Überblick: Hochschulsystem und Internationalisierung

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Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Hochschultypen und das Studiensystem.

Hochschulen

Das postsekundäre Bildungswesen wird in den USA als Dienstleistungsgewerbe betrachtet und besteht aus ca. 10.000 Einrichtungen mit 4000 akkreditierten Hochschulen. Die Trägerschaft kann öffentlich oder privat sein, und da es sich um eigenständige Wirtschaftsbetriebe handelt, ist es nicht verwunderlich, dass die Hochschulen von einem nicht-akademischen Verwaltungsrat verwaltet werden. Dieser Status erklärt die hohen Studiengebühren und die durchaus üblichen Abteilungen für Werbung und Öffentlichkeitsarbeit.

Die Akkreditierung ist das wichtigste Kriterium für die spätere Anerkennung der amerikanischen Studienleistungen in Deutschland. Alle Bewerber sollten sicherstellen, dass es sich bei der gewählten Hochschule um eine "accredited institution" handelt.

Ranking ist aus dem amerikanischen Hochschulwesen nicht mehr wegzudenken. Je nach begutachtender Organisation und Kriterienkatalog können sich die Ergebnisse unterscheiden, deshalb ist Vorsicht geboten. Rankings haben einen kommerziellen Aspekt und werden hauptsächlich von privaten Einrichtungen oder den Medien durchgeführt, nicht von einer allgemein anerkannten staatlichen Autorität. Auflistungen findet man z.B. bei U.S. News und The Princeton Review sowie das Ranking der Promotionsstudiengänge und das neue Grad School Ranking (nach Fachrichtungen).

Campus bezeichnet die in den USA oft übliche Einheit von Leben und Studieren - ein in sich geschlossenes Gemeinwesen mit eigenen oft strengen Regeln.

Das akademische Jahr umfasst einen Zeitraum von neun bis zehn Monaten und wird meist in zwei Semester geteilt. Es gibt jedoch etliche davon abweichende Modelle und Variationen.

Der Stundenplan/Lehrplan (program/curriculum) bildet den äußeren Rahmen für den individuellen Studienplan, der mit dem, jedem Studierenden zugeteilten academic adviser besprochen und von diesem auch genehmigt werden muss. Bei Versagen eines Studierenden muss somit auch der adviser dafür geradestehen. Die Wettbewerbsorientiertheit des gesamten Systems äußert sich im leistungsorientierten Ablauf des Studiums: ein großes Arbeitspensum und das Prinzip der kontinuierlichen Zwischenprüfungen.

Die Benotung (grades) der einzelnen Fächer wird in Relation zur Semesterwochenstundenzahl (credit hours) gesetzt, um die für einen Abschluss geforderten Leistungen möglichst objektiv zu erfassen.

Akademische Grade sind in den USA nicht geschützt und auch nicht automatisch berufsqualifizierend.

Hochschultypen und Abschlüsse
Aufgrund der Vielschichtigkeit des amerikanischen Hochschulwesens, können hier nur die relevantesten Typen aufgeführt werden.

  • 2-year community colleges:
    Die Studieninhalte bewegen sich weitgehend auf dem Niveau der gymnasialen Oberstufe. Nur wer bewusst eine Zeitlang "aussteigen" und Amerika mit Muße, ohne größere fachliche Anforderungen und akademischen Stress erleben möchte, mag mit einem community college die richtige Wahl treffen.
  • 4-year Colleges:
    als eigenständige Institutionen und zugleich auch als Kernstück der universities sind sie die Ausbildungsstätten der undergraduate education. Der angestrebte Studienabschluss ist der akademische Grad des Bachelor of Arts oder Sciences (B.A./B.S.).
  • University (einige technische Universitäten führen die Bezeichnung Institute of Technology):
    es handelt sich um Hochschulen, die über die College-Ausbildung hinaus Studiengänge im graduate-Bereich anbieten.
  • Graduate Schools:
    sie sind ein Teil der university und vertiefen im graduate study das wissenschaftliche Studium über das college hinaus. Der Abschluss ist entweder der Master (M.A. = of Arts, M.S. = of Science) oder im Falle eines Doktorats der Doktorgrad (Ph.D. = Doctor of Philosophy). Typische Fächer sind die nicht unmittelbar berufsbezogenen Disziplinen der Geisteswissenschaften.
  • Professional Education/Professional School:
    hiermit werden Fachbereiche und Fakultäten bezeichnet, die zu 'gelehrten Berufen' führen. Die Studiengänge werden i.d.R. mit einem first professional degree (z.B. Bachelor of Arts in Education) beendet und können in graduate programs vertieft werden, die zu einem second professional degree führen (z.B. Master of Arts in Teaching).

Studiensystem

Das amerikanische Hochschulsystem ist stark dezentralisiert und äußerst vielfältig. Die Institutionen unterscheiden sich nach Zielen, Organisationsstruktur, Art der study programs (akademisch bzw. berufsorientiert) sowie nach Finanzierung (öffentlich/privat). Es gibt keine zentrale Stelle, die den Bildungsbereich kontrolliert bzw. koordiniert. Folgende Punkte definieren den Charakter des amerikanischen Bildungswesens und illustrieren zugleich die Hauptunterschiede zum deutschen überwiegend staatlich organisierten und finanzierten Bildungssystem:

  • Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern gibt es in den USA kein nationales Gesetz zum Bildungswesen. Die Bundesregierung (national government) besitzt in Bildungsfragen eine sehr begrenzte Autorität, die sie mit anderen Regierungseinrichtungen auf Ebene der Bundesstaaten (state government) und Gemeindeebene (local government) sowie mit den Bildungseinrichtungen teilt. Die Struktur dieser geteilten Verantwortlichkeit für Bildungspolitik und Bildungsplanung ist außerordentlich komplex; die Hauptautorität in Bildungsfragen liegt jedoch bei den Institutionen selbst und den Gemeinden.
  • Die Bildungseinrichtungen/Hochschulen sind höchste Autorität für alle akademischen Fragen: sie entscheiden autonom über Zulassung, Lehrplan, Anerkennung u.s.w..
  • Berufsqualifizierende Lizenzen für Mediziner, Lehrer u.s.w. werden von den zuständigen (Berufs)verbänden (licensing agencies), in der Regel auf Bundesstaatenebene, vergeben.
  • Das amerikanische Bildungswesen versteht sich als Anbieter einer Vielfalt von Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten, für die die Studierenden bezahlen. An die Vorstellung vom postsekundären Bildungswesen als kommerzialisierten Dienstleistungsbereich müssen sich viele deutsche Studierende erst gewöhnen, aber Werbung und Öffentlichkeitsarbeit sind Teil der amerikanischen Hochschullandschaft und für Amerikaner selbstverständlich.

Das Studium in den USA ist in zwei deutlich voneinander abgegrenzte Abschnitte eingeteilt: die in der Regel vierjährigen undergraduate studies und die darauffolgenden zweijährigen graduate studies. Die für reglementierte akademische Berufe qualifizierenden professional studies folgen eigenen Regeln und Abläufen. Das amerikanische Hochschulsystem kennt rund 2.500 akademische Grade, die sich in vier große Gruppen einteilen lassen: Associate degrees (community colleges), Bachelor degrees (undergraduate studies), Master's degrees (graduate studies), doctoral degrees.

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