CEMarin - Center of Excellence in Marine Sciences

By Ben Bowes [CC-BY-2.0] via Wikimedia Commons

Der DAAD fördert seit Juni 2009 mit Mitteln des Auswärtigen Amtes das Exzellenzzentrum für Meereswissenschaften (CEMarin) in Santa Marta, Kolumbien.

Das CEMarin ist ein kolumbianisch-deutsches Konsortium. Auf deutscher Seite kooperieren unter Führung der Justus-Liebig-Universität Gießen, die Universität Oldenburg und die Universität Bremen. Auf kolumbianischer Seite besteht ein Zusammenschluss der Universidad Nacional, der Universidad de Antioquia, der Universidad del Valle, der Universidad del Norte, der Universidad de Jorge Tadeo Lozano, der Universidad del Magdalena und des Forschungszentrums INVEMAR. Als internationaler Partner ist außerdem das Smithsonian Tropical Research Institute (STRI), Panama, beteiligt.

Kolumbien ist eines der fünf sogenannten „megadiversen Länder“ der Welt, die eine besonders hohe Artenvielfalt aufweisen. Obwohl das Land zwischen Pazifik und Karibik über weniger als ein Prozent der Erboberfläche verfügt, nimmt es beispielsweise bei der Zahl der endemischen Arten weltweit einen Spitzenplatz ein. Gründe dafür sind neben der gut dokumentierten Vielfalt in den tropischen Regenwäldern auch ein ausgedehntes marines Territorium an zwei Weltmeeren.

Die Entwicklung der Meeresforschung sowie der Schutz und die nachhaltige Nutzung der marinen Ressourcen haben nationale Priorität. Insbesondere der Verlust von mariner Biodiversität, die zunehmende Zerstörung von Küsten-Lebensräumen durch Landwirtschaft, Industrie und Tourismus sowie die negative Beeinflussung von marinen Lebensräumen durch die globale Erwärmung sind längst im Bewusstsein von Politikern und Wissenschaftlern angekommen. Bislang ist die marine Forschung in Kolumbien jedoch international nur wenig sichtbar und hauptsächlich auf wenige Abschnitte der Karibikküste beschränkt.

Das CEMarin widmet sich deshalb der interdisziplinären Ausbildung von Doktoranden und betreibt Grundlagenforschung in verschiedenen Bereichen der Meereswissenschaften. Es stellt den vorläufigen Höhepunkt einer fast 50-jährigen deutsch-kolumbianischen Zusammenarbeit in der Meeresforschung dar und hat eine starke symbolische Bedeutung für die erfolgreichen Wissenschaftsbeziehungen beider Länder.

Stand: 29.10.2012