Strategische Partnerschaften und Thematische Netzwerke

Bernd Wannenmacher

Impulse für die Internationalisierung von Hochschulen

Mit dem Programm „Strategische Partnerschaften und Thematische Netzwerke“ fördert der DAAD internationale Kooperationen mit ausgewählten Hochschulen im Ausland. Vom Studienanfänger bis zur Präsidentin: Die flexiblen Fördermaßnahmen regen den Austausch auf allen Ebenen an.

Aktuelles

01/2018 +++ Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Begleitevaluation sind nun verfügbar (s. Weiterführende Informationen). +++

Hintergrund

Was versteht der DAAD unter einer 'Strategischen Partnerschaft'?

Hochschulpartnerschaften – früher oft auf rein persönlichen Kontakten zwischen Wissenschaftlern basierend – werden heute mehr und mehr als strategisches Element eines Internationalisierungskonzeptes und damit als Querschnittsaufgabe einer gesamten Hochschule verstanden. Aus einer Vielzahl von Partnerschaften identifizieren Hochschulleitungen einige wenige, auf die sie einen besonderen Schwerpunkt setzen, ohne dabei jedoch die individuellen Aktivitäten einzelner Wissenschaftler einzuschränken. Damit folgen Sie einem globalen Trend. Durch die Konzentration auf „Klasse statt Masse“ wird eine neue Qualität der internationalen Zusammenarbeit erreicht – diese neue Form der strategischen Vernetzung von Hochschulen ist ein weltweites Phänomen. Nachhaltige, synergetische Kooperationsformate werden gestärkt, gemeinsame Strukturen und Studiengänge aufgebaut und Forschungsverbünde mit renommierten Partnerhochschulen eingegangen. All dies sind entscheidende Maßnahmen zur Schärfung des internationalen Profils von Hochschulen und ein wesentliches Kriterium, um sich auf dem weltweiten Bildungsmarkt erfolgreich positionieren zu können.

Um diesen Prozess zu unterstützen, hat der DAAD im Jahr 2012 das Förderprogramm „Strategische Partnerschaften und Thematische Netzwerke“ ins Leben gerufen.

Programmziele

Deutsche Hochschulen versuchen in jüngster Zeit, durch den Aufbau strategischer Partnerschaften und thematischer Netzwerke mit einer oder mehreren ausgewählten ausländischen Hochschulen ihr internationales Profil zu stärken. Meist handelt es sich bei den Partnern um Hochschulen mit einem hohen Renommee oder einem spezifischen Profil, das besonders gut zu dem der deutschen Hochschule passt oder es optimal ergänzt.

Das Programm hat zwei Aktionslinien und fördert Partnerschaften mit unterschiedlicher Ausrichtung:

Programmlinie A - Strategische Partnerschaften

Programmlinie A fördert Partnerschaften, die sich über einen oder mehrere Fachbereiche erstrecken und/oder verschiedene Ebenen und Aktionsfelder der Kooperation umfassen. Im Unterschied zu Partnerschaften, die ausschließlich von Fachbereichen geführt werden, sollen hier weitergehende Absprachen auf Hochschulebene angestrebt bzw. vereinbart werden. Durch die Konzentration auf diese strategischen Partnerschaften soll eine Qualitätsverbesserung in Forschung und Lehre erreicht werden. Gleichzeitig werden durch die Vernetzung der beteiligten Hochschullehrer Synergien hergestellt. Dabei wird nicht nur der fachliche Austausch zwischen den Partnerhochschulen beflügelt, sondern durch den fachübergreifenden Ansatz gleichzeitig die Interdisziplinarität innerhalb der Hochschulen gestärkt. Diese Partnerschaften sind damit ein wesentlicher Baustein der Internationalisierungsstrategie der Hochschule und tragen zur Steigerung der Attraktivität der eigenen Hochschule bei.

Das Programm fördert den Aufbau solcher Partnerschaften. Der Fokus der Förderung liegt in der Vertiefung einer bzw. weniger ausgewählter Partnerschaften (max. fünf pro Antrag). Die Beteiligung an bestehenden größeren Verbünden (wie z.B. Coimbra Group, Universitas 21, LERU etc.) ist nicht förderfähig, sofern es sich nicht um vertiefende Vorhaben mit einzelnen Partnern handelt.

Gefördert wird der Austausch von Lehrenden, gemeinsame Studiengänge oder Promotionsprogramme werden angeboten und Forschungsvorhaben durchgeführt. Die Förderung soll dazu genutzt werden, weitere strukturierte Programme mit der (den) jeweiligen Partnerhochschule(n) zu initiieren und aufzubauen. Die Koordinatoren sollen die Hochschule dabei unterstützen, zusätzliche Mittel für die Partnerschaft einzuwerben.

