Leuchtturmprojekte

by search255 [CC-BY-SA-3.0] via Wikimedia Commons

Die Förderung von Kooperationsprojekten nimmt in den letzten zwei Jahrzehnten einen immer größeren Raum ein. Der DAAD fördert heute verstärkt den Aufbau gemeinsamer Studiengänge im Bachelor- und Masterbereich mit dem gegenseitigen Austausch von Studierenden und Doppelabschlüssen.

Chinesisch-Deutsche Hochschule (CDH)
China CDHK Absoventen Hutwerfen ©DAAD

Das umfangreichste und ambitionierteste deutsche Hochschulprojekt in China ist die Chinesisch-Deutsche Hochschule (CDH) an der Tongji Universität in Shanghai. 

Die Tongji-Universität ist eine der Schlüsseluniversitäten Chinas, die direkt dem Bildungsministerium unterstehen. Aufgenommen in die staatlichen 211- und 985-Förderprogramme, zählt die Tongji zu den von der Zentralregierung schwerpunktmäßig finanzierten Hochschulen. Seit ihrer Gründung durch den deutschen Arzt Dr. Erich Paulun im Jahre 1907 unterhält die Tongji enge Beziehungen nach Deutschland und versteht sich auch heute noch als „Fenster zu Deutschland“. In dieser Zeit sind eine Fülle deutsch-chinesischer Einrichtungen und Hochschulkooperationen entstanden, die in ihrer Zahl und Qualität einzigartig in China sind.

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So verfügt die Tongji-Universität über mehr als 30 deutsche Hochschulpartnerschaften und Kooperationsprojekte, von denen das Chinesisch-Deutsche Hochschulkolleg (CDHK), die Chinesisch-Deutsche Hochschule für Angewandte Wissenschaften (CDHAW) und das Chinesisch-Deutsche Institut für Berufsbildung (CDIBB) zu den drei größten Projekten gehören. Um die Deutschlandorientierung stärker als bisher zu betonen und der Gesamtheit der deutschen Projekte mehr Sichtbarkeit zu verleihen, kamen die Projektträger, die Tongji-Universität und der DAAD, überein, die selbstständigen Teileinrichtungen CDHK, CDHAW und CDIBB unter einem gemeinsamen Dach zusammenzufassen und in eine Chinesisch-Deutsche Hochschule (CDH) zu überführen. Die neue CDH soll die Ausbildungsqualität der Studierenden weiter erhöhen und konsekutive Studiengänge von Bachelor über Master bis hin zur möglichen Promotion anbieten. Sie soll neben der Entwicklung moderner Doppelabschlussprogramme und der Forschung auch einen Servicebereich mit einer Weiterbildungskomponente erhalten sowie eine Plattform für Veranstaltungen darstellen.

CDHK
Das CDHK wurde 1998 mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes als Gemeinschaftseinrichtung des DAAD und der Tongji-Universität errichtet. Es hat den Auftrag, kompetente Führungskräfte auszubilden, die mit beiden Kulturen vertraut sind. Am Kolleg mit seinen rund 340 Studienplätzen werden in Zusammenarbeit mit deutschen Partneruniversitäten dreijährige Masterstudiengänge in den Fachrichtungen Elektrotechnik, Maschinenbau und Fahrzeugtechnik sowie Wirtschaftswissenschaften und Wirtschaftsrecht angeboten. Ein Großteil der chinesischen Studierenden absolviert ein Praktikum und/oder einen Studienabschnitt in Deutschland. Die besten erhalten ein Stipendium für einen Deutschlandaufenthalt und schließen ihr Studium mit einem Doppelabschluss ab. Mit Beginn der dritten Kooperationsphase im Jahre 2008 wurde das CDHK-Projekt um eine Programmlinie für Deutsche erweitert, für die auch Stipendien zur Verfügung stehen (Stipendien für Deutsche). Wesentlicher Bestandteil der CDHK Konzeption ist die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, zurzeit gibt es am CDHK 23 Stiftungslehrstühle.

CDHAW
Die CDHAW ist ein bildungspolitisches Modellprojekt des chinesischen Bildungsministeriums (MoE) und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und wurde 2004 gegründet. Träger der CDHAW ist einerseits die Tongji-Universität und andererseits ein Konsortium von 25 deutschen Fachhochschulen unter Federführung der HS Esslingen. Ihr Ziel ist die praxisnahe Ausbildung von Ingenieuren mit interdisziplinären Kenntnissen nach dem Modell der deutschen Fachhochschulen. An der CDHAW mit ihren maximal 960 Studienplätzen können sowohl chinesische als auch deutsche Studierende ein vierjähriges Bachelorstudium in den Fachrichtungen Mechatronik, Fahrzeugtechnik (After Sales Service), Versorgungstechnik (Gebäudetechnik) und Wirtschaftsingenieurwesen absolvieren. Bei Erfüllung der von beiden Seiten definierten Voraussetzungen wird ein doppelter Bachelorabschluss verliehen. Die Studienzeit aller Studiengänge an der CDHAW beträgt vier Jahre. Zum 01. Januar 2011 hat das BMBF die Finanzverantwortlichkeit für die CDHAW in die Hände des DAAD gelegt.

