Hochschulpartnerschaften mit dem Irak

Geförderte Projekte 2018

Modernisierung und Internationalisierung von Lehre und Forschung des Fachbereiches Soziale Arbeit an der Universität Sulaimani (CoBoSUnin)

Ein Kooperationsprojekt der Evangelischen Hochschule RWL Bochum mit der Universität Sulaimani

Das Projekt "CoBoSUnin I/ II" zielt - im Sinne einer nachhaltigen entwicklungspolitischen Maßnahme - darauf, die Wissensgesellschaft in Kurdistan-Irak zu fördern, indem es die Lehre und die Forschung im Fachbereich Soziale Arbeit an der University of Sulaimani (UoS) stärkt. Der Studiengang Soziale Arbeit wurde an der Universität Sulaimani im Wintersemester 2014/15 eingeführt und ist damit ein junges Fachgebiet im Aufbau, welches Lehrende und Studierende vor Herausforderungen stellt.

In dem Entwicklungs- und Forschungsprojekt "CoBoSUnin II 2017-2018" der Evangelischen Hochschule RWL und der UoS [angegliedert und basierend auf dem Anbahnungsprojekt "CoBoSUnin I"], werden auf der Grundlage von Workshops, Expert_innen-Interviews und Dokumentenanalysen, Bedarfe und Entwicklungspotentiale für die Modernisierung und Internationalisierung des Studiengangs Soziale Arbeit in der Region Kurdistan ermittelt. Anschließend werden Konzepte und konkrete Maßnahmen für die Modernisierung des bestehenden Standardcurriculums, für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses sowie der Etablierung des Studiengangs Soziale Arbeit als Handlungswissenschaft, unter besonderer Berücksichtigung der Sozialen Arbeit als Menschenrechtsdisziplin, erarbeitet und umgesetzt.

Im Fokus stehen dabei die Aufbereitung und Entwicklung der Module Internationale Soziale Arbeit, Ethik, Gender, Beratung, Supervision und die Einführung von Praxisbegleitungen. Das Gesamtprojekt wird entsprechend formativ evaluiert.
Durch die international-inter-/transkulturelle Perspektive in diesem Projekt wird der Blick für diverse Sozialarbeitskulturen, ihren unterschiedlichen Projekten und Praxen, aber auch für Gemeinsamkeiten über die Auseinandersetzungen mit internationalen und transnationalen Ansätzen, erweitert. Das Projekt leistet damit auch einen Beitrag zur Forschung auf dem Gebiet der international vergleichenden Sozialen Arbeit und einen Beitrag zur nachhaltigen Strukturbildung der kurdisch-irakischen Hochschullandschaft.

Projektverantwortliche: Frau Prof. Dr. Cinur Ghaderi

In Kooperation mit Frau Prof. Dr. Kristin Sonnenberg

Projektkoordinatorin: Frau Lisa-Marie Dünnebacke, M.A.

Cooperation in Architecture and Urban Design

Ein Kooperationsprojekt der BTU Cottbus-Senftenberg mit der Universität Sulaimani

Vorrangige Aufgaben und Ziele des Partnerschaftsprojektes sind eine strukturell verankerte Qualifizierung und Internationalisierung der akademischen Ausbildung an der University Sulaimani in den Fächern Architektur und Städtebau. Mit der Integration gemeinsamer Projektarbeit und einem intensiven Austausch von jungen Wissenschaftlern und Dozenten soll eine nachhaltige Basis für die Entwicklung der Partneruniversität geschaffen werden.

Das vorlaufende Kooperationsprojekt „Dialogue in Architecture, Urban Design and Management for Curriculum Development” wurde verlängert. Für den Bereich Architektur und Städtebau wurden von 2014 - 2016 Studienmodule für das Masterprogramm Architektur an der Faculty of Architecture der University Sulaimani entwickelt, die mit dem jetzigen Kooperationsprojekt in den Studienalltag implementiert und integriert werden.

Mit dem Projekt werden insgesamt verschiedene gemeinsame Maßnahmen wie Experten- und Studenten-Workshops / Kolloquien / Blockkurse, Fachexkursionen, Gastaufenthalte von jungen Dozenten und Masterstudenten der University Sulaimani an der BTU durchgeführt, um die vorrangigen Ziele der Einrichtung neuer Studienmodule und der Curriculum-Entwicklung inhaltlich und personell zu unterstützen und damit nachhaltig zu erfüllen. In gemeinsamen Lenkungsgruppen (Dialog Foren) werden die Einzelmaßnahmen abgestimmt und die darin gemachten Erfahrungen ausgewertet. Daraus folgen Empfehlungen für die Modul- und Curriculum-Entwicklung. Durch die Dialog-Foren werden der inhaltliche Zusammenhalt des Partnerschaftsprojektes gewährleistet und ein fortwährendes Projektmonitoring sichergestellt.

