DAAD in Tunesien

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DAAD Büro Tunis

Ab September 2012 ist der DAAD in Tunis mit einem eigenen Büro vertreten.

Nach der DAAD Außenstelle Kairo unterhält der DAAD in Nordafrika nunmehr eine zweite Niederlassung.

Unterstützt vom Auswärtigen Amt im Rahmen der Deutsch-Arabischen Transformationspartnerschaft, verstärkt der DAAD somit seine regionale Präsenz in Nordafrika.

Das Büro berät Einzelpersonen und Institutionen über Studien- und Forschungsaufenthalte in Deutschland, informiert über Stipendienmöglichkeiten

und bietet eine Anlaufstelle für Fragen zu deutsch-tunesischen Hochschul- und Forschungskooperationen.


Für weitere Informationen zu:

  • Studieren und Forschen in Deutschland
  • Stipendien
  • Programme und Projekte in Tunesien


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Tunis - Aufbruchstimmung in Tunesien

DAAD Büro in Tunis offiziell eröffnet

Das DAAD Büro Tunis liegt mitten im Geschehen - nur knapp 50 Meter von der Avenue Bourguiba, unweit des Innenministeriums und im Herzen der Altstadt - eine zentrale Adresse für Studierende, Wissenschaftler und Hochschulen und Plattform für Begegnungen und Austausch. Zur offiziellen Eröffnung am 8. März 2013 im Beisein der DAAD Generalsekretärin, Dr. Dorothea Rüland, kamen dann auch zahlreiche Akteure des deutsch-tunesischen Hochschulaustauschs,  unter ihnen der am selben Tag im Amt bestätigte Hochschulminister Tunesiens, Professor Moncef Ben Salem, der Deutsche Botschafter Jens Plötner, zahlreiche Alumni und Freunde des DAAD.

Hochschulminister Ben Salem verriet, dass er an der TU Berlin eigene Studienerfahrungen in Deutschland gesammelt hat. Er unterstrich- ebenso wie Botschafter Plötner- die Bedeutung des DAAD in Tunesien und kündigte eine noch stärkere Zusammenarbeit im Bildungsbereich mit Deutschland an. Frau Dr. Rüland konnte sich bei der Gelegenheit von der erfolgreichen Aufbau- und Netzwerkarbeit des DAAD Büros Tunis seit September 2012 überzeugen: „Das Büro ist zweckmäßig und geschmackvoll eingerichtet und hat bereits eine beachtliche Bekanntheit in der tunesischen Hochschullandschaft erreicht," so ihr erstes Fazit.

Großer Andrang auf der DAAD Konferenz „ Die tunesisch-deutschen Hochschulbeziehungen -  Bestandsaufnahme und Perspektiven"

Es kamen mehr Teilnehmer als eingeladen zur anschließenden DAAD Konferenz am 9. März 2013 im Hotel Ramada Plaza in Tunis. 150 Hochschulvertreter, unter ihnen zahlreiche Universitätspräsidenten und Direktoren, Vertreter der Ministerien, Hochschulvertreter aus allen Fachbereichen und Alumni, diskutierten über bisher Erreichtes und über Perspektiven der tunesisch-deutschen Hochschulzusammenarbeit. „In den tunesisch-deutschen Hochschulbeziehungen steckt noch viel Potential," glaubt Dr. Rüland, „ ich habe tunesische Hochschulverantwortliche getroffen, die es verstehen, die neuen Freiräume zu nutzen, die mehr Autonomie einfordern und für ihre Universitäten in den verschiedensten Feldern neue Perspektiven erschließen wollen. Dabei setzen sie auf die Erfahrung, auf die Expertise und Kooperation mit deutschen Partnern und wollen gemeinsam neue didaktische Konzepte, mehr Kooperation mit Wirtschaft und Gesellschaft, international mehr strukturelle Kooperation und insbesondere eine moderne Governance ausprobieren."

Viele Alumni sahen sich nach 20 Jahren erstmals wieder. Entsprechend euphorisch war die Atmosphäre, die nach einem langen Konferenztag abends in der Residenz  auf Einladung des Deutschen Botschafters in Tunesien herrschte. „Die Konferenz und die starke Unterstützung, die Deutschland mit den Transformationspartnerschaften leistet,. machen Mut und bringen uns voran", so war von den tunesischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu hören. „Es ist gut zu wissen, dass Deutschland uns zuverlässig und partnerschaftlich zur Seite steht".

