DAAD-Auszeichnungen für internationale Germanistik gehen nach Brasilien und Kenia

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DAAD vergibt Jacob- und Wilhelm-Grimm-Preis und -Förderpreis am 25. August 2015 in Schanghai

Bonn, 12.08.2015. Der renommierte Jacob- und Wilhelm-Grimm-Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) geht in diesem Jahr an den brasilianischen Literaturwissenschaftler Prof. Dr. Paulo Astor Soethe. Der Preis ist dotiert mit 10.000 Euro und verbunden mit einem einmonatigen Forschungsaufenthalt in Deutschland.

Mit dem Jacob- und Wilhelm-Grimm-Förderpreis, den der DAAD seit 2011 an Nachwuchswissenschaftler aus den Bereichen Germanistik und Deutsch als Fremdsprache verleiht, wird in diesem Jahr der kenianische Germanist Dr. James Meja L. Ikobwa ausgezeichnet. Neben einem Forschungsaufenthalt in Deutschland ist dieser Preis mit einem Preisgeld von 3.000 Euro verbunden.

Die Preisverleihung wird am 25. August im Rahmen des Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik in Schanghai stattfinden, zu dem mehr als 1.000 Germanisten aus der ganzen Welt erwartet werden.

„In Lateinamerika wie in Afrika wird auch im Hochschulbereich zunehmend Deutsch gelernt. Die beiden diesjährigen Preisträger zeigen besonders, wie die Hochschulen diese Herausforderung annehmen und wie sich exzellente germanistische Wissenschaft und ein großes Engagement für die deutsche Sprache im Hochschulkontext verbinden lassen“, sagt DAAD-Präsidentin Prof. Dr. Margret Wintermantel.

Paulo Astor Soethe gilt in der Literaturwissenschaft als herausragender Forscher zum Werk von Thomas und Heinrich Mann sowie ihrer „brasilianischen Familiengeschichte“ (ihre Mutter kam aus Brasilien). Ihm gelingt es, spezifisch lateinamerikanische Bezüge zur deutschen Literatur und Sprache zu erschließen und das Fach so für neue Positionen zu öffnen. Der Alumnus des DAAD und der Alexander von Humboldt-Stiftung hat in São Paulo deutsche Sprache und Literatur studiert und wurde mit einer Arbeit über Thomas Manns Der Zauberberg promoviert. Nach der Promotion forschte er u.a. an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen und ist seit 1992 Professor für Germanistik an der Universidade Federal do Paraná in  Curitiba, Brasilien. Neben seiner fachlichen Leistung betont die Jury sein sprachenpolitisches Engagement, mit dem er sich unter anderem für die angemessene sprachliche Begleitung der Internationalisierung der brasilianischen Hochschulen und entsprechend breite Fremdsprachenangebote für Studierende aller Fächer einsetzt. In dem gemeinsam mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach initiierten Projekt „archiv.br“ erforscht er den Einfluss deutscher Exilanten auf die brasilianische Zivilgesellschaft und geht hier neue Wege internationaler Kooperation.

Als Dozent der Deutschsektion an der University of Nairobi, Kenia, hat sich der Nachwuchswissenschaftler James Meja L. Ikobwa durch seine akademischen Leistungen und sein Engagement für deutsche Sprache und Germanistik in Kenia bereits Verdienste erworben. Mit seiner Promotion Gedächtnis und Genozid im zeitgenössischen historischen Afrikaroman hat der DAAD-Alumnus ein Thema bearbeitet, das gerade für den kulturellen und kulturwissenschaftlichen Austausch zwischen Afrika und Europa von besonderer Bedeutung ist. Nicht nur als regionaler Koordinator des GANAA-Alumnivereins, sondern auch als Mitorganisator der ersten regionalen Germanistentagung Ostafrikas im Mai 2013 hat Dr. Ikobwa zur überregionalen Vernetzung einer jungen Generation von Germanisten in einer Region beigetragen, in der die Zukunft der Germanistik maßgeblich von hervorragend ausgebildeten Nachwuchskräften abhängt.

Hintergrund

Mit dem Jacob- und Wilhelm-Grimm-Preis und -Förderpreis zeichnet der DAAD Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus dem Ausland aus, die sich neben ihrer fachlichen Leistung in besonderer Weise für die internationale Zusammenarbeit in den Fachbereichen Germanistik und Deutsch als Fremdsprache engagieren. Vergabejury ist der Beirat Germanistik des DAAD, der den DAAD in allen Belangen der Förderung von Germanistik und Deutsch an Hochschulen berät. Die Preise werden mit Mitteln des Auswärtigen Amtes finanziert.

Die Preisverleihung findet am 25. August im Rahmen des Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik an der Tongji Universität in Schanghai statt. Der Grimmpreis wird durch die Präsidentin des DAAD, Prof. Dr. Margret Wintermantel, überreicht. Neben ihr wird der stellvertretende Generalkonsul der Bundesrepublik Deutschland, Herr Jörn Beißert, die Gäste begrüßen. Prof. Dr. Helmut Schwarz, der Präsident der Alexander von Humboldt-Stiftung, wird eine Gratulationsadresse an den Preisträger richten. Die Laudatio auf Prof. Dr. Paulo Soethe wird Prof. Dr. Wilhelm Voßkamp, Universität zu Köln, halten.

Kontakt:

Dr. Ursula Paintner, DAAD, Leiterin des Referats Germanistik, deutsche Sprache und Lektorenprogramm,
Tel.: 0228 / 882-832,
E-Mail: Luedtke@daad.de

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Anke Sobieraj
Leiterin Pressestelle
Tel: 0228 / 882-454, Fax: 0228 / 882-659
Mail: presse@daad.de, www.daad.de
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