Deutsch-Arabische Hochschulkooperationen

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Mai 2017

                                   An Libyens Hochschulen fehlt es am Nötigsten–                                                                              und dennoch engagieren sich libysche Wissenschaftler für Bildung und Internationalisierung

 

Beim dritten DAAD Seminar für Führungskräfte und Multiplikatoren libyscher Hochschulen vom 5.-6. Mai 2017 in Hammamet/Tunesien kamen aktuelle Probleme, aber auch Perspektiven für die internationale Zusammenarbeit zur Sprache. 


 
 

@ Teilnehmer aus Libyen beim 3. DAAD Seminar vom 5.-6.5.2017 in Hammamet/Tunesien 

Offen diskutierten 11 libyscher Hochschulvertreter, größtenteils Leiter der Internationalen Büros, aus Zawia, Misurata, Tripoli, Sabrata, Sabha und erstmals aus den Neugründungen Al-Jabel Al Garby, Gharyan und Al-Mergib University sowie ein Vertreter des libyschen Hochschulministeriums über die aktuelle hochschulpolitische Situation in Libyen, über Desiderate und Herausforderungen, aber auch über Hoffnungen und Perspektiven für die künftige internationale Zusammenarbeit.

Der Staat ist wegen des langjährigen Bürgerkriegs und  der Korruption pleite, es gibt so gut wie keine staatliche finanzielle Unterstützung für den Bildungsbereich. Sachmittel fehlen, Gehälter werden nicht bezahlt, und dennoch arbeiten Dozenten und Administration daran, eine neue Generation für den Aufbau des Landes auszubilden und zu qualifizieren.

 
 
 

DAAD Tunis hat zum dritten Mal seit 2016 libysche Multiplikatoren nach Tunesien eingeladen. DAAD Programme – individuelle Stipendien für Doktoranden und Post-Docs und Hochschulkooperationsprogramme - existieren, leider gibt es seit Jahren kaum Bewerber. Möglichkeiten und Förderung zu „Studieren und Forschen in Deutschland“ sind in Libyen zu wenig bekannt, die Chancen internationaler Programme mit Englisch als Lehrsprache noch nicht entdeckt. 

 

Ein Ziel des Seminars bestand darin, Multiplikatoren mit Programmen und Förderungen in Deutschland vertraut zu machen. Und umgekehrt: Informationslücken in Deutschland über libysche Hochschulen zu schließen. Zehn libysche Hochschulen stellten sich vor. Dabei kam Überraschendes und Beachtliches zu Tage: die Universität Tripolis hat über 70.000 Studierende, viele Neugründungen im ganzen Land wachsen schnell, dabei stellt sich die Frage nach der Qualität der Studienprogrammen, der Lehrenden und der Abschlüsse. Viele Hochschulen bauen internationale Partnerschaften auf und nehmen an ERASMUS + Austausch und Forschungsprojekten teil.

„Wir bemühen uns, junge Leute aus den Milizverbänden zu lösen und sie an die Hochschulen zurückzuholen, um ihnen eine friedliche, konstruktive Zukunft zu weisen. Soziale Integration ist sehr wichtig, Milizsoldaten wieder an ein „normales“ Leben zu gewöhnen, auch mit soziopsychologischer und therapeutischer Hilfe, um Traumata zu überwinden“, so der Berater des Bildungsministeriums, der dies als eine wichtige Aufgabe der Hochschulen versteht.

 

Austausch, Diskussion und Verstehen untereinander war genauso wichtig wie das Netzwerken mit Partnern aus Tunesien und Algerien. Dazu gab es ausreichend Gelegenheit: bei den Trainingsmodulen der DAAD Kairo Akademie mischten sich die Gruppen und bildeten sich in  „Internationales Networking“ oder „Leading in times of change“ fort. “I would like to thank you very much for a very successful two days training that was everything and more than I expected.”, so das feedback eines Teilnehmers.

 
 
 

  @ Hochschulpartner aus Libyen, Tunesien und Algerien tauschen sich aus                                                

Libyen ist Partnerland im Programm der Deutsch-Arabischen Transformationspartnerschaften – wie auch Tunesien. Mit DAAD-Förderung können Austausch, Hochschulprojekte sowie kurzfristige Maßnahmen in bi- und multilateralen Kooperationen mit deutschen Partnern unterstützt werden.

Bericht: Beate Schindler-Kovats

Bildnachweis: Beate Schindler-Kovats und Syrine Mahjoubi

Deutsch- tunesische Hochschulkooperationen sichtbarer machen

Tunesische und algerische Projektkoordinatoren diskutierten über Öffentlichkeitsarbeit von Partnerschaftsprogrammen mit Deutschland beim 4. DAAD-Netzwerktreffen am 5. Mai 2017 in Hammamet

 
 
                         

@ Tunesische und algerische Projektpartner beim 4. DAAD-Netzwerktreffen 2017 in Hammamet

Bereits zum vierten Mal in Folge trafen sich tunesische und algerische Partner deutsch-maghrebinischer Projektkooperationen in Lehre und Forschung zu einem Erfahrungsaustausch und Netzwerktreffen in Tunesien.

Seit 2011 nimmt die Zahl der Hochschulpartnerschaften – dank der Förderung im Programm „Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaften - mit Partnern aus Nordafrika zu. Es sind intensive und langjährige, auch persönliche  Beziehungen entstanden. Erfahrungen, Erfolge und Misserfolge, Herausforderungen, Leistungen und Ergebnisse sind in der tunesischen wie deutschen Öffentlichkeit kaum bekannt, werden oftmals selbst an den eigenen Hochschulen nicht wahrgenommen und erzielen (zu) wenig Aufmerksamkeit.

               

@ Tunesische und algerische Projektpartner tauschen sich beim Netzwerktreffen aus

Eine stärkere Sichtbarkeit und mehr Öffentlichkeitsarbeit  – das waren die Themen, die beim vierten Netzwerktreffen, organisiert vom DAAD Tunis, im Vordergrund standen.

Wie kann man den Hochschulprojekten wissenschaftlich aber auch journalistisch mehr Publicity geben? Welches sind die geeigneten Medien und Instrumente? Wer tut bereits was im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit? Und was könnte die Netzwerkgruppe gemeinsam unternehmen, um mehr Sichtbarkeit für die deutsch-maghrebinischen Hochschulprojekte zu erlagen?

 
 
 

 @ Idee zu einer gemeinsamen Publikation für mehr Sichtbarkeit von Partnerschaftsprojekten mit Deutschland

Fragen zur PR und Öffentlichkeitarbeit wurden bis spät abends rege im Plenum und in Arbeitsgruppen diskutiert. Am Ende stand die Idee einer gemeinsamen Leistungsschau in Form einer Publikation als  „Schaufenster“ erfolgreicher Zusammenarbeit in Lehre und Forschung  zwischen Deutschland, Tunesien und Algerien.

 
 
                 

@ Rege Diskussionen in Arbeitsgruppen beim Netzwerktreffen in Hammamet 2017

Gemeinsam mit den Projektpartnern will DAAD Tunis eine Retrospektive und „Best Practice“ deutsch-tunesischer Hochschulzusammenarbeit erstellen. Ebenso soll es eine Projektseite auf der Webseite von DAAD Tunis geben, auf der die Projektpartner ihre Berichte, Termine und Ausschreibungen einstellen können.

Bericht: Beate Schindler-Kovats, Leiterin DAAD Büro Tunis

Bildnachweis: Beate Schindler-Kovats, Syrine Mahjoubi

Dezember 2016

Der Trend geht zu multilateralen Kooperationen

Erstes algerisch-tunesisches Netzwerktreffen

Tunesische und algerische Partner mit Kooperationsinteresse an Deutschland treffen sich am 2. Dezember 2016 auf Einladung des DAAD in Tunis, um gemeinsam Themen und Projekte auszuloten

 

Fast 100 deutsch-tunesische Hochschulkooperationen – Kurzmaßnahmen und langfristige Partnerschaften in Lehre und Forschung – sind seit 2011 entstanden. Alumni haben ihre Kontakte und Partner aus Deutschland mitgebracht und an tunesischen Hochschulen, Technopoles und Forschungseinrichtungen Projekte und Studienprogramme aufgebaut. Aus bilateralen Partnerschaften werden häufig multilaterale Kooperationen. Regionale Netzwerke lassen sich im Maghreb leicht und gut knüpfen: man spricht dieselbe Sprache, teilt ein Bildungs- und Hochschulsystem und steht vor ähnlichen Herausforderungen.

Beim ersten algerisch-tunesischen Netzwerktreffen am 2.12.2016 in Tunis, organsiert und gefördert vom DAAD, trafen sich 19 algerische Alumni mit tunesischen Partnern. Man fand schnell zusammen, kam ins Gespräch und diskutierte rege.

 

Der Trend geht zu multilateralen Kooperationen, ob bei EU-Projekten und ERASMUS+, bei DAAD Programmen oder bei Forschungspartnerschaften. Deutsche Hochschulen profitieren davon. Wenn sie mit Tunesien kooperieren, können sie zugleich auch Partnernetzwerke im Maghreb und nach Sub-Sahara gewinnen.

 

Die Entwicklung des Masterprogramms „African Studies“ an der Universität Sousse in Kooperation mit der Universität Bayreuth ist auf afrikanische Partner angewiesen. Das Masterprogramm „REMENA“ – eine Kooperation mit der Universität Kassel - startete in Kairo, wird nun auch in Monastir angeboten und kann Studierende aus Libyen, Marokko und Algerien einbinden.

 

Mehr Informationen zu Projektförderung des DAAD:

Partenariat Germano-Arabe pour la Transition:

www.daad.de/transformationwww.changebyexchange.de

Dialogue avec le Monde Islamique: www.daad.de/hochschuldialog

Partenariat entre les universités et les entreprises: www.daad.de/praxispartnerschaften

PAGEL – Partenariats pour le domaine de la santé:  www.daad.de/pagel/

Bericht: Beate Schindler-Kovats

Bildnachweis: Syrine Mahjoubi

November 2016

Das BIOLIVE-Projekt

Im Rahmen des vom DAAD geförderten Projekts BIOLIVE (Bacterial and fungal pathogens of olive pests: innovative biotechnology and capacity building for the development of bio-insecticides from and for Tunisia), wurde ein dreitägiger Workshop (8., 9. und 10. November 2016) über die Techniken im Bereich der Molekularbiologie (DNA-Extraktion und Amplifikation der genetischen Information von PCR) im Hauptsitz des Institut de l’Olivier organisiert.

Der Workshop wurde vom Direktor des Projekts, Dr. Andreas Leclerque (Dozent und Forscher an der Universität Geisenheim) geleitet und bestand aus theoretischer Lehre und praktischen Übungen im Labor.

Zwölf Doktoranden aus verschiedenen Institutionen (Faculté des sciences de Sfax, l'Ecole Nationale des Ingénieurs de Sfax, Faculté des Sciences de Tunis, l'Ecole Supérieure d'Agriculture de Chott Meriam, Institut National Agronomique de Tunisie) konnten an diesem Workshop teilnehmen und von dieser Fortbildung profitieren.

November 2016

Start of the renewable energy program REMENA (M.Sc. double-degree) at the University of Monastir/Tunisia, ENIM.

The double degree program between Kassel University/Germany and the University of Monastir/Tunisia is the new M.Sc. degree program in cooperation of a German and a Tunisian University conducted fully in English.

10 students from 4 countries (Cameroon, India, Tunisia and Yemen) have taken up Master studies in the intercultural and interdisciplinary Renwable Energy program in Monastir in October 2016. The inauguration took place in the presence of the coordination team from Kassel/Germany, lecturers and coordinators from Monastir/Tunisia.

The application round for the next intake with start of studies in April in Kassel/Germany in April 2017 will open on December 1, 2017.

