Überblick: Hochschulsystem und Internationalisierung

Yaoleilei unter CC BY-SA 3.0 / Wikimedia Commons

Kurze Informationen über den Aufbau und die Besonderheiten des Hochschul- und Wissenschaftssystems.

Struktur und Entwicklung des Hochschulsystems

China verfügt über eine große Anzahl (ca. 2.800) von staatlichen bzw. staatlich anerkannten Hochschulen, die sich in Forschung und Lehre auf ein Spezialgebiet beschränken, und über Volluniversitäten, die meist um die Jahrhundertwende herum gegründet wurden. Gerade in der letzten Dekade hat China verstärkt das Hochschulsystem ausgebaut. Die Anzahl der Hochschulen wurde innerhalb dieses Zeitraums verdoppelt. Ausländischen Studierenden stehen nicht alle Einrichtungen des Landes offen. Die sogenannten Schlüsselhochschulen, sie unterstehen direkt dem Bildungsministerium und nicht den Provinzregierungen, sind nahezu deckungsgleich mit den Hochschulen, an denen ausländische Studierende zugelassen werden (ca. 400).  Den größten Teil machen dabei die provinziell verwalteten Hochschulen aus. Direkt dem Bildungsministerium unterstellt sind nur 75 Hochschulen. Die Aufteilung der Hochschulen nach der verwaltenden Institution ist das Ergebnis der 1999 begonnenen Dezentralisierungsbestrebungen der chinesischen Regierung im Bildungsbereich. Neben den staatlichen Hochschulen konnten sich in den letzten Jahren eine große Zahl staatlich akkreditierter privater Hochschulen etablieren.

Hier finden Sie eine Liste der chinesischen Hochschulen, an denen im Rahmen eines DAAD-Stipendiums bzw. im Rahmen des Selbstzahlerprogramms studiert werden kann. Die chinesischen Hochschulen durchlaufen zur Zeit eine Reihe von staatlichen Förderprogrammen für die Hochschulbildung. Die Zahl deutscher Studierender ist ansteigend.

Studiensystem

Das Studienjahr in der Volksrepublik China ist in zwei Semester eingeteilt. Das Wintersemester ist das Hauptsemester, in dem die meisten Studierenden ihr Studium aufnehmen. Es beginnt im September und endet im Januar/Februar. Das Sommersemester beginnt im Februar/März und endet im Juli.

Im Zuge einer Bildungsreform hält zwar eine interaktive Unterrichtsform Einzug in die chinesischen Hochschulen, im Vergleich zu Deutschland ist die Lehrmethode jedoch immer noch stark verschult. Die Leistung wird anhand eines Punktesystems gemessen, das auch strikte Anwesenheitspflicht vorsieht. Die Kurse und Vorlesungen schließen fast alle mit einer Prüfung ab.

Das chinesische Studiensystem unterscheidet zwischen:


Undergraduate-Bereich:
Die meist vierjährigen Bachelor-Studiengänge (in Ausnahmefällen auch fünf- und sechsjährig) führen zum Erwerb des akademischen Titels Xueshi.
Ebenfalls im Undergraduate-Bereich angesiedelt sind die Junior Colleges, die praxisorientierte zwei- bis dreijährige Studiengänge anbieten. Hier wird ein Teil des enormen Bedarfs an Fachkräften gedeckt.

Postgraduate-Bereich:
Aufbauend auf die Bachelor-Studiengänge werden zwei- bis dreijährige Master-Studiengänge angeboten. Sie werden mit dem akademischen Grad Shuoshi abgeschlossen. Dazu müssen die nötigen credits nachgewiesen, eine Examensarbeit verfasst und erfolgreich verteidigt werden.

Ein dreijähriges Doktorandenstudium umfasst ebenfalls forschungsbegleitende Kurse und damit verbunden den Erwerb von credits. Das Verfassen der Dissertation und das Rigorosum sind weitere Voraussetzungen, um den Titel Boshi zu erwerben.

Informationen zu Fragen der Anerkennung von Studienleistungen, -abschlüssen und Akademischen Graden finden sie in unseren Tipps vorab.