Möglichkeiten der Finanzierung im Überblick

Arten der Förderung

Bei der Stipendienvergabe wird meist zwischen einer finanziellen und einer ideellen Förderung unterschieden:

Bei der finanziellen Förderung handelt es sich um einen im Vorfeld festgelegten Geldbetrag, der über einen fest definierten Zeitraum monatlich an die Stipendiaten ausgezahlt wird. Meist handelt es sich dabei um sogenannte Vollförderungen. Das heißt, dass der Bewerber mit der Unterstützung in der Regel seinen gesamten Lebensbedarf decken kann. Hin und wieder handelt es sich aber auch um Teilunterstützungen, so dass Stipendiaten noch andere finanzielle Quellen benötigen, um den Lebensunterhalt bestreiten zu können. Bei Vollförderungen wird der Bezug mehrerer parallel laufender Stipendien meist untersagt.

Neben der finanziellen Förderung bieten viele Institutionen gleichzeitig noch eine ideelle Förderung an. Stipendiaten werden zu Workshops und Vorträgen eingeladen, werden mit anderen Stipendiaten auf Treffen vernetzt, während denen auch ein wissenschaftlicher Austausch stattfindet. In der Regel wird ein enger Kontakt, auch über die Förderung hinaus, zwischen Stipendiat und Institution gewünscht.

Beachte: Es besteht kein genereller Anspruch auf ein Stipendium; die Auswahlverfahren sind sehr streng.

Die Institutionen

Die Stipendien vergebenen Institutionen können grob in sechs Gruppen unterteilt werden:

  1. Parteinahe Stiftungen: Sie stehen den im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien sehr nahe und verlangen von Bewerbern eine ähnliche Einstellung in gesellschaftspolitischen Ansichten, die sich meist schon in gesellschaftlichem Engagement ausgedrückt haben sollte.
  2. Unternehmensnahe Stiftungen: Hierbei werden Stipendiaten entweder nach bestimmten Fächergruppen, Forschungsschwerpunkten, sozialen Einstellungen oder rein nach Leistung ausgesucht, ganz nach dem Vorbild des jeweiligen Stiftungsgründers.
  3. Bundesländer: Sie vergeben nach wirtschaftlichen und leistungsorientierten Gesichtspunkten Stipendien. Bewerbungen sind hier an die Universitäten des jeweiligen Landes zu richten. Dazu muss jedoch in der Regel eine Zulassung zum Studium oder zur Promotion vorhanden sein.
  4. Soziale Einrichtungen: Neben Leistungsnachweisen spielt hier die Bedürftigkeit oft eine entscheidende Rolle bei der Vergabe von Stipendien z.B. durch die großen deutschen Kirchen. Ebenfalls sollten Bewerber die Absicht haben, in Deutschland erworbenes Wissen später im eigenen Heimatland dem Gemeinwohl zur Verfügung zu stellen.
  5. Forschungsinstitutionen: Sie vergeben Stipendien nach rein wissenschaftlichen Gesichtspunkten z.B. die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die Alexander von Humboldt-Stiftung
  6. Studentische Organisationen: Sie werden meist ehrenamtlich von Studierendne für Studierende geführt. Sie organisieren Aufenthalte in vielfältiger Weise, die Förderer suchen und so vielen Studierenden einen Aufenthalt in Deutschland ermöglichen.

Wichtige Fragen zur Bewerbung

  • Passt das Programm auch wirklich zu meinem Profil?
  • Stimmt mein akademischer Status, mein Studienfach, mein Herkunftsland, meine Leistungen, die in Deutschland ausgesuchte Universität und die darüber hinaus geforderten Engagements mit den Anforderungen des Stipendienprogramms überein?
  • Können sämtliche Unterlagen besorgt werden, die für eine Bewerbung gebraucht werden (hierfür sollte etwas Zeit eingeplant werden und eine Checkliste angelegt werden)?
  • Können die Bewerbungsfristen eingehalten werden?