Leuchtturmprojekte

Udo Folkers / blog.goout

In der Russischen Föderation wurden seitens des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in den letzten Jahren viele verschieden Hochschulprojekte initiiert. Drei Leuchtturmprojekte möchten wir Ihnen im folgenden vorstellen.

DAAD-Exzellenzzentrum „German-Russian Interdisciplinary Science Center“ (G-RISC), St. Petersburg

Das „German-Russian Interdisciplinary Science Center (G-RISC)“ ist ein Kooperationsprojekt der Freien Universität Berlin und der St. Petersburger Staatlichen Universität im Rahmen des DAAD-Programms „Exzellenzzentren in Forschung und Lehre“. Das Zentrum bündelt die Kompetenzen von rund 100 Arbeitsgruppen aus Physik, Physikalischer Chemie, Geophysik und Mathematik aus 30 Institutionen beider Länder.

Das Zentrum wird seit 2009 durch den DAAD gefördert. Die Gesamtförderung beträgt 1,24 Mio. € (2012: 243.000 €). Die derzeitige Förderung läuft bis 31.7.2014.

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Website des G-RISC

Ziel des Projekts ist der Aufbau eines naturwissenschaftlichen Exzellenzzentrums in der Russischen Föderation und die Etablierung interdisziplinärer Wissenschaftsplattformen unter Beteiligung der Fächer Physik, Geophysik, Physikalische Chemie und Mathematik innerhalb des G-RISC. Das G-RISC fördert junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Russland und Deutschland durch gezielte Fördermaßnahmen von wissenschaftlich hervorragenden, interdisziplinären, bilateralen Forschungsvorhaben und Konferenzen und etabliert ein effizient arbeitendes Austauschprogramm, in dem der wissenschaftliche Nachwuchs für Forschungsarbeiten sowie erfahrene Wissenschaftler für interdisziplinär ausgerichtete Lehraufgaben zwischen beiden Ländern ausgetauscht werden. Zur Unterstützung dieser Strukturen werden Ausschreibungen zur Förderung durch G-RISC alle 6 Monate herausgegeben. Das G-RISC orientiert sich eng an den Kriterien der Exzellenz in Forschung und Lehre, so dass nur die besten Wissenschaftler und hervorragender wissenschaftlicher Nachwuchs aus der Russischen Föderation und Deutschland von den Aktivitäten des Exzellenz-Zentrums G-RISC beteiligt werden. Weitere Maßnahmen sind Workshops, Sommerschulen, Lehrveranstaltungen und öffentliche science lectures an ausgewählten Wissenschaftsstandorten in Deutschland und Russland. Ein weiteres Ziele ist die Anwendung von neuartigen Formen der Lehre unter Nutzung von elektronischen Medien. In längerfristiger Perspektive ist eine Graduiertenausbildung geplant.

Russische Föderation - GRISC - Huber ©DAAD

Die interdisziplinäre Forschung dient der engen Zusammenarbeit, um bedeutende, interdisziplinäre Fragestellungen aus dem Gebiet der Naturwissenschaften unter Beteiligung von Arbeitsgruppen aus Deutschland und der Russischen Föderation zu bearbeiten. Hierzu gehören aktuelle Fragestellungen aus den Nanowissenschaften, intermolekulare Wechselwirkungen, Wellen in den Naturwissenschaften und deren Kontrolle. Zur Unterstützung von G-RISC Forschungsvorhaben wird ein eigener G-RISC Strahlrohrwissenschaftler an der Speicherringanlage BESSY II (Deutsch-Russisches Labor) am Helmholtz-Zentrum Berlin gefördert. Das G-RISC basiert auf föderalen Strukturen, so dass sämtliche Forschungsinstitutionen aus Russland und Deutschland beteiligt werden können. Die Aktivitäten werden durch koordinierende Hochschulen, Staatliche Universität St. Petersburg und Freie Universität Berlin, gesteuert.

