Programme der Projektförderung

Die regulären Ausschreibungstermine sind Anfang April, Mitte Juni und Anfang Oktober.

Schwellen- und Ankerlandprogramm


Bis auf Weiteres keine Neuausschreibungen vorgesehen!

1. Hintergrund: Kooperation von BMZ und BMBF

Im Rahmen des 2004 entwickelten Ankerlandkonzeptes hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 15 Staaten als so genannte Ankerländer identifiziert. Diese Länder üben in ihren Regionen einen besonderen wirtschaftlichen und politischen Einfluss aus und gestalten zunehmend auch die internationale Politik mit. Ihnen wird als Impulsgeber für ihre jeweiligen Regionen eine Schlüsselfunktion bei der Lösung globaler Aufgaben wie Armutsbekämpfung, Klima- und Umweltschutz, Friedenssicherung, Demokratieförderung und guter Regierungsführung zugesprochen. Die Zusammenarbeit mit ihnen soll daher kontinuierlich zu einer strategischen Partnerschaft im Sinne einer globalen Strukturpolitik ausgebaut werden.

Lateinamerika und die Länder der MENA-Region stehen im Bereich der Umweltpolitik, des nachhaltigen Ressourcenmanagements und des ökologischen Stadtmanagements aufgrund des Bevölkerungs- und des Industriewachstums vor großen Herausforderungen. Umwelt- und Ressourcenschutz sind daher Schwerpunkte der deutschen entwicklungs- und bildungspolitischen Zusammenarbeit mit den Ländern dieser Region.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat in seiner Internationalisierungsstrategie (2008) die Absicht bekundet, die Hochschul- und Forschungssysteme auch in Entwicklungsländern zu stärken, um einerseits die Voraussetzungen für eine intensivere Wissenschaftskooperation mit Deutschland zu schaffen und den Wissenschaftsstandort Deutschland zu stärken und andererseits einen Beitrag zur Lösung globaler Probleme im Klima- und Umweltschutz und in den Bereichen Gesundheit und Sicherheit zu leisten.

Seit 2005 finden zwischen BMZ und BMBF Kohärenzgespräche mit dem Ziel statt, die Signifikanz und Sichtbarkeit einer abgestimmten deutschen Position in der Kooperation mit Partnerländern zu erhöhen, die entwicklungspolitischen Maßnahmen des BMZ sowie forschungspolitische Kooperationen des BMBF stärker aufeinander abzustimmen und beim Aufbau der beruflichen und tertiären Bildungssysteme in den Partnerländern intensiver zusammenzuarbeiten. Ein erster Schritt hierzu wurde mit der gemeinsamen Förderung der Einrichtung von transnationalen Masterstudiengängen in Kooperation mit Universitäten in Schwellenländern getan.

2. Pilotprojekte

Als Pilotprojekte für Vorhaben der Hochschulzusammenarbeit im Kooperationskorridor der Wissenschaftlich-Technischen Zusammenarbeit (WTZ) und der Entwicklungszusammenarbeit (EZ) werden daher transnationale Masterstudiengänge eingerichtet, die auf deutscher Seite anteilig von BMZ und BMBF und auf regionaler Seite vom Consejo Nacional de Ciencia y Tecnología (Mexiko) bzw. dem Ministry of Higher Education (Ägypten) gefördert werden .

Entwicklungspolitisches Ziel dieser Maßnahmen ist neben dem Transfer technologischen Wissens die Förderung der interkulturellen Kommunikationskompetenz von Fachkräften in entwicklungspolitisch relevanten Fachbereichen. Gleichzeitig soll die Kooperation mit Hochschulen in Schwellenländern zur Internationalisierung deutscher Hochschulen beitragen. BMBF, BMZ und DAAD unterstützen daher gemeinsam den Aufbau von transnationalen Masterprogrammen durch deutsche und ausländische Hochschulen in Ankerländern in Fachrichtungen mit besonderer entwicklungspolitischer Bedeutung. Neben der Vermittlung von Fachwissen liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Vermittlung regionalen Wissens und interkultureller Kommunikationsfähigkeit durch Studienphasen an beiden Partneruniversitäten. Besonderes Merkmal während der gesamten Ausbildung ist die Arbeit in kulturell gemischten Tandems bzw. Kleingruppen. Die Lehrmodule werden ebenfalls gemeinsam von deutschen und ausländischen Dozenten bestritten. Die Absolventen erhalten den Mastergrad sowohl der deutschen als auch der ausländischen Hochschule.

Folgende Schwellenlandstudiengänge werden im Rahmen des Programms bisher gefördert:

  • 2008: „Environment and Resources Management“ (ENREM)) an der FH Köln und der Universidad Autónoma de San Luis Potosí, Mexiko
  • 2011: „ Integrated Urbanism and Sustainable Design“ (IUSD) an der Universität Stuttgart und der Ain Shams University in Kairo, Ägypten


Ansprechpartner
DAAD-Deutscher Akademischer Austauschdienst
Referat Programme der Entwicklungszusammenarbeit/ST 42

Andreas Böhler
Tel.: +49 228 882-589
Fax.: +49 228 882-9589
E-Mail: boehler@daad.de

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