Leuchtturmprojekte

VGU

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VGU

Vietnamesisch-Deutsche Universität

Die Vietnamesisch-Deutsche Universität (Vietnamese-German University, VGU) in Ho Chi Minh City ist die erste staatliche Hochschule ausländischer Herkunft. Ihr kommt  die Rolle eines Pioniers zu, dessen Humboldt’sche Prinzipien eine Vorbildfunktion für  das gesamte vietnamesische Hochschulwesen entwickeln sollen. Ziel ist es, in den kommenden Jahrzehnten eine erstklassige Forschungsuniversität aufzubauen.

Unterrichtet wird bis zur Fertigstellung des Campus im Jahr 2017 auf einem Übergangscampus 40 Kilometer von HCMC entfernt in Binh Duong. Derzeit sind rund 750 Studierende eingeschrieben. Am 17. Februar 2009 gründete sich im DAAD in Bonn der Konsortialverein Vietnamese German University e.V.. Mitglieder im Verein sind aktuell 37 Hochschulen und Institutionen sowie der TU9-Verein.

Die VGU bietet zurzeit zehn Studienprogramme (ein MBA, sechs Master- und drei Bachelorstudiengänge) an:

  • M.Sc. Business Information Systems (Hochschule Heilbronn und Hochschule Furtwangen),
  • M.Sc. Computational Engineering (Ruhr-Universität Bochum),
  • M.Sc. Mechatronics and Sensor System Technology (Hochschule Karlsruhe),
  • M.Sc. Sustainable Urban Development (TU Darmstadt),
  • M.Sc. Traffic and Transport (TU Darmstadt),
  • M.Sc. Global Production Engineering and Management (TU Berlin),
  • MBA Small- and Medium-sized Enterprise Development (U Leipzig),
  • B.Eng. Electrical Engineering and Information Technology (FH Frankfurt a. M.),
  • B.Sc. Finance and Accounting (Universität Frankfurt a. M.),
  • B.Sc. Computer Science (FH Frankfurt, FH Köln und HS Bonn-Rhein-Sieg).

Die Studiengebühren betragen je nach Studiengang 900 – 1.500 Euro pro Semester. Die ersten zwölf Masterabsolventen der VGU erhielten am 21. November 2011 ihr Abschlusszeugnis im Beisein von Bundeskanzler a.D. Gerhard Schröder. Bis heute verzeichnet die VGU 70 Absolventen, davon über 50 aus Masterstudiengängen.

Im März 2010 wurde das erste Research Centre for Traffic and Transport (VGTRC) eröffnet. Das VGTRC wird gemeinsam mit der University of Transport and Communications (UTC), Hanoi/HCMC und der TU Darmstadt betrieben.

Im Rahmen der „Higher Education Reform Agenda“ (HERA) finanziert die Weltbank für die VGU als „New Model Research University“ einen Campusneubau im Umfang von 180 Mio. US-Dollar. Weitere 20 Mio. USD werden von der vietnamesischen Regierung zur Verfügung gestellt, so dass insgesamt 200 Mio. USD für den Auf- und Ausbau der VGU zu einer führenden Forschungsuniversität in Südostasien zur Verfügung stehen. Der neue Campussoll unweit des jetzigen Campus in der Region Binh Duong entstehen und 2017 fertiggestellt sein. Neben der VGU gibt es weitere Bi-Nationale Universitäten, die mit anderen Partnerländern aufgebaut werden sollen. In Hanoi hat die Vietnamesisch-Französische Universität University of Science and Technology Hanoi im Jahr 2010 ihren Betrieb aufgenommen. Weitere internationale Universitäten sind mit Großbritannien und Japan geplant.

Vietnam_Studenten_VGU
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Bilaterale SDG-Graduiertenkollegs

Im September 2015 wurde die neue UN-Entwicklungsagenda „Transforming our World: The 2030 Agenda for Sustainable Development“ verabschiedet. Im Zentrum der neuen Entwicklungsagenda steht die gemeinsame Verantwortung von Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländern innerhalb einer globalen Partnerschaft. Als Folgekonzept der Millennium-Development Goals (MDG) wurden in diesem Rahmen die Sustainable Development Goals (SDG) definiert. Dem Ziel einer chancengerechten, qualitativ hochwertigen Bildung wird dabei hohe Bedeutung zugemessen.

Das Programm „Bilaterale SDG-Graduiertenkollegs“ soll einen Beitrag zur Erreichung dieser neuen Entwicklungsziele leisten. Hierzu fördert der DAAD den Aufbau von SDG-Graduiertenkollegs in Entwicklungsländern. Deutsche Hochschulen und ihre internationalen Partnerhochschulen bilden spezialisierte Experten und Dozenten auf Master-, Promotions- und Postdoc-Level aus mit dem Ziel, die Strukturen vor Ort nachhaltig zu stärken und innovative Lösungen für zentrale SDG-Themen zu erarbeiten. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien.

Das Programm wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert. Das Fördervolumen beläuft sich von 2016 bis 2020 pro Jahr und pro Projekt auf bis zu 450.000,- Euro. Der regionale Schwerpunkt des Programms liegt mit vier SDG-Graduiertenkollegs auf dem afrikanischen Kontinent (Äthiopien, Nigeria, Kamerun und Südafrika), zwei weitere Kollegs werden in Lateinamerika (Peru, Kuba) aufgebaut sowie ein Kolleg in Vietnam.

RoHan – Rostock-Hanoi SDG Graduate School

Catalysis as key towards sustainable resource management

Vietnams Wirtschaft wächst rasant, Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung dürfen dabei jedoch nicht aus den Augen verloren werden. Katalyse gewinnt diesbezüglich enorm an Bedeutung und stellt ein Schlüsselverfahren für nachhaltiges Ressourcenmanagement dar. Hier ist die Katalyse nicht nur in der Aufbereitung von Öl- und Gas von zentraler Bedeutung, sondern spielt auch in diversen anderen entwicklungsrelevanten Bereichen eine große Rolle.

Sie ist vielseitig anwendbar, so bspw. in der Aufbereitung und Sicherung fossiler wie auch regenerativer Energieträger oder in der Entwicklung und Optimierung von Versorgungsketten im Energiebereich. Im Gesundheitsbereich und in der Landwirtschaft wird die Katalyse in der Herstellung pharmazeutischer Erzeugnisse und landwirtschaftlicher Produkte zur Steigerung der Ernteerträge eingesetzt. Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ist die Wiederaufbereitung von Abwasser und Gasen.

Die Hanoi University of Science and Technology und die Universität Rostock wollen in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT) und der Vietnam National University Experten auf dem Gebiet der Katalyse aus- und fortbilden. Die künftigen, nach internationalem Standard ausgebildeten Fach- und Führungskräfte sind in der vietnamesischen Wissenschaft und Wirtschaft begehrt und vielseitig einsetzbar, sie tragen so zur nachhaltigen Entwicklung der gesamten Region bei.

Weiterführende Informationen

Kontakt DAAD

Referat P31 Hochschulstrukturförderung in der Entwicklungszusammenarbeit