Deutsch-arabische Transformationspartnerschaft

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Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaft

Kooperation mit Hochschulen in Tunesien, Jemen, Jordanien, Libyen, Marokko, Irak und Libanon




Kooperation, Professionalisierung, Innovation und Stärkung der 
Partnerschaftsprojekte  im Hochschulbereich

Die deutsch-maghrebinische Zusammenarbeit in Lehre und Forschung blickt auf eine lange Tradition zurück. Der arabische Frühling hat auch hier eine neue Ära eingeleitet und Chancen für mehr und intensivere Kooperationen und Projekte zwischen Hochschulen und Personen geöffnet.

Seit 2011 begleitet Deutschland im Rahmen der Transformationspartnerschaft die politischen Umbrüche in der arabischen Region. Die Hochschulausbildung sowie die akademische Kooperation nehmen in Zeiten gesellschaftlichen und politischen Wandels eine wichtige Rolle ein. Neben der Aufgabe der Hochschulen akademische Ausbildungsmöglichkeiten zu schaffen und die wissenschaftliche Innovationsfähigkeit der Länder zu fördern, gelten diese auch als Raum gesellschaftlicher Aushandlung und Weichenstellung.

Die Programme der Deutsch-Arabischen Transformationspartnerschaft schaffen zusätzliche Chancen für die Reformbestrebungen arabischer Hochschulen und die Kooperation mit deutschen Partnern. In der Zusammenarbeit zwischen deutschen und arabischen Hochschulen steht besonders die Modernisierung der Lehre, der Strukturausbau in Forschung und Management sowie die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit der Absolventen an den arabischen Partnerhochschulen im Mittelpunkt der Kooperationsprojekte.

Die aktuellen Zielländer der Transformationspartnerschaft sind Jemen, Jordanien, Libyen, Marokko, Tunesien, Irak und Libanon. Kooperationsvorhaben mit Universitäten in weiteren arabischen Staaten, darunter auch Ägypten, können im Rahmen des Programms "Hochschuldialog mit der islamischen Welt" beantragt werden.

Das Sonderprogramm zur Förderung der arabischen Transformationsländer beinhaltet vier Programmlinien:

  • Programmlinie 1: Deutsch-Arabische Hochschulpartnerschaften


Das Programm zielt ab auf die Weiterqualifizierung und nachhaltige Strukturbildung an arabischen Hochschulen in Lehre, Forschung, Dienstleistung und Hochschulmanagement (z.B. Curricula- oder Modulentwicklung, Einrichtung (internationaler) Studiengänge, Anerkennung von Universitätsabschlüssen, Weitergabe von Erfahrungen beim Aufbau von Technologie-Transferzentren und Servicestellen etc.) sowie auf die Verbesserung der hochschuleigenen Entscheidungsstrukturen in Richtung auf „good university governance“.

Gefördert wird der weitere Ausbau längerfristiger Hochschulpartnerschaften und partnerschaftsbezogener Austausch der Projektteilnehmer sowie Abschlussmaßnahmen, um die Projekterfolge zu konsolidieren und sinnvoll abzuschließen.

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Übersicht Projekte deutsch-maghrebinscher Hochschulpartnerschaften:

Aufbau von Studienprogrammen

Die Fakultät für Literatur und Gesellschaftswissenschaften von Sousse entwickelt einen Masterstudiengang „African Studies“, welcher im September 2017 startet. Als einziges interdisziplinäres Studienprogramm in diesem Fachbereich in Tunesien und im Maghreb profitiert es von den interdisziplinären Erfahrungen der Universität Bayreuth in diesem Feld sowie vom innovativen Bachelor-Programm für Anthropologie der Universität Sousse.

Obwohl angeborene Herzkrankheiten gute Aussichten auf Heilung haben, sind die Prognosen für Betroffene in Tunesien schlecht. Dies liegt am Mangel von Experten in diesem Feld. Die Kooperation der Medizinischen Fakultäten von Köln und Sousse, zusammen mit der tunesischen Uniklinik Sahloul, versuchen die akademische sowie praktische Ausbildung tunesischer Ärzte in den Bereichen Diagnose und Behandlung zu stärken. 

Das Projekt baut in Kooperation mit der Universitäts-Klinik Köln ein Master Programm im Bereich Gesundheitsökonomie an der Medizinischen Fakultät der Universität Sfax in Tunesien auf. 

Der gemeinsame Masterstudiengang der Universitäten Kassel, Kairo und Monastir ermöglicht einen internationalen Doppelabschluss im Bereich erneuerbarer Energien und effizienter Energie- und Technologiekonzepte. Es werden zudem interkulturelle Kompetenzen der Studierenden ausgebildet.

