Studieren und leben in Frankreich

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Erfahren Sie mehr über die verschiedenen Hochschultypen, die Zulassungs- und Sprachvoraussetzungen sowie die Studiengebühren.

Hochschulen

Das Hochschulwesen umfasst die universitäre (Forschung und Lehre) und die berufsbezogene Ausbildung an den Grandes Écoles (meist auf eine oder wenige Fachrichtungen spezialisiert) und Instituts Universitaires de Technologie (relativ selbständige Einheiten der staatlichen Universitäten) sowie die Ausbildung an Kunst-, Musik- und Architekturhochschulen. Das Anliegen der in Frankreich hochangesehenen Grandes Écoles besteht in der praxisorientierten Ausbildung künftiger Führungskräfte, hierbei ist häufig eine anschließende Promotion möglich.

Eine Liste der insgesamt ca. 4000 (2000 staatliche und 2000 private) Einrichtungen des tertiären Bildungswesens finden Sie auf den Seiten des Ministère Éducation Nationale.

Eine Datenbank der angebotenen Studiengänge an französischen Hochschulen > Recherche Thématique finden Sie bei ONISEP.

Welche Studiengänge angeboten werden - auch englischsprachige - finden Sie auch bei Trouvez sa Formation von Campus France.

Studiensystem

Bei einem Studium in Frankreich wird in Studienjahren gedacht und geplant - auch wenn offiziell eine Aufteilung in zwei Semester eingeführt wurde. Es findet von Anfang Oktober bis Mitte Mai statt, dann folgen die Prüfungen.

Im Zuge des Bolognaprozesses / LMD-Reform (licence-master-doctorat) ist das französiche Hochschulsystem umstrukturiert worden. Alle Lerneinheiten des Studiums werden mit ECTS- oder Leistungspunkten (crédits, credit points, Kreditpunkte) bewertet. Man findet grundsätzlich folgende Abschlüsse:

  • Bachelor - 3-jähriges Studium
  • Master Recherche (forschungsorientiert)  und Master Professionnel (berufsorientiert)  - weitere 2 Jahre
  • Doctorat - ca. 3 Jahre
  • Weitere Abschlüsse an speziellen Hochschulen - Ecoles (Kunst, Architektur etc.) und in bestimmten Studienfächern (Medizin etc.)

Weitere Informationen über das Bildungssystem erhalten Sie beim Ministère Éducation Nationale und bei Campus France.

Zulassung

Grundvoraussetzung für das Studium an einer französischen Universität ist ein Abschluss, der den Zugang zu den Hochschulen des Heimatlandes gewährt. In der Regel handelt es sich dabei um einen höheren Schulabschluss, in Deutschland die allgemeine Hochschulreife; sie ist dem baccalaureat gleichgestellt.

Anderweitige Zulassungsqualifikationen müssen mit den Hochschulen im Einzelnen geklärt werden. Bewerbungsunterlagen sowie schriftliche und mündliche Prüfungen können für die Zulassung entscheidend sein.

Für die direkte Einschreibung zum 1. Jahr des Bachelor - also für Studienanfänger - an den gewählten Universitäten (inscription directe) müssen die Studienbewerber die Online-Plattform "admissionpostbac"  nutzen und sich für September des kommenden Jahres zwischen Januar und März bewerben.

Für die anderen Jahre des Bachelor und für Masterstudiengänge müssen die Unterlagen bei den Hochschulen angefordert werden. Die Einschreibungsfristen sind von Hochschule zu Hochschule unterschiedlich, daher ist es unerlässlich frühzeitig mit den jeweiligen Hochschulen in Kontakt zu treten. Innerhalb des Studiums gilt ein strenges Selektionsverfahren. Die detaillierten Immatrikulationsmodalitäten finden Sie auf den Seiten von "Campus France".

Informationen zu Fragen der Anerkennung von Studienleistungen, -abschlüssen und akademischen Graden finden sie in unseren Tipps vorab.



 

Studiengebühren

An staatlichen Hochschulen und Bildungseinrichtungen Frankreichs werden keine Studiengebühren erhoben. Die Einschreibungsgebühren liegen im Schnitt für einen Bachelor-Studiengang bei ca. EUR 180,-,  bei einem Master-Studiengang bei EUR 250,-., bei einem Doktorats-Studium bei ca. EUR 380,-. In medizinischen und ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen müssen bis zu EUR 500,- entrichtet werden. An privaten Hochschulen können die Studiengebühren bis zu EUR 15.000,- betragen (für das Studienjahr 2015/2016).