Projektverantwortlicher: Herr Prof. Dr. Heinz Nagler

Projektkoordinator: Herr Dipl. Ing. Christoph Wesseling

Entwicklung des Bachelor-Studiengangs "Raumplanung für Irak"

Ein Kooperationsprojekt der TU Dortmund mit der Universität Dohuk

Im Rahmen des Projektes „Raumplanung für Irak“ wird seit dem Jahre 2009 ein Bachelorstudiengang mit Joint certificate der TU Dortmund und der Universität Dohuk entwickelt und nun schrittweise erprobt. 2012 hat die Lehrtätigkeit im Rahmen des Studiengangs an der Universität Dohuk begonnen, unterrichtet wird von einheimischen und deutschen Dozenten gleichermaßen. Die Unterrichtssprache ist Englisch.
Der Studiengang hat am 14. Mai 2017 seine ersten Absolventinnen und Absolventen feierlich verabschiedet. Sechs Frauen und 17 Männer sind nun in das Arbeitsleben als Raumplanerinnen und -planer im Irak eingetreten. Die nächste Gruppe der Absolventinnen und Absolventen wird im März 2018 erwartet.
Der Austausch zwischen den Partneruniversitäten ist auch jenseits der Lehre intensiv: Regelmäßig halten sich die irakischen Studierenden an der TU Dortmund auf, um das Deutsche Planungssystem kennenzulernen. Außerdem finden Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für das irakische Lehrpersonal statt, Fachkonferenzen zum wissenschaftlichen Austausch und zur Initiierung gemeinsamer Publikationen werden ausgerichtet. Irakische Doktoranden werden während ihrer Forschungsaufenthalte in Deutschland betreut und fachlich gezielt gefördert. Einige Bachelorstudenten absolvieren sogar ihr gesamtes Studium an der TU Dortmund.

Weitergehende Informationen zur Partnerschaft finden Sie auf der projekteigenen Webpage.

Projektverantwortlicher: Herr Prof. Dr. Dietwald Gruehn

Projektkoordinator: Herr Dr. Hasan Sinemillioglu

Perspektiven für die Zukunft der Bildung und Wissenschaft in Mosul (RESI)

Ein Kooperationsprojekt der TU Dortmund mit der Universität Mosul

Mit dem „Projekt Rethink Education and Science in Iraq (RESI)“ zielt die TU Dortmund darauf ab, die Universität Mosul in Krisen- und Nachkrisenzeiten in Lehre und Forschung bzw. bei der internationalen und wissenschaftlichen Anschlussfähigkeit zu unterstützen. Von Juli 2014 bis Juni 2017 arbeitete die Universität Mosul aufgrund der Besetzung der Stadt durch ISIS im Exil. Die Hochschulleitung musste ihren temporären Sitz nach Dohuk verlegen. Ein provisorischer Lehrbetrieb fand für etwa 14.000 Studierende in eigenständig organisierten Räumlichkeiten in den Städten Dohuk, Erbil, Kirkuk, Sumail und Zacho statt. Im Juli 2017 erklärte die irakische Regierung den Sieg über die Kämpfer des sogenannten islamischen Staates und die Universität Mosul hat seit November 2017 begonnen in die Stadt zurückzukehren, ihren Betrieb wiederaufzunehmen und zur Gestaltung der Nachkriegszeit beizutragen.

Gemeinsam mit Dozenten der Universität Mosul und der TU Dortmund sollen Strategien für die Zeit nach der Krise entwickelt und die Zusammenarbeit zwischen den Partnerhochschulen gefördert werden. Dozententeams der Universität Mosul entwickeln hierzu mit Unterstützung der KollegInnen der TU Dortmund Lehrveranstaltungen für BSc.- und MA-Studierende. Die Lehrveranstaltungen decken unterschiedliche Disziplinen ab, befassen sich jedoch alle mit Fragen eines nachhaltigen Wiederaufbaus und der aktiven Rolle, welche Bildungsorganisationen in diesem Prozess spielen können. In einer abschließenden gemeinsamen Konferenz werden die Ergebnisse der Seminare diskutiert und öffentlich über Ansätze und Strategien für „Nachkrisenzeiten“ debattiert.

