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LETTER 01/2014Thema 22 Die Initiative des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft verzichtet völlig auf konkrete inhaltliche Vorgaben. Die Hochschulen, die am Auditierungsverfah- ren teilnehmen, setzen sich in festgelegten Handlungs­ feldern wie „Strategie und Struktur“ oder „Studium und Lehre“ ihre Ziele selbst – je nach den Bedürfnissen ihrer Mitglieder und Studierenden. Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist seit vielen Jahren ein zentrales Ziel aller deutschen Hochschu- len und wissenschaftlichen Einrichtungen. Obwohl Frauen immer noch weniger als ein Fünftel der deutschen Lehrstühle besetzen und viele Forscherinnen sich vor die Entscheidung zwischen Kindern und Karriere gestellt se- hen, gab es bei der Gleichstellung große Fortschritte. Das Diversity Management nimmt nun auch andere Gruppen in den Fokus. Ein relativ neuer Schwerpunkt an vielen Hochschulen ist die Förderung von Studierenden aus Mi- granten- und Arbeiterfamilien. Nach der jüngsten Sozial- erhebung des Deutschen Studentenwerks stammen von den rund 2,5 Millionen Studierenden schon fast 25 Pro- zent aus Migrantenfamilien. Weitere elf Prozent sind Aus- länder, die zum Studium nach Deutschland gekommen sind. Aus Familien mit niedrigem Bildungsstand stammt etwa ein Zehntel aller Studierenden. Gerade diese Bil- dungspioniere haben oft Finanzierungsprobleme und tun sich schwer mit der unbekannten Institution Hochschule. Die Abbrecherquoten sind in allen drei Gruppen deutlich höher als im Durchschnitt. » Akademikerkinder haben im deutschen Bildungssystem die besseren Chancen An einigen nordrhein-westfälischen Hochschulen ist der Anteil von Studierenden aus Migranten- und Arbeiter­ familien besonders hoch. Diversity-Projekte werden von dem Bundesland deshalb besonders gefördert. Eine Vor- reiterrolle spielt seit 2008 die Universität Duisburg-Essen; damals wurde Professor Ute Klammer die erste deutsche Prorektorin für Diversity. Sie hat Mentoring für Studieren- de eingeführt, ein umfangreiches Beratungsangebot, mehr Vorkurse für Studienanfänger und eine Schreib- werkstatt, in der das wissenschaftliche Arbeiten geübt werden kann. „Mir geht es um Chancengerechtigkeit. Das deutsche Bildungssystem ist hochselektiv“, erklärt Ute Klammer, die selbst aus einer Arbeiterfamilie kommt. Akademikerkinder besuchen weit häufiger eine Hoch- schule als Kinder, deren Eltern nicht studiert haben. Auch die Universität Bremen ist im Diversity Manage- ment sehr aktiv. Sie bietet etwa ein Vorbereitungsstudium für ausländische Studierende, Mentoring-Angebote und das Projekt „Akademische Mehrsprachigkeit“, mit dem Russisch-, Polnisch- oder Türkischkenntnisse auf akade- mischer Grundlage erweitert werden können. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförder- the initiative completely avoids laying down concrete guidelines on content. The higher education institutions that take part in the auditing process set their own goals in defined fields of activity such as “Strategy and Structure” or “Studying and Teaching” – depending on the needs of their members and students. The promotion of equality between women and men has been a central goal of all German higher education institutions and research organisations for many years. Although women still hold less than one fifth of all German professorships and many female researchers feel they have to decide between children and a career, major advances have been made towards equality. A relatively new area of emphasis at many higher education institutions is support for students from migrant and working-class families. Ac- cording to the most recent social survey of Deutsches Stu- dentenwerk, almost 25% of the roughly 2.5 million students already stem from migrant families. An additional 11% are foreigners who have come to Germany to study. Approxi- mately one tenth of all students come from families with a low standard of education. The drop-out rates are signifi- cantly higher than average in all three groups. » Children of graduates have better chances The proportion of students from migrant and working-class families is particularly high at several higher education in- stitutions in North Rhine-Westphalia. As a result, diversity projects receive special support from that particular state. The University of Duisburg-Essen has played a pioneering role in this area since 2008, when Professor Ute Klammer became the first German Vice Rector for Diversity. She in- troduced student mentoring, an extensive range of advice, more pre-courses for new students and a writing workshop in which students can gain practice in academic work. “Equal opportunity is important to me. The German educa- tion system is highly selective,” explains Klammer, who comes from a working-class family herself. The children of graduates are much more likely to enter higher education than children whose parents did not study. e d VIELFALT JochenEckel/SZPhoto/laif

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