CDIBB
Das CDIBB wurde ab 1994 im Rahmen des Projekts zur Ausbildung von Berufsschullehrkräften an der Tongji Universität aufgebaut und lange im Rahmen der technischen Zusammenarbeit von der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ, heute GIZ) begleitet, beraten und auch mitfinanziert. Am CDIBB werden vier grundständige Studiengänge für Berufspädagogik mit Schwerpunkt Maschinenbau, Elektrotechnik, Bautechnik und Betriebswirtschaftslehre angeboten.

Chinesisch-Deutscher Campus (CDC)
Um das Potenzial dieser besonderen Partnerschaft zwischen Deutschland und China optimal auszuschöpfen und im internationalen Wettbewerb größere Sichtbarkeit und Attraktivität zu erreichen, wird die Chinesisch-Deutsche Hochschule (CDH), die mindestens 1.500 Studierende umfasst, durch einen BMBF-geförderten Chinesisch-Deutschen Campus (CDC) komplettiert. Als zentrale Adresse und Anlaufstelle aller deutschlandbezogenen Aktivitäten an der Tongji-Univer¬sität stellt der CDC eine Plattform dar, die ein lebendiges Bild der deutsch-chinesischen Zusammenarbeit über die Tongji-Universität hinaus präsentiert und dazu beiträgt, sie zu einem bevorzugten Standort für deutsche Studierende und Wissenschaftler zu machen.

Weiterführende Informationen zum Projekt erhalten Sie über Referat 426 - Sonderprojekte China, Frau Mechthild Sprenger, oder direkt beim CDHK, der CDHAW, dem IBB oder der Tongji-Universität.

Deutsch-Chinesischer RechtsstaatsdialogChina - Nanjing University, North Great Building

Der Rechtstaatsdialog mit China bildet einen besonderen Schwerpunkt in der Zusammenarbeit mit der Volksrepublik. Das Deutsch-Chinesische Institut für Rechtswissenschaft (DCIR) in Nanjing und das Chinesisch-Deutsche Institut für Rechtswissenschaft (CDIR) in Peking zählen dabei zu den wichtigsten Einrichtungen.

Der DAAD fördert das DCIR in Nanjing durch eine Langzeitdozentin, die als Vizedirektorin des Instituts für Lehre und Verwaltung zuständig ist. Durch die Kooperation mit der Georg-August-Universität Göttingen wird den Studierenden in einem Austauschprogramm ein Doppelmasterabschluss ermöglicht. Das Lehrangebot wird von deutschen Gastdozenten mit DAAD-Förderung unterstützt.

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Durch die Büchermittel, die der DAAD seit einigen Jahren an das Institut vergibt, verfügt dieses inzwischen über die bei weitem größte Bibliothek deutscher juristischer Fachliteratur in China. Zum 20jährigen Bestehen des Deutsch-Chinesischen Rechtsinstituts im Jahr 2010 ist die Gründung eines „Gegeninstituts“ an der Universität Göttingen und die Einrichtung eines Magisterstudienganges im chinesischen und vergleichenden Recht für europäische Studierende bekannt gegeben worden.

Das CDIR in Peking ist an die China University of Political Science and Law angebunden und kooperiert mit fünf deutschen Konsortialhochschulen. Die Stelle des deutschen Vizedirektors am CDIR ist seit Anfang 2008 durch einen DAAD-Fachlektor besetzt. Im Mittelpunkt der Kooperation steht hier ebenfalls ein Masterstudiengang mit Doppelabschluss. Mehr als 50 % der Absolventen promovieren anschließend an einer deutschen Hochschule. Auch dieser Studiengang wird durch die Entsendung deutscher Gastdozenten ergänzt. Seit 2011 erhalten zudem deutsche Studierende vornehmlich der Konsortialhochschulen die Möglichkeit, mittels eines Stipendiums an der CUPL zu studieren. Der DAAD unterstützt das Institut zudem durch Förderung von Veranstaltungen zum Thema Recht sowie durch Büchermittel für den weiteren Ausbau der Fachbibliothek.

Im Übersetzerprojekt, welches ebenfalls durch den DAAD finanziert wird, wurden bereits 30 deutsche Standardwerke juristischer Fachliteratur ins Chinesische übersetzt.

Weiterführende Informationen zum Projekt erhalten Sie über Referat 426 - Sonderprojekte China, Frau Julia Kracht, oder direkt auf den Webseiten der Institute.  DCIR Nanjing, CDIR Peking, Übersetzerprojekt.

Zentrum für Deutschlandstudien (ZDS) an der Peking-Universität

China - Campus Peking UniversitySeit 2005 fördert der DAAD das Zentrum für Deutschlandstudien (ZDS) an der Peking Universität als eines von 15 Zentren für Deutschland- und Europastudien weltweit.

Das ZDS als fächerübergreifende und fakultätsunabhängige Einrichtung beschäftigt sich in Forschung und Lehre interdisziplinär mit Deutschland. Im Mittelpunkt stehen der dreijährige Masterstudiengang „Deutsche Kultur und sozialer Wandel“. 20 Professoren und Dozenten arbeiten am Zentrum und bis zu 20 Studierende werden pro Jahrgang ausgebildet; das dritte und vierte Semester verbringen sie in Berlin. Gemeinsam mit den Partneruniversitäten (Humboldt Universität Berlin und Freie Universität Berlin) organisiert das Zentrum außerdem Symposien und zahlreiche Veranstaltungen. Weiterführende Informationen zum Projekt erhalten Sie über Referat 426 - Sonderprojekte China, Frau Susanne Otte, oder direkt beim ZDS.