Weitergehende Informationen zur Partnerschaft finden Sie hier.

Projektverantwortliche: Frau Dr. Heike Wendt

Projektkoordinator: Herr Dr. Shahadat Hossain

Capacity Building in Teacher Education and Research

Ein Kooperationsprojekt der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (bis Ende 2015 an der Universität Leipzig angesiedelt) mit der Salahaddin Universität in Erbil

In Zusammenarbeit mit dem College of Basic Education der Salahaddin Universität in Erbil werden auf der Grundlage von zahlreichen Pilotaktivitäten und der Ergebnisse einer vergleichenden Analyse der Lehrerausbildung Maßnahmen zur Modernisierung und Internationalisierung der Lehrerausbildung und Lehrerbildungsforschung in der Region Kurdistan realisiert.

Die Situation der Lehrerbildung in Kurdistan ist gekennzeichnet durch den Ausbau des kurdischen Bildungswesens als Teil der Sicherung der kulturellen Autonomie und durch eine hohe Diversität der Bevölkerung, nicht zuletzt aufgrund der hohen Flüchtlingszahlen aus Syrien und anderen Teilen Iraks. Eine gut funktionierende Lehrerbildung ist ferner unerlässlich im Hinblick die Erreichung der Ziele des UNESCO-Programms „Education 2030“ und soll einen Beitrag zur Entwicklung einer friedlichen Region mit Zukunftschancen für die junge Bevölkerung leisten.  Es ist ein Anliegen des Projektes, dass westliche Wissensbestände um Forschungsergebnisse und Best-Practice-Beispiele aus der Region erweitert werden und nachhaltige Kapazitäten für regionale pädagogische Forschung  aufgebaut werden.

Für die Modernisierung der Curricula werden thematische Einheiten zu Diversity Education und Inclusive Education für die Studienprogramme der Lehrerbildung entwickelt, schrittweise erprobt und evaluiert. Um die Kompetenzorientierung des Unterrichts zu fördern und Jugendliche bei der beruflichen Orientierung zu unterstützen, wird angehenden Lehrerinnen und Lehrern eine Zusatzqualifikation in „Entrepreneurship Education“ in einem Wahlmodul angeboten. Der wissenschaftliche Nachwuchs sowie die schulischen Führungskräfte können sich im Rahmen des zu entwickelnden Master-Programms „Entrepreneurship Education“ fortbilden.
Ebenfalls soll an der Salahaddin Universität eine Kooperationsplattform „Basic Education Professional Teacher Network“ als Vorläufer für das Zentrum für Lehrerbildung und Schulforschung aufgebaut werden. Die Plattform soll die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Disziplinen in der Lehrerbildung und die Vernetzung der lehrerbildenden Hochschulen in der Region Kurdistan unterstützen.

Projektverantwortlicher: Herr Prof. Dr. Anatoli Rakhkochkine

Projektkoordinator: Herr Maximillian Höldl

IGP-Multiflow II

Ein Kooperationsprojekt des Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf e.V. mit der Universität Zakho

Die Universität Zakho hat es sich zum Ziel gesetzt, im Norden des Iraks zu einer Exzellenzuniversität auf dem Gebiet der Erdöl- und Erdgastechnologie zu werden. Die langfristig angelegte Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum Dresden-Rossendorf e.V. (HZDR) bringt die Universität Zakho diesem Ziel näher: Das HZDR wird als Referenzpartner den Aufbau, die Einrichtung und den Betrieb eines Mehrphasenlabors unterstützen und bei der Ausbildung von Wissenschaftlern und Doktoranden unterstützen. Darüber hinaus ist ein langfristiges Doktorandenaustauschprogramm vorgesehen.

Projektverantwortlicher: Herr Prof. Dr.-Ing. Uwe Hampel

Projektkoordinator: Herr Uwe Pöpping

Mechanical Engineering Germany-Iraq (MEGI V)

Ein Kooperationsprojekt der Technischen Universität Bergakademie Freiberg mit den Universitäten TU Bagdad, Koya, Kirkuk, Diyala, Salahaddin Universität Erbil, Ishik Universität Erbil, Polytechnische Universität Erbil.