Es herrscht Aufbruchstimmung an tunesischen Universitäten

Tunesische Hochschulen sehen in der Umbruchssituation neue Chancen und suchen nach Orientierungen, gerne auch im internationalen Umfeld: es herrscht Aufbruchstimmung, nicht nur politisch, sondern auch an den Hochschulen. Deutschland profitiert davon, dass in Folge der politischen Wende eine Art Monopol gefallen ist: die bisher recht einseitige Kultur-, Wirtschafts- und Bildungsorientierung des Maghreb gen Frankreich. Über 500 Besucher haben sich in den ersten vier Monaten im DAAD Büro Tunis informiert und beraten lassen. Besonders nachgefragt sind Aufbaustudienprogramme im Master- und PhD-Bereich, Sprachkurse und Praktikumsmöglichkeiten. So wundert es nicht, dass der DAAD auf der Bildungsmesse „Salon Perspectives" im März neben Campus France und der Kanadischen Botschaft zu den Ständen mit der höchsten Besucherzahl gehörte.

„Die Transformationspartnerschaft haben die tunesisch-deutschen Beziehungen angekurbelt, so die Leiterin des DAAD Büro Tunis, Beate Schindler-Kovats und betont: „Es gibt eine große Nachfrage nach Studieren und Forschen in Deutschland. Wir informieren und beraten individuell über die Möglichkeiten und Programme in Deutschland, stark zugenommen hat aber auch das institutionelle Interesse an Kooperationen mit Deutschland. Der DAAD braucht eine dauerhafte Anlaufstelle für Nordafrika."

Parlamentariergruppe Maghreb-Staaten zu Gast im DAAD Büro Tunis

Trotz des engen Besuchsplans für die Parlamentariergruppe Maghreb in Tunesien (3.-7.3.2013) nahm sich die fünfköpfige Delegation MdB Günter Gloser (Vorsitzender der Gruppe, SPD), MdB Joachim Hörster (CDU/CSU), MdB Gabriele Groneberg (SPD), Cordula Klinger (PG Sekretariat) und Nicola Abbas (Dolmetscherin) Zeit für ein Gespräch im DAAD Büro Tunis. Die Parlamentarier zeigten sich beeindruckt von der Bürostruktur und Arbeit des DAAD in Tunis und betonten die Wichtigkeit der tunesisch-deutschen Bildungs-und Kulturbeziehungen. Das Gespräch mit deutschsprachigen Studierenden verschiedener Fachbereiche drehte sich um aktuelle Themen wie  Berufsperspektiven für junge Akademiker, Internationalität von Bildung und Sprachenlernen. Die jungen Studierenden betonten das große Interesse an Praktika in Deutschland oder bei deutschen Firmen, sie forderten mehr Engagement für Tunesien von der Wirtschaft und Politik Deutschlands.

Erstellt von Beate Schindler-Kovats, DAAD Tunis

Bericht über die offizielle Eröffnung des DAAD Büros Tunis und die DAAD Konferenz "Die tunesisch-deutschen Hochschulbeziehungen: Bestandsaufnahme und Perspektive":

DAAD in Tunesien

Im Herzen des Wandels


Der DAAD stärkt sein Engagement in Tunesien: Das neue Büro in der Hauptstadt Tunis ist nun offiziell eröffnet; eine Konferenz beleuchtet die tunesisch-deutschen Kooperationen und zeigt Perspektiven für die weitere Zusammenarbeit auf. Unterstützt durch Mittel des Auswärtigen Amts im Rahmen der Deutsch-Arabischen Transformationspartnerschaften begleitet der DAAD in dieser Partnerschaft den Wandel Tunesiens nach dem Ende des Ben-Ali-Regimes.

Es ist ein Ort mit hoher Symbolkraft, an dem der DAAD seit September 2012 vertreten ist. Das neue Büro in Tunis liegt nur knapp 50 Meter von der Avenue Bourguiba, dem Epizentrum der tunesischen Revolution, entfernt. Zur offiziellen Eröffnung am 8. März 2013 kamen Akteure des deutsch-tunesischen Austauschs – unter ihnen Tunesiens Hochschulminister Professor Moncef Ben Salem, der Deutsche Botschafter Jens Plötner und DAAD-Generalsekretärin Dr. Dorothea Rüland – zusammen und erörterten Bildungsperspektiven, aber auch die politischen Entwicklungen. Das ist keine Selbstverständlichkeit, schließlich mussten Gesprächspartner vor dem 14. Januar 2011 nach Treffen mit ausländischen Vertretern stets einen Anruf des Geheimdienstes befürchten. Heute hingegen hat das in Sichtweite des DAAD-Büros gelegene Innenministerium seinen früheren Schrecken verloren.

