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Oktober 2017

DAAD Tunis auf Informationstour zu „Deutschlernen an Hochschulen und zum Hochschulsommerkursstipendium in Algier und Rabat/Marokko

 

Deutschlernen in Deutschland -  mit den Hochschulsommerkursen kann man intensiv in internationalen Gruppen seine Kenntnisse vertiefen.

DAAD Tunis, regionales Büro für Algerien und Marokko, hat in Kooperation mit den Goethe-Instituten in Algier und Rabat Informationsveranstaltungen für Deutschstudierende zum Hochschulsommerkursprogramm angeboten.

Knapp 80 Interessenten kamen am 16.10.2017 ins Spracheninstitut DSIA nach Algier und informierten sich zu Programm, Voraussetzungen und Bewerbungsverfahren.


 

 @ Interessenten bei der DAAD Informationsveranstaltung in Algier

In Rabat fanden am 23.10.2017 fast 90 Deutschstudierende den Weg ins Goethe-Institut, um sich zu Studieren und Forschen und Deutschlernen in Deutschland informieren und beraten zu lassen.

 
 

Deutschlerner gibt es in beiden Ländern nicht nur an den Deutschabteilungen und in der Germanistik, sondern auch in den Ingenieur- und Wirtschaftswissenschaften. Studierende mit fortgeschrittenem Deutschniveau (B1 für Germanisten und A2 für andere Fachbereiche) können sich bis zum 1.12.2017 noch für ein DAAD-Stipendium zum Besuch eines Hochschulsommerkurses 2018 bewerben.

 
 

@ Interessenten bei der DAAD Informationsveranstaltung in Rabat/Marokko

Das Hochschulsommerkursstipendium des DAAD erfreut sich jährlich großer Beliebtheit und ist eine gute Chance, schnell und effektiv Deutsch zu lernen. In diesem Jahr konnten 12 Stipendiaten aus Algerien, 19 aus Marokko und 16 aus Tunesien Deutschland entdecken und vierwöchige Sommerkurse erleben.

In Tunesien veranstaltet DAAD Tunis am 8.11.2017 einen „Deutsch-Tag“ mit Informationen zu Hochschulsommerkursen: https://www.daad.de/miniwebs/ictunis/de/24581/index.html

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DAAD Tunis feiert 5-jähriges Bestehen

Der DAAD Tunis hat Partner, Alumni und Freunde zu einem „Maghrebinischen Abend“ anlässlich des fünfjährigen Bestehens ins Fondouk El Atterine eingeladen. Knapp 100 Gäste kamen zu einem bunten Abend mit Musik, Tanz und feierten bis spät in die Nacht.  


 
 

Das DAAD Büro Tunis feiert Geburtstag und blickt mit Partnern, Stipendiaten und Alumni aus Algerien, Marokko und Tunesien auf fünf erfolgreiche Jahre zurück. Im September 2012 hat der DAAD beschlossen eine zweite Präsenz in Nordafrika – nach der Außenstelle in Kairo – im Maghreb zu eröffnen. Auf die bewegten Ereignisse der sogenannten „Jasmin-Revolution“ in Tunesien im Dezember 2011 hat der DAAD schnell reagiert und in Tunis eine Anlaufstelle für die intensivierten Beziehungen und das große Interesse des Maghreb an Deutschland geschaffen.

 
 

@ Stipendiaten der 5. Maghreb-Akademie erhalten ihre Zertifikate

„Der DAAD erfüllt in Tunesien und im Maghreb eine wichtige Aufgabe“, so S.E. Dr. Andreas Reinicke, Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in Tunesien, und warb für eine aktivere Rolle und mehr Verantwortung der Akademiker in der Zivilgesellschaft und im öffentlichen Leben.

 
 

@ S.E. Botschafter Dr. Reinicke bei der Feier „5-Jahre DAAD Tunis“

Der DAAD kann 2017 eine positive Bilanz ziehen: Deutschland steht als Studien- und  Forschungsdestination nach Frankreich an zweiter Stelle, Austausch und Kooperationen haben an Dynamik zugenommen – Förderzahlen für Individual- und Projektaustausch haben sich vervielfacht – und die akademischen Beziehungen zwischen Deutschland und dem Maghreb sind noch enger und besser geworden.