MEGI V ist das Nachfolgeprojekt einer bereits 2009 gestarteten Kooperation mit einer Reihe von Universitäten aus verschiedenen Teilen des Iraks. Die Anzahl der Partneruniversitäten ist seit Beginn auf nunmehr acht irakische Hochschulen angestiegen. Die Salahaddin Universität in Erbil nimmt jedoch als langjähriger, zuverlässiger Partner und Standort des Trainingszentrums im Irak eine besondere Stellung ein.

Umfassendes Ziel des Projektes ist es, die erfolgreichen Maßnahmen zur Qualifizierung von irakischen Hochschuldozenten weiterzuführen und zur Modernisierung der Ausbildung an ausgewählten irakischen Partneruniversitäten beizutragen. Konkret bedeutet dies, dass die Lehr- und Forschungsqualität im Fachgebiet Maschinenbau fortwährend verbessert, Labormitarbeitern die Handhabung moderner Maschinen, Messgeräte und Software nahegebracht wird und ein fachlicher und kultureller Austausch zwischen deutschen und irakischen Studierenden stattfindet.
Weitere Informationen zum Projekt finden Sie auf der Webpage der TU Freiberg.

Projektverantwortlicher: Herr Prof. Henning Zeidler

Projektkoordinator: Herr Dr.-Ing. Abdulkader Kadauw

Internationalisierung der Künstlerausbildung im Irak (Kurdistan)

Ein Kooperationsprojekt der Kunsthochschule Kassel mit der Universität Sulaimania

Die Kunsthochschule Kassel realisiert 2017-2018 eine strategische Partnerschaft mit der Universität Sulaimani im Nordirak (Regionalregierung Kurdistan). Das an der Universität Sulaimani beheimatete Department of Fine Arts soll inhaltlich, medial und pädagogisch auf den internationalen Kunstbetrieb ausgerichtet werden. Im documenta Sommer 2017 haben Studierende und Dozierende aus Sulaimani für zwei Monate Kassel besucht, an der Kunsthochschule Kassel am hiesigen Lehrprogramm (Kunstwissenschaft, Fotografie, Druckgrafik, Zeichnung, Illustration, Produktdesign) teilgenommen und wöchentlich auf der parallel stattfindenden documenta 14 gemeinsam mit Studierenden der Kunsthochschule Kassel die präsentierten Werke diskutiert. Eine Exkursion nach Berlin, die mit Studierenden der Kunsthochschule unternommen wurde, konfrontierte die Studierenden und Dozierenden aus dem Nordirak mit der Geschichte der Kunst in Europa, der Gegenwartskunst und der aktuellsten Medienkunst.

Die in Kassel während einer intensiven Arbeitsphase entstandenen Werke der nordirakischen Künstler*innen wurden im Juli im Rahmen einer Ausstellung an der Kunsthochschule präsentiert. Im Herbst 2018 werden Studierende und Dozierende aus Kassel in den Nordirak reisen, um den im Vorjahr begonnenen Austausch fortzuführen.

Projektverantwortlicher: Herr Prof. Dr. Kai-Uwe Hemken

Projektkoordinatorin: Frau Juliane Phieler

Weiteraufbau der Deutschabteilung an der Salahaddin Universität Erbil

Ein Kooperationsprojekt der Universität Leipzig mit der Salahaddin Universität Erbil

Das im Jahre 2011 gestartete Projekt ermöglicht Studierenden erstmals in der Geschichte der Region Kurdistan-Irak Deutsch zu studieren. 2012 ist die Deutschabteilung in Anwesenheit der Generalsekretärin des DAAD, Dr. Rüland, sowie zahlreicher deutscher und kurdischer Gäste feierlich eröffnet und ein Bachelorstudiengang für Deutsch als Fremdsprache ins Leben gerufen worden. Da die meisten Studierenden das BA-Studium ohne Deutschkenntnisse beginnen, wurde mit integriertem Fach- und Sprachunterricht ein neues Konzept in die Lehre der Salahaddin Universität eingebracht. Die Umsetzung des so genannten CLIL-Konzepts (Content and Language Integrated Learning) ermöglicht den Studierenden, den vierjährigen Bachelor-Studiengang des Fachs Deutsch als Fremdsprache sowohl sprachlich als auch fachlich auf einem hohen Niveau abzuschließen. Intensive Sprachkursaufenthalte in Deutschland ergänzen das Curriculum.