Vom Klammergriff befreit
Der Sturz des Ben-Ali-Regimes hat auch die Hochschulen des Landes ein Stück weit vom engen Klammergriff der Politik befreit. Die Rektoren werden heute gewählt statt vom Bildungsministerium ernannt. Zugleich steht die interne Reform der Universitäten noch immer am Anfang und wechselnde Ansprechpartner, etwa durch Regierungsumbildungen, erschweren oft die Planungssicherheit. Doch eben solche Unwägbarkeiten gehören zu den Herausforderungen eines Landes im Umbruch – einem Prozess, den die Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaft mit Tunesien und Ägypten bewusst fördert und begleitet. 


Tunesische Hochschulen sehen in der Umbruchssituation aber auch neue Chancen: „In den tunesisch-deutschen Hochschulbeziehungen steckt noch viel Potenzial,“ glaubt Dorothea Rüland, „ich habe tunesische Hochschulverantwortliche getroffen, die es verstehen, die neuen Freiräume zu nutzen, die mehr Autonomie einfordern und für ihre Universitäten in den verschiedensten Feldern neue Perspektiven erschließen wollen. Dabei setzen sie auf die Erfahrung, auf die Expertise und Kooperation mit deutschen Partnern und wollen gemeinsam neue didaktische Konzepte, mehr Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Gesellschaft, international mehr strukturelle Kooperation und insbesondere eine moderne Governance ausprobieren.“

Konstruktive und kontroverse Konferenz
Nicht zufällig fiel die Eröffnung der DAAD-Repräsentanz mit der Konferenz „Die tunesisch-deutschen Hochschulbeziehungen: Bestandsaufnahmen und Perspektiven“ zusammen, die Fahrpläne für die weitere Zusammenarbeit liefern sollte. In insgesamt fünf Workshops rauchten deshalb die Köpfe – konstruktiv aber auch kontrovers. So etwa bei den Germanisten, schließlich verändern der Bologna-Prozess und die neuen, kulturwissenschaftlichen Blickwinkel des Faches auch das Verhältnis zu den sogenannten „Auslandsgermanisten“. Interkulturalität, Sprachentwicklung in Zeiten sozialer Medien – auch für die tunesischen Wissenschaftler sind das noch ungewohnte Konzepte, die die Disziplin für angehende junge Germanistik-Studenten aber nicht selten umso attraktiver machen. Gehören Goethe und Heine nun also aufs Abstellgleis? Einige der tunesischen Germanisten meinen, dass gerade die „klassische“ Ausbildung die Grundlagen legt, um über die deutsche Sprache auch als Kulturmittler wirken zu können.


Die mühelose Kommunikation in Englisch gehört indes für Ingenieure und Naturwissenschaftler oftmals zum Forschungsalltag. Probleme bereiten ihnen noch die gegenseitige Anerkennung von Bildungsabschlüssen, bürokratische Mühlen und Antragsverfahren. Dabei stehen sie mit ganz konkreten Projekten schon seit geraumer Zeit in den Startlöchern. Die Nanotechniker um Professor Adnane Abdelghani vom tunesischen Naturwissenschaftszentrum INSAT programmieren etwa derzeit Bakterien so um, dass sie Schadstoffe im Abwasser neutralisieren – ein greifbarer Fortschritt für Professor Müfit Bahadir von der TU Braunschweig und sein Abwasser-Projekt „EMPOWER Tunisia“.

Demokratisierung der Universitäten
Ein unabhängiges Forschungsinstitut sieht auch Dr. Anis Ben Amor als Voraussetzung und nächstes Ziel seiner Arbeit an. Für den Politikwissenschaftler ist das Projekt „Medien und Islam“ mit der LMU München und der Universität Passau dabei nicht nur inhaltlich ein erster Schritt. Die Strukturen in Tunesiens Sozialwissenschaft sind gleichermaßen aufgebläht wie verkrustet – unter Ben Ali diente die vielgelobte hohe Studentenrate oft als Ventil, um die drängenden politischen und sozialen Probleme aufzuschieben. Die Vermittlung wissenschaftlicher Standards, die Kooperation und Vergleich mit Hochschulen im Ausland erst ermöglichen, geht daher mit der Demokratisierung der Universitäten einher. 


Adnane Abdelghani und Anis Ben Amor haben beide in Deutschland gelebt und geforscht. Die Alumniarbeit des DAAD ist eine wichtige Stütze bei der Intensivierung der Zusammenarbeit. So standen denn auch die tunesischen Alumni im Fokus der Konferenz. Gerade für die Nachhaltigkeit der Programm- und Projektarbeit, aber auch als Kulturmittler mit unterschiedlichsten Biografien – und damit als Ansprechpartner für angehende Stipendiaten – spielen sie eine wesentliche Rolle, die sie nach dem Sturz der Diktatur besser wahrnehmen können.