„Wir sehen einen besonderen Mehrwert in der Kooperation mit der maghrebinischen  Hochschullandschaft und im Austausch mit Ihnen, den ehemaligen DAAD Geförderten“, so Direktor Christian Müller, der für das Auslandsnetzwerk des DAAD und für Strategiefragen in der Zentrale in Bonn zuständig ist und eigens zur Feier des Tages anreiste.

 
 

@ Christian Müller, Direktor für das Netzwerk und Strategie im DAAD Bonn

Das Büro Tunis ist in 5 Jahren expandiert: es ist räumlich und personell gewachsen, es hat mehr und mehr Aufgaben übernommen und seine regionale Zuständigkeit erweitert. Das IC Tunis leistet intensive Informations- und Beratungsarbeit, ist auf Info-Tagen und Messen in Tunesien und Algerien unterwegs, bringt Hochschulpartner zusammen und berät zu Kooperationsprogrammen. Überdies veranstaltet das Büro Tunis regelmäßig Seminare, Alumnitreffen, Fortbildungen und zudem eine Maghreb-Akademie in Marokko, Tunesien und Algerien und knüpft somit ein großes Netzwerk im Maghreb mit Partnern und Alumni aus Algerien, Libyen, Marokko und Tunesien.

 
 

„Seit 2012 erfüllen wir unsere regionale "Mission" für den Maghreb - Information und Beratung zu Studieren und Forschen in Deutschland, Kooperationsanbahnnung und Begleitung deutsch-maghrebinischer Partnerschaften und Pflege der Netzwerke und regionalen Zusammenarbeit“, resümiert Beate Schindler-Kovats, Leiterin des DAAD Büro Tunis, die das Informationszentrum vor fünf Jahren aufbaute. „Für mich ist das eine spannende Zeit und ich freue mich auf die weiteren Herausforderungen in den nächsten beiden Jahren“.   

 
 

Der DAAD ist damit dem Ziel nachgekommen, Hochschulen im Maghreb in ihrer weiteren Entwicklung im Bereich der Hochschulzusammenarbeit und Internationalisierung zu unterstützen. Mit der fünfjährigen Präsenz des DAAD Büros in Tunis zeigt der DAAD, dass er die Vorreiterrolle insbesondere Tunesiens in den Umwälzungsprozessen seit 2011 in der arabischen Welt anerkennt.

 
 

Die Broschüre „Rückblicke 2012-2017“ gibt einen Ein- und Überblick zu den DAAD Aktivitäten im Maghreb: Broschüre als Pdf zum Download         

Text: Beate Schindler-Kovats

Fotos: Anis Bouattour

Bildrechte beim DAAD Tunis

5. Maghreb-Akademie

Deutschstudierende entdecken das kulturelle Erbe Maghreb

Tunis, 16. - 21. September 2017


 


@ DAAD Maghreb-Akademie 2017 in Tunis

 

Zum 5. Mal in Folge kamen 29 Deutschstudierende aus Marokko, Algerien und Tunesien zur Maghreb-Akademie in Tunis zusammen. Gemeinsame Sprache ist Deutsch - und das können die Studierenden der Germanistik, Medizin, Wirtschafts- und Naturwissenschaften so gut, dass die Kommunikation nicht nur interkulturell, sondern auch sprachlich gelingt.

„Ich freue mich auf den Kulturaustauch mit Studenten aus den Nachbarländern, wir wollen gemeinsam lernen, Spaß haben, Diskutieren, Tanzen und Singen“, so äußerte eine algerische Teilnehmerin ihre Wünsche für die fünftägige Akademie.

 
 

 @ Offizielle Eröffnung der 5. DAAD Maghrebakademie 2017

Die 29 Studierenden haben erfolgreich sich mit einem Referat zum kulturellen Erbe beworben, insgesamt gab es 85 Bewerbungen -  12 Teilnehmer/innen aus Algerien, 12 Teilnehmer/innen aus Marokko und 5 Teilnehmer/innen aus Tunesien. Erstmals ist es auch gelungen, eine ausgewogene Ge-schlechterteilung – 14 Teilnehmerinnen und 15 Teilnehmer– zu erreichen.

 
 

@ Interkultureller Austausch bei der 5. Maghreb-Akademie

Die Präsentationen der Nachwuchswissenschaftler beschäftigen sich mit Traditionen, Brauch, Archäologie und Architektur, Literatur, Musik und Tanz in der Region.