Nicht nur der Lehrplan, auch alle Unterrichtsmaterialien wurden von den Mitarbeitern des Herder-Instituts in Zusammenarbeit mit den Kollegen auf kurdischer Seite konzipiert und fortwährend weiterentwickelt. Der wissenschaftliche und fachliche Austausch zwischen dem Herder-Institut und der Deutschabteilung in Erbil wird durch regelmäßige Besuche und Workshops gewährleistet.

Während der nächsten Jahre sollen die Entwicklung nachhaltiger und transparenter Strukturen und Entscheidungsprozesse im Vordergrund stehen sowie die Inhalte des BA-Studiengangs neu überarbeitet werden. Hierbei sollen auch die Erfahrungen von Berufseinsteigern der ersten Studierendengeneration und die Anforderungen und Bedingungen des beruflichen Umfelds noch stärker miteinbezogen werden.

Weitergehende Informationen zur Partnerschaft finden Sie auf der Webpage des Herder-Instituts.

Projektverantwortliche: Herr Prof. Dr. Claus Altmayer, Herr Prof. Dr. Christian Fandrych, Herr Prof. Dr. Erwin Tschirner

Projektkoordinatorinnen: Frau Susanne Chenaoui und Frau Juliane Wicklein

BIONIQ-Bios/MedPhys (Biomedical Engineering in Northern Iraq)

Kooperationsprojekte der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) mit der Universität Duhok

In den Vorgängerprojekten BIONIQ sowie BIONIQ-Bios und BIONIQ-MedPhys wurde seit 2014 die Universität Duhok in Kurdistan im Nord-Irak unterstützt, nachhaltig den Schwerpunkt der Biomedizinischen Technik in Forschung und Lehre zu etablieren, um in den Krankenhäusern und Unternehmen diesen wichtigen Bereich zu stärken bzw. aufzubauen. Im Jahr 2017 wurde durch Präsidialbeschluss die Gründung der Fakultät Biomedical Engineering am College of Engineering der Universität Duhok eingeleitet.

Zum Wintersemester 2018 soll der Lehrbetrieb für den Bachelorstudiengang Biomedical Engineering aufgenommen werden. Der Auf- und Ausbau des Studiengangs wird durch gemeinsame Lehrveranstaltungen, Konferenzen, Fachtagungen und Sommerschulen, sowie durch die gezielte Förderung von akademischen Nachwuchskräften und Studierenden begleitet. Ebenfalls sollen die Kontakte mit Vertretern von irakischen Regierungs- und Gesundheitseinrichtungen fortgeführt und intensiviert, sowie die Hochschule bei der Anschaffung von Laborausstattungen beraten werden.

Die fachlichen Schwerpunkte der Projekte liegen in den Bereichen Medizinische Physik sowie Biomedizinische Messtechnik und Signalverarbeitung. Im Gebiet der Medizinischen Physik ist insbesondere die Ausbildung für eine spätere praktische Tätigkeit im Krankenhaus entscheidend, insbesondere wird die Applikation und Entwicklung neuer Verfahren eingeübt.

Mit biomedizinischen Messsystemen können Biosignale – und damit der Gesundheitszustand unserer Körper – erfasst, verarbeitet und gespeichert werden. In der Biosignalverarbeitung werden Methoden entwickelt, die aus Biosignalen nützliche Informationen extrahieren und aufbereiten, um Ärzte bei ihren medizinischen Entscheidungsprozessen zu unterstützen.

Projektverantwortliche: Herr Prof. Dr. Martin Fiebich und Herr Prof. Dr. Thomas Schanze

Projektkoordinatoren: Herr Jan-Dirk Janßen und Herr Keyvan Mir Amidi Namini

Implementierung der Inklusion in das irakische Bildungssystem

Ein Kooperationsprojekt der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg mit der Universität Dohuk

In Kooperation der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg und der irakischen Universität Dohuk soll die von Irak und Deutschland ratifizierte UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen innerhalb des irakischen Bildungssystems umgesetzt werden. Die Umsetzung hat zum Ziel, dass in allen gesellschaftlichen Lebensbereichen sowie in den Bildungsinstitutionen jeglicher Art die Partizipation von Menschen aller Altersstufen mit Behinderungen gewährleistet werden soll. Das Projekt setzt hierbei konkret bei der Verbesserung und Erweiterung der Lehrerausbildung an der Partneruniversität Dohuk an. Wissenschaftler und Studierende beider Länder tauschen Ihre Erfahrungen auf Workshops und Seminaren aus. MA-Studierende, PhD und Post-Docs halten sich zu Forschungsaufenthalten an der Universität Oldenburg auf.