Programmlinie B - Thematische Netzwerke

Programmlinie B zielt dagegen auf eine Vernetzung auf fachlicher bzw. thematischer Ebene mit ausgewählten ausländischen Hochschulen. Gefördert werden hier forschungsbezogene multilaterale und internationale Netzwerke mit einer überschaubaren Zahl renommierter ausländischer Partner. Die Einbeziehung außeruniversitärer Forschungseinrichtungen in Deutschland und im Ausland ist dabei möglich und erwünscht. Das Programm soll zum einen dazu beitragen, durch attraktive Rahmenbedingungen in der Forschung ausgezeichnete ausländische Nachwuchswissenschaftler von renommierten Partnerhochschulen nach Deutschland zu ziehen. Zum anderen hilft es den beteiligten deutschen Hochschulen, sich durch die Schaffung von Kompetenzzentren in der „ersten Reihe" der internationalen Forschungslandschaft zu platzieren.

Die bisherigen Programme des DAAD zielen überwiegend auf die Entwicklung einzelner Instrumente der Internationalisierung oder auf die Förderung bilateraler Zusammenarbeit im Rahmen von Partnerschaftsprogrammen. Die Weiterentwicklung internationaler Netzwerke braucht heute flexible und kombinierbare Förderinstrumente für Forschung und Lehre. Das neue Programm soll Mobilität von deutschen bzw. ausländischen Graduierten, Doktoranden, Postdoktoranden und Hochschullehrern von Deutschland zu den jeweiligen Partnern bzw. von den Partnerhochschulen nach Deutschland ermöglichen.

Kontakt

Referat P13 - Internationalisierungsprogramme

Birgit Siebe-Herbig - Referatsleitung
Tel.: +49 228 882-168
Fax.: +49 228 882-9168
E-Mail: siebe@daad.de

Birte Wehnsen - Referentin
Tel.: +49 228 882-8791
Fax.: +49 228 882-98791
E-Mail: wehnsen@daad.de

Helen Schomer
Tel.: +49 228 882-8787
Fax.: +49 228 882-98787
E-Mail: schomer@daad.de

Jennifer Ipach
Tel.: +49 228 882-8714
Fax.: +49 228 882-98714
E-Mail: ipach@daad.de

Weiterführende Informationen

Evaluation

Parallel zur Laufzeit der ersten Förderrunde in diesem Programm (2013-2016) wurde eine wissenschaftliche Begleitevaluation durch das INCHER-Kassel (International Centre for Higher Education Research Kassel) durchgeführt. Diese befasste sich mit der Förderung von Internationalisierungsmaßnahmen aus der Perspektive der Organisationsentwicklung sowohl auf Konzeptebene als auch auf Programm- und Projektebene. An den 21 geförderten Projekten der ersten Runde wurden die Projektimplementierung an den geförderten Hochschulen und ihre Auswirkungen auf der institutionellen Ebene der Hochschulen untersucht. Das Executive Summary (PDF) (de/eng) des Abschlussberichts und die Präsentation des Evaluationsworkshops (PDF) vom 22.11.2017 in Bonn sind nun verfügbar.

Publikationen

DAAD-Publikation „Strategische Partnerschaften und Thematische Netzwerke“ (PDF) (de/eng). Die Broschüre ist auch über das DAAD-Publikationsbestellsystem erhältlich ('Dokumentationen & Fakten').

Ebenfalls über das Bestellsystem zu erhalten, ist die gemeinsame Publikation des DAAD und des IIE (Institute of International Education) „Global Perspectives on Strategic International Partnerships: A Guide to Building Sustainable Academic Linkages“. Weitere Informationen dazu erhalten Sie zudem hier.

Konferenz

Internationale Konferenz „Going Forward – Strategic Partnerships as a Driver for Internationalisation“ (Berlin, April 2016).

Informationen zur Anschlussförderung

Informationen zur ersten und zweiten Förderrunde

Presse

Die Pressemitteilung des DAAD vom 29.01.2013 finden Sie hier.
Beitrag zu Strategischen Partnerschaften und Thematischen Netzwerken im DAAD-Magazin „letter“ (PDF).
Die Pressemitteilung des DAAD vom 12.02.2015 finden Sie hier.

DAAD-Logo

Das DAAD-Logo zum Download finden Sie hier.

Gefördert durch

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