DAAD zieht positive Bilanz für den Wissenschaftsaustausch

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Steigender Bedarf an Stipendien im Wettbewerb um die besten Talente

Bonn/Berlin, 13.06.2017. Auf der Jahrespressekonferenz des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) zogen DAAD-Präsidentin Prof. Margret Wintermantel und Generalsekretärin Dr. Dorothea Rüland eine positive Bilanz. 2016 hat der DAAD Auslandsaufenthalte von 131.229 Studierenden, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Professorinnen und Professoren gefördert. Bei den Geförderten aus dem Ausland konnten 55.754 Personen unterstützt werden. Im Vergleich zu 2015 (51.577) bedeutet dies einen Zuwachs von acht Prozent. Die Anzahl der Geförderten aus Deutschland ist mit 75.475 Personen im Vergleich zu 2015 (73.514) leicht gestiegen. Das Gesamtbudget belief sich dabei auf rund eine halbe Milliarde Euro.

„Die Zukunft Deutschlands wird ganz maßgeblich davon abhängen, ob es uns gelingt, die Internationalisierung unserer Hochschulen weiter voranzutreiben. Unsere Studierenden sollten die Möglichkeit haben, weltweit Erfahrungen im Studium zu gewinnen. Unsere Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen müssen ebenfalls mobil und in internationale Netzwerke eingebunden sein“, so DAAD-Präsidentin Prof. Margret Wintermantel.

Eine besonders hohe Stipendiennachfrage verzeichnet der DAAD bei den ausländischen Graduierten. Außerdem sind strukturierte Master- und Promotionsprogramme von Studierenden und jungen Wissenschaftlern aus Entwicklungs- und Schwellenländern extrem nachgefragt.

Die wichtigsten Zielregionen für deutsche Bewerber bleiben Westeuropa, Asien und Nordamerika. Bei den Jahresstipendien für Graduierte und Doktoranden stand Großbritannien ganz oben auf der Skala der beliebtesten Zielländer. Die meisten Geförderten aus Deutschland sind im Bereich der Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften eingeschrieben, gefolgt von den Sprach- und Kulturwissenschaften. Auch Geförderte aus den Ingenieurwissenschaften, Mathematik und den Naturwissenschaften sind stark vertreten.

Mit seinem weltweiten Netzwerk von Auslandsbüros fördert der DAAD neben Stipendien internationale Hochschulkooperationen. Dazu gehören unter anderem strategische Partnerschaften und thematische Netzwerke zwischen deutschen und ausländischen Hochschulen, Fach- und Exzellenzzentren, Deutschland- und Europazentren sowie Studiengänge und Ausgründungen deutscher Hochschulen im Ausland.

„Wissenschaftskooperationen sind für beide Seiten eine Win-win-Situation. Für die deutschen Hochschulen sind sie ein wichtiges Instrument, um sich im Ausland zu vernetzen. Daraus ergeben sich Möglichkeiten des Wissenstransfers und zur Gewinnung internationaler Studierender und Doktoranden. In Entwicklungs- und Schwellenländern sind deutsche Hochschulen gefragte Partner, weil sie Anstöße für Modernisierung oder Reformen im jeweiligen Land geben. Großes Interesse besteht an praxisorientierten Studiengänge nach dem Modell unserer deutschen Fachhochschulen“, sagt DAAD-Generalsekretärin Dr. Dorothea Rüland.

Innovative Kooperationsansätze verfolgt der DAAD im Bereich der transnationalen Bildung (TNB). Dabei handelt es sich um Studienangebote deutscher Hochschulen im Ausland. Weltweit werden mehr als 31.330 Studierende in 274 Studiengänge an über 60 Standorten, darunter 9 binationalen Hochschulen im Ausland ausgebildet. Von besonderer Bedeutung sind große Hochschulprojekte wie die Deutsch-Jordanische Universität oder die geplante Deutsch-Ostafrikanische Hochschule für angewandte Wissenschaften, da sie allein durch ihre Größe stark auf das ganze Hochschulsystem ausstrahlen. Drei dieser Hochschulen liegen im Nahen Osten und spielen eine wichtige Rolle bei der Aufnahme von Studierenden, die wegen der kriegerischen Auseinandersetzungen vor allem in Syrien und im Irak, geflüchtet sind.

Um Flüchtlingen in der Region ein Studium zu ermöglichen, engagiert sich der DAAD seit 2016 außerdem als Konsortialführer im EU-finanzierten Projekt „Higher and Further Education Opportunities and Perspectives for Syrians“ (HOPES). Es bietet studierfähigen syrischen Flüchtlingen und bedürftigen Einheimischen einen verbesserten Zugang zur Hochschul- und Weiterbildung in Jordanien, Libanon, Ägypten, Irak und der Türkei ermöglicht. In den Projekten zeigt sich, dass der Bedarf bei den jungen Geflüchteten deutlich höher ist als die zur Verfügung stehenden Stipendien.

Den Jahresbericht 2016 mit allen Zahlen und Fakten finden Sie bei uns auch im Download.

Hintergrund

Der DAAD ist die Internationalisierungsagentur der deutschen Hochschulen und ihrer Studierenden. Seine Programme reichen vom Auslandssemester für Studentinnen und Studenten bis zum Promotionsstudium, vom Praktikum bis zur Gastdozentur, vom Informationsbesuch bis zum Aufbau von Studiengängen und der Gründung deutscher Hochschulen im Ausland. Zur Pflege der Auslandskontakte unterhält er ein Netzwerk mit 71 Außenstellen und Informationszentren weltweit. Der DAAD wird überwiegend aus Mitteln des Auswärtigen Amts, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und der Europäischen Union finanziert.

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