Das Programm ist bunt gemischt mit Workshops, Vorträgen und Exkursionen. Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) unter fachkundiger Leitung von Herrn Dr. Bockmann hat die Gruppe zu den Ausgrabungsstätten in Carthage begleitet. Kulturelles Erbe konnte somit anschaulich erlebt werden.


 

@ Exkursion zur Ausgrabungsstätte Karthago

Die Architekturdoktorandin und DAAD Stipendiatin Petra Wiesbrock führte die Studierenden in ein architektonisches Stadtspiel „Derive“ in Sidi Bou Said ein. 

 
 

@ Petra Wiesbrock, HafenCity Universität Hamburg erläutert das „Derive“ Stadtspiel

Krönender Abschluss bildete der „Maghrebinische Abend“ im stilvollen Ambiente des Fondouk El Atterine in der Medina von Tunis. Die Studierenden gestalteten den Abend mit traditionellen Kleidern, Musik und Tanz und feierten mit Partnern, Alumni und Freunden den Geburtstag „5 Jahre DAAD Büro Tunis“. Bis spät in die Nacht wurde gesungen, getanzt und gelacht, bevor es am nächsten Tag früh zurück in die Heimat ging. „Wir bleiben als „Familie“ in Kontakt!“ versprachen sie Maghreb-Studierenden.

 
 

@ Maghrebinischer Abend zum Abschluss der Akademie

Der DAAD fördert die Maghreb-Akademie aus Mitteln „Transformationspartnerschaften“ des Auswärtigen Amtes und stipendiert die Teilnehmer mit Reisekosten, Unterbringung, Programm und Exkursionen.

 
 

@ Zertifikate für 29 Stipendiaten der Maghreb-Akademie 2017

Erstellt von: Beate Schindler-Kovats (Leiterin DAAD-Büro Tunis)
Fotos: Anis Bouattour

Bildrechte beim DAAD Tunis  

Oktober 2016

4. Maghreb-Akademie 2016                                                 

"Maghrebinische Geschichten - Erfolgreiche Projekte", Tunis, 27. - 31. Oktober 2016

"Ich wollte Freunde treffen - und habe eine Familie gefunden"


@ Maghreb-Akademie 2016 in Tunis

Zum 4. Mal kamen Deutschstudierende aus Marokko, Algerien und Tunesien im Oktober zur Maghreb-Akademie in Tunis zusammen.  Und auch in diesem Jahr schreibt die Akademie „maghrebinische Geschichten“  rund um Projektideen und Methoden interaktiver Projektkompetenz.

Austausch, interkulturelle Erfahrung und Teamgeist wurden auch 2016 bei der Maghreb-Akademie, organisiert vom DAAD Büro Tunis, großgeschrieben. 28 junge Deutschstudierende hatten die Gelegenheit, sich kennenzulernen,  miteinander zu lernen, zu diskutieren und  Spaß zu haben.  Ein abwechslungsreiches Programm  - von der Schatzsuche über interaktive Projektmethoden der Gruppe liqa bis zum Projekt-Slam - füllte die drei Tage. Und natürlich Deutschlernen.  „Wir haben alle gewonnen“, so ein algerischer Student, „gewonnen an Erfahrung, an der Möglichkeit, in Teams zu arbeiten und  neue Freunde“. 

   

 Die Gruppe fand in diesem Jahr sehr schnell zusammen: schon nach wenigen Stunden hatte sich ein guter Spirit und eine dynamische Teamatmosphäre entwickelt. Bei der „Schatzsuche in der Medina“ entdeckten aktive und engagierte Studierende Kultur, Stadt und Menschen. Das Programm dauerte zwei Stunden länger als geplant, weil es so viel zu entdecken gab,  an jeder Ecke Selfies gemacht wurden – und der Bus im Freitagabendverkehr stecken blieb.

  

 Für viele war es das erste Mal in Tunesien, andere kamen bereits zum zweiten Mal zur Maghreb-Akademie. Die Gruppe mischte sich schnell, bald schon wusste man nicht, kommt jemand aus Algerien, aus Marokko oder aus Tunesien. Und das war auch nicht wichtig: „Wir sind eine maghrebinische Familie, ich habe Schwestern und Brüder gefunden“, so ein marokkanischer Teilnehmer „gemeinsam können wir Spaß haben und Probleme lösen.“

   

  

Höhepunkt war der Projekt-Slam, eine für viele neue Erfahrung: in drei Minuten musste das eigene Projekt oder eine Projektidee vor Publikum präsentiert werden, auf Deutsch.