Institut für Russisch-Deutsche Literatur- und Kulturbeziehungen

Das seit 2008 bestehende „Institut für Russisch-Deutsche Literatur- und Kulturbeziehungen“ gründet auf dem vom DAAD 2005 eröffneten „Thomas-Mann-Lehrstuhl für Deutsche Philologie“ an der Russischen Staatlichen Universität für Geisteswissenschaften (RGGU) Moskau. Inhaber des Lehrstuhls ist Herr Prof. Dr. Dirk Kemper, der auch Gründungsmitglied und Vize-Präsident des Russischen Germanistenverbands ist. Mit Prof. Kemper ist damit seit 1917 in Russland erstmals eine ordentliche Professur und Lehrstuhlleitung an einen deutschen Wissenschaftler vergeben worden.

Das Zentrum setzt sich zum Ziel, über den Aufbau einer mehrstufigen Ausbildungsstruktur für den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Germanistik zeitgemäß ausgebildete Multiplikatoren zu generieren, wichtige Innovationsimpulse für eine international orientierte Germanistik zu geben und ein zukunftsweisendes best practice-Modell für die internationale Germanistik im Bologna-Prozess zu erarbeiten

Das Zentrum bietet den zweijährigen Doppel-Masterstudiengang „Literaturwissenschaft international: Deutsch-russische Transfers“ mit der Universität Freiburg an. Die Absolventen erhalten je ein Masterdiplom der RGGU Moskau und der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg.

Russland - Praesidium  ©

Absolventen des MA-Studiengangs haben darüber hinaus die Möglichkeit, im Rahmen der vom DAAD finanzierten Vladimir-Admoni-Doktorantenschule am IRDLK eine weiterführende wissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen. Über eine ebenfalls vom DAAD geförderte „Germanistische Institutspartnerschaft“ zwischen der RGGU Moskau und der Freiburger Universität findet ein permanenter wissenschaftlicher Austausch statt. Das Zentrum verfügt über eine wissenschaftliche Bibliothek.

Das Projekt wird aus Mitteln des Auswärtigen Amtes gefördert.

„Zentrum für Deutschland- und Europastudien“ (ZDES), St. Petersburg

Das seit 2003 vom DAAD geförderte ZDES St. Petersburg, eine Kooperation der Universität Bielefeld und der St. Petersburger Staatlichen Universität, vertritt eine interdisziplinäre Perspektive auf Deutschland- und Europastudien, die in der russischen Wissenschaftslandschaft ein Novum ist. Das ZDES fungiert als eine zentrale Anlaufstelle für etablierte- sowie NachwuchswissenschaftlerInnen, die sich interdisziplinär und/oder aus vergleichender Perspektive mit Europa- und Deutschlandsforschungen befassen. Die Funktion des Zentrums besteht über das Etablieren eines für das russische Wissenschaftspublikum neuen interdisziplinären Forschungsgebietes hinaus auch in einer Vermittlerposition zwischen russischen, deutschen und europäischen Forscherinnen und Forschern.

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Website des ZDES

In der Graduiertenausbildung verfolgt das ZDES eine besondere, vor allem auf vergleichende Deutschland- und Europastudien orientierte interdisziplinäre Perspektive und reagiert flexibel auf Bedürfnisse russischer NachwuchsforscherInnen mit einem ausdifferenzierten Angebot an Sommer- und Winterschulen zu Fragen der Deutschland- und Europastudien sowie EU-Studies. Ferner führt das ZDES ein Methodentrainigsangebot durch und bietet zudem methodologische Seminare an, die unter Miteinbeziehung deutscher Expertise die Anschlussfähigkeit russischer NachwuchswissenschaftlerInnen an die deutsche und europäische Wissenschaft fördern sowie Betreuungsangebote in dem für die russische Wissenschaftslandschaft neuem Feld der Europastudien machen. Das ZDES vergibt Kurzstipendien an russische Graduierte und NachwuchswissenschaftlerInnen. Aktivitäten sind – neben dem am ZDES angesiedelten MA Studiengang „Studies in European Societies“ – Konferenzen, Methodenseminare, Fachtagungen/Workshops und Winterschulen.