essen. Das Besondere und Innovative an dieser Veranstaltung: Betroffene Studierende kommen nicht nur selbst zu Wort, sondern sie haben die inhaltlichen Schwerpunkte gemeinsam mit „Themenpaten“ aus Hochschule und Gesellschaft über Monate auf der Online-Plattform www.studieren-weltweit.de/diskutiere-mit mit vorbereitet. Die Tagung dient dazu, mit Hochschulexperten und Vertretern der Politik ins Gespräch zu kommen und Lösungen für bestehende Probleme zu finden.

„Mit der Tagung sprechen wir gezielt Studierende an, die ein Auslandsstudium bislang nicht in Betracht gezogen haben. Wir wollen mehr über die Hintergründe wissen und ihnen zeigen, welche Möglichkeiten sie nutzen können. Wir begreifen diese Initiative auch als einen Beitrag zu einer größeren Diversität unter den mobilen Studierenden“, erläutert DAAD-Generalsekretärin Dr. Dorothea Rüland, die die Veranstaltung gemeinsam mit Ministerialdirigent Peter Greisler vom BMBF eröffnen wird.

Die Mühe lohnt sich: Alle Erfahrungen zeigen, dass die überwältigende Mehrheit der Studierenden nach einem Auslandsaufenthalt selbstbewusster, gereifter und weltoffener zurückkehrt. Hochschullehrer und Arbeitgeber schätzen den geweiteten Blick und die sozialen Kompetenzen, die der Aufenthalt in der Fremde hervorbringen kann.

Kontakt:
Alexander Haridi, DAAD,
Leiter des Referats Informationen zum Studium im Ausland,
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