    

Eine Jury aus erfahrenen Projektkoordinatoren bewertete die 28 „Slamer“ und prämierte die besten drei:

  1. Amar Snani aus Algerien  für das deutschsprachige Studentenmagazin „Begabung“
  2. Zineb Zaki Zaki aus Marokko für ein Leseprojekt für Deutschstudierende
  3. Said Ayoujil aus Marokko für Deutschlernen per Fernunterricht

 Msa13  

@ Gewinner Said Ayoujil  (3.Platz)                                  @ Gewinnerin Zineb Zaki Zaki (2. Platz)

 

@ Hauptpreisgewinner Amar Snani    

Ausgelassen ging es zu beim maghrebinischen Abend im traditionellen Stil und zu Rhythmen der Musikband „Troupe Chichkhane“, die die Teilnehmer am Samstag so richtig in Schwung brachte. Es wurde bis spät in die Nacht getanzt, gesungen und gelacht.

                

   

Kein Wunder, dass das feedback der Stipendiaten positiv ausfiel: „Wir haben viele Inputs bekommen, wertvolle und aktuelle Diskussionen erlebt, mehr Verständnis von- und miteinander, eine tolle Atmosphäre  und eine unvergessliche Erfahrung“, so die Kommentare in mails und im facebook.  

 

Der DAAD Tunis veranstaltet die Maghreb-Sommerakademie zum vierten Mal im Programm „Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaften“ und fördert die Teilnehmer  mit Stipendien.  Von 80 Bewerbungen wurden 28 Teilnehmer ausgewählt:  13 aus Algerien, 8 aus Marokko, 5 aus Tunesien und 2 Gäste aus Deutschland.

 

Erstellt von: Beate Schindler-Kovats (Leiterin DAAD-Büro Tunis)
Fotos: Anis Bouattour

Bildrechte beim DAAD Tunis  

Maghreb-Sommerakademie 2015 

Maghreb als interkultureller Begegnungsraum


 

„Ich habe einen Traum - die Maghreb-Union“

Die Politik hat die Maghreb-Länder gespalten – Studierende der Maghreb-Sommerakademie haben keine Vorurteile und wünschen sich mehr Austausch und eine Maghreb-Union.

„Die maghrebinischen Völker haben kein Problem miteinander“, so die einhellige Meinung der 22 Studierenden und jungen Deutschdozenten aus Algerien, Marokko und Tunesien, die sich vom 06.-11.09.2015 bei der 3. Maghreb-Sommerakademie begegnen.

Und auch die 6 deutschen Studentinnen bestätigen: „Wir haben in Deutschland gemischte Freundeskreise mit Marokkanern, Algeriern und Tunesiern, und da gibt es untereinander keine Vorurteile oder Probleme“. Es ist die Politik und die politischen Systeme, die die Völker spaltet und ein grenzüberschreitendes Miteinander erschwert.

Bewusstsein schaffen bei der jungen Generation – erfahren, wie es ist, in einer Union zu leben, sich persönlich begegnen und im Miteinander Gemeinsames zu entdecken, das können die Studierenden eine Woche lang in Tunis bei der Sommerakademie ausprobieren.

Und das gelingt gut: Bereits am ersten Tag wurde offen und frei über die Vision einer Maghreb-Union diskutiert. Prof. Chennoufi, Direktor der Abteilung für Philosophie an der Universität Tunis, gab Impulse mit seinem Vortrag „Auf dem Weg zu einer maghrebinischen Integration“ und zeigte historisch und aktuell die Chancen und Hindernisse für eine Maghreb-Union auf:

„Es kann keine Einheit des Maghreb geben, weil die einzelnen Länder sich noch in der Phase der Nationalstaatsbildung befinden“, so Chennoufis zentrale These, „Selbstbewusstsein und Identität werden erst gegründet“.


     

Und auch einem gemeinsamen Wirtschafts-und Handelsraum Maghreb wurde eine Absage erteilt: Fausi Najjar, Büroleiter der GTAI Maghreb mit Sitz in Tunis, stellte fest: „Es gibt keinen Wirtschaftsraum Maghreb.“ Nur 3% beträgt der Handelsaustausch innerhalb des Maghreb – zum Vergleich 60% innerhalb der EU und 20% in West-und Südafrika oder im ASEM-Raum.

