Studieren und leben in Kenia

By Mkimemia [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons

Hochschul- und Bildungssysteme im Ausland weisen häufig gravierende Unterschiede zu Deutschland auf. Erfahren Sie mehr über die Hochschultypen und die Studiengebühren.

Die Anzahl der Hochschulen in Kenia wächst sprunghaft: 2009 gab es 18 akkreditierte Hochschulen, inzwischen sind es bereits 67. Sie lassen sich in fünf verschiedene Hochschultypen einteilen:

► Öffentliche Hochschulen (22) sind vom Staat eingerichtete Hochschulen, die staatliche Infrastrukturzuweisungen und Zuschüsse für die Aufnahme einer bestimmten Zahl Studierender erhalten. Der Anteil zusätzlicher Selbstzahler steigt stetig an. Forschungsmittel sind überwiegend Drittmittel, meist aus internationalen Quellen. Der staatliche Finanzierungsanteil sinkt kontinuierlich und liegt bei forschungsintensiven Hochschulen inzwischen bei unter 50%. Die öffentlichen Hochschulen erhielten 2013 erstmals eine „Charter“ und werden durch die Commission for University Education (CUE) stetig überprüft.

► „Constituent Colleges“ öffentlicher oder privater Hochschulen (14) sind in der Regel kleinere, teilautonome Tochterhochschulen mit Management- und Finanzautonomie in der Übergangsphase zur vollen Unabhängigkeit. Curricula und Abschlüsse müssen vom akademischen Senat der Mutteruniversität genehmigt werden.

► Akkreditierte private Hochschulen (17) sind von der CUE nach einem mehrstufigen Akkreditierungsverfahren voll anerkannte Hochschulen, die oft in Trägerschaft religiöser Institutionen sind. Sie bieten nur wenige Masterkurse und kaum Promotionsmöglichkeiten an.

► Universities with Letter of Interim Authority (13) sind von der CUE unter Auflagen nur vorläufig anerkannte, meist neu gegründete Hochschulen. Sie bieten nahezu ausschließlich Bachelorabschlüsse an und gehören oft privaten Investoren.

► Registrierte private Hochschulen (1) sind Hochschulen, die vor Einrichtung der Regulierungsbehörden eine staatliche Registrierung erhielten.

Grundvoraussetzung für ein Studium ist das KCSE (Kenya Certificate of Secondary Education), das den erfolgreichen Abschluss der weiterführenden Schulbildung bescheinigt. Das KCSE reicht für eine Studienzulassung an deutschen Hochschulen nicht aus. Neben den entsprechenden Deutschkenntnissen ist dafür ein studienvorbereitender Kurs (Studienkolleg) oder ein einjähriges erfolgreiches Studium in Kenia erforderlich.

Seit Anfang 2014 wird der Hochschulzugang der grundständigen Studiengänge durch die neue zentrale Vergabestelle „Kenya Universities and Colleges Central Placement Service“ geregelt. Seitdem werden auch Studienplätze an privaten Hochschulen zentral vergeben und mit öffentlichen Mitteln unterstützt.

Die Studiengebühren an staatlichen Institutionen unterscheiden sich je nach belegten Studienkursen , betragen durchschnittlich jedoch etwa 1.750,- Euro, mindestens jedoch etwa 1.000,- Euro , an privaten etwa 1.400,- bis 5.600,- Euro pro Studienjahr.

Visum, Arbeitserlaubnis, Wohnungssuche, Lebenshaltungskosten - all das sollte vor einem Auslandsaufenthalt gut recherchiert sein. Die hier zusammen gestellten Informationen helfen Ihnen bei der Vorbereitung.

Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis

Um einen Student Pass zu erhalten, benötigt man ein Bestätigungsschreiben der kenianischen Universität und ein Schreiben der Erziehungsberechtigten, soweit diese für die Kosten aufkommen. Finanziert sich die Person selbst, muss sie einen Bankauszug vorweisen. Der Studentenpass muss vor der Einreise direkt über die Universität beantragt werden. Die Kosten für einen Stundentenpass liegen bei 5.000,-  Ksh (ca. 44,- EUR) pro Jahr. Der Research Pass und Internship Pass kostet pro Jahr 15.000,- Ksh (ca. 130,- EUR). Für den Research Pass wird von der National Commission for Science Technology and Innovation (NACOSTI) zusätzlich eine Forschungserlaubnis benötigt.

Detaillierte Visa- und Einreisebestimmungen finden Sie aif der Seite Einwanderungsbehörde sowie auf der Seite der Botschaft. Dort sollten Sie sich auch nach den Vorraussetzungen für eine Arbeitserlaubnis erkundigen.

Tipp

Denken Sie bitte auch an eine Auslandskrankenversicherung (siehe Versicherungsvergleich). Eine mögliche Alternative ist die DAAD-Gruppenversicherung. Auch reisemedizinische Vorsorgemaßnahmen (Impfungen) müssen getroffen werden.

Lebenshaltungskosten

Die Lebenserhaltungskosten in Nairobi sind im Vergleich zu Berlin etwa ein Drittel geringer. Lokale Lebensmittel und Transportmittel sind deutlich günstiger. Teurer sind vor allem importierte Produkte wie Käse und Wein. Ein Student, der nicht im Studentenwohnheim wohnt, benötigt in etwa 300 € pro Monat (inklusive Essen, öffentliche Verkehrsmittel, Telefon und Internet, Freizeit und Studiengebühren).

Einige Vergünstigungen gibt es über den Internationalen Studentenausweis.

Unterkunft

Eine Unterbringung im Wohnheim der Universität Nairobi ist möglich. In der ersten Tagen kann man preiswert in einem Youth Hostel wohnen (s. Erfahrungsbericht über eine Famulatur in Nairobi).

Der Wohnungsmarkt ist bei zentraler Lage relativ vergleichbar zu Berlin. Je nach Stadtteil und Ausstattung der Wohnung gibt es jedoch auch sehr günstige Wohnmöglichkeiten. Eine private Einzimmerwohnung für Studenten kostet dann im Monat 50,- bis 80,- EUR.

Hilfreich bei der Wohnungssuche können die Angebote der folgenden Portale und Suchmaschinen sein