Überblick: Hochschulsystem und Internationalisierung

By MykReeve [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons

Erfahren Sie mehr über die Hochschultypen und das Bildungssystem.

Hochschulen

In Spanien schließt die Universität praktisch die gesamte Hochschulausbildung ein. Es gibt nur wenige außeruniversitäre Hochschuleinrichtungen. Der Begriff Universität bezeichnet in Spanien eine Institution, die von vielen Hochschuleinrichtungen gebildet wird. Dies können Facultades (Fakultäten), Escuelas Técnicas Superiores bzw. Escuelas Politécnicas Superiores (Ingenieurwissenschaftliche Fakultäten), Escuelas Universitarias bzw. Escuelas Universitarias Politécnicas (Einrichtungen mit berufsqualifizierendem Abschluss nach drei Jahren) oder Colegios Universitarios (mit wenigen Ausnahmen nur Studium im primer ciclo) u.ä. sein.

In Spanien gibt es zur Zeit  82 Universitäten, mehr als die Hälfte davon sind öffentlich (50).

Studiensystem

Nachdem die spanischen Universitäten seit 2007 die inzwischen sehr weitreichende Einführung von Master-Studiengängen nach dem Bologna-Modell vorangetrieben haben, wurden im akademischen Jahr 2009/2010 landesweit auch die grundständigen Studiengänge auf das Bachelor-System umgestellt. Anders als es zumeist in Deutschland der Fall ist, haben die neuen Bachelor-Studiengänge (Estudios de Grado) in Spanien eine Dauer von vier Jahren. Entsprechend werden die spanischen "Bologna-Master" in aller Regel bereits nach einem Jahr beendet, in Ausnahmefällen auch nach zwei Jahren.

Neben den Master-Studien nach dem Bologna-Modell (Másteres universitarios oficiales) existieren in Spanien bereits seit längerem berufsbezogene Master (z.B. MBA), die allerdings mit einem hochschuleigenen Titel (Título propio) beendet werden, der nicht zur Promotion berechtigt.

Voraussetzung für den Erhalt einer Promotionszulassung an spanischen Universitäten ist der "Bologna-Master". Für die sich daran anschließende Doktorarbeit sind weitere drei bis vier Jahre vorgesehen.

Die bisherigen grundständigen Kurzzeitstudiengänge mit berufsqualifizierendem Abschluss (Diplomaturas) wurden im Zuge der Bologna-Reformen in vierjährige Bachelor-Studiengänge (Grados) überführt.

Die Zulassung zu einem spanischen Master-Studiengang ist mit einem in Deutschland erworbenen Bachelor-Titel in aller Regel problemlos möglich. Nach dem Königlichen Dekret (Real Decreto) 1393-2007, gilt der Grundsatz, dass die Hochschulabschlüsse, die in einem anderen Land des Europäischen Hochschulraums zur dortigen Aufnahme eines Master-Studiums berechtigen gleichfalls für die Zulassung in einen spanischen Master-Studiengang nach dem Bologna-Modell gelten.

Die letztliche Entscheidung über die Zulassung trifft allerdings (wie in Deutschland auch) die Hochschule. Im Einzelfall empfiehlt es sich daher dringend, die Zulassungsbedingungen für einen bestimmten Master-Studiengang rechtzeitig über die jeweilige spanische Hochschule in Erfahrung zu bringen.

Alle hier genannten Neuerungen gelten für Erstimmatrikulationen ab dem Studienjahr 2009/2010 bzw. 2010/2011. Da bereits eingeschriebene Studierende ihr Studium nach dem bisherigen nationalen System beenden können, besteht dieses in den kommenden Jahren noch parallel fort.

Das Studienjahr beginnt je nach Hochschule zwischen Mitte September und Mitte Oktober, die Vorlesungszeit endet Ende Mai/Anfang Juni. Im Januar und Februar sowie im Juni und Juli sind vorlesungsfreie Prüfungsphasen.

Ein zentraler Punkt der Hochschulreform ist die Einführung von Studienpunkten (créditos). So wird die Länge eines Studiums nicht mehr in Jahren, sondern in créditos angegeben. Ein crédito entspricht zehn Stunden an Lehrveranstaltungen und Selbststudium (carga lectiva).

Detaillierte Informationen zum Bildungssystem und zur Anerkennung von Studien- und Berufsabschlüssen in Spanien finden Sie auf den Seiten der Bildungsabteilung der spanischen Botschaft.

Informationen zu Fragen der Anerkennung von Studienleistungen, -abschlüssen und akademischen Graden finden sie in unseren Tipps vorab.