Wo Politik und Wirtschaft die Zusammenarbeit verweigern, kommt der Kultur- und Bildungsarbeit eine umso wichtigere Aufgabe zu: historisch, sprachlich und kulturell gibt es gemeinsame Wurzeln und Entwicklungen im Maghreb.

„Es ist wichtig, dass wir die Verbindungen und Vernetzung im Bildungsbereich und zwischen Hochschulen schaffen“, so Dr. Naima Tahiri, marokkanische Sprachwissenschaftlerin an der Universität Fes.

„Sommerschulen wie die Maghreb-Akademie, aber auch Projekte und Programme mit mehreren maghrebinischen Partnern, können Austausch fördern. Deutschland und deutsche Hochschulen können dabei Brücken schlagen und sind wertvolle Mittler.“

  

Workshops boten ein breites Fachspektrum: Sprachkontakt und Mehrsprachigkeit im Maghreb, Demokratisierung in der arabischen Welt, Die Rolle der Mittelschichten im Maghreb und Erfahrungen aus einem deutsch-tunesischen Forschungsprojekt „Tunesien im Wandel“. In Kleingruppen wurde interaktiv gearbeitet und diskutiert. Hier kamen die Teilnehmer intensiv zu Wort und konnten Erfahrungen, Meinungen austauschen. 

„Durch die Workshops habe ich eine neue Orientierung für mein Studium und Forschen bekommen“, so eine tunesische Teilnehmerin und „ich fühle mich wohl, fern des universitären Drucks zu arbeiten, Deutsch zu sprechen und neue Methoden und Lehrstile kennenzulernen“, meint ein Teilnehmer aus Algerien. 

  

Zu einem mutmachenden, vorsichtig optimistischen Schluss kamen auch die Teilnehmer der Paneldiskussion „Der Arabische Frühling – eine vorläufige Bilanz“, professional moderiert von Dr. Annette Steinich, freie Korrespondentin. 

Auch wenn in den Ländern eine „Re-Konfiguration der Kräfte“ beobachtet werden kann, so Prof. Rachid Quaissa von der Universität Marburg, sehen die Diskutanten Hoffnungszeichen: 

Für Tunesien, das die politische Transformation geschafft hat, das aber „junge Menschen zum politischen Bewusstsein bringen muss“, so Dr. Ben Amor von der Universität Tunis El Manar, in Ägypten, das trotz des Militärputsches „ein sympathisches, gastfreundliches Land ist, mit Studierenden, die Autonomie und Meinungsfreiheit verdient hätten“, so Dr. Jan Völkel, DAAD Langzeitdozent an der Universität Cairo, in Algerien, das „gerade jetzt Reformen wagen muss und wo die Europäer Druck auf die Regierung ausüben sollten, damit demokratische Spielregeln eingeführt werden“, meint Prof. Rachid Quaissa, und selbst in Libyen, gibt es leichte Anzeichen von Hoffnung, dass nach einer politischen Einigung, sich parlamentarische Strukturen bilden, schon jetzt bildet die Hanns Seidel Stiftung Tunis libysche Bürgermeister in Administration und in Schlüsselkompetenzen aus, so Zayd Aldailami, Büroleiter der Stiftung.

  

Ein Thementag wurde dem aktuellen Problem der Migration im Mittelmeer gewidmet.   


Dr. Jan Völkel zeigte Flüchtlingswege nach, diskutierte Gründe für Auswanderung und Flüchtlingsströme und ließ die Teilnehmer in Gruppen die vielfältigen Aspekte der Problematik herausarbeiten:

„Das Flüchtlingsproblem geht uns alle an,“, so eine deutsche Teilnehmerin, „das Recht auf Asyl und auf ein würdevolles Leben in Frieden betrifft nicht nur Syrien, auch in afrikanischen Ländern tobt ein Bürgerkrieg und fliehen Menschen vor Hunger und Gewalt.“

  

Auch in diesem Jahr fand die Sommerakademie einen schönen Abschluss in der Residenz des Deutschen Botschafters. Am Ende des Abends fiel der Abschied schwer, und es wurde vielfach der Wunsch geäußert, dass die Sommerakademie mindestens zwei Tage länger dauern sollte. Die Teilnehmer haben eine Facebook-Gruppe gegründet, um in Kontakt zu bleiben.

  

Der DAAD Tunis veranstaltet die Maghreb-Sommerakademie zum dritten Mal im Rahmen des Programms „Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaften“ und fördert die Teilnehmer mit Stipendien.  