Meerwasserentsalzungsanlagen der MENA Region arbeiten meist mit energieintensiven und umweltschädlichen Technologien. Daher entwickelt die TU Berlin in Kooperation mit der German Jordanian University, sowie dem Forschungszentrum für Wassertechnologien Tunis, das Unterrichtsmodul „Desalination and Renewable Energies“, welches innerhalb von internationalen Masterstudiengängen der TU Berlin sowie in Curricula der Partnerhochschulen integriert wird. 

Austausch – Netzwerkbildung

Die Partner des multilateralen Projektes sind die Otto-Von-Guericke Universität in Deutschland, die Universität von Sfax in Tunesien, die Universität Assuit in Ägypten, die Universität Yarmouk in Jordanien und die Universität Mohammed V in Marokko. Ihr Ziel ist es, ein starkes internationales Netzwerk zwischen Deutschland und den arabischen Ländern aufzubauen. Dies soll anhand von akademischer Innovationen und der Einbindung verschiedener Aktivitäten mit Sport- und Industriebezug erreicht werden.

Das Projekt setzt es sich zum Ziel, die Kompetenzen im Bereich Computational Engineering und Energy Sciences der Fakultät ENIG (Ecole Nationale d’Ingenieurs de Gabes, Tunesien) zu stärken und zu erweitern. Neben der ENIG gehören das Institut für Energie- und Kraftwerkstechnik der TU Darmstadt sowie die naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Gafsa zu den Kooperationspartnern. 

Das Projekt EMerging POllutants in Water and wastewatER in Tunisia beobachtet die aktuelle Verschmutzung von Wasser und Abwasser der tunesischen Landwirtschaft. Darüber hinaus fördert es Good Governance an tunesischen Universitäten. Die Kooperation besteht zwischen dem Institut für ökologische und nachhaltige Chemie der TU Braunschweig aus Deutschland und auf tunesischer Seite aus dem National Research Institute for Rural Engineering, Water, and Forestry INRGREF, Tunis und dem Higher Institute of Agronomy Chatt Meriem ISA CM der Universität Sousse.

Das trilaterale Projekt fördert die Mobilität Studierender in Master- oder Doktoranden Programmen sowie des Lehrpersonals im Fachbereich Recht- und Politikwissenschaften. Das Projekt wird vom Institut für Recht und Ökonomik Hamburg, der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften Kairo und der Fakultät für Recht- und Politikwissenschaften Sousse getragen.

Die Research Training Group zielt darauf ab, multidisziplinäre  Universitätspartnerschaften zwischen der tunesischen nationalen Ingenieurschule Sfax und der deutschen Universität Chemnitz aufzubauen und die Mobilität von Wissenschaftlern zu fördern. Der Austausch innerhalb dieses Projekts fördert Innovationen sowie eine kontinuierliche Verbesserung der Bildung, Unterstützung angewandter Forschung, Förderung junger Unternehmer und die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit in beiden Universitäten sowie im industriellen Umfeld. 

  • Programmlinie 2: Deutsch-Arabische Kurzmaßnahmen


Ziel des Programms ist der Aufbau und die Intensivierung wissenschaftlicher Kontakte zwischen deutschen Hochschulen und Hochschulen aus den Zielländern Tunesien, Marokko, Libyen, Jordanien, Jemen, Libanon und Irak, um längerfristige Kooperationsmaßnahmen zu etablieren und aktive Beiträge zur Strukturentwicklung an den Partnerhochschulen und zur Verbesserung von Forschung und Lehre sowie der demokratischen (Selbst-) Verwaltung der Hochschulen (Good Governance) zu leisten.

Gefördert werden können Kurzmaßnahmen/ Veranstaltungen wie Fachkurse, Sommerschulen, Anbahnungsreisen, Workshops, Seminare oder Tagungen in den Zielländern oder gleiche Veranstaltungen in Deutschland mit arabischen Teilnehmenden vorrangig aus den Hauptzielländern sowie Forschungs-, Lehr- und Studienaufenthalte, die im Zusammenhang mit einer Kurzmaßnahme stehen.

Einen Überblick über deutsch-maghrebinische Kurzmaßnahmen, gefördert vom DAAD, finden Sie unter: http://www.changebyexchange.de

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Neuanträge für 2018 sind möglich.

Informationen zur Ausschreibung 2018  

  • Programmlinie 4: Deutsch-Arabische Forschungspartnerschaften Al Tawasul

 

Mit dem Programm sollen herausragende arabische Alumni (in der Regel DAAD-Alumni) aus den Zielländern nach einer Promotion beim Einstieg in die Post-Doc-Forschungsphase im Heimatland unterstützt werden. Hauptziel ist die Entwicklung und Durchführung eines konkreten gemeinschaftlichen Forschungsprojektes von hoher Qualität zwischen den Zielländern und Deutschland. Der Forschungsschwerpunkt soll im Partnerland liegen.

