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DAAD-90-Jahre

Die frühen Jahre des DAAD 19 zeigte sich auch in Auswahl und Betreuung der ausländi- schen Studierenden. Solche „jüdischen Blutes“ konnten sich ab 1935 nicht mehr auf deutsche Stipendien bewer- ben. In Ländern, in denen es organisierte faschistische Bewegungen gab, wurden diese bei der Auswahl der Sti- pendiaten einbezogen, so etwa der Vlaamsch Nationaal Verbond (VNV) in Belgien. An den für die Betreuung zuständigen Akas wurden nur noch Mitarbeiter zugelas- sen, „die verbindliche Vertreter des nationalsozialisti- schen Deutschlands und sich ihrer völkischen Bedingt- heit bewusst“ seien. In der überwiegenden Mehrzahl waren dies natürlich NS-Studentenfunktionäre. Unter deren Federführung geriet die bisherige „aktive Gast- freundschaft“ zur „kameradschaftlichen Betreuung“ na- tionalsozialistischer Prägung. Vorträge zu Themen wie: „Vom Geist der SA“, „Warum treibt der Deutsche Famili- enforschung?“ oder „Der völkische Gedanke in der Au- ßenpolitik“ bestimmten das Programm. Ausflüge führ- ten zu den „Errungenschaften“ des Nationalsozialismus, darunter die Mütterschulen und Koch- und Nähstuben der NS-Frauenschaft. Letztgenannte wurde überdies in die Zimmervermittlung für die Stipendiaten eingebun- den, „um für die Zukunft sicherzustellen, dass die Sti- pendiaten in Familien untergebracht werden, die eine klare nationalsozialistische Einstellung haben“. Die Selbstgleichschaltung unter Morsbach und die Über- nahme durch das Reichswissenschaftsministerium führ- ten also recht bald zu einer Ideologisierung des akademi- schen Austauschs – politisch war er ja schon zuvor gewesen. Der DAAD betrieb also nicht nur Austausch im Dienste des Nationalsozialismus, sondern mehr und mehr spezifisch nationalsozialistische Austauschpolitik. Zugleich stellt sich die Frage nach deren Resonanz­ boden. Hinsichtlich der deutschen Austauschstudenten wird man auch für die Zeit nach 1933 davon ausgehen müssen, dass die allermeisten Stipendiaten sich kaum instrumentalisiert oder indoktriniert fühlten. Denn zum Gemeinsame Vorbereitung: Angehende USA-Stipendiaten und -Rückkehrer treffen sich im September 1933 auf Schloss Köpenick

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