Von 104 Bewerbungen wurden 28 Teilnehmer ausgewählt: 9 aus Algerien, 7 aus Marokko, 7 aus Tunesien und 6 aus Deutschland.

Das Feedback der Stipendiaten war sehr positiv: „Wir haben viele Inputs bekommen, wertvolle und aktuelle Diskussionen, mehr Verständnis von- und miteinander, tolle Atmoshäre - eine unvergessliche Erfahrung“, so die Kommentare in Mails und im Facebook.

Erstellt von: Beate Schindler-Kovats (Leiterin DAAD-Büro Tunis)
Bildnachweis: Anis Bouattour,  Beate Schindler-Kovats

2014

Treffen der DAAD- Alumni aus dem Maghreb in Rabat/Marokko zum Thema:

Ökologie im Maghreb – Lebensräume schützen, Zukunft gestalten

„Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben.“ Mit diesem Zitat von Albert Einstein eröffnete die Generalsekretärin des DAAD, Frau Dr. Rüland, das Alumnitreffen „Maghreb“ in Rabat, der Hauptstadt Marokkos. Mehr als 120 Alumni aus Algerien, Marokko und Tunesien, darunter 24 tunesische Ehemalige und das DAAD Büro Tunis, waren der Einladung gefolgt, gemeinsam über Sorgen, Probleme, aber auch Lösungsansätze für einen ökologischen Umgang und mehr Nachhaltigkeit für die Lebensräume im Maghreb zu diskutieren. Weltweit werden wir mit dem Resultat unserer immer stärker industrialisierten Welt konfrontiert: Klimaerwärmung, Umweltverschmutzung, Wasserknappheit sind nur einige Aspekte der globalen Problematik.


DAAD Generalsekretärin Dr. Rüland begrüßt die Teilnehmer

In Vorträgen, Workshops und Paneldiskussion wurde auf der zweitägigen Tagung (14.-16.11.2014) erörtert, welchen Beitrag wissenschaftliche Zusammenarbeit zur Lösung der in der Agenda 21 genannten globalen Fragen leisten kann: welche Bedeutung haben  Alumni? Wo kann und muss man Verantwortung übernehmen? Und wie gelingt eine kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsum in einer Region, die „Nachholbedarf“ hat?


                                                                 

Teilnehmer aus den Maghreb-Staaten beim Alumni-Seminar in Rabat

„Think globally, act locally!“ – so die Aufforderung der Abgeordneten des Deutschen Bundestags und Mitglied des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgen, Dr. Daniela De Ridder, die die Konferenz nutzte, um mit Alumni ins Gespräch zu kommen, aber auch Impulse und Anregungen für die Arbeit und Partnerschaft mit den Maghrebstaaten in den Deutschen Bundestag mitzunehmen.  „Globale Probleme können nicht national gelöst werden. Weder der internationale Terrorismus und schon gar nicht die Gefahren des Klimawandels,“  weiß die Politikerin und fordert die Alumni auf: „Bewusstseinsschärfung, Vernetzung und Zusammenarbeit voran zu bringen, ist angesichts der ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts von größter Bedeutung. Wir brauchen globale Kooperation.“

                                                                                             

Bundestagsabgeordnete Dr. De Ridder beim Eröffnungsvortrag

Der Maghreb hat in den letzten Jahrzehnten einen starken wirtschaftlichen Aufschwung erlebt mit erheblichen Folgen für die Umwelt. Zu den größten Umweltproblemen der maghrebinischen Länder zählen die Verschmutzung der Küsten und Meere, die Abfallbeseitigungsproblematik und vor allem Quantität und Qualität der Wasserressourcen.

Der DAAD veranstaltet regelmäßig Zusammenkünfte für seine ehemaligen Stipendiatinnen und Stipendiaten, um in Kontakt zu bleiben halten und Alumni miteinander zu vernetzen.


