Studieren und leben in den Palästinensischen Gebieten

Tamar Hayardeni/CC-BY-SA-3.0

Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Hochschulen in den Palästinensischen Gebieten und das Studiensystem.

Hochschulen

Der Hochschulsektor umfasst in der Westbank und in Gaza 48 Einrichtungen, die als Institutionen der höheren Bildung (mu’assasat at ta’lim al’ali) eingestuft werden: 15 sog. traditionelle Universitäten, 17 „university colleges“, 15 „community colleges“ und eine Fernuniversität mit 22 Filialen.

Im deutschen Verständnis sind die „community colleges“ nicht als Hochschulen anzusprechen, da sie nur Abschlüsse unterhalb des Bachelor verleihen. Auch die „university colleges“ bieten überwiegend Diplomstudiengänge von zweijähriger Dauer an, aber in geringerem Umfange auch Bachelorprogramme. An der Fernuniversität werden Bachelorabschlüsse verliehen, an den „traditionellen“ Universitäten Bachelor und Master.

Studiensystem

Das Hochschulstudium orientiert sich am Bolognasystem. An das vier-, im Falle der Ingenieurwissenschaften fünfjährige Bachelorstudium können gute und sehr gute Absolventen ein zweijähriges Masterstudium anschließen.

Das Studienjahr ist in zwei Semester von 4,5 Monaten Länge gegliedert (Anfang September bis Mitte Januar; Anfang Februar bis Mitte Juni). Es gibt eine zweieinhalbmonatige Sommerpause (Mitte Juni bis Ende August).

Zulassung

Die erforderliche Studienzugangsvoraussetzung bildet das Abitur – das palästinensische „tawjihi“ oder diesem als gleichwertig anerkannte Abschlüsse, seit vergangenem Jahr auch das Deutsche Internationale Abitur (DIAP). Die Abiturnote entscheidet über den Zugang zu einzelnen Studienfächern (Numerus clausus).

Studiengebühren

Die Studiengebühren belaufen sich auf etwa 1.000 bis 1.500 EUR pro Jahr, eine im internationalen Vergleiche moderate Summe, die die einkommensschwachen palästinensischen Familien jedoch vor grosse Herausforderungen stellt. Alle Universitäten bieten Möglichkeiten der Gebührenreduzierung an, geknüpft an verschiedene Kriterien, so z. B. materielle Bedürftigkeit oder besonderer Studienerfolg. Ausländer müssen dieselben Gebühren zahlen wie Einheimische.

Visum, Arbeitserlaubnis, Sicherheit - all das sollte vor einem Auslandsaufenthalt gut recherchiert sein. Die folgenden Informationen helfen Ihnen bei der Vorbereitung.

Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis

Die Palästinensische Autonomiebehörde verfügt über keine hoheitlichen Rechte betreffs des Aufenthalts ausländischer Bürger. Die Einreise in die palästinensischen Gebiete erfolgt prinzipiell über Israel, dessen Visabestimmungen somit relevant sind.

Informationen zur Aufenthaltsgenehmigung finden Sie auf den Seiten des Auswärtigen Amtes sowie bei den konsularischen Vertretungen der Länder in Deutschland. Dort sollten Sie sich auch nach den Vorraussetzungen für eine Arbeitserlaubnis erkundigen.

Lesen Sie vorher auch unbedingt die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.

Tipp

Denken Sie bitte auch an eine Auslandskrankenversicherung (siehe Versicherungsvergleich). Eine mögliche Alternative ist die DAAD-Gruppenversicherung. Auch reisemedizinische Vorsorgemaßnahmen (Impfungen) müssen getroffen werden.

Lebenshaltungskosten

Alles in allem können die Lebenshaltungskosten ähnlich hoch wie in Deutschland angesetzt werden. Da fast alle Güter importiert werden und der Binnenmarkt beschränkt ist, liegen die Konsumentenpreise oft über dem deutschen Niveau. Die Preise in den Mensen der Universitäten sind ebenso moderat wie die Kosten für den öffentlichen Nahverkehr.

Unterkunft

Austausch-/Programmstudenten und Gastwissenschaftlern werden häufig Unterkünfte durch die Universitäten angeboten. Es gibt auch einen freien Wohnungsmarkt; Anbieter und Informationsplattformen sind im ständigen Fluss begriffen; es empfiehlt sich eine zeitnahe Nachfrage bei der jeweiligen Studieneinrichtung oder dem DAAD-Informationszentrum.