For details see: http://www.remena@uni-kassel.de

September 2016

Erfolgreich Projekte managen

Fortbildungsseminar "Project Management" für Projektpartner und Alumni in Tunis

 


 

@ Projektkoordinatoren und Alumni beim Seminar „Project-Management“ in Tunis

Über 100 deutsch-tunesische Projektpartnerschaften fördert der DAAD seit 2011 – langjährige Projekte wie den Aufbau gemeinsamer Studienprogramme oder die Entwicklung von Modulen, die Etablierung von Forschungspartnerschaften oder Projektmaßnahmen mit kurzer Dauer (Konferenzen, Workshops, Summerschools etc.).

 

Projektpartner lernen sich häufig erst durch die gemeinsame Projektaktivität kennen – und müssen gemeinsam planen, verwalten und Verantwortung übernehmen. Projektmanagement ist daher für viele Hochschullehrer und Forscher eine neue Herausforderung – nicht immer gelingt es, Projekte optimal zu steuern. Know How im Projektmanagement lernt man nicht automatisch mit der wissenschaftlichen Karriere und im Hochschulalltag.

 

@ Dr. Mona El Tobgui, Trainerin der DAAD Kairo Akademie für Projektmanagement

Das Seminar unter fachkundiger Leitung von Dr. Mona El Tobgui vermittelte einen Überblick über Verfahren und Methoden des Projektmanagements, beleuchtete Selbstverständnis und Rolle von Projektkoordinatoren und stellte Tools, Techniken und Planungsmittel zur Organisation, Planung und zum Monitoring zur Verfügung. Und es bot eine Plattform für den Austausch untereinander und mit der erfahrenen Trainerin, die über Jahrzehnte Projekte in Forschung und Lehre gemanagt hat. Von dieser Praxiserfahrung konnten die Teilnehmer profitieren und interaktiv für ihre Projekte erproben und umsetzen.

     

@ Zertifikate für die erfolgreiche Teilnahmen am Seminar Projektmanagement

Die Veranstaltung ist eine Kooperation der DAAD Kairo Akademie mit dem DAAD Büro Tunis  

                

Bericht: Beate Schindler-Kovats

Bildmaterial: Syrine Mahjoubi

August 2016

Delegation unter Leitung des g.a.s.t/ TestDaF-Instituts erkunden Möglichkeiten für Deutsch als Fremdsprache in Tunesien

Das Interesse an Deutsch als Fremdsprache und an einem Studium in Deutschland haben in den letzten Jahren viel an Attraktivität gewonnen. Vielfältige Aktivitäten der deutschen Mittlerorganisationen in Tunesien und von tunesischen Hochschulen tragen dazu bei, die Kontakte und das Deutschlernen zu fördern.

 

Das Interesse an Deutsch als Fremdsprache und an einem Studium in Deutschland haben in den letzten Jahren viel an Attraktivität gewonnen. Vielfältige Aktivitäten der deutschen Mittlerorganisationen in Tunesien und von tunesischen Hochschulen tragen dazu bei, die Kontakte und das Deutschlernen zu fördern.

Der DAAD hat der Gesellschaft für Akademische Studienvorbereitung und Testentwicklung e. V. (TestDaF-Institut und Deutsch-Uni Online) ein Projekt bewilligt, das Erhebungen zur Förderung des studienbegleitenden Deutschunterrichts an (technischen) Universitäten in Tunesien zum Ziel hat. Eine Delegation unter Leitung von Dr. Hans-Joachim  Althaus (Geschäftsführer von g.a.s.t. und Leiter des TestDaF-Instituts) führt in der Woche vom 29.08.-3.09.2016 zusammen mit Frau Prof. Karin Kleppin (Ruhr-Universität Bochum), Herr Prof. Jörg Roche (DUO/LMU) Gespräche mit Partnern, Mittlern und Hochschulvertretern in Tunesien.

 

@ Austausch zu Deutsch als Fremdsprache im DAAD Büro Tunis (von l.n.r):

Prof. Karin Kleppin (RUB Bochum), Dr. Lamia Mrad (ISLB Beja), Beate Schindler-Kovats (DAAD Tunis), Dr. Hans-Joachim Althaus (TestDaF/g.a.s.t.),  Dr. Anis Ben Amor (Ibn Charaf Tunis), Dr. Slaiem Chakroun (ISLT Tunis)

In einem Rundtischgespräch mit Vertretern der Germanistik im DAAD Büro Tunis tauschten sich die deutsche und tunesische Kollegen zu den Möglichkeiten der Etablierung des studienbegleitenden Deutschunterrichts an Hochschulen in Tunesien aus  und diskutierten die Frage der Ausbildung von Lehrkräften für Deutsch als Fremdsprache.

Seit 2016 gibt es als Kooperation zwischen dem DAAD Tunesien und dem Goethe-Institut Tunis ein TestDaF-Zentrum  in Tunis. Die ersten fünf Prüflinge haben im Juni den TestDaF in Tunis abgelegt.

Weitere Informationen:https://www.testdaf.de/ 

https://www.daad.de/miniwebs/ictunis/de/29019/index.html


                   

Mai 2016

Multilaterale Kooperation in "Salinity in Transformation"

Partner aus Ägypten, Jordanien, Tunesien und Deutschland entwickeln ein gemeinsames Studienmodul

Salinität – der Salzgehalt in Wasser und Boden – ist ein globales Problem. Partner der TU Berlin, dem Berliner Branch-Campus El Gouna in Ägypten, der Deutsch-Jordanischen Hochschule (GJU) in Madaba/Jordanien und CERTE in Tunesien kooperieren eng miteinander. Sie entwickeln gemeinsam ein Studienmodul, das in allen Hochschulen transnational eingesetzt werden soll. Das Kick-off Meeting fand vom 22.-26. Mai 2016 am CERTE in Tunesien statt.

Die Projektpartner kamen im DAAD Büro Tunis zusammen, um über ihre Kooperation und Austauschmöglichkeiten zu berichten. Der DAAD fördert das Projekt im Rahmen der Deutsch-Arabischen Transformationspartnerschaft seit 2016 für zunächst zwei Jahre.


@ Kick-off für das Projekt „Salinity in Transformation“ im DAAD Büro Tunis 

Bericht: Beate Schindler-Kovats, Leiterin DAAD Büro Tunis

Bildnachweis: Fatima Ayari, DAAD Büro Tunis 

April 2016

Erfolgreiche deutsch-tunesische Projektkooperationen in Lehre und Forschung

15 Tunesische Projektkoordinator/Innen von Partnerschaftsprogrammen mit Deutschland trafen sich zum 3. Netzwerktreffen am 16. April 2016 in Sousse


Auch in diesem Jahr hat DAAD Tunis tunesische Partner deutsch-tunesischer Projektkooperationen in Lehre und Forschung zu einem Netzwerktreffen eingeladen. Die Zahl der Projektpartnerschaften mit deutschen Hochschulen steigt: insgesamt 19 Projekte werden durch den DAAD gefördert, 17 davon präsentierten am 16.04.2016 in Sousse anhand von Postern ihre Fortschritte und Ergebnisse. 

  

Projektpartner sind wichtige Multiplikatoren und Experten für die deutsch-tunesische Hochschulzusammenarbeit. Oftmals sind sie Alumni, die ihre Kontakte aus Deutschland mitbringen und neue Impulse in das tunesische Bildungssystem einbringen. Nachhaltigkeit und langfristige Partnerschaft waren wichtige Themen, über die die Partner diskutierten, aber auch Tipps und Hilfe bei administrativen Vorgängen wurden ausgetauscht.

  

Die Vielfältigkeit, Innovation und Praxisrelevanz der Projektaktivitäten war beeindruckend:  so erforscht das Projekt BIOlive (Kooperation des Institut de l’Olivier, Sfax mit der Hochschule Geisenheim) Bakterien und Pilze als Pathogene und Endosymbionten von Olivenschädlingen, das CBBC in Partnerschaft mit der Universität Hannover untersucht und testet Nutzpflanzen, die besonderen Umweltbedingungen ausgesetzt werden können (Proteomics and Halophyte Stress Tolerance). Beide Projekte haben unmittelbar Wirkung auf die Landwirtschaft in Tunesien. Die fachliche Breite der Projekte – von Agrarwissenschaften, Ingenieurwesen und IT bis zu den Geisteswissenschaften und Medizin - ist ausgewogen. Gewachsene Partnerschaften kooperieren bereits langjährig und in verschiedenen Förderschienen, wie z.B. die TU Chemnitz, die seit 2010 beim Aufbau von Lehrprogrammen und im Austausch mit der Universität Sfax (ENIS) aktiv ist.


Vom „best practice“ der deutsch-tunesischen Hochschulzusammenarbeit konnten sich auch libysche Partner überzeugen, die zum Netzwerktreffen hinzugeladen waren und Interesse an der Beteiligung zeigten. Libyen, wie auch Tunesien, partizipieren am Sonderprogramm  „ Deutsch Arabische Transformationspartnerschaft“. Multilaterale Kooperationen sind erwünscht und haben Mehrwert für alle Partner, insbesondere, weil DAAD und deutsche Hochschulen derzeit nicht direkt in Libyen operieren können.

  

Der DAAD fördert die Hochschulzusammenarbeit und Forschungsgruppen in der Region im Programm „ Deutsch Arabische Transformationspartnerschaft“ und mit dem Programm „Hochschuldialog mit der islamischen Welt“. In den Transformationspartnerschaften werden neben Tunesien Projekte mit Jordanien, Libyen, Marokko und Ägypten gefördert. Die Bilanz für Tunesien lässt sich sehen: 8 Hochschulkooperationen zum Aufbau von innovativen und praxisorientierten Lehrstrukturen, 8 Partnerschaften „Al Tawasul“ zur Stärkung der Forschungsstrukturen und über 80 Kurzzeitmaßnahmen - Workshops, Konferenzen, Summerschools – seit 2011.


Poster und Projektaktivitäten

Nähere Informationen zur DAAD-Projektförderung

Islamdialog

www.changebyexchange.de



Bericht: Beate Schindler-Kovats, Leiterin DAAD Büro Tunis

Bildnachweis: Anis Bouattour

April 2016

Libyens Hochschulen suchen den Anschluss an die internationale Gemeinschaft

Koinzidenz mit Signalwirkung - DAAD Tunis lädt libysche Hochschulen zu einem Informations- und Netzwerkseminar nach Sousse/Tunesien ein

Während der Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier am Samstag, den 16.4.2016, zu einem überraschenden Kurzbesuch in der libyschen Hauptstadt Tripolis weilte, fand zeitgleich in Sousse/Tunesien ein Seminar, organisiert vom DAAD Tunis, für libysche Hochschulen statt. Der DAAD hatte Leiter der internationalen Büros und Vertreter der größten Universitäten Tripolis, Benghasi, Misurata, Sabrata, Sabha und Zawia zu einem Netzwerk- und Informationsseminar eingeladen. 


 


Ein solches Treffen ist derzeit in Libyen nicht möglich, deshalb treffen sich acht libysche Hochschulvertreter im benachbarten „Ausland“, um gemeinsam mit dem DAAD über Kooperation, Austausch und Fördermöglichkeiten zu diskutieren. Sie nehmen lange und gefährliche Wege in Kauf, um ihre Hochschulen zu präsentieren, Wünsche und Bedürfnisse zu äußern. Nicht nur der Kontakt zum DAAD, sondern auch das Treffen libyscher Hochschulpartner untereinander auf neutralem „Boden“ wurde positiv erwähnt. Am Ende des Seminars konnten konkrete Vorschläge zu Follow-up Maßnahmen gefasst werden. 