Sprachvoraussetzungen

Bereits vor Beginn des Studiums müssen die sprachlichen Voraussetzungen so gut sein, dass ein ausreichender Wortschatz an Fachbegriffen die mühelose Teilnahme an den Lehrveranstaltungen ermöglicht.

Für das Studium in Frankreich ist der Nachweis guter Sprachkenntnisse oder ggf. Teilnahme an einem Sprachtest, -diplom (DELF, DALF, TCF, TEF) - entweder an den Instituts Français, an den Hochschulen selbst oder an den Centres Français Langue étrangère - offiziell nicht vorgeschrieben. Die Hochschulen können aber die Französischkenntnisse selber prüfen oder eine Bescheinigung fordern; daher muss sich der/die Bewerber/In direkt bei der Hochschule erkundigen. Eine ausreichende Note im Leistungskurs Französisch im Abitur befreit von jeglicher Sprachprüfung.

Mehr zum Thema

Weitere Informationen über angebotene Sprachkurse erhalten Sie bei "Campus France" sowie beim Ministère des Affaires étrangères. Eine Übersicht der Sprachlernzentren finden Sie in der  Liste des centres labellisés.

Visum, Arbeitserlaubnis, Wohnungssuche, Lebenshaltungskosten - all das sollte vor einem Auslandsaufenthalt gut recherchiert sein. Die hier zusammen gestellten Informationen helfen Ihnen bei der Vorbereitung.

Aufenthaltsgenehmigung und Arbeitserlaubnis

Deutsche Staatsangehörige können jederzeit mit einem gültigen Personalausweis oder Reisepass nach Frankreich einreisen. Man benötigt weder eine Aufenthaltsgenehmigung (carte de séjour) noch eine Arbeitserlaubnis (permis de travail). Die carte de séjour ist auf Grund des deutschen Rechts dennoch der einzig offizielle Wohnnachweis. Die préfecture des Wohnsitzes stellt sie auf Antrag aus.

Aufgrund der Sozialversicherungsabkommen innerhalb der EU, kann derjenige, der in Deutschland gesetzlich krankenversichert ist, die Leistungen der entsprechenden Gebietskrankenkassen des Gastlandes in Anspruch nehmen. Hierfür ist es ratsam, sich eine Europäische Krankenversicherungskarte ausstellen zu lassen, damit es bei der Kostenübernahme im Krankheitsfall nicht zu Problemen kommt.

Lebenshaltungskosten

Die Lebenshaltungskosten sind ähnlich bzw. etwas höher als in Deutschland und liegen bei monatlich ca. 600 bis 1.000 EUR abhängig vom Wohnort, zuzüglich Mietkosten (s. Unterkunft).

Sie variieren überdies je nach Region und Ausbildungsform, da zum Teil Studiengebühren verlangt werden. Detaillierte Informationen für Studierende finden Sie bei CNOUS.

Eine Hilfe zur Minderung der Kosten bietet das Wohngeld (s. Unterkunft).

Mehr zum Thema

Weitere Informationen zu Lebenshaltungskosten auch im Hinblick auf Sozial- und Gesudheitssystem finden Sie im Internetportal Monetos in der Rubrik "Services".

Einige Vergünstigungen gibt es über den Internationalen Studentenausweis.

Unterkunft

Verschiedene Möglichkeiten der Unterbringung bieten sich an, Plätze im Studentenwohnheim sind aber eher rar (vor allem in Paris). Über Unterkunftsmöglichkeiten informiert u.a. das Studentenwerk - Centre National des Oeuvres Universitaires et Scolaires - (CNOUS).

Tipp

Auskünfte über private Studentenwohnheime erteilen das

Centre d'information et de documentation jeunesse (CIDJ)
101 quai Branly
75007 Paris
Tel.: 01.44.49.12.00
und zahlreiche seiner Nebenstellen (CIJ) in allen Teilen Frankreichs.


Die Preise reichen von EUR 150,- bis EUR 300,- für ein Zimmer im Wohnheim und EUR 280,- bis EUR 500,- für eine Ein-Zimmer-Wohnung. Paris ist teurer als die Provinz (EUR 380,- bis EUR 800,-)!

Praktisch jeder Studierende kann Wohngeld in Form von allocation de logement social (ALS) oder Aide personnalisée au logement (APL) beantragen. Detaillierte Informationen erhalten Sie bei der Caisse d'Allocations Familiales.

Mehr zum Thema

Hilfreich bei der Unterkunftssuche können die Angebote folgender Portale und Suchmaschinen sein

Stand: 04.09.2017