Gefördert werden können einjährige Projektverlängerungen zum weiteren Ausbau von Forschungspartnerschaften und partnerschaftsbezogener Austausch der Projektteilnehmer sowie Abschlussmaßnahmen, um die Projekterfolge zu konsolidieren und sinnvoll abzuschließen.

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Übersicht Projekte deutsch-maghrebinischer Forschungspartnerschaften:

Forschung in den Umweltwissenschaften

Klimatologische Grenzen, insbesondere in den Wüstenregionen Nordafrikas, bieten durch ihre hohe Sensibilität bezüglich Umweltveränderungen eine spannende Forschungsumgebung. Die Kooperation der drei Universitäten von Gafsa und Sfax in Tunesien und der TU Dresden in Deutschland sowie der Environmental Remoute Sensing Group, arbeiten in diesem Projekt an der Erfassung von Daten und Erforschung von Umweltveränderungen in Nordafrika.

  • BIOlive (Geisenheim University, Olive Tree Institute, Chott-Mariem, Sfax)

Die Kooperation der Hochschule Geisenheim und dem Olive Tree Institute Sfax in Tunesien arbeitet an der Entwicklung von mikrobiellen Bio-Insektiziden als Ersatz für chemische Insektizide  zur Bekämpfung von Schädlingen und Krankheiten, die ein enormes wirtschaftliches Risiko für Olivenplantagen darstellen.

Das Projekt baut eine Forschungsgruppe am Zentrum für Biotechnology von Borj-Cedria (CBBC) in Tunesien in Kooperation mit der Leibniz Universität Hannover auf. Die Forschungsgruppe erforscht Pflanzen in salzreichen Regionen und stärkt die Fähigkeiten und das Know-how von tunesischen Studenten und Forschern. 

Forschung in den Kultur- und Politikwissenschaften

Das Projekt öffnet für die in Tunesien weit verbreiteten sprachlich orientierten Studieninhalte eine fachwissenschaftliche Perspektive. Das Projektziel besteht in der Entwicklung eines forschungsleitenden Konzeptes im Bereich der interkulturellen Semantik zur Analyse von mittelgroßen Korpora im deutsch-arabischen Vergleich. Die Kooperationspartner sind die TU Dresden und die ISLAI Béja der Universität Jendouba.

Das Projekt baut eine interdisziplinäre Forschungsgruppe mit jungen Akademikern aus Tunesien, Marokko und Deutschland auf. Es bietet eine Plattform zur gemeinsamen Erforschung sowie akademische Trainings im Themenbereich  Medien und Macht. Die Partneruniversitäten sind die Universitäten Sidi Mohamend Ben Abdallah, Mohammed V (Marokko) und das Institut für Information und Kommunikation (ISIC, Marokko), die Universitäten Carthage und la Manouba aus Tunesien sowie die Ludwig-Maximilians-Universität München.

Das Forschungsprojekt fördert kritische Denkanstöße in Bezug auf Unrechtserfahrungen  in Ländern mit autoritären Regimen. Die Kooperation der tunesischen Universitäten Manouba und Gabès sowie der Universität Kassel  analysiert den Umgang mit postrevolutionären Erfahrungen im Zusammenhang mit Menschenrechten.

Das Projekt richtet sich an tunesische und deutsche Akademiker der Geistes-, Kultur- oder Sozialwissenschaften. Die Kooperation der Universität Lüneburg und der tunesischen Universitäten Manouba und Gabès bietet eine Plattform für gemeinsame Forschung und akademische Trainings, um Beziehungen von Transformationsprozessen, Geschlechtern und Kultur zu erforschen.  

Forschung in den Natur- und Gesundheitswissenschaften

Das Projekt setzt es sich zum Ziel, ein Forschungs- und Trainingsnetzwerk zwischen Tunesien, Ägypten und Deutschland für natürliche Chemieprodukte aufzubauen. Die Projektpartner sind die Universität Bielefeld, Deutschland die Universität Tunis El Manar, Tunesien und das nationale Forschungszentrum Kairo, Ägypten.

Das  Projekt entwickelt  eine E-Health Lösung für Beh andlungen von chronischen Krankheiten wie Diabetes, kardiovaskuläre Krankheiten oder Asthma. Die Kooperationspartner sind die Universitäten Marburg und Sousse sowie das Digital Research Center of Sfax, Tunesien. 

Ein Überblick über alle Projektmaßnahmen „Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaft“, gefördert vom DAAD, finden Sie unter: http://www.changebyexchange.de/