Gemeinsam haben die Partneruniversitäten ein Curriculum für den Studiengang „Disabillity Studies and Rehabilitation“ entwickelt. Die ersten 53 Bachelorstudierende haben im WS 2014/15 ihr Studium an der Universität Dohuk aufgenommen. Seitdem wird der Studiengang fortwährend evaluiert und weiterentwickelt und zum Wintersemester 2017/18 begannen 89 Studierende in der bereits vierten Kohorte ihr Studium. Von den inzwischen insgesamt 420 Studierenden werden die ersten 44 voraussichtlich im Sommer 2018 ihr Studium abschließen und ihre erworbene sonder- und inklusionspädagogische Expertise in Schulen in der Region Kurdistan anwenden oder einen konsekutiven Masterstudiengang beginnen.

Weitergehende Informationen zur Partnerschaft finden Sie auf der Webpage der Universität Oldenburg.

Projektverantwortliche: Herr Prof. Clemens Hillenbrand und Frau Prof. Dr. Monika Ortmann

Projektkoordinator: Herr Sönke Thies

Nano-Zakho

Ein Kooperationsprojekt der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg mit der Universität Zakho

Das Partnerschaftsprojekt zwischen den Physikfakultäten der Universität Zakho und der Universität Oldenburg befasst sich mit Forschung zu verschiedenen Bereichen der Nanotechnologie. Die Kooperation ermöglicht es Nachwuchswissenschaftlern (MA und PhD) der Universität Zakho ihre didaktischen Fähigkeiten auszubauen und ihre wissenschaftliche Karriere auszubauen. Während mehrmonatigen Forschungsaufenthalten an der Universität Oldenburg werden die Nachwuchswissenschaftler von Kollegen vor Ort wissenschaftlich betreut und durch spezifische Kursangebote gefördert. Die Forschungsergebnisse werden in einem Paper zusammengefasst, und während einer Summer School in Deutschland vorgestellt und mit Fachkollegen diskutiert, woraus weitere gemeinsame Forschungsvorhaben entstehen können.

Projektverantwortlicher: Herr Prof. Dr. Lienau

Projektkoordinator: Herr von Borstel

Religious Diversity Potsdam

Ein Kooperationsprojekt der Universität Potsdam mit der Ishik Universität, der Katholischen Universität und der Salahaddin Universität

In Zusammenarbeit mit drei irakischen Hochschulen in Erbil, Ishik Universität, Katholische Universität und der Salahaddin Universität, soll das Verständnis für religiöse Vielfalt bei deutschen und irakischen Studierenden und Wissenschaftler*innen vertieft werden. Dies soll durch drei Maßnahmen erreicht werden: Erstens durch den Aufbau eines Moduls „Religious Diversity“, welches an allen drei irakischen Hochschulen angeboten werden soll. Im Rahmen des Moduls soll die Vielfalt religiöser Ausdrucksformen innerhalb des Islams und deren Beziehung zu anderen Religionen historisch und systematisch beleuchtet werden, sowie die theologische Bedeutung von Andersreligiösen und das Verhältnis zu säkularen Lebenswelten diskutiert werden. Zweitens werden ausgewählte Dozierende aus Erbil gemeinsam mit Dozierenden und Studiengangsentwicklern aus Potsdam Formen des Science Managements entwickeln, welche an die Gegebenheiten der nordirakischen Hochschulen vor Ort angepasst sind. Hierzu gehören die Entwicklung von Evaluierungsmethoden und berufsbezogenen Studiengangsangeboten ebenso wie die Anwendung von interaktiven Lehrformen und selbstbestimmtes Forschen. Beim Vorhaben “Mapping Religious Erbil” werden drittens zusammen mit Forschern der drei Erbiler Universitäten exemplarisch die Pluralität der Religionslandschaft, die Majoritäts/Minoritätsverhältnisse sowie die unterschiedlichen Vergemeinschaftungsformen in Erbil erfasst. Bei dieser Erhebung soll nicht nur das sachliche Kennenlernen von Religionsgemeinschaften ermöglicht oder die Empathie für andere Religionen gefördert, sondern die Verwendung komparatistischer Analyse- und fairer Darstellungsformen eingeübt werden.

Projektverantwortlicher: Herr Prof. Dr. Johann Ev. Hafner

Projektkoordinatoren: Herr Dr. Stefan Gatzhammer, Herr Dr. Hans-Michael Haußig und
Herr Kadir Sanci, M.A.