DAAD-Mitgliederversammlung beschließt Resolution gegen angekündigte Kürzungen des Auswärtigen Amtes

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Bonn, 25.6.2013. Die Mitgliederversammlung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) verabschiedete auf ihrer heutigen Sitzung einstimmig die folgende Resolution gegen die vom Auswärtigen Amt angekündigten Kürzungen im Stipendientitel für ausländische Studierende und Wissenschaftler. ''Angesichts des steigenden Bedarfs an international ausgebildeten Fach- und Führungskräften, der internationalen Konkurrenz um Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler und des demografischen Wandels sei dies das falsche Zeichen, um die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Wissenschafts- und Innovationssystems zu sichern'', so DAAD-Präsidentin Prof. Margret Wintermantel.

RESOLUTION DER MITGLIEDERVERSAMMLUNG DES DEUTSCHEN AKADEMISCHEN AUSTAUSCHDIENSTES (DAAD)

Der Stipendientitel des DAAD für ausländische Studierende soll im Haushaltsentwurf 2014 nach Auskunft des Auswärtigen Amts drastisch gegenüber dem laufenden Jahr um bis zu einem Drittel gekürzt werden. Zwar teilt das Auswärtige Amt mit, dass es sich in den weiteren Beratungen um die Rücknahme der Kürzungen bemühen will, doch ändert dies nichts an den Zahlen, die das AA in die Haushaltsberatungen eingebracht hat. 

Die angekündigte Kürzung hätte konkrete Folgen in dreierlei Hinsicht: Es könnten im nächsten Jahr etwa 1.000 Jahresstipendien an ausländische Studierende weniger vergeben werden, Vereinbarungen mit ausländischen Regierungen über kofinanzierte Stipendienprogramme müssten gekündigt werden und schließlich müssten die Mittel gekürzt werden, die der DAAD den Hochschulen zur Betreuung ihrer ausländischen Studierenden bereitstellt. 

Die vorgesehene Kürzung schränkt die Leistungsfähigkeit und Innovationsstärke unseres Wissenschaftssystems ein, beschädigt unsere Reputation als Wissenschaftsstandort und den DAAD, der als Mittlerorganisation der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik in aller Welt für Kontinuität und Verlässlichkeit seiner Förderangebote geschätzt wird. Unsere Stipendien sind Investitionen in die Zukunft, die langfristig reichen Ertrag bringen, indem sie das Innovationspotential durch globale Netzwerke stärken. Die vorgesehene Kürzung gefährdet die Umsetzung der kürzlich einstimmig von unserem Vorstand beschlossenen Strategie ''DAAD 2020'' nachhaltig. 

Ein Land wie Deutschland, das ganz wesentlich von seiner Innovationskraft lebt, wird sich im globalen Wettbewerb nur behaupten, wenn es den internationalen akademischen Austausch intensiviert. Der DAAD appelliert deshalb an die Bundesregierung und den Deutschen Bundestag die geplante Senkung der Stipendienmittel zurückzunehmen und stattdessen vor dem Hintergrund der Notwendigkeit, Fach- und Führungskräfte auf verantwortungsvolle Tätigkeiten im In- und Ausland vorzubereiten, den Stipendientitel zu erhöhen. Wir setzen in unseren Bemühungen auch auf die Unterstützung der befreundeten Wissenschaftsorganisationen. 

Der DAAD ist ein Zusammenschluss von 238 deutschen Hochschulen und 124 Studierendenschaften mit dem Ziel der Internationalisierung des Wissenschafts- und Hochschulsystems. 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an:

Anke Sobieraj
Leiterin Pressestelle
DAAD – Deutscher Akademischer Austauschdienst
Tel.: +49 (0)228 882-644
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