DAAD verstärkt seine Präsenz in Nordafrika mit einem neuen Büro
Mit dem neuen DAAD-Büro Tunis verstärkt der DAAD seine Präsenz in Nordafrika. Seit vielen Jahren schon unterhält der DAAD ein Lektorat an der Universität La Manouba und stand damit in engem Kontakt mit der tunesischen Hochschullandschaft. Auch das Lektorennetz in Tunesien wird noch in diesem Jahr weiter ausgebaut.


Von Stipendien über Studienplätze bis hin zu Forschungsprojekten, über 500 Anfragen schon vor der offiziellen Büro-Eröffnung zeugen vom großen Interesse tunesischer Studierender, Dozenten und Forscher an Deutschland. De facto arbeiten Beate Schindler-Kovats, die Leiterin des DAAD-Büro Tunis, und ihre zwei Mitarbeiterinnen schon seit einem halben Jahr auf Hochtouren, um über vorhandene Möglichkeiten zu informieren und künftige Kooperationen auszuloten. „Die Transformationspartnerschaft war natürlich ein wichtiger Anlass für die Einrichtung des neuen Büros in Tunis“, sagt Beate Schindler-Kovats und betont: „Es gibt eine große Nachfrage nach Studieren und Forschen in Deutschland. Wir informieren und beraten individuell über die Möglichkeiten und Programme in Deutschland, stark zugenommen hat aber auch das institutionelle Interesse an Kooperationen mit Deutschland. Der DAAD braucht eine dauerhafte Anlaufstelle für Nordafrika.“ Deutschland profitiert davon, dass in Folge der politischen Wende eine Art Monopol gefallen ist: die bisher recht einseitige Kultur-, Wirtschafts- und Bildungsorientierung des Maghreb gen Frankreich.

DAAD-Büro Tunis
DAAD Bureau Tunis
Immeuble KOOLI,
14, rue du 18 janvier 1952, 5ième étage, Tunis 
info@daad.tn
www.daad.tn

Autor: Robert Chatterjee

Veröffentlichungsdatum: 13.03.2013

Weiterführende Links:
Deutsch-Arabische Transformationspartnerschaft

Interview:

Die Zeit war reif - Die Leiterin des DAAD-Büros in Tunis, Beate Schindler-Kovats, berichtet über ihre ersten Erfahrungen in Tunesien.

Schindler Kovats 510

Warum hat der DAAD das Büro in Tunis eingerichtet?

Wichtiger Anlass ist natürlich die deutsch-arabische Transformationspartnerschaft mit Tunesien und Ägypten. Durch diese sind viele Projekte angeregt worden, das Interesse an Zusammenarbeit mit Deutschland ist groß. Der Maghreb orientierte sich in der Vergangenheit stark an Frankreich, die deutsche Hochschullandschaft war wenig bekannt. Um hier stärker über den Standort Deutschland zu informieren und das neue Interesse befriedigen zu können, braucht der DAAD eine dauerhafte Anlaufstelle in Nordafrika.

Wie wird die Vertretung des DAAD in Tunesien aufgenommen?

Wir haben einen unglaublichen Zulauf: Viele Studierende fragen nach Möglichkeiten, in Deutschland zu studieren und zu arbeiten, Hochschulen streben Partnerschaften mit deutschen Hochschulen an und Firmen suchen nach Kontakten für neue Projekte. Wir haben alle Hände voll zu tun.

Wie unterstützt der DAAD den Transformationsprozess?

Wir können den Hochschulen Hilfestellungen geben und Modelle zeigen. Dabei ermöglichen wir auf verschiedenen Ebenen Erfahrungs- und Wissensaustausch: einerseits in Austauschprogrammen mit Deutschland für Studierende, Wissenschaftler und Hochschulmanager und andererseits auf Netzwerktreffen in Tunesien und Ägypten. Die Netzwerke in der Region sind noch lückenhaft und haben Defizite, aber sie sind wichtig, damit Austausch über die doch meist ähnlichen Probleme stattfinden kann. Diese Verbindungen müssen gestärkt und ausgebaut werden.

Eine dankbare Aufgabe?

Ein Transformationsprozess braucht Zeit und ist mit vielen Wagnissen verbunden. Doch gerade darin steckt die große Chance: Deutschland ist ein beliebter und begehrter Partner. Uns wird in der Bildung viel zugetraut und wir werden sehr offen empfangen. Wo immer möglich, geben wir Rat und bieten mit unseren zahlreichen DAAD-Programmen Unterstützung. Dies trägt bereits Früchte in zahlreichen Ansätzen und Initiativen, die in den letzten Monaten entstanden sind.