Hochschulen spielen eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau des Landes

Das nordafrikanische Libyen ist gespalten und fragmentiert, das Land befindet sich seit Jahren im Bürgerkrieg, in dem rivalisierende Milizen und auch Kräfte des sogenannten IS herrschen. Terror, Anschläge und Entführungen sind an der Tagesordnung - und dennoch laufen Alltag, Schulen und Hochschulbetrieb weiter. Libysche Hochschulvertreter richteten einen Appell an den DAAD und internationale Organisationen: „Vergesst uns nicht, wir brauchen den Anschluss an die internationale Gemeinschaft und die Qualifizierung unserer Jugend, um das Land wiederaufzubauen.“ 

 

Hochschulen spielen eine wichtige Rolle beim Wiederaufbau des Landes, davon sind alle überzeugt. Über alle politischen Hindernisse und Meinungsverschiedenheiten hinaus sind sich die Hochschulen von Ost bis West einig, dass sie gemeinsam in die Ausbildung der jungen Generation investieren wollen und für den bildungspolitischen Auftrag die Unterstützung der internationalen Gemeinschaft brauchen. Offenheit und Diskursfreudigkeit der libyschen Partner überraschen und machen Hoffnung. 

Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaft mit Libyen

Das DAAD Seminar kommt genau zum rechten Zeitpunkt: Libyen ist Partnerland im Programm der Deutsch-Arabischen Transformationspartnerschaft – wie auch Tunesien. Mit DAAD-Förderung können Austausch, Hochschulprojekte sowie kurzfristige Maßnahmen in bi- und multilateralen Kooperationen mit deutschen Partnern unterstützt werden.


 
 

So ist es kein Zufall, dass das jährliche Netzwerktreffen tunesischer Projektkoordinatoren deutsch-arabischer Transformationspartnerschaften parallel an dem Wochenende in Sousse stattfand. Anhand von Posterpräsentationen der Hochschul- und Forschungspartnerschaften (Linie 1 und 4) kamen tunesische und libysche Partner ins Gespräch. In Netzwerke bestehender deutsch-tunesischer Kooperationen sollen künftig libysche Partner und Studierende integriert werden. Beide Seiten stellten erstaunt fest, dass es viele Gemeinsamkeiten, Probleme und regionale Herausforderungen im Hochschulbereich gibt und verabredeten eine engere Zusammenarbeit.

Das Seminar bot für alle Seiten eine win-win-Erfahrung: der DAAD erhält Einblick und Verständnis in die Situation libyscher Hochschulen sowie persönliche Kontakte und Partner in einem schwierigen Land. Die libyschen Partner gehen als Multiplikatoren mit Informationen zu „Studieren und Forschen in Deutschland“ und Best-practice Beispielen zu den Transformationsprogrammen im Gepäck an ihre Heimathochschulen zurück. Und die tunesischen Partner bringen neue Impulse und Partner in ihre regionalen Netzwerke ein. “I would like to express my sincere thanks for your invitation to DAAD meeting in Sousse which opened our eyes to new class of cooperation that we do not know anything about it before”, so der Direktor  des International Cooperation Office (ICO) der Universität Tripolis - und ein tunesischer Projektverantwortlicher bat unmittelbar nach dem Seminar um ein Beratungsgespräch mit seinem deutschen Counterpart zur Einbeziehung libyscher Partner.

Bericht: Beate Schindler-Kovats

Bildnachweis: Beate Schindler-Kovats, Anis Bouattour

April 2016


Das Projekt „Get-together towards a sustainable collaboration in IoT” hat das Ziel, den Grundstein für eine nachhaltige Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Tunesien im Bereicht Internet of Things (IoT) zu legen. Beteiligt sind derzeit vor allem die Hochschule Offenburg und die TU Dresden sowie die National School of Computer Sciences (ENSI – Universität Manouba) und die National Engineering School of Tunis (ENIT – Universität El-Manar).

Das Projekt umfasst verschiedene Aktivitäten – Praktika für Abschlussarbeiten, Besuche des tunesischen Teams an der Hochschule Offenburg und der TU Dresden sowie ein Workshop und eine Konferenz für Studierende und Professoren der ENSI und ENIT.

Der Workshop, der von Dr. Chadlia Jerad vom 18.-20. April 2016 in Tunis organisiert wurde, zielte darauf ab, Lehre und Ausbildung im Bereich Internet of Things an den Partnerinstitutionen zu verbessern und dadurch die Einstellungsmöglichkeiten der Absolventen zu erhöhen. Außerdem sollten Partneruniversitäten und Forschungseinrichtungen in gemeinsame Forschungsprojekte eingebunden und damit zu potentiellen Inkubatoren werden.


Das Projekt wird vom DAAD im Rahmen der Deutsch-Arabischen Transformationspartnerschaft gefördert.

Weitere Informationen zum Projekt

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Dezember 2015

Fact Finding Mission und Auftakt für die Praxispartnerschaft ENIM, Monastir - HS Niederrhein und Gartex/Gardeur 

© Fact Finding Mission zur Praxispartnerschaft ENIM, Monastir, Hochschule Niederrhein und GARDEUR/GARTEX beim Besuch im DAAD Büro Tunis
© Fact Finding Mission zur Praxispartnerschaft ENIM, Monastir, Hochschule Niederrhein und GARDEUR/GARTEX beim Besuch im DAAD Büro Tunis

Der Impuls zum Projekt kam aus der Industrie:  GARDEUR findet in Tunesien nicht die Fachkräfte und Qualifikation, die die Produktionsstätte Gartex in Fouchana braucht. Den Miss-Link zwischen Ausbildung und Arbeitsmarkt will die Praxispartnerschaft zwischen ENIM, Monastir, Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach mit den Industrieunternehmen Gardeur und Gartex überbrücken. Ingenieurstudierende der Textilwissenschaften an der ENIM sollen besser auf den Arbeitsmarkt vorbereitet werden und die Beschäftigungsfähigkeit erhöht werden. Frank Schulte-Kellinghaus, Geschäftsführer Produktion, Logistik und Recht, berichtete im Gespräch mit dem DAAD Tunis, dass die Hochschulabsolventen erst monatelang im tunesischen Betrieb weiterqualifiziert werden müssten. Aus der Hochschule brächten sie nicht die arbeitsmarktrelevanten Fähigkeiten mit.

Das soll sich nun ändern: die Hochschule Niederrhein, die bereits internationale Erfahrung in Asien hat, unterstützt ENIM bei der Ausrichtung bestehender Curricula zu mehr Praxisorientierung und bei der Ausbildung von internationalen Soft Skills. Prof. Harsch, Auslandbeauftragter des Fachbereichs Textil- und Bekleidungstechnik an der Hochschule Niederrhein, zeigte sich beim Besuch in Tunesien zuversichtlich, mit der Leitung der ENIM und dem Koordinator Dr. Mokhtar einen engagierten Partner gefunden haben, mit der die Kooperation 2016 schnell an Fahrt gewinnt. Der DAAD fördert die Praxispartnerschaft ab 2016.

Der DAAD fördert im Programm „Praxispartnerschaften“ Projekte von Hochschulen, Unternehmen und Verbänden. Gemeinsam können Studiengänge praxisnäher gestaltet und die akademische Ausbildung in Partnerländern verbessert werden, sodass Absolventen berufliche Perspektiven erhalten und zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen.

Das Programm wird jährlich ausgeschrieben, die nächste Bewerbungsfrist ist der 30.06.2016. Nähere Informationen unter: www.daad.de/praxispartnerschaften

Das DAAD Büro Tunis informiert und berät sie gerne zur Anbahnung von Kooperationen.

Bericht: Beate Schindler-Kovats, Leiterin DAAD Büro Tunis

Bildnachweis: Fatima Ayari, DAAD Büro Tunis

November 2015

Sportwissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie im interkulturellen Fachdialog mit Partnern aus der arabischen Welt

MoMo Workshop an der Yarmouk University, Jordanien vom 04.-08.11.2015

Im Rahmen des DAAD geförderten Projekts “Hochschuldialog mit der islamischen Welt“ fand im November in Jordanien ein Workshop zum Motorik Modul (MoMo) mit Sportwissenschaftlern der Yarmouk University, der Sfax University sowie der Sohag University und des Karlsruher Instituts für Technologie statt.
Inhalt des Workshops war unter anderem die umfassende Darstellung des Studiendesign der MoMo Studie. In der MoMo Studie wird die körperliche Aktivität und die motorische Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen (6 bis 18 Jahren) bundesweit erfasst. Ziel der Studie ist es, ein Bild darüber zu bekommen, wie gesund, aktiv und motorisch fit Kinder und Jugendliche in Deutschland heutzutage sind. Anschließend wurden Möglichkeiten zur Umsetzung ähnlicher Studien in den Partnerländern mit Unterstützung deutscher Experten diskutiert. 


Ein weiterer Bestandteil des Workshops war die Testleiterschulung in den Testaufgaben des „Deutschen Motorik-Test 6-18 (DMT)“. Der DMT ermöglicht die Messung und Bewertung motorischer Fähigkeiten von 6-18 jährigen Kindern und Jugendlichen.

Von einzelnen Workshopteilnehmern wurde in Kurzreferaten die Situation zur körperlich-sportlichen Aktivität und der motorischen Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen in den arabischen Ländern dargestellt sowie vorhandene Forschungslücken aufgezeigt. Gemeinsam wurden mögliche Ideen für ergänzende Studien in diesem Bereich und ihre Umsetzbarkeit diskutiert.

Bericht und Fotonachweis: Florian Engel, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)

Forschungsteam am ISLB in Béja kooperiert mit Dresden



Bereits zum zweiten Mal war der DAAD zu Gast am ISLB in Béja. Seit diesem Jahr fördert der DAAD die Forschungszusammenarbeit der Germanistikkollegen im Rahmen der Deutsch-Arabischen Transformationspartnerschaft „Al Tawasul". Im Forschungsprojekt  „Interkulturelle Linguistik Dt.-Arab. - Differenz und Übersetzung“ sollen Publikationen und Habilitationen entstehen. 

Der Besuch am 3.11.2015 galt aber auch den Studierenden der Deutsch- und Fremdsprachenabteilung. Es sind nur noch wenige, die in Béja im Studiengang „Allemand applique“ eingeschrieben sind. Für sie wurden das Programm des DAAD und die Möglichkeit, sich für ein Stipendium Hochschulsommerkurs zu bewerben, präsentiert.

(Bericht und Bildnachweis: Beate Schindler-Kovats)

Oktober 2015

Eröffnung des Wissenschaftskollegs des Herder-Instituts der Universität Leipzig in Tunis


Vom 1.-6. Oktober 2015 veranstaltete das Herder-Institut der Universität Leipzig mit Förderung des DAAD aus finanziellen Mitteln des Auswärtigen Amtes im Rahmen der deutsch-arabischen Transformationspartnerschaft  das zweite internationale Wissenschaftskolleg zur Förderung wissenschaftlicher Forschungstätigkeit junger Germanist/innen und DaFler/innen aus der Region Maghreb und Ägypten.

September 2015

Auftakt für das Projekt BIOlive am Institute de l'Olivier Sfax in Kooperation mit der Hochschule Geisenheim

                                

Die Projektpartner - Dr. Ines Ksentini am Institute de l'Olivier in Sfax und Dr. Andreas Leclerque von der Hochschule Geisenheim – kennen sich von der TU Darmstadt, wo beide studiert und geforscht haben. Dr. Ksentini ist nach ihrem Forschungsaufenthalt nach Tunesien zurückgekehrt und hat gemeinsam mit der Hochschule Geisenheim, an der Dr. Leclerque tätig ist, als DAAD Alumna das Projekt BIOlive initiiert. Auftakt für das Projekt BIOlive bildete der Workshop: PCR-based Bacterial Diagnosis for Plant Protection am Institut de l'Olivier, Sfax, der vom 15.09. – 17.09.2015 Laborpraktika für Studierende und Doktoranden des Instituts anbietet.

