Studieren und leben in Peru

Universidad Nacional Mayo de San Marcos unter CC BY-SA 3.0 / Wikimedia Commons

Hochschul- und Bildungssysteme im Ausland weisen häufig gravierende Unterschiede zu Deutschland auf. Erfahren Sie mehr zu den verschiedenen Hochschultypen, den Zulassungs- und Sprachvoraussetzungen sowie zu den Studiengebühren.

Hochschulen

Zwischen den 51 staatlichen und 91 privaten Universitäten mit staatlicher Anerkennung in Peru sind im Vergleich zu Deutschland Qualitätsunterschiede deutlich stärker ausgeprägt. So existiert einerseits eine Vielzahl von Universitäten, deren Standards nicht denen deutscher Universitäten entsprechen oder die sich selbst in Peru noch im Prozess der staatlichen Anerkennung befinden. In Lima und regionalen Zentren wie Arequipa oder Piura haben verschiedene Universitäten aber durchaus ein hohes Lehr- und Forschungsniveau.

Studiensystem

Der Hochschulzugang erfolgt an den meisten Universitäten über Zugangsprüfungen, wobei aufgrund des geringen Niveaus der öffentlichen Schulen die Absolventen kostenpflichtiger Privatschulen oft deutliche Vorteile haben. Auf die Zulassungsprüfungen der Universitäten bereiten sich viele Peruaner schon über Jahre parallel zum Schulunterricht an kostenpflichtigen Instituten vor. Die meisten großen Universitäten verfügen selbst über solche Institute (Centros Preuniversitarios).

Das akademische Jahr ist in zwei Semester unterteilt und dauert von April bis Dezember.


Im peruanischen Hochschulwesen ist folgende Gliederung für universitäre Studien vorgesehen:

1. Studienstufe:
Die ersten zwei Studienjahre umfassen das Grundstudium, in dessen Verlauf eine bestimmte Anzahl von Kreditpunkten gesammelt werden muss, um zum spezialisierten Hauptstudium zugelassen zu werden. Nach weiteren zwei bis fünf Jahren kann der erste akademische Grad Bachiller (Bachelor) erlangt werden. Der nächste Studienschritt wäre die Licenciatura (Lizenziat). Hierfür ist ein halbes bis ganzes Studienjahr vorgesehen. Zur Verleihung des Titels muss eine umfangreiche Lizeniziatsarbeit verfasst werden. Studiengänge, die mit dem Lizenziat abgeschlossen werden, sind in der Regel auf eine Dauer von fünf Jahren angelegt. In den Fachrichtungen Ingenieurwissenschaften, Medizin, Jura und Wirtschaftswissenschaften werden berufsbezeichnende Titel vergeben.

2. Studienstufe:
Im postgraduierten Bereich können die Titel Maestro (Master) und Doctor (Doktor) erlangt werden. In beiden Fällen beträgt die Mindestdauer der Studiengänge vier Semester. Anwärter müssen eine auf eigenständiger Forschung beruhende Arbeit erfolgreich verteidigen. Um den Titel Maestro zu erlangen, müssen Anwärter mindestens eine Fremdsprache fließend beherrschen - für einen Doktortitel ist sogar die Kenntniss von zwei Fremdsprachen erforderlich. In den Fächern Medizin und Rechtswissenschaften sind nach dem Bachiller-Abschluss drei bis fünf weitere Studienjahre notwendig.

Informationen zu Fragen der Anerkennung von Studienleistungen, -abschlüssen und Akademischen Graden finden sie in unseren Tipps vorab.



 


Zulassung

Grundvoraussetzung für die Zulassung zum Studium in Peru ist ein Sekundarschulabschluss. Die deutsche Allgemeine Hochschulreife wird in der Regel anerkannt. Danach muss eine Zulassungsprüfung (examen de ingreso) bestanden werden. Für Studienfortsetzer können unter Umständen andere Bedingungen den Zugang regeln. Diese können bei den jeweiligen Hochschulen erfragt werden.

Studiengebühren

Die Höhe der Studiengebühren variiert je nach Universität, die günstigste Universität Perus kostet 320,- PEN pro Monat, während es auch deutlich teurere Universitäten gibt, wo man knapp 3.600,- PEN für monatliche Studiengebühren ausgeben muss.

(1 EUR = 3,54410; Stand Mai 2017)

Sprachvoraussetzungen

Bereits vor Aufnahme des Studiums müssen die Sprachkenntnisse so gut sein, dass ein ausreichender Wortschatz an Fachbegriffen eine mühelose Teilnahme an den Lehrveranstaltungen ermöglicht. Die Veranstaltungen werden ausschließlich in spanischer Sprache abgehalten und ein bestandener Sprachtest gehört zu den Zulassungsvoraussetzungen.

Mehr zum Thema

Einige Hochschule bieten vorbereitende Sprachkurse an.

Visum, Arbeitserlaubnis, Wohnungssuche, Lebenshaltungskosten - all das sollte vor einem Auslandsaufenthalt gut recherchiert sein. Die hier zusammen gestellten Informationen helfen Ihnen bei der Vorbereitung.

Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis

Zum Studienaufenthalt müssen internationale Studierende über ein gültiges Visum verfügen. Genaue Informationen sind bei der Konsularabteilung der peruanischen Botschaft zu finden. Internationalen Studierenden ist es erlaubt, für die Dauer des Studiums eine Arbeit an der Universität anzunehmen.

Tipp

Denken Sie bitte auch an eine Auslandskrankenversicherung (siehe Versicherungsvergleich). Eine mögliche Alternative ist die DAAD-Gruppenversicherung. Auch reisemedizinische Vorsorgemaßnahmen (Impfungen) müssen getroffen werden.

Lebenshaltungskosten

Wer auf einen europäischen Lebensstil nicht verzichten mag, muss mit Lebenshaltungskosten rechnen, die denen in Deutschland vergleichbar sind (vor allem in Lima). Wer sich jedoch den peruanischen Lebensgewohnheiten anpasst, kann mit einem Bruchteil dessen auskommen (vor allem in der Provinz), so dass man von einer Orientierungssumme von ca. EUR 450,- monatlich ausgehen kann (s. DAAD-Erfahrungsberichte).







 

Unterkunft

In Lima muss man monatlich ca. EUR 200,.- für ein Zimmer einplanen, ein Zimmer bei einer Gastfamilie findet man auch schon für EUR 100,- (s. DAAD-Erfahrungsberichte).

Es gibt auch spezielle Angebote für Ausländer (residencias estudiantiles oder residencias für Expats), die entsprechend kosten. So bezahlt man in Lima in den sicheren Wohnvierteln Mieten zwischen 250,- und 400,- EUR pro Zimmer.