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29 LETTER 01/2014Thema Topic 29 Sich im Ausland nicht gleich zurechtzufinden, das kennen viele Reisende. Wer wie die Neuseeländerin Henrietta Bollinger auf den Rollstuhl angewiesen ist, dem bleibt oft nur eines: Fremde ansprechen und fra- gen, immer wieder. Wie komme ich in den Bus? Gibt es einen Aufzug zum Kinosaal? Und in welchem Café stößt man nicht überall gegen Stühle? „Um Hilfe zu bitten, war viel leichter, als ich erwartet hatte“, sagt die 20-Jährige. „Die Deutschen waren sehr offen zu mir und wollten spontan helfen.“ Henrietta Bollinger kam im Januar 2014 nach Düs- seldorf, um mit Unterstützung des DAAD einen sechs- wöchigen Deutschkurs am Institut für Internationale Kommunikation (IIK) zu belegen. Das hochschulnahe IIK sah sich erstmals der Rollstuhlthematik gegenüber – und das gleich doppelt: Auch Teilnehmerin Karien Joubert aus Südafrika sitzt im Rollstuhl. Für Geschäfts- führer Matthias Jung war dies eine organisatorische Herausforderung. „Studierende mit Sehbehinderungen hatten wir schon häufiger“, erzählt er. „Aber Rollstühle waren eine Premiere für uns. Zum Glück hatten wir ei- nen barrierefreien Unterrichtsraum.“ Als größtes Prob- lem stellte sich die Toilette heraus, denn die des IIK war nicht geeignet. „Wir vereinbarten dann mit der Akade- miederWissenschaftengegenübereineMitbenutzung.“ » Bei der Auswahl der Stipendiaten zäh- len allein die Exzellenzkriterien Nicht nur der Aufwand ist höher, wenn Studierende mit Behinderung ins Ausland gehen: Auch in den Kos- ten schlagen sich die speziellen Bedürfnisse nieder. Deshalb stellt der DAAD seinen Stipendiaten finanzi- elle Mittel für auslandsbedingte und durch eine Be- hinderung oder chronische Erkrankung begründete Mehrkosten zur Verfügung, die sonst durch keinen anderen Kostenträger gedeckt werden können. Dies gilt sowohl für die Personenförderung als auch für die Projektförderung. Bei der Auswahl der Stipendiaten spielt eine Behinderung selbstverständlich keine Rolle – hier zählen einzig und allein die Exzellenzkriterien. Auch Tina Paulick wird vom DAAD bei der Bezah- lung ihrer Mehrkosten mit bis zu 10.000 Euro unter- stützt. Die 21-Jährige studiert seit August 2013 im Rah- men des Erasmus-Programms im irischen Galway Anglistik und Germanistik. Paulick ist seit ihrer Ge- burt fast vollständig blind. Umrisse, Helligkeit oder Dunkelheit und Farben nah vor ihrem Auge sind alles, was sie sieht. „Ich brauche einen Laptop mit Screenrea- der“, zählt Paulick auf, „eine Bildschirmvergröße- rungssoftware und ein Kameralesegerät, das ein Buch MANY TRAVELLERS KNOW what it feels like when you don’t immediately find your way. If you use a wheel- chair, like New Zealander Henrietta Bollinger, there’s often nothing for it but to approach strangers and ask – again and again. How can I get in the bus? Is there a lift up to the cinema? And where is there a café in which you won’t keep bumping into chairs? “Asking for help was much easier than I expected,” says the 20-year-old student. “Germans were very kind to me and spontaneously wanted to help.” Henrietta Bollinger came to Düsseldorf in January 2014 to attend a six-week German course at the Institut für Internationale Kommunikation (IIK) with support from the DAAD. The IIK, which works closely with higher education institutions, was not only confronted with the wheelchair issue for the first time, but also twice: course participant Karien Joubert from South Africa is also a wheelchair user. It was an organisa- tional challenge for Executive Director Matthias Jung. “We’ve often had students here with visual impair- ments,” he explains. “But wheelchairs were something totally new for us. Fortunately, we had one barrier-free classroom.” The biggest problem turned out to be the toilets, because the ones at the IIK were unsuitable. “We then made an arrangement with the Academy of Sciences opposite to share theirs.” » Academic excellence is the only criteria for selecting scholarship holders Not only is more effort involved when students with disabilities go abroad: their special needs are also re- flected in higher costs. That is why the DAAD provides its scholarship holders with funding for the additional costs of foreign travel that arise from a disability or chronic illness and could otherwise not be met by Henrietta Bollinger (links) und Karien Joubert lernen mit DAAD-Unterstützung Deutsch Henrietta Bollinger (left) and Karien Joubert learn German with DAAD support Mattjeacock/iStock Vectors (2)

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