   

Bei der Eröffnungsveranstaltung betonte der Direktor des Instituts die Bedeutung internationaler Kooperation für das Institut. Agrarwissenschaften und insbesondere die Oliven- und Pistazienproduktion, sind für Tunesien wichtige Einnahmequellen. Pflanzenschutz und Bekämpfung von Parasiten sind nicht nur ein interessantes und wichtiges Forschungsanliegen, sondern haben auch einen konkreten und praktischem Bezug. Die Laborpraktika sollen mehr Praxis- und Anwendungsorientierung in Lehre und Forschung des tunesischen Partnerinstituts bringen, hier können deutsche Fachhochschulen Modell sein und ihre Stärken und Erfahrung einbringen.

© Auftaktworkshop mit Laborpraktika zu  PCR-based Bacterial Diagnosis for Plant Protection am Institut de l’Olivier, Sfax.

Weitere Informationen zu den DAAD Veranstaltungen und einen Terminkalender finden Sie auf unserer Webseite: www.daad.tn

Bericht und Bildnachweis: Beate Schindler-Kovats, Leiterin DAAD Büro Tunis

Juni 2015

                                                                          Mit Deutschland kooperieren
                                                    DAAD Tunis veranstaltet Info-Seminar zu Förderprogrammen
                                              „Hochschulpartnerschaften“ am 16.Juni 2015, Hôtel Acropole Tunis

                                                                                                                 

„Mit Deutschland kooperieren“, das wollen mehr als 50 tunesische Hochschulvertreter aus den verschiedensten Fachrichtungen – von Medizin bis zu Jura. Deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind beliebt und gefragt für bi- und multilaterale Partnerschaften. Dafür bietet der DAAD eine Palette interessanter Fördermöglichkeiten und Strukturprogramme. Der DAAD als weltweit größte Stipendienorganisation fördert nicht nur individuellen Austausch, sondern setzt sich mit seiner Strategie 2020 auch für weltoffene und internationale Strukturen ein. „Wir müssen weltoffen sein, interkulturelle Erfahrungen sammeln und die Türen offen halten für andere“, so die Präsidentin des DAAD, Professor Dr. Magret Wintermantel.


Für Tunesien gibt es - neben den regulären Strukturförderprogrammen für Hochschulkooperationen – einige Sonderprogramme wie die „Deutsch-Arabischen Transformationspartnerschaft“ (gefördert vom Auswärtigen Amt seit 2011), der „Dialog mit der islamischen Welt“, die Praxispartnerschaften oder PAGEL. Kultur- und Fachaustausch stehen im Mittelpunkt des „Islamdialogs“, mit dem Netzwerke für und mit der Region geknüpft werden können. Unterstützung für die Transformation und Demokratieförderung an Hochschulen in Ägypten, Tunesien, Libyen, Jordanien, Jemen und Marokko will das Deutsch-Arabische Partnerschaftsprogramm leisten. Für eine Annäherung der Hochschulen an Industrie und Praxis auf dem Arbeitsmarkt setzt sich das Programm Praxispartnerschaften. PAGEL fördert Partnerschaften im Gesundheitssektor.

                                                                                                        

DAAD Tunis hat an deutschen Partnerschaften interessierte tunesische Kooperationspartner am 16.Juni 2015 ins Hôtel Acropole eingeladen, um über die DAAD-Förderprogramme zu informieren, laufende Kooperationen und Hochschulprojekte vorzustellen und Erfahrungen auszutauschen. Hintergrund ist, dass alle Programmlinien für Projektaktivitäten ab 2016 neu ausgeschrieben werden.

Neben Information und Hinweise bot die Veranstaltung „alten“ und neuen Projektpartnern eine wichtige Plattform:  anhand von Posterpräsentationen kamen potentiell neue Kooperationspartner mit erfahrenen Koordinatoren deutsch-tunesischer Hochschul- und Forschungsprojekt ins Gespräch. Best practise Beispiele, aber auch Chancen und Hindernisse bei Partnerschaften wurden thematisiert. Und einmal mehr zeigte sich, dass das Austauschbedürfnis auch innerhalb der tunesischen akademischen Community groß ist.

   

Tunesische Partner können nicht direkt Hochschulpartnerschaften beantragen, sie können aber Initiator und Motor für gemeinsame deutsch-tunesische Partneranträge sein. Bleibt zu hoffen, dass es viele spannende Projektideen und Anträge gibt…

Die Präsentation finden Sie hier.

Nähere Informationen und Bewerbungsfristen zu den einzelnen Förderprogrammen:

Partenariat Germano-Arabe pour la Transition: www.daad.de/transformation www.changebyexchange.de

Dialogue avec le Monde Islamique: www.daad.de/hochschuldialog

Partenariat entre les universités et les entreprises: www.daad.de/praxispartnerschaften

PAGEL - Partnerschaften für den Gesundheitssektor www.daad.de/pagel/

Weitere Informationen zu den DAAD Veranstaltungen und einen Terminkalender finden Sie auf unserer Webseite: www.daad.tn

Bericht: Beate Schindler-Kovats, Leiterin DAAD-Büro Tunis
Bildnachweis: Beate Schindler-Kovats

Mai 2015

Projektmanagement ist eine vielfältige und anspruchsvolle Aufgabe

13 Tunesische Projektkoordinator/Innen von Partnerschaftsprogrammen mit Deutschland tauschten sich beim 2. Netzwerktreffen am 08. Mai 2015 in Mahdia aus

                                                                                                                     

13 von 16 tunesischen Projektkoordinatoren der DAAD geförderte Programme „ Deutsch Arabische Transformationspartnerschaft“ und „Hochschuldialog mit der islamischen Welt“ trafen sich auf Einladung des DAAD Tunis zum 2. Netzwerktreffen in Mahdia. Erfahrene Partner, deren Projekte seit 2011 und 2012 laufen,  und neue Koordinatoren, deren Projekte  in diesem Jahr gestartet sind, tauschten sich aus und diskutierten über Chancen, Herausforderungen und Probleme in der Projektarbeit.

                                                                                

Ein Rundgang mit Posterpräsentationen verschaffte einen Überblick über die Vielfalt, Genese und Spezifika der Vorhaben: Kooperationen gibt es in allen Fachbereichen - von den Ingenieurwissenschaften, der IT und Medizin bis zu den Geistes- Sozial- und Naturwissenschaften – , die Projekte sind regional verteilt mit Partnern an den Universitäten Gabès, Sfax, Monastir, Sousse, Jendouba und Tunis, und es gibt ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Hochschulpartnerschaftsprojekten (Programmlinie 1) und Forschungszusammenarbeit (Programmlinie 4).  So wird z.B. an der Universität Sousse der Aufbau eines fachübergreifenden „Afrika-Centers“ gefördert, die ENIM ist Partner im RENEMA-Masterprogramm für Erneuerbare Energien mit den Universitäten Kassel und Kairo, Forschergruppen arbeiten zu „Tunesien im Wandel“, zu „Erinnerungskultur“ oder zu Monitoring of Land Degradation and Environmental Change“, Ingenieure der Universität Sfax reformieren Studienprogramme durch neue kooperative Module  und Mediziner entwickeln einen MBA in Healthcare.

          

Im Zentrum der Arbeitsgruppen standen die Themen: Management und Planung, Nachhaltigkeit und  Wirkung sowie das Partnerschaftsprinzip. Anders als in der Zusammenarbeit beispielsweise mit Frankreich wird von den deutsch-tunesischen Partnern mehr Selbstverantwortung und Autonomie verlangt. Projektverwaltung, Planung und Organisation liegen in der Hand der Koordinatoren, das sind Herausforderungen, aber auch Chancen.  Deutsch-tunesische Projekte öffnen dadurch „Frei“-Räume für Selbstgestaltung und Innovation in Forschung und Lehre.  

                                                                                   

Nach einem arbeitsreichen Tag stand fest: erforderlich ist Unterstützung im Projektmanagement (Fortbildung und Schulung), sinnvoll sind mehr Synergien und eine bessere Vernetzung, wünschenswert eine höhere Sichtbarkeit und Präsenz der Projekte an den Hochschulen.

Von der Projektgruppe ging ein guter Esprit aus: motiviert und engagiert will man regional und interdisziplinär stärker zusammenarbeiten und „best practise“ und Tipps weitergeben. Die Gruppe versteht sich aber auch als Vermittler und Brückenbauer nach Deutschland und will die deutsch-tunesischen Hochschulbeziehungen vertiefen helfen.

                                                                                                                  

Der DAAD fördert mit Mittel der Transformationspartnerschaften 6 DEU-TUN Hochschulpartnerschaften, 2 tri- und multilaterale Projekte mit TUN Beteiligung und 7 Forschungspartnerschaften (Al Tawasul). Von 150 kurz- oder mittelfristigen Kooperationsmaßnahmen seit 2011 werden 52 mit TUN Hochschulen unterstützt. Im Programm „Hochschuldialog mit der islamischen Welt“ (seit 2006) werden 3 Koope-rationsprojekte mit tunesischer Beteiligung zum Aufbau von Netzwerken und Studienprogrammen gefördert. 

Poster und Projektaktivitäten können auf der Webseite des DAAD Tunis eingesehen werden: Hier

Nähere Informationen zur DAAD-Projektförderung: Hier

www.changebyexchange.de

Bericht: Beate Schindler-Kovats, Leiterin DAAD-Büro Tunis
Bildnachweis: Beate Schindler-Kovats

Mai 2015

Kick-off workshop in Sousse: “Inception of a Professional Master Programme in African Studies”

From 12-13 May 2015 the DAAD-project “Inception of a Professional Master Programme in African Studies” launched its activities with a kick-off workshop at the Faculty of Letters and Human Sciences (FLSH) in Sousse, Tunisia. About twenty-five students from different disciplines and universities in Tunisia followed the invitation and got to know the project team and the vision of the programme, whose objective is to introduce a Master Programme in ‘African Studies’ at the FLSH. The dean of the Faculty of Letters and Human Sciences in Sousse, Prof. Dr. Moncef Ben Abdeljelil, introduced the recently opened ‘Centre of Anthropology’, and Dr. Franz Kogelmann, scientific coordinator at the Institute of African Studies, gave an overview of Africa-related institutions, programmes, and study courses at the University of Bayreuth, Germany. Having conducted interviews with all applicants, the workshop committee selected nine students to become part of the core group that will contribute to the curriculum development of the future Master Programme. The successful candidates will participate in a summer academy organised at the University of Bayreuth in July 2015.

   

The Faculty of Letters and Human Sciences, University of Sousse, Tunisia, intends to develop a Master programme in African Studies in cooperation with the Institute of African Studies, University of Bayreuth, Germany to be launched in September 2017. In teaching and research the future Master programme will orient towards developmental issues in African contexts, and it will be open to all facets of African studies i.e. anthropology, the study of literature, linguistics, arts, history, law, religious studies, sociology, geography, and economics. The inception of this unique Master programme in Tunisia will be based on the recently launched BA programme in Anthropology at the University of Sousse and the broad experiences in multi-disciplinary African Studies gained at the University of Bayreuth. Internationalization in terms of teaching staff exchange, studies abroad, and research co-operations will be a vital part of this Master programme. Facilitating contacts and collaborations with diplomatic institutions and various national and international organisations of development cooperation shall ensure practical relevance of African Studies in Sousse and future job perspectives both in practice and academics.

Bericht: Clemens Romankiewicz
Bildnachweis: Slim Alileche, Akhdhar Rabhi

Mai 2015

TU Dresden startet neues Forschungsprojekt mit dem ISLB Beja

Die prekäre Lage der der Germanistik in Tunesien ist seit langem bekannt, der DAAD fördert seit Jahren individuell (Stipendien) und auch institutionell (Partnerschaften) die Deutschabteilungen an tunesischen Hochschulen.