      

Gruppenfoto der Teilnehmer vom DAAD Alumni-Treffen in Rabat

Zu den Angeboten für Alumni:

https://www.daad.de/alumni/service/alle-alumni/13145.de.html

http://www.alumniportal-deutschland.org/startseite.html

Erstellt von: Beate Schindler-Kovats (Leiterin DAAD-Büro Tunis)
Bildnachweis: Beate Schindler-Kovats

2013

FREMDE WERDEN FREUNDE

Erfolgreiche Premiere der Maghreb-Sommerakademie „Methodenkompetenz“ für Germanistikstudierende und junge Deutschdozenten in Tunis

Germanistikstudierende und junge Deutschdozenten aus AlgerienMarokko und Tunesien kamen vom 01.-06.09.2013 zur ersten Maghreb-Sommerakademie in Tunis zusammen. Die Idee einer regionalen Sommerakademie für den Maghreb entstand spontan beim „Stammtisch“ der Deutschstudierenden an der Universität Oran/Algerien. „Wir würden gerne wissen, wie das Deutschstudium in Tunesien ist und ob sich nach dem Arabischen Frühling an den Hochschulen etwas verändert hat“, wurde die Leiterin des DAAD Büros Tunis, Beate Schindler-Kovats, bei Ihrem Besuch an der Universität Oran/Algerien, gefragt mit der Bitte „kann der DAAD nicht einen Austausch zwischen Studierenden im Maghreb organisieren?“

Diese Anregung wurde nun mit der ersten „Maghreb-Sommerakademie“ umgesetzt. Der DAAD in Tunesien, das sind die beiden Lektorinnen an der Universität La Manouba und an der Universität Gabès unterstützt durch DAAD-Sprachassistenten in Zusammenarbeit mit dem DAAD Büro Tunis, hat ein intensives Programm zu „Methodenkompetenz Deutsch“ für 12 Teilnehmerinnen und 12 Teilnehmer aus Algerien, Marokko und Tunesien mit fachlicher Begleitung der Universitäten Hamburg und Marburg zusammengestellt.

„ Fremde werden Freunde“, äußerte ein Teilnehmer seine Erwartung, die voll erfüllt wurde: die hoch motivierte und engagierte Gruppe hat sich vom ersten Tag an prächtig verstanden, es wurde intensiv gearbeitet und diskutiert, aber auch in der Freizeit viel gelacht und Deutsch gesprochen. „Wir wussten gar nicht, dass es so viele Gemeinsamkeiten zwischen unseren Ländern gibt“, so eine algerische Teilnehmerin, „ mit der Maghreb-Akademie ist ein wunderbarer Anfang geschaffen, sich persönlich kennenzulernen, Vorurteile abzubauen  und sich zu vernetzen, denn wir sind die Generation, die bald an den Hochschulen etwas verändern kann“, so der Optimismus eines marokkanischen Studierenden. Die Hoffnung, zum Motor für Reformen und Modernisierung der Methodik in der Lehre und im Deutschunterricht zu werden, wurde von allen geteilt. Kritikfähigkeit, selbstständiges Arbeiten, aber auch Selbstbewusstsein und Verantwortung für den Lehrerberuf gehörten zu den Stichworten, die in der Abschlussbesprechung als Fazit genannt wurden: „Ich habe hier gelernt, dass es auch andere Methoden als den Frontalunterricht gibt, die Spaß machen, selbst im Grammatikunterricht. Ich traue mir nun mehr zu und möchte diese Erfahrung an meine Studenten weitergeben“,  bilanzierte eine junge Deutschdozentin aus Algerien. Aber auch eine Facebook-Gruppe „Maghreb-Sommerakademie 2013“ gehörte zum Ergebnis des viertägigen Seminars, ebenso wie Anregungen zu Bachelor- und Masterabschlussthemen, und die Initiative zu multilateralen Kooperationsprojekten zwischen den Ländern des Maghreb und Deutschland.

Insgesamt ist das „Experiment“ der ersten regionalen Sommerakademie gelungen – und macht Lust auf mehr: gewünscht wird ein Fortsetzungsseminar für diese Gruppe in der Weiterbildung des so wichtigen Themas „Methodenvielfalt und -kompetenz“, aber auch eine Neuauflage der Maghreb-Akademie im nächsten Jahr in Marokko oder Algerien. Das Interesse an der regionalen und interkulturellen Veranstaltung ist groß, allein in diesem Jahr hatten sich trotz kurzfristiger Ausschreibung über 60 Studierende aus den drei Ländern beworben. Im Auswahlverfahren wurde auf eine ausgewogene regionale Verteilung geachtet. Dank der Förderung aus DAAD Mitteln „Transformationspartnerschaften“ konnten für alle Teilnehmer Stipendien für Reisekosten, Unterbringung und Programm angeboten werden.