Die TU Dresden ist bei der Unterstützung der Germanistik besonders aktiv: zunächst als langjähriger Partner in einer Germanistischen Institutspartnerschaft und zuletzt in Kooperation mit der Universität Gabès an der Entwicklung eines Masterprogramm „German Studies“. Beide Hochschulprojekte wurden über Jahre vom DAAD gefördert.  Das Studienprogramm wurde vom Hochschulministerium genehmigt, leider fehlt es am ISLG Gabès am Umsetzungswillen und an Ownership:  wegen fehlenden Lehrpersonals konnte nicht - wie geplant - im Oktober 2013 gestartet werden und auch 2014 ging das Programm nicht an den Start.

Der Misserfolg hindert die TU Dresden unter Leitung von Professor Schmitz nicht am Engagement für die Germanistik in Tunesien: seit 2015 bauen die deutschen Kollegen zusammen mit einem Team der Universität Jendouba, ISLB Beja das Forschungsprojekt  „Interkulturelle Linguistik Dt.-Arab. - Differenz und Übersetzung“ auf.   Der DAAD fördert die Forschungszusammenarbeit im Rahmen der „Deutsch-Arabischen Transformationspartnerschaft  „Al Tawasul“. 

Die Projektgruppe tauschte sich über die Entwicklungen und Beziehungen in der tunesischen Germanistik im DAAD Büro Tunis aus.

                                                                                                         

                                                © Projektgruppe TU Dresden – ISLB Beja: „Interkulturelle Linguistik Dt.-Arab. - Differenz und Übersetzung“ beim DAAD Tunis

Bericht: Beate Schindler-Kovats, Leiterin DAAD-Büro Tunis
Bildnachweis: DAAD-Büro Tunis

Februar 2015

Pforzheimer Forscher-Team trifft sich mit Partnern in Tunis

Naturdämmstoffe aus Posidonia-Seegras

                                       

Ein natürliches Abfallprodukt nutzen um Energie zu sparen? Mit den Posidonia-Seegrasbällen, die in großen Mengen an den tunesischen Küsten vom Meer angespült werden, ließe sich dieser Gedanke in die Tat umsetzen. Die getrocknete Naturfaser ist hervorragend geeignet um als nachhaltiger Dämmstoff eingesetzt zu werden. Die Idee entwickelte der Unternehmer Prof. Richard Meier, Geschäftsführer der Firma Neptu GmbH in Karlsruhe. Er hat seit 2006 das Patent auf Seegras-Bälle als Dämmstoffmaterial angemeldet. Prof. Meier arbeitet nun mit einem Forscher-Team um die ProfessorInnen Dr. Katharina Kilian-Yasin und Dr. Jörg Woidasky aus dem Bereich Wirtschaftsingenieurwesen der Hochschule Pforzheim zusammen, um die Verfahrens- und Geschäftsentwicklung voranzutreiben. Im Februar 2014 wurde dieses Konsortium um Projektpartner der École d’Ingénieurs (ENIT) der El Manar Universität Tunis erweitert.

Im Februar 2015 fand der Abschlussworkshop des vom Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) geförderten Projektes auf dem Campus der El Manar Universität statt. Ziel der Forschergruppe war es vorrangig, die Versorgungssicherheit des Unternehmens mit dem Rohmaterial "Seegrasbälle" sicherzustellen und weitere betriebliche Optimierungen vorzubereiten.

Im Rahmen des Abschlussworkshops präsentierten die sechs Studierenden des deutsch-tunesischen Teams ihre Ergebnisse: Die tunesische Master-Studentin Roukaya Issaoui (B.Sc. agrarökonomisches Ingenieurwesen, derzeit Master Innovation Management), widmete sich in ihrer Studie der Vorhersagbarkeit der Verfügbarkeit von Seegrasbällen und strategischen Aspekten der Firma. Der tunesische Bachelor-Student Meher Saoudy (Wirtschaftsingenieurwesen) untersuchte die Produktionsprozesse und zeigte Optionen zur Reduzierung der Frachtkosten auf. Die Pforzheimer Bachelor-Studierenden Jasmin Barth, Anne Ebert und Christine Schilling (Wirtschaftsingenieurwesen/Global Process Management und International Management) widmeten sich den Marketing-Strategien der Neptu GmbH. Der Bachelor-Student Johannes Kraft (Wirtschaftsingenieurwesen/General Management) entwickelte den Prototyp eines Werkzeugs zu einer ergonomisch verbesserten Sammlung von Seegrasbällen.

Das Zusammenspiel der Ergebnisse eröffnete dem Team nun neue Anknüpfungspunkte für eine weitere Vertiefung des Forschungsprojekts sowie des Austauschs im wissenschaftlichen Bereich. Auch der DAAD sah weiteres Potential und genehmigte kurz nach der Rückkehr des Teams aus Tunesien den Antrag für ein aufbauendes Forschungsprojekt.

Neben dem Forschungsinteresse rund um das Thema Posidonia-Seegras eröffnet das Kooperationsprojekt darüber hinaus auch Einblicke in die tunesische Kultur sowie die Vielfalt des Landes im gegenwärtigen Transformationsprozess und trägt somit zum kulturellen Austausch und internationalen Wissenstransfer bei. „Gegenseitiges Verständnis, wissenschaftlicher Austausch und das gemeinsame Mitgestalten einer besseren Zukunft für alle“,  mit diesen Worten fasst die tunesische Studentin Roukaya Issaoui das Potential dieses Forschungsprojekts zur Anbahnung weiterer wissenschaftlich-technischer Zusammenarbeit zusammen.

Nachhaltig ist das Projekt noch in einer weiteren Hinsicht: Für die beiden beteiligten Hochschulen mündet das gemeinsam durchgeführte Forschungsprojekt nun in der offiziellen Unterzeichnung eines Kooperationsvertrags. Damit ist nicht nur ein weiterer Schritt für eine lang anhaltende Beziehung zwischen der El Manar Universität und der Hochschule Pforzheim getan, sondern auch zwischen Tunesien und Deutschland.

                                                                                                     

                Deutsch-tunesisches Studierenden-Team des Posidonia-Projekts: v.l.n.r.: Roukaya Issaoui, Johannes Kraft, Christine Schilling, Jasmin Barth, Meher Saoudy, Anne Ebert 

                                                                                                      

Projekttreffen mit den Vertretern der El Manar Universität Tunis, v. l. n. r.: Franziska Müller, Monika Meier, Prof. Dr. Katharina Kilian-Yasin, Prof. Richard Meier, Prof. Dr. Ridha Ben Cheikh, Prof. Dr.-Ing. Jörg Woidasky, Prof. Dr. Anne-Kathrin Cassier-Woidasky, Prof. Dr. Chiheb Bouden (Minister für Hochschulbildung und Forschung), Prof. Dr. Hatem Zenzri (Dekan der ENIT)

Quelle: http://www.hs-pforzheim.de/De-de/Technik/Wirtschaftsingenieurwesen/nachrichten/Seiten/AbschlussworkshopPosidonia.aspx

Februar 2015

                                                                                                                                                                                                

Tunisia in Transition

Bericht über ersten Workshop

Seit 2013 fördert der DAAD das Hochschulkooperations- und Forschungsprojekt „Tunesien im Wandel – Internationale Beziehungen“. Das Projekt, das auf deutscher Seite an der Lehrprofessur für Internationale Politik von Prof. Dr. Bernhard Stahl an der Universität Passau beheimatet ist und mit sechs tunesischen Partner-Instituten in Tunis und Sousse kooperiert, hat sich zum Ziel gesetzt, den akademischen Mittelbau in Tunesien zu professionalisieren, besser zu vernetzen und ihm eine Plattform für internationalen Austausch und erste Veröffentlichungen zu geben.

In den vergangenen zwei Jahren ist so eine dynamische und engagierte interdisziplinäre deutsch-tunesische Nachwuchsforschergruppe entstanden. Unsere Fellows sind Doktoranden und Master-Studenten aus Tunis, Sousse und Gabèssowie Passau, München und Hildesheim, die sich aus verschiedenen Perspektiven mit den arabischen Transitionen, vornehmlich mit den politischen, sozialen und kulturellen Ereignissen in Tunesien befassen. Für 2015 hat sich die Gruppe das Ziel gesetzt, eine gemeinsame Publikationmit politikwissenschaftlichem Schwerpunkt unter dem (Arbeits-)Titel „The newTunisia in International Relations“ herauszubringen.Koordiniert wird das Projekt auf tunesischer Seite von Tasnim Abderrahim (Universität Gabès) und Salma Besbes (Universität Tunis-Carthage), auf deutscher Seite von Laura-Theresa Krüger und Katharina McLarren (Universität Passau). Mehr Informationen sind auf unserer Homepage zu finden (www.tunisia-in-transition.org).

Vom 27. Februar bis 1. März 2015 fand in der Universität La Manouba der erste diesjährige Workshop des Forschungsclusters „Tunisia in Transition – International Relations“ statt. Dieser diente einerseits als Kick-off Meeting für alle potentiellen zukünftigen Buchautoren, bei dem das Vorhaben, Ende des Jahres einen politikwissenschaftlichen Sammelband herauszubringen, sowie genauer die anvisierte Buchstruktur diskutiert wurden. Des Weiteren leistete Wolfgang Karlstetter, Doktorand an der Lehrprofessur für Methoden der empirischen Sozialforschungan der Universität Passau, einen ersten theoretischen Input zu den Kriterien wissenschaftlichen Arbeitens und mit Blick auf das Buchprojekt ausgewählten sozialwissenschaftlichen Methoden.Dadurch erhielten alle Fellows das nötige Handwerkszeug, um in den nächsten Monaten ihr Forschungsdesign zu verfeinern und ihre empirische Forschung gemäß wissenschaftlicher Standards durchzuführen. Darüber hinaus bot Herr Karlstetter allen Fellows die Möglichkeit, ihre jeweiligen Forschungsdesigns und -fragen sowie ihre Methodenwahl individuell mit ihm zu diskutieren und sicherte somit die Übertragung seines theoretischen Inputs in die Praxis.

Begrüßt wurde die Gruppe durch Professor Moncef Ayari, Direktor des Institut de Presse et de Sciences de l’Informationder Universität La Manouba, die der Gruppe erneut ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellte, sowie von Dr. Moez Ben Messaoud, Kommunikationswissenschaftler am IPSI, der der Gruppe gutes Gelingen für ihr ehrgeiziges Buchprojekt wünschte. Des Weiteren bot Frau Beate Schindler-Kovats, Leiterin des DAAD-Büros in Tunis, eingangs vor allem unseren tunesischen Fellows die Möglichkeit, mehr über die verschiedenen DAAD-Programme und -Fördermöglichkeiten für Doktoranden und Forschungsaufenthalte in Deutschland zu erfahren.

Wir möchten uns bei allen Beteiligten für diesen erfolgreichen und intensiven ersten Workshop bedanken und freuen uns auf die weitere und kontinuierliche Zusammenarbeit im Laufe dieses Jahres!

                                                                                                                  

Tasnim Abderrahim
Salma Besbes
Laura-Theresa Krüger

Katharina McLarren

November 2014

Winter school for MPSoC designers - Cooperation TU Dresden/ENIT/ La Manouba 

Embedded Systems are domain specific information processing systems that are tightly coupled to the environment. Due to advances in integration technology, embedded systems have evolved to become complex Multi-Processor Systems on Chip (MPSoC). This winter school is for MPSoC designers working in the field of embedded systems and high performance computing. The school aims at broadcasting advanced scientific knowledge and promoting mainly German and Tunisian contacts among scientists from academia working in this field. Therefore, a distinguishing feature of this Winter School will be its broad influence by participating in bridging the gap between academia and industry in Tunisia.

The MPSoC Winter School is powered by the DAAD (German Academic Exchange Service). The project is accepted under transformation program Line 2.

Information and agenda: http://www.enit.rnu.tn/mpsocwstunis2014/index.html

September 2014

Deutsche Delegation auf Fact-Finding Mission zum Vorhaben „Deutsch-Tunesische Hochschule“ in Tunesien

Die Gründung einer „Deutsch-Tunesischen Hochschule“ gilt als besonderes Anliegen seitens der tunesischen Regierung. Überlegungen dazu gibt es auf informeller Ebene bereits seit 2012. Auf der Basis einer Bildungsmarktanalyse hat die deutsche Seite die Erstellung einer Machbarkeitsstudie zugesagt. Der DAAD wurde vom Ministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit einer Prüfmission zum Projekt einer „Deutsch-Tunesischen Hochschule“ beauftragt.

Eine vierköpfige Gutachterkommission in Begleitung des DAAD besucht vom 22.-26.09.2014 Tunesien, um sich vor Ort ein Bild über die Rahmenbedingungen für ein solches Vorhaben zu machen. Auf dem Besuchsplan der Delegation stehen Gespräche mit tunesischen Partnern in Hochschulen, Ministerien und Wirtschaft, mit Studierenden sowie mit deutschen Institutionen in Tunesien. Ergebnis wird sein, die Rahmenbedingungen und die Machbarkeit des Vorhabens zu ermitteln und Empfehlungen an DAAD und BMBF gibt.

                                                                                                               

                                                                                     Studierende tauschen sich über die Idee einer Deutsch-Tunesischen Hochschule aus

Die große Nachfrage nach deutschen Bildungsangeboten in der arabischen Welt manifestiert sich in Projekten wie die German University Cairo (GUC), die German Jordanian University in Amman (GJU) und die German University of Technology in Muskat (GUtech). Deutsche Hochschulen engagieren sich – zumeist in Konsortien - in diesen transnationalen Bildungsprojekten.

                                                                                                                    

                                                                                                                    Delegation auf Fact-Finding Mission im DAAD Büro Tunis

Die Tunesisch-Deutsche Hochschule soll insbesondere eine Ingenieurausbildung mit starker Anbindung an die Praxis bieten. In Tunesien sind ca. 240.000 Akademikern arbeitslos – eine „tickende Zeitbombe“, so der Tunesische Hochschulminister, Prof. Tawfik Jelassi, im Gespräch mit der Delegation zum Abschluss der Mission. Studienangebote „made in Germany“ sollen Alternativen zur bestehenden französisch-geprägten Ausbildung schaffen.

                                                                                                                     

                                                                              Fact Finding Mission wurde vom Tunesischen Hochschulminister Tawfik Jelassi empfangen


Tunesien möchte mit einem solchen binationalen Hochschulprojekt seine Bildungslandschaft internationalisieren und wettbewerbsfähiger werden, damit mehr ausländische Investoren ins Land kommen. Japan, Südkorea sind neben den angelsächsischen Anbietern USA und UK am Bildungsmarkt Tunesien interessiert. Eine Hochschule mit deutschen Beiträgen soll aber auch Modellcharakter und Impulse auf die nationale Lehre und Forschung haben. Erhofft wird zudem eine regionale Strahlkraft für Studierende und Lehrende. Tunesien versteht sich als „Tor zu Afrika“ und würde gerne zum „Brückenkopf“ zwischen Europa und Afrika werden.

                                                                                                                      

                                                                                                                   Fact-Finding Mission trifft S.E. Dr. Reinicke in der Residenz

Erstellt von Beate Schindler-Kovats, Leiterin DAAD Büro Tunis
Bildnachweis: Beate Schindler-Kovats

September 2014

Kolloquium "Modernes Verwaltungs- und Privatrecht"
Vom 1. bis 12. September 2014 in Sousse - Tunesien

Die Deutsche Stiftung für Internationale Rechtliche Zusammenarbeit (IRZ) veranstaltete im September 2014 in Sousse / Tunesien
nunmehr zum zweiten M
 
al ein Kolloquium zum Themenbereich “Modernes Verwaltungs- und Privatrecht”.

Die Veranstaltung wurde vom DAAD im Rahmen des Programms “Deutsch-Arabische Hochschulpartnerschaft” finanziert und fand in Zusammenarbeit mit der Universität Sousse statt. Die 30 Teilnehmer und Teilnehmerinnen bestanden aus jüngeren Richtern, Anwälten und Studierenden höherer Semester und Doktoranden.

Das zweichwoechige Kolloquium ist in dieser Komposition einzigartig, da insbesondere Kontakte zwischen der Anwaltschaft und der Justiz in dieser Form in Tunesien nicht üblich sind, dafür jedoch um so mehr zum gegenseitigen Austausch und `Verständnis in kollegialer und freundschaftlicher Atmosphäre beitragen.

Auf deutscher Seite vermittelten vier erfahrene deutsche Referenten (zwei ehemalige vorsitzende Richter am Oberlandesgericht, ein Wirtschaftsanwalt, eine Universitätsprofessorin)  ihr Fachwissen rund um die Grundlagen und aktuellen Entwicklungen im deutschen und europäischen Recht. Um dem Prinzip des Austauschs gerecht zu werden, referierten ebenfalls tunesische Anwälte sowie Akademiker der Universität Sousse. Im Anschluss an das Kolloquium wurden 10 ausgewählte Teilnehmer und Teilnehmerinnen zu einem dreiwöchigen Hospitationsaufenthalt bei deutschen Anwälten und Gerichten eingeladen.

Am Ende der Veranstaltung konnte sich die DAAD Büroleiterin in Tunis, Frau Schindler - Kovats, in Gesprächen mit Teilnehmenden und Referierenden ein eigenes Bild von der erfolgreichen Veranstaltung machen. Die Zusammenarbeit mit dem DAAD und der Universität  Sousse soll auch in den nächsten zwei Jahren fortgesetzt werden.


September 2014

Zweites Netzwerktreffen für tunesische Projektkoordinatoren und -interessierte für Partnerschaftsprogramme mit Deutschland

Anlässlich der Neuausschreibung „Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaft“ 2015 hat das DAAD Büro Tunis tunesische Projektpartner und Interessierte an Kooperationen mit deutschen Hochschulen zu einem Informationsseminar am 05. September 2014 eingeladen.

Bis Anfang Oktober können deutsche Hochschulpartner im Rahmen des DAAD-Sonderprogramms Neuanträge für Hochschulpartnerschaften (Programmlinie 1) und Forschungspartnerschaften (Programmlinie 4) stellen. Die Programmlinie 2  „Kurzmaßnahmen“ wird ebenfalls erneut geöffnet mit 5 Bewerbungsterminen in 2015.

Der Einladung waren 12 Projektinteressierte aus Tunis, Monastir und Sousse gefolgt, darunter zwei Koordinatoren, die bereits langjährige Fördererfahrung mit den DAAD Programmen haben und die den Kollegen über die Erfahrung mit den deutsch-tunesischen Projekten berichten konnten. Fachlich stark vertreten sind die Fachbereiche Medizin und Agrarwissenschaften. Interesse zur Kooperation besteht aber auch für übergreifende Themen wie Qualitätsentwicklung, Hochschulmanagement und Akkreditierung.

                                                                                              

                                                     Projektinteressierte „Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaft“, 5. September 2014, Tunis

In dem zweistündigen Informationsseminar konnten Fragen beantwortet, Hinweise auf mögliche Partner in Deutschland vermittelt und Anregungen für auch multilaterale Kooperationen (z.B. mit Libyen oder Jemen) gegeben werden. Die Neuausschreibung der  „Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaft“ ist für Kooperationen mit den Partnerländern Ägypten, Tunesien, Jordanien, Jemen, Marokko, Libyen geöffnet. Antragsteller sind deutsche Hochschulen und Forschungsinstitutionen in Kooperation mit einem oder mehreren dieser Länder.

                                                                                              

                                                          Informationsseminar für Projektinteressierte „Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaft“, Tunis

Nähere Informationen zur Neuausschreibung „Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaft“:

https://www.daad.de/miniwebs/ictunis/de/21340/index.html

Weiterführende Informationen zu den bisherigen Förderkonditionen und den bisher geförderten Projekten: www.daad.de/transformationwww.changebyexchange.de

Erstellt von Beate Schindler-Kovats, Leiterin DAAD Büro Tunis
Bildnachweis Beate Schindler-Kovats

April 2014

Erstes Netzwerktreffen für tunesische Projektverantwortliche von Partnerschaftsprogrammen mit Deutschland 

Am 12.April 2014 lud der DAAD Tunis Projektverantwortliche der deutsch-tunesischen Partnerschaftsprojekte zu einem Kennenlernen und Vernetzungstreffen nach Hammamet ein.

 

12 Projektkoordinatoren der DAAD geförderten Programme „ Deutsch Arabische Transformationspartnerschaft“ und „Hochschuldialog mit der islamischen Welt“ waren der Einladung zu einem Erfahrungsaustausch gefolgt: sie berichteten aus ihren Projekten und diskutieren über Chancen, Herausforderungen und Problemen der Projektarbeit. Obwohl die Projekte aus sehr unterschiedlichen Fachrichtungen stammen – von den Ingenieurwissenschaften und IT bis zu Jura, Medizin und den Geistes- und Naturwissenschaften – fanden alle Teilnehmer/Innen das Forum nützlich und sinnvoll und wollen diese Plattform auch künftig nutzen.

„Es ist interessant, welche Vielzahl an Förderungen mit DAAD-Unterstützung an tunesischen Hochschulen stattfindet“, so ein Teilnehmer, „und es ist wichtig, dass wir uns innerhalb der tunesischen Hochschulen austauschen können.“ Innertunesische und regionale fachliche Netzwerke, aber auch die Vernetzung mit deutschen Partnern und Synergien zwischen den Projekten, war ein Ergebnis für eine stärkere Zusammenarbeit. Projektverantwortliche bieten sich aber auch als Kontaktpersonen und Multiplikatoren für die DAAD Arbeit in Tunesien an. Für das noch junge DAAD Büro sind sie wichtige Ansprechpartner an Hochschulen bei der Bekanntgabe und Verteilung von Informationen in einem Land, wo vieles noch zentralistisch und „top-down“ läuft.

                                                                                                  

In Arbeitsgruppen wurden Themen wie beispielsweise Kommunikation, Administration, Rollen der Projektpartner diskutiert: insgesamt herrscht Zufriedenheit, Engagement und Begeisterung für die Projektarbeit. Deutsch-tunesische Projekte öffnen Nischen für Austausch, Forschung und Kooperation. Gerade weil die Projekte weitgehend eigenständig und ohne hierarchische Strukturen funktionieren, sind sie erfolgreich und erreichen ihre Ziele und Zielgruppen besser.

Einig war man sich auch, dass es mehr Öffentlichkeitsarbeit für best-practise der deutsch-tunesischen Zusammenarbeit geben sollte. Ein erster Schritt dazu ist gemacht: jedes Projekt stellte sich und seine Arbeit anhand eines Posters vor: Poster und Projektaktivitäten werden künftig auf der Webseite des DAAD Tunis (www.daad.tn) veröffentlicht und sollen so einem breiteren Publikum zugänglich sein.

Nähere Informationen zum DAAD und den Projekten:

www.daad.dewww.daad.tn

www.changebyexchange.de

Erstellt von Beate Schindler-Kovats, Leiterin DAAD Büro Tunis
Bildnachweis Beate Schindler-Kovats

 

September 2012

Bundestagsausschuss Kultur und Medien und Delegation EMPOWER zu Gast im DAAD-Büro Tunis

Das DAAD Büro Tunis ist aber auch Gastgeber für Delegationen, es bringt Partner zusammen und veranstaltet Treffen und Rundtischgespräche. Zu den ersten Besuchern des Büros gehörte im Rahmen des Stakeholder-Treffens in Hammamet/Tunesien eine Delegation des Workshops „EMPOWER“ - EMERGING POLLUTANTS IN THE MEDITERRANEAN BASIN - SETTING THE BRIDGES. Das Projekt, gefördert aus den Transformationsmitteln, unter der Leitung von Prof. Müfit Bahadir, TU Braunschweig und DAAD Vorstandsmitglied, vereinigt Wissenschaftler aus Marokko, Algerien, Ägypten, Griechenland, dem Libanon, der Türkei , Deutschland und Tunesien.

Bild 2 Nr _183 Empower Delegation
© Eine Delegation des Workshops EMPOWER und DAAD-Vorstandsmitglied Prof. Bahadir gehörten zu den ersten Besuchern des neuen DAAD Büros Tunis

Ein erstes Rundtischgespräch veranstaltete das DAAD Büro Tunis am 19.9.2012 mit dem Bundestagsausschuss für Kultur und Medien, der Deutschen Botschaft, dem Goethe-Institut, DAAD und tunesischen Künstlern. Unter Delegationsleitung von Prof. Monika Grütters (CDU) informierten sich die Bundestagsabgeordneten Angelika Krüger-Leißner (SPD), Tabea Rößner (Bündnis 90/Die Grünen), Dr. Lukrezia Jochimsen (Die Linke) und Lars Lindemann (FDP) über kultur- und bildungspolitische Themen sowie Projekte im Rahmen der Transformationspartnerschaft.

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© Der Bundestagsausschuss für Kultur und Medien zu Gast im DAAD Büro Tunis

Im Zentrum des Gesprächs mit dem BT Ausschuss im DAAD Büro zum Auftakt des zweitägigen Besuchs in Tunis stand neben den Entwicklungen im Bildungsbereich die Situation der Kunst und Künstler. Eindrucksvoll und anschaulich schilderten die Künstler/innen über die Schwierigkeiten ihrer Arbeit in Zeiten des Umbruchs und Transformation.

Bild 4 Nr _107 K _nstler

© Tunesische Künstlerinnen und Künstler berichten über die Situation der Kunst in Zeiten des Umbruchs

Juni 2012

3. DAAD-Expertenkreis: Aufbruch in Nordafrika und die Rolle der Hochschulkooperation

DAAD-Projektarbeit vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen in den Transformationsländern


Die Transformationsländer Ägypten und Tunesien haben in den letzten eineinhalb Jahren dramatische Veränderungen durchlebt. Es ist wichtig, in diesem entscheidenden Moment, Hilfe und Unterstützung zu signalisieren. Dies gilt besonders für die Hochschulkooperation.Als erste Reaktion auf die politischen Umbrüche hat der DAAD einen Expertenkreis etabliert, der sich am 26. Juni zum dritten Mal getroffen hat.

Bestehend aus Alumni, Geförderten und DAAD verbundenen Wissenschaftlern aus Tunesien und Ägypten ist es Aufgabe des Expertenkreises, Anregungen, Kritik und Vorschläge zu der Rolle der deutsch-arabischen Hochschulkooperation zu entwickeln und die DAAD-Arbeit konstruktiv zu begleiten.

Im Mittelpunkt des dritten Treffens standen die zahlreichen Aktivitäten und Projekte, die im Rahmen der Deutsch-Arabischen Transformationspartnerschaft bereits entwickelt und organisiert wurden. Projektvertreter gaben einen Einblick in ihre laufenden Transformationspartnerschaften mit Hochschulen in Ägypten und Tunesien, darunter eine medizinische Kooperation sowie ein Projekt zur Aus- und Fortbildung in den Rechts- und Verwaltungswissenschaften, die eine wichtige Rolle für die Herausbildung des Rechtsstaates spielen.

Viele Teilnehmer des Expertenkreises sind selbst aktiv in Projekten der Transformationspartnerschaft und berichteten von den eigenen Eindrücken. Intensiv diskutiert wurde auch die erst vor kurzem veröffentlichte Ausschreibung Deutsch-Arabische Forschungspartnerschaft – Al Tawasul. Nicht unerwähnt blieb, dass sich nun nach den ersten Monaten der Euphorie auch Ernüchterung und Sorge in den Ländern ausbreitet.

Immer deutlicher wird, dass sich ein Wandel nur sehr langsam vollzieht und mit Rückschlägen und Enttäuschung verbunden ist.Welchen Beitrag können also Projekte im Bereich der Hochschulkooperation in solch einer Situation leisten? Hat der DAAD die richtigen Themen priorisiert und wie kann das Thema der Dezentralisierung noch weiter fokussiert werden? Dies waren nur einige der Fragen, die im Laufe des Tages für konstruktive und durchaus auch emotionale Auseinandersetzungen gesorgt haben.

April 2012



DAAD Kick-off Veranstaltung für die "Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaft”

Nach den Umbrüchen in Tunesien und Ägypten, die den Beginn des "Arabischen Frühlings" einleiteten, hat der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) in enger Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt ein neues Förderprogramm eingeführt: die "Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaft".

"Ägypten ist noch immer eine zentrale Stütze für Stabilität und Frieden in der Region. Aus diesen und anderen Gründen ist es für alle Freunde Ägyptens wichtig, beim Aufbau einer neuen Zukunft zu helfen - eine Zukunft, die auf Zusammenarbeit, gemeinsamen Interessen und konstruktivem Engagement basiert". Die Worte Professor Dr. Abdul-Al-Monem Mashats von der Universität Kairo über die Chancen und Herausforderungen in Zeiten des Umbruchs spiegelte die Atmosphäre der Kick-off Veranstaltung wieder. Insgesamt 120 Wissenschaftler aus dem Bereich Hochschule und Forschung in Deutschland, Tunesien und Ägypten nahmen an der Veranstaltung für die "Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaft" teil. Allen gemein war das Ziel, die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen deutschen, ägyptischen und tunesischen Universitäten zu stärken.

Zum Auftakt der Veranstaltung präsentierten prominente Wissenschaftler aus verschiedenen Forschungsfeldern ihre Vorstellungen zur Stärkung des demokratischen Reformprozesses in den arabischen Ländern und der Rolle der Hochschulen dabei. Dr. Khaled Chaabane von der Universität La Manouba in Tunesien erläuterte die Auswirkungen der Revolution auf das dortige Universitäts-System: Die Hochschulpolizei wurde abgeschafft, demokratische Strukturen eingeführt und das Mitspracherecht der Studenten gestärkt. Er wies darauf hin, dass das Förderprogramm "Deutsch-Arabisch Transformationspartnerschaft” den Demokratisierungsprozess sinnvoll unterstützen könne: Durch die Hochschulkooperationen würde jungen Studenten und Wissenschaftlern die Chance gegeben, sich in einem anderen wissenschaftlichen Umfeld zu bewegen und sich über die Grenzen hinweg, über ihre Forschungsthemen auszutauschen. Des Weiteren könne durch die internationale Zusammenarbeit ein Impuls für die Verbesserung der Bildungsstrukturen an tunesischen Universitäten gegeben werden.

Michael Bock, der deutsche Botschafter in Ägypten, ermutigte die Teilnehmer, das neue Förderprogramm zu nutzen und sich in Kooperationsprojekten mit Partnern in Deutschland, Ägypten und Tunesien zu engagieren. Dr. Helmut Blumbach, DAAD-Programm-Direktor für die südliche Hemisphäre in Bonn, erläuterte die Intention und die Ziele des neuen Förderprogramms: "Wir fördern die Bildung von Netzwerken zwischen deutschen, ägyptischen und tunesischen Universitäten. Durch neue Partnerschaften entstehen gemeinsame Studiengänge, Forschungsmöglichkeiten und Hochschulmanagement werden verbessert, universitätsinterne Entscheidungsstrukturen in Richtung "good governance" effektiver gestaltet und die Mitsprache der Studierenden gestärkt."

Bereits im Jahr 2011 sowie Anfang 2012 wurden erste Projekte im Rahmen des neuen Programms gefördert. Eine Auswahl dieser Projekte wurde in der zweiten Hälfte der Startschussveranstaltung von den Organisatoren vorgestellt: Studentenvertreter der Universitäten Kairo und Helwan sprachen über ihre Studienreise nach Deutschland und was sie dort über demokratische Strukturen an den Hochschulen erfahren haben: "Wir waren sehr vom Studierendenparlament der deutschen Universitäten beeindruckt. Was wir aber auch bemerkt haben, ist, dass die Beteiligung der ägyptischen Studenten an den Universitätswahlen viel höher ist als in Deutschland". In einem weiteren Panel stellte Prof. Dr. Hany El-Kateb ein faszinierendes Projekt zwischen der Technischen Universität München und der Ain Shams Universität in Kairo vor: Das Projekt arbeitet an der Entwicklung einer nachhaltigen Forstwirtschaft in der Wüste Ägyptens durch Abwassernutzung.

Die Palette der vorgestellten geförderten Projekte ist vielfältig: "Structuring an interdisciplinary course of studies Health Economics” verbindet medizinische und administrativen Disziplinen. Ein anderes Projekt "Environmental Archaeology” zwischen der Universität Köln und der Kairo Universität hat die Schaffung eines gemeinsamen und interdisziplinären Masterstudiengangs für Studierende aus der Stadtplanung, Wasserwirtschaft und Archäologie zum Ziel.

In einer Poster-Ausstellung wurden Inhalte, Herausforderungen und Ziele der bi-oder trilateralen Projekte präsentiert. Rektoren und Professoren diskutierten intensiv über die vorgestellten Projekte und die Anregungen, die sie aus der Veranstaltung mitgenommen haben: "Diese Veranstaltung ist eine großartige Plattform um sich mit anderen Universitäten und Abteilungen auszutauschen und neue Projektideen zu entwickeln. Ich habe eine Menge neuer Erkenntnisse gewonnen, vor allem darüber wie wir die Herausforderungen bei der Projektorganisation meistern können", äußerte sich einer der Teilnehmer in der abschließenden Diskussion. Des Weiteren wurde die Wichtigkeit einer intensiven wissenschaftlichen Zusammenarbeit betont: "Der Transformationsprozess wird zweifellos einige Zeit dauern, aber er wird nicht gelingen, wenn wir nicht die strukturellen Probleme innerhalb des Bildungs- und Hochschulsystems angehen.


März 2012


VIP-Reise Tunesien - Praxis orientierte Hochschulbildung in Tunesien – ein Konzept für die Zukunft

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Vom 26. bis 30. März 2012 war eine 9-köpfige VIP-Delegation aus Tunesien, bestehend aus Universitätspräsidenten und Vertretern des Hochschulministeriums, zu Gast in Bonn. Während des 5-tägigen Aufenthalts standen zum einen Besuche unterschiedlicher Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Deutschland als auch die weitere Planung der DAAD-Kooperation auf dem Programm.

Nach dem Sturz der Diktatur sind mit den ersten freien Wahlen in Tunesien im Herbst 2011 wichtige Schritte für eine demokratische Umgestaltung des Landes getan worden. Zu den wesentlichen Herausforderungen der kommenden Zeit zählt nun die wirtschaftliche Entwicklung und die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Jungakademikern fehlt oft noch der notwendige Praxisbezug, um in der Berufswelt bestehen zu können. Hier setzte das Besuchsprogramm an und vermittelte differenzierte Einblicke in die Kompetenzen und Qualitäten der deutschen Fachhochschulausbildung. Dabei wurden unterschiedliche Ansätze zur Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit von Absolventen sowie eine effektive Verzahnung zwischen Wissenschaft und Wirtschaft präsentiert. Mit der RWTH Aachen lernten die Gäste zudem ein besonders erfolgreiches Beispiel einer technisch ausgerichteten Universität kennen, die sich auch bei arabischen Studierenden besonderer Beliebtheit erfreut.

Ein weiterer Interessenschwerpunkt lag im Bereich erneuerbarer Energien, die die tunesischen Gäste angesichts des Sonnenreichtums ihrer Heimat als besonders zukunftsträchtig einstufen. Für die Zukunft wurde eine engere Abstimmung zwischen DAAD und Hochschulministerium verabredet, um auch zukünftig möglichst passgenau auf die Entwicklungen des Landes reagieren zu können.

Februar 2012


Germanistikworkshop in Tunis


Vom 16.-17. Februar 2012 hat in Tunis ein Workshop zum Stand der Germanistik in Tunesien stattgefunden. Die Vertreter von 12 tunesischen Instituten waren geladen Insgesamt 20 Teilnehmer folgten der Einladung und diskutierten gemeinsam mit Vertretern des DAAD über Zustand und Zukunft des Fachs. Ziel des Workshops war es nicht nur, sich gegenseitig kennenzulernen und Erfahrungen auszutauschen, sondern auch Probleme und Lösungswege zu identifizieren. So wurde in Arbeitsgruppen beispielsweise darüber nachgedacht, wie die Attraktivität des Deutschstudiums in Tunesien weiter erhöht werden kann, wie man den unterschiedlichen Sprachniveaus der tunesischen Studierenden begegnet und welche Profile des anwendungsorientierten Deutschunterrichts sich bislang bewährt haben. Das Ergebnis ist eine Bestandsaufnahme, die einerseits helfen wird die DAAD-Förderinstrumente zukünftig noch besser anpassen zu können und andererseits ermöglicht, die Frage der möglichen Berufsfelder der Absolventen zu beleuchten (Stichwort Beschäftigungsfähigkeit). Als erste Reaktion auf die während des Workshops geäußerten Bedürfnisse und Defizite in der Deutschausbildung in Tunesien wurden zusätzliche Hochschulsommerkurs-Stipendien für tunesische Germanistik/ DAF-Studierende eingerichtet. Darüber hinaus wurde eine „Germanistik_in_Tunesien“ Mailingliste eingerichtet, über sich die einzelnen Institute vernetzen können.

November 2011


2. DAAD-Expertenkreis: Aufbruch in Nordafrika und die Rolle der Hochschulkooperation

DAAD-Projektarbeit vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen in den Transformationsländern


Seit Dezember 2010 hat die arabische Welt eine enorme Dynamisierung erfahren. Der Beginn der historischen Umwälzungen lag in Tunesien und Ägypten, wo sich die Bundesregierung seitdem im Rahmen der Deutsch-Arabischen Transformationspartnerschaft mit einem breiten Portfolio an Unterstützungsmaßnahmen engagiert. Besonders der Bereich der Bildung ist hierbei von besonderer Bedeutung.

Der DAAD hat eine Reihe an Förderprogrammen entwickelt, die das Hochschulwesen in Tunesien und Ägypten stärken sollen. Um den neuen Raum für Kooperationen passgenau und bedarfsorientiert zu gestalten, wird der DAAD bei seiner Arbeit von Stipendiaten, Alumni, Geförderten und dem DAAD verbundenen Wissenschaftler aus Tunesien und Ägypten beraten, die sich regelmäßig treffen und Vorschläge für die deutsch-arabische Hochschulkooperation entwickeln.

Am 30. November 2011 hat sich dieser Expertenkreis zum zweiten Mal getroffen und die bis dahin vom DAAD entwickelten Maßnahmen bewertet und diskutiert. Besonders intensiv wurden die Programmlinien zur Errichtung von Hochschulpartnerschaften und zur Ausrichtung von Kurzmaßnahmen analysiert. Neben verschiedenen Themen wurde vor allem die Wirkungsebene beleuchtet und Überlegungen zum direkt betroffenen Personenkreis angestellt. Von großer Bedeutung waren die Fragen, die in diesem Zusammenhang aufgeworfen wurden: Wie können festgefahrene administrative und akademische Strukturen an den lokalen Universitäten verändert werden? Welche Hierarchieebene profitiert von den Programmen und wie kann die Nachhaltigkeit der Hochschulpartnerschaften sichergestellt werden?

Nicht unerwähnt blieb ein weiteres wichtiges Thema: die studentische Mitwirkung an den Hochschulen in Ägypten und Tunesien. Man einigte sich darauf, dass besonders dieser Bereich des lokalen Hochschulwesens besonders gestärkt werden sollte. Der Expertenkreis hat einen direkten Appell an den DAAD gerichtet und sich gezielte Fördermöglichkeiten in diesem Bereich gewünscht.


Oktober 2011


DESERTEC University Network Expert Meeting
Bonn, 17-18. Oktober 2011

Sauberer Strom aus der Wüste für Klimaschutz und globale Energiesicherheit, so lautet die Vision, die seit einiger Zeit unter dem Namen DESERTEC Großes verspricht. Pro Jahr geht eine riesige Menge an Sonnenenergie ungenutzt in den MENA-Staaten verloren. Dies soll sich ändern; DESERTEC setzt sich für den Ausbau des Erneuerbaren Energiesektors in Nordafrika ein. Doch es ist klar: Damit Länder wie Tunesien, Ägypten oder Algerien das Potenzial des Energiesektors ausschöpfen und als Impuls für nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung nutzen können, brauchen sie vor allem qualifizierte Fachkräfte. Der DAAD - gemeinsam mit DUN, der Hochschulkomponente von DESERTEC – hat diese Notwendigkeit erkannt und eine Expertenkommission mit Mitgliedern aus Deutschland und der MENA-Region einberufen.

Am 17. und 18. Oktober 2011 wurde gemeinsam diskutiert und geplant: Wie kann die Hochschulkooperation im Bereich RE gestaltet werden und welche gemeinsamen Ziele werden verfolgt? Dabei ging es zum einen um die Vorstellung relevanter Masterprogramme in Deutschland, um diese gezielt für Studierende aus der MENA-Region zu öffnen und ggf. Stipendien in diesem Zusammenhang auszuschreiben. Zum anderen waren die Experten dazu aufgerufen, einen Schritt weiterzugehen und große Kooperationsprojekte, die zu einem effektiven Strukturaufbau vor Ort führen, zu entwickeln.

Es ging hauptsächlich um die Frage, wie die Inhalte und Konzepte deutscher Masterprogramme in die MENA-Region transportiert werden könnten. In diesem Zusammenhang wurde die Unterschiedlichkeit der Universitätssysteme problematisiert. Außerdem ging es um die Frage, auf welche Art und Weise Studierende in der MENA-Region ausgebildet werden sollten, um die konkreten Bedürfnissen der Industrie zu erfüllen.

Die Veranstaltung sollte als Plattform dienen, Experten zusammenführen und Synergien schaffen. Das Interesse auf beiden Seiten war groß; der erste Schritt hin zu einem deutsch-arabisches Kompetenznetzwerk ist nun getan.

Die Liste der aus dieser Veranstaltung entstandenen Projekte finden Sie unter:

www.changebyexchange.de

Juni 2011

Round Table: „Deutsch-Tunesische Hochschulkooperation in Zeiten des demokratischen Aufbruchs
“Tunis, 21. Juni 2011


Die deutsch-tunesische Hochschulkooperation kann nicht zuletzt aufgrund des seit 30 Jahren laufenden Stipendienprogramms im Bereich der Ingenieurwissenschaften auf eine lange Tradition zurückblicken. Die politischen Entwicklungen im Land verlangten 2011 jedoch nach einer Intensivierung und dem Ausbau dieser Kooperation. Um diesen Intensivierungsprozess bedarfsorientiert und partnerschaftlich zu gestalten, war es wichtig, gleich am Anfang in Tunesien nachzufragen, welchen Beitrag die Hochschulkooperation in Zeiten des demokratischen Aufbruchs leisten kann. Während des gleichnamigen Roundtables am 21. Juni 2011 in Tunis kamen 50 Wissenschaftler, Studierende und Dozenten aus beiden Ländern und aus unterschiedlichen Fachbereichen zusammen, haben gemeinsam überlegt, wie eine nachhaltige Hochschulkooperation gestaltet werden sollte und zukünftige Projekte und Initiativen vorbereitet.

Ausgangspunkt war die Überzeugung, dass Universitäten und Wissenschaftler im demokratischen Transformationsprozess eine wichtige Rolle spielen, Mitverantwortung für die Umgestaltung übernehmen und die Chancen des Wandels nutzen können und müssen. Während der Veranstaltung wurde insbesondere die Möglichkeiten diskutiert, wie die augenblicklichen gesellschaftlichen Veränderungen durch die deutsch-tunesische Hochschulzusammenarbeit unterstützt werden können. Dabei ging es in den einzelnen thematischen Blöcken um die folgenden Schwerpunkte: 1. Zivilgesellschaftlicher Aufbruch und der Prozess der Transformation: Die Rolle der Sozialwissenschaften, 2. Innovations- und Technologietransfer: Die Rolle der Naturwissenschaften, 3. Kulturelle Identität und Kulturtransfer: Die Rolle der Geisteswissenschaften, 4. Energiesicherheit: Das Beispiel DESERTEC. Im Laufe der Veranstaltung haben die Teilnehmer so eine interaktive Bedarfsanalyse durchgeführt, die am Ende zu einer Liste an Empfehlungen geführt hat. Zentrale Punkte waren hierbei: Die Verzahnung von Hochschulen und Wirtschaft mit dem Ziel, die Beschäftigungschancen der Absolventen zu erhöhen, die Einbeziehung von Universitäten der tunesischen Regionen und die Modernisierung und Weiterentwicklung der Curricula. Eine weitere zentrale Forderung, die während der Veranstaltung formuliert wurde, war die Unterstützung von Hochschulstrukturen. Die Autonomie der Universitäten, die es erst noch einzulösen gilt, wurde als zentrales Merkmal des Transformationsprozesses genannt.

Mai 2011


1. Expertenkreis: Aufbruch in Nordafrika und die Rolle der Hochschulkooperation


Die demokratischen Aufbrüche in Nordafrika haben die Welt bewegt. Der DAAD hat in den letzten Monaten die Entwicklungen in der Region intensiv verfolgt, Projekte initiiert sowie Veranstaltungen und Diskussionsrunden organisiert. Doch was denken StipendiatInnen, Alumni und WissenschaftlerInnen aus der Region über die Rolle des DAAD in dieser Situation? Genau um diese Frage ging es beim ersten Expertenkreis „Aufbruch in Nordafrika: Die Rolle der Hochschulkooperation“ Anfang Mai in Bonn. Die Schaffung eines offenen und dynamischen Raumes – so lautete das Ziel der Veranstaltung und 16 StipendiatInnen und WissenschaftlerInnen aus Tunesien, Ägypten und Palästina waren der Einladung des DAAD gefolgt. Sie waren dazu aufgerufen, Anregungen, Kritik und Vorschläge zu der Rolle der Deutsch-Arabischen Hochschulkooperation im Umbruchprozess zu erarbeiten.

Das Fazit war bei allen – sowohl bei TeilnehmerInnen als auch bei Organisatoren –einheitlich: ein rundum gelungenes und vor allem inspirierendes Treffen. Nach einer kurzen Einführung durch den ägyptischen Stipendiaten Karim Fauzwy El Sayed der seine Einschätzung zu der weiteren Entwicklung der Region, zum Reformbedarf und zu Möglichkeiten der deutsch-arabischen Hochschulkooperation präsentierte, stieg der Expertenkreis in eine bisweilen impulsive aber doch immer konstruktive Diskussion ein. Wie kann der Verfassungsprozess unterstützt werden? Wie geht man mit islamischen Parteien wie der Muslimbruderschaft um und wie begegnet man der massiven Korruption im Land? Dies waren nur einige Fragen, die in der ersten Diskussionsrunde behandelt wurden. Später ging es dann vermehrt um die Formulierung von konkreten Handlungsoptionen für den DAAD. Hierbei kamen die "klassischen Themen" wie die Intensivierung der Alumni-Arbeit und die Priorisierung eines dezentralen Ansatzes in der Bildungslandschaft auf den Tisch – aber auch neue Aspekte wie die Stärkung der zivilgesellschaftlichen Partizipation und generell die Krise der Sozial